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Neonlicht / Häuptling Seattle’s Rede

Hand auf’s Herz, lieber Leser. Wann warst du das letzte Mal in der Natur bei stockdunkler Nacht? Und ich meine stockdunkel. Wie erging es dir damit?

Wann hast du dich das letzte Mal bei untergehender Sonne hingelegt, ohne Zelt und Schlafsack und weiteren Schischifaschi, um bei Morgengrauen, von kühlem Morgentau kühl und frisch geweckt, aufzuwachen, frisch für neue Taten?

Wann warst du das letzte Mal in unwegsamem Gelände, hattest ein Ziel und da war kein Weg? Die Wolken dräuten, der Wind war präsent, die Nacht war am Einbrechen?
Für Indianer damals freundlich gewohnt, sie wussten, dass Mutter Erde und sie selber Freunde sind, dass sie nichts zu befürchten hatten.
Die Errungenschaften des weissen Mannes sind per se nicht schlecht. Bloss lenken sie ihn so sehr von seinem Erdenleben als Erdenmensch auf der Erde ab, dass er sich inzwischen zu einem programmgesteuerten Nichts entwickelt hat – um es mal schwarz weiss zu zeichnen. Ich nehme mich nicht aus.
*
1855 machte der weisse Mann ein aus seiner Sicht wohl faires Angebot. Statt wie bislang die Ansässigen zu killen, machte er das Angebot, das Land derer, die darauf wohnten, zu kaufen. So was von fair, denn…
in der Art des weissen Mannes war das Angebot kein Angebot. Häuptling Seattle wusste es, er wusste: Geld nehmen und in unwirtliches Gelände abhauen und dort darben und allenfalls das Geld fressen – oder – der weisse Mann kommt mit Kette, Gewehr und Kanone.
*
Es macht mir Mühe, Teil Dessen zu sein. Ich bin auch weisser Mann. Weil es Vergangenheit als Gegensatz zu Zukunft nicht gibt (!), bin ich an diesem Geschehen beteiligt.
Tatsächlich jedoch hilft es weder mir noch dir noch einem Indianer, wenn ich mich nun sogenannt schuldig und damit sauschlecht fühle.
Besser ist?
Besser ist, wenn ich hier und jetzt Sonne und Scholle, Mond und Baum, Frosch, Wanze und Mensch schätze und ehre und die mir dargebotenen Früchte annehme und geniesse, indes gleichzeitig ich mich und dich damit beglücke, indem ich gebe, was ich geben kann.
thom ram, 16.08.2015
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https://www.youtube.com/watch?v=4yNLvuw9UZ0
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Was soll der Titel „Neonlicht / Häuptling Seattle“?

Na, die Antwort dürfte leicht fallen. 🙂

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3 Kommentare

  1. MURAT O. sagt:

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

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  2. luckyhans sagt:

    Es ist doch immer wieder schön, wenn gewisse Leute aus dem Land der Kuhjungen mit ihren 60 Millionen umgebrachten Ureinwohnern hierher zu uns kommen und was von Holodingsda faseln, mit einer 6-Mio-Behauptung, und dann zum zehnten Male „Wiedergutmachung“ einfordern oder sich eine Schutzfunktion der BRD-Organisation für ihr anderes geraubtes Land verkünden lassen.
    Wie wäre es, wenn sie dieselben Maßstäbe mal an ihr eigenes Handeln in ihren eigenen Ländern anlegen würden?

    Das wäre überhaupt mal eine Idee: alle und alles nach denselben Maßstäben ansehen und bewerten… und da kann ruhig jeder seine eigenen haben: Hauptsache konsequent sein in der Anwendung – wie ich dir, so ich mir…

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  3. @ thomram „Es macht mir Mühe, Teil Dessen zu sein. Ich bin auch weisser Mann. Weil es Vergangenheit als Gegensatz zu Zukunft nicht gibt (!), bin ich an diesem Geschehen beteiligt.“

    Lässt du dir immer noch son Unsinn „einflüstern“: „Teil dessen“ (das Nachhallen einer Welt, die du doch bereits hinter dich gelassen haben solltest … „weißer Mann“ (schon wieder so ne Programmierung) du bist doch ein Mensch männlichen Geschlechts und einem Organ namens Haut, die nur weniger Melanin produziert — du passt doch gar nicht mehr in dieses Schema „Weißer Mann“ (klingt son wenig nach Neger umgekehrt rassistisch.

    Juristisch, lieber thomram, nach der Philosophie „Recht“ und der „Schuldkultur-Denke“ bist du am Geschehen beteiligt, aber das entsprcht nicht mal der Wirklichkeit, da du doch gar keinen Einfluß darauf hast, ob ich einen Pups oder einen Laut von mir gebe und jeder nur für das, was er tut „verantwortlich“ ist.

    Ich „bin“ ja „Deutscher“, wie du weist — und da hat ja mal vor ein paar Jahrzehnten ein großes Verbrechen, obwohl nur ein bloß geringer Holocaust, an einer Gruppe von Menschen stattgefunden, die als Juden bezeichnet werden und hier schon Jahrhunderte (mit, gegen, ohne, für, unter und zwischen) uns lebten — und da ich auch „mein ganzes Leben lang“ ständig Überlebenden aus dieser Zeit begegnet bin, war ich schon als Kind „entsetzt“ darüber, wie Menschen Menschen so etwas antun können – und wahrlich, es war gelungen, dass ich mich als weißer deutscher Mann für dieses Verbrechen nicht nur ein wenig schämte, sondern mich sogar richtig gehend schuldig fühlte (was eine Veheerung im Denken zur Folge haben muss) — es hat „gedanklich“ etwa 20 und „emotinal“ 40 Jahre gedauert, dass ich diesen irreligösen Aberglauben wieder los wurde, mit dem mir meine Gefühle und mein Denken in Bezug auf den Holocaust zugeschissen wurden. Sehr „hilflos“, weil das Ganze auch noch ein „gesellschaftliches“ Tabu ist, wie hier der Tod selbst ja auch behandelt wird und deshalb gar nicht „unbefangen“ darüber gesprochen werden „darf“ und wegen vieler Verrückt und Irr Gemachter nicht gesprochen werden „kann“

    — Wirklichkeit des Finsteren Mittelalters eben – und das im Jahre des Herrn Anno Domini 2015 — tja, ein zäher Hund, dieser Gott Mammon, ein echtes Monster, dieser Kapitalismus: der zur Vergottung Gottes und zur Verdnglichung des Menschen führen musste.

    Gut, dass gabrielbali uns heut an die Wahrheit erinnert hat, dass wir im Garten Eden, im Paradies leben.

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