bumi bahagia / Glückliche Erde

Nützt es was, eine Wand anzuschreien? Oder eine Matratze zu treten? Im Winter Sommerblumen zu säen? Bei Regen die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen? Sich vor eine heranrollende Dampfwalze zu stellen? Darauf zu hoffen, daß die Autofahrer schon aufmerksam sein und rechtzeitig bremsen werden, wenn ich ohne mich umzusehen einfach über die Straße renne?
Verhalte ich mich immer sinnvoll?

Ausgangspunkt:
Meine Gespräche mit Menschen (Familie, Freunde), Personen und Angestellten (in den jeweiligen „Behörden“ und „Ämter“ genannten Firmen) laufen immer darauf hinaus, daß letztlich derjenige einfach blockiert, weil selbst die sanftesten Hinweise auf die tatsächlichen Verhältnisse und Vorgänge inzwischen derart massiv am „heile-WELT-BILD“ der meisten Leute kratzen, daß die
Angst davor, seine Welt-Anschauung grundlegend ändern zu müssen, derart groß ist, daß keiner das Risiko eingehen mag, sich selbst aufzuschlauen: es könnte ja sein, daß der Hinweisende doch recht hat, und dann …
Motto:
„Es ist eh schon schwer genug, in der heutigen Welt ‚den Anforderungen gerecht (?) zu werden‘ und seinen Anteil immer gut und rechtzeitig ‚abzuliefern‘, da sind grundsätzliche Veränderungen ganz ‚unpassend’…“

Und wer nicht will, dem kann man nicht helfen: die Hunde zum Jagen tragen hat noch nie funktioniert – wenn die nicht selbst ‚jagen‘ WOLLEN, dann ist alle Mühe vergebens.

Solange der Wille blockiert ist, geht das alles zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus – es kommt zu keiner Handlung – auch nicht ver-sehen-tlich.

Und der Wille zur Veränderung kommt erst mit zunehmendem eigenem Schmerzniveau: „wer nicht hören will, muß fühlen“, sagte meine Oma immer – und ließ mich „fühlen“: ich durfte meine Fehler selbst machen, wenn ich nicht auf sie hören wollte…

Also sage ich heute allen Gesprächspartnern ganz ruhig, was mir wichtig erscheint, und lasse alle machen, wie sie selbst es wollen – jeder bekommt seine Lektionen sowieso.

War’s das schon?

Nein.
Diese
Angst ist der entscheidende Punkt – warum haben die Menschen Angst, vor allem vor der „ungewissen“ Zukunft?

Erstmal:
Zukunft ist
immer ungewiß, das wird schon nach kurzem Nachdenken klar – niemand weiß genau, was ihm und allen anderen bevorsteht – auch der beste ‚Prophet‘ oder ‚Seher‘ nicht.

Zwar kann man aus den ablaufenden Vorgängen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit extrapolieren, wie die Zukunft werden könnte, aber da es in allen Vorgängen stets Fluktuationen und instabile Zustände gibt, ist die ‚Sicherheit‘ derartiger Vorhersagen immer stark beschränkt.

Das ist jedoch kein Grund, sich wie ein Kaninchen vor der Schlange im Starrkrampf vor der Zukunft zu fürchten, weil man ja – arm und klein wie man ist – so gar keinen Einfluß darauf hat.

Das ist mit Sicherheit falsch, denn unsere Zukunft wird genau so, wie wir uns heute verhalten – in jeder Hinsicht.

Grobstofflich:
Wenn ich heute wie ein Irrer die Landstraße entlangbrettere und die Bediensteten der Firma „Polizei“
® haben ihre Radarfalle aufgestellt, dann bekomme ich ganz logisch in einigen Tagen einen Bußgeld-Bescheid – egal ob ich diesen für „berechtigt“ oder „ungesetzlich“ halte oder nicht.
Mein heutiges Verhalten, zusammen mit den gegebenen Umständen, ruft diese zukünftigen Ereignisse folgerichtig hervor.

Anderes Beispiel:
wenn ich heute einige Samen in die Erde streue, dann kann ich damit rechnen, daß ab morgen dort neue Pflanzen entstehen – so ich vorher die Erde durch Kompostgaben mit den erforderlichen Mikroorganismen angereichert, sie durch Laub, Grasschnitt und Strauchhäcksel vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und entsprechend gewässert (und noch einige andere Voraussetzungen geschaffen) habe. Und natürlich auch das Wetter „paßt“ usw.
Mein heutiges Verhalten wird dann zu entsprechenden Folgen in der Zukunft führen.

Wir merken hier: meist sind es komplexe Zusammenhänge, die aufeinander einwirken.
Es ist durch uns (und andere) oft eine ganze Menge Voraussetzungen zu erfüllen, damit die angezielten Effekte auch so eintreten.
Und meist bedarf es oft anderer „passender“ ‚Bedingungen‘, damit sich die beabsichtigten Ergebnisse in der Zukunft auch zeigen können.
Wir gestalten also die Zukunft mit unseren Handlungen und unter den jeweiligen „äußeren“ Bedingungen.

Ja, da haben wir’s doch wieder: wir sind von ‚äußeren Bedingungen‘ abhängig.“

Selbstverständlich sind wir das auch – aber wir können zum einen gezielt bestimmte Bedingungen nutzen zu unseren Zwecken, und wir können zum anderen auch eine ganze Reihe davon selbst beeinflussen – durch unser Verhalten.

Wenn ich selbst die Regeln des Straßenverkehrs einhalte und meine Kinder ebenfalls dazu anhalte, dann kann ich ziemlich gewiß darauf rechnen, daß auch andere Menschen diesem Beispiel folgen werden und sich regelkonform verhalten werden.
Und umgekehrt: wenn ich wie irre überhole, dabei andere „schneide“ und denen laufend einen Vogel zeige, dann kann ich genauso damit rechnen, daß dieses „Beispiel“ ansteckend wirken wird.

Solche „Gruppennormen“ stellen sich erstaunlich schnell ein – hab ich selbst an mir gemerkt: in Moskau war es absolut nicht üblich, als Fußgänger bei Rot stehenzubleiben, wenn weit und breit kein Auto zu sehen war – man ging einfach nach Verkehrslage rüber, egal was die Ampel zeigte.
Und es dauerte nur wenige Stunden (bei einigen Tage), da war man selbst mit dabei: ich kam mir einfach doof vor, wenn ich bei Rot stehenblieb, und alle liefen los, weil kein Auto kam.

Angeblich, so will uns die Psychologie weismachen, wirkt der „Herdentrieb“ vor allem bei „schlechten“ Beispielen. Aber das ist so nicht richtig – es wirkt fast immer nur das Prinzip des momentanen Vorteils, ohne die langfristigen Folgen zu bedenken.

Wenn ich also heute jemanden anderen betrüge, dann muß ich damit rechnen, daß dieser mich (und andere) demnächst auch betrügen wird – sofern dieser „jemand“ ähnlich kurzfristig denkt wie ich (beim Betrügen).
Denn langfristig wird sich, wenn alle betrügen, das als „Norm“ durchsetzen – ich muß dann in jedem Augenblick damit rechnen, ständig von allen anderen betrogen zu werden.
Wäre so ein „normales“ Leben möglich, wenn alle betrügen?
Müßte man nicht ständig „auf dem Kien“ sein, damit die anderen mich nicht „übervorteilen“?
Was wären denn die Folgen?
Ständiger Streß – und Ärger, wenn es jemand wieder mal geschafft hat, mich zu betrügen, zumindest – und wie ständiger Streß wirkt, sollte heutzutage jedem bekannt sein…

Es nützt mir also langfristig nichts, wenn ich betrüge. Daher sollte ich es doch gleich lassen, oder? Wäre doch sinnvoll…
Warum aber gibt es immernoch Menschen, die versuchen, andere zu betrügen?
Verlassen die sich darauf, daß es immer genug „ehrliche Deppen“ geben wird?
Oder zeigen sie damit einfach nur ihre geistige Unreife, daß sie nicht in der Lage sind, alle Folgen ihres Handelns zu überlegen?

Denn wie oben gesagt: so wie ich heute denke, rede, will und tu, so wird morgen meine Zukunft aussehen…

Feinstofflich:
Hier ist alles noch viel einfacher, denn durch die vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten, in denen wir uns alle nolens volens befinden (wir sind alle ständig mit allem, dem gesamten Kosmos, in Echtzeit verbunden), und durch die ständig wirksamen Resonanzen in den ausgesendenten und empfangenen Schwingungen sind wir durchgängig in eine Gewebe von Vorgängen eingebunden, welches dafür sorgt, daß alles nach den Mechanismen des Kosmos (= Ordnung) vor sich geht.
Jeder bekommt also genau das zurück, was er ausgesendet hat.

Ja, natürlich sind die Zusammenhänge nicht immer sogleich sichtbar, sie liegen meist nicht sofort „auf der Hand“, und so mancher meint, daß er „ungeschoren“ davonkommt, wenn es hier und da mal „ein wenig Schwein sein“ spielt.
Es darf sich jeder selbst fragen, wie wahrscheinlich es ist, daß gerade sein Fehlverhalten zu gar keinen Folgen für ihn führen wird…

Sich selbst lieben und achten, und genau so alle anderen Menschen lieben und achten – und dementsprechend handeln: das ist die einzige langfristig zum Erfolg führende Strategie.

Kommen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Es ist nach allem Gesagten wenig sinnvoll, seinen meist vagen Gefühlen der Angst vor der Zukunft nachzugeben. Denn wenn man sich die genannten Dinge vergegenwärtigt und sich selbst durch Überlegung davon überzeugt, daß meine Zukunft ein Produkt meines HEUTE ist – wie auch mein Heute ein Produkt meines Gestern ist -, dann sollte es möglich sein, diese Angst endlich loszulassen.

Das könnte jeder von uns tun, und es würde nur zu guten Folgerungen führen. Denn wenn ich heute angstfrei bin, dann wird auch meine Zukunft so aussehen, daß ich keinen Grund haben werde, etwas zu befürchten.

Und so wie „im Kleinen“ ist es auch in der „großen Pulletick“.
Die „Mächtigen“ beziehen ihre Macht von uns, von der „Masse“: ohne uns würden sie keinen einzigen Tag an der Macht bleiben – wir machen sie so mächtig.
Durch unser Funktionieren im System, dadurch, daß die meisten von uns lieber andere Menschen, die schwächer sind als sie, drangsalieren (Radfahrernatur: nach oben buckeln, nach unten treten) statt sie ernst und wichtig zu nehmen.

Das bedeutet aber auch:
je mehr Menschen bereit sind, auf den augenblicklichen „Vorteil“ zugunsten der langfristigen (grob- und feinstofflichen) Folgen zu verzichten und ihren Mitmenschen mit derselben Liebe und Achtung entgegenzukommen, wie sie es von diesen gerne hätten, desto schneller und gründlicher wird sich unser Leben ändern.
Und da können die „Mächtigen“ noch so mit ihren hörigen Medien auf unsere Hirne einprügeln – auch in den Medien sind nicht nur Radfahrernaturen tätig, auch dort kann man mit dem berühmten Ausspruch des sächsischen Königs antworten, wenn man zur nächsten anstehenden Schweinerei gezwungen werden soll: „Dann macht doch eiern Treck alleene.“

Eine solche befreiende Handlung, sich aus dem Hamsterrad herauszubegeben – ohne in das nächste Hamsterrad hineinzutappen – wirkt unheimlich belebend auf den gesamten Organismus – man kann sich plötzlich wieder selbst achten – und lieben.
Und das ist viel mehr wert als das bedruckte Buntpapier mit dem Copyright-©, das immer putziger werdende Spielgeld, oder die Zahlen im Computer oder auf dem „Kontoauszug“ genannten Wertpapier, das auch nur eine Forderung an die jeweilige Bank begründet.

Irgendwer muß doch den Mächtigen die „Drecksarbeit“ der Unterdrückung und Ausbeutung des jeweils Nächsten machen – sie selbst machen sich nie die Hände schmutzig.

Denk einfach mal nach, wo Du solche Dir eigentlich widerstrebenden Handlungen jeden Tag ausführst – und ob sich daran nicht etwas ändern läßt.

Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es.“

Und dazu gehört ein klarer Willen, sich und sein Leben zu verändern – das ist das mindeste, nein: das ist alles, was jeder tun kann. Und das sollte sich keiner nehmen lassen.

Und wie der Klassiker richtig festgestellt hat: jede meiner Handlungen sollte von meinem festen Willen getragen sein – dann kann ich auch sicher sein, daß es meine Handlung ist und nicht eine von außen mir aufgenötigte.

Ja, jeder Mensch ist weitgehend selbst der Gestalter seines eigenen Lebens und damit auch seines eigenen Schicksals.

Und jeder Mensch befindet sich zu jedem Zeitpunkt an einem ganz individuellen Punkt seines eigenen Entwickelungs- und Erkenntnisprozesses.

Deshalb kann es auch keine „Kochrezepte“ geben, denen man nur folgen muß, um zur Freiheit und Selbstbestimmung zu gelangen.

Luckyhans, 29. November 2015


3 Kommentare

  1. thomram sagt:

    Wären wir hier nicht in bb, würde ich als Kommentar schreiben: Aausgezeichnet, Luckyhans.
    😉
    Für mich einer der Kerne:
    „Wenn ich heute angstfrei bin, dann wird auch meine Zukunft so aussehen, daß ich keinen Grund haben werde, etwas zu befürchten.“

    Du wirst noch was zur Angstbewältigung schreiben in der/den Folge(n)?

    Gefällt mir

  2. Heidelore Terlep sagt:

    Sehr gut. Besser kann man es nicht mehr darstellen. Gefaellt mir.

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  3. Garten-Amselina sagt:

    Danke!
    Die Freiheit reift von Innen.
    Lebens-Liebes-Saft
    schenkt ihr die Kraft
    *RUND* und *BUNDT* zu werden.
    *JaH!*
    😉

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