bumi bahagia / Glückliche Erde

Wir sprechen immer von Tätern und Opfern – wie wird man Täter oder Opfer?

Täter kommt von Tat – er tut etwas – aber was ist das Gegenteil von Tat?   Untat?

Wodurch wird man zum Opfer?

Doch durch Untätigkeit – dadurch daß man etwas nicht tut, was man tun könnte.

Viele Menschen fühlen sich als Opfer, und das mit gutem Gewissen. „Ich bin klein, mein Herz ist rein“ – „die Umstände sind so“ – „was kann ich als Einzelner denn schon ändern“ – man suhlt sich fast in seiner Opferrolle.

Man ist gern Opfer – das gibt so ein „gutes Gefühl“:
„ich bin ein Guter, aber das Leben/die Gesellschaft ist/die Anderen sind so schlecht“…

Wirklich?

Die „Anderen“ fühlen sich als Täter auch ganz wohl: „die Menschen brauchen Führung“ – „ich tue nur Gutes“ – „ich setze mich ein“ – man ist genauso Täter mit gutem Gewissen.

Wenn wir ein wenig nachdenken, kommen wir sehr schnell darauf, daß es hinter dieser vordergründigen Ebene noch eine Schicht dahinter gibt, wo sich die Rollen „plötzlich“ umkehren.

Die Täter sind da Opfer – sie sind Opfer ihrer falschen Überzeugungen, Prägungen, Konditionierungen. Sie haben „vergessen“, daß die Menschen gleich geboren werden und jeder, der ihnen etwas von ihrer Selbständigkeit nimmt, sie verbiegt, vergewaltigt.

Und die Opfer sind dort Täter – Täter durch Nichts-tun, gewähren lassen, nicht eingreifen – man könnte etwas tun, aber man tut es nicht. Ursache: auch hier – falsche Überzeugungen, Prägungen, Konditionierungen.

Mit etwas Überlegung findet man dann auch bald die für diese falschen Denkweisen Verantwortlichen: es sind die (auch nur instrumentalisierten) Vermittler der Religionen und Ideologien, die diese Denkweisen hervorgebracht haben: Journalisten, Filmemacher, Musiker, Poeten, Theaterleute – kurz: das was wir so „Kulturschaffende“ nennen.

Diese sind in einer noch bedauernswerteren Position – sie sind auf derselben Ebene gleichzeitig sowohl Täter – sie „verbiegen“ die Hirne und Charaktere der anderen Menschen -, als auch Opfer – sie glauben meist selbst an die falschen Ideale, oder sie sind sich ihrer gespaltenen Persönlichkeit bewußt – oft mit der Folge von latenten Persönlichkeitsstörungen oder exzessivem Mißbrauch von legalen und/oder illegalen Drogen.

Auf der nächsten Ebene lauern die, welche sich als „Steuerleute“ des Ganzen wähnen – die Schöpfer der Ideologien und Religionen – die Denker, „Lenker“ und „Geheim-Wissenden“. Sie sind innerlich noch stärker zerrissen, auch wenn sie dies nie zugeben würden.

Und ganz dahinter finden wir dann Wesen, die einfach SIND, die tun ohne zu werten, die jedem seine volle Verantwortung für sein Leben zugestehen.

Selbstverständlich sind das alles nur sehr grobschlächtige Betrachtungen – das Leben ist viel diffiziler und vielschichtiger – jeder von uns ist im täglichen Leben oft mal „Täter“ und mal „Opfer“ – nur wenige bekommen es hin, daß sie stets gleichmäßig „gut“ oder „schlecht“ handeln.

Das Erstaunliche daran ist, daß die meisten von uns, zumindets bei der „üblichen“ oberflächlichen „Alltagsbetrachtungesweise“, IMMER ein gutes Gewissen haben.

Was ist hier los? Sind wir alle schizophren, leiden wir alle an Persönlichkeitsspaltung?

In gewissem Sinne wohl schon. Wir können es aber ändern.

Wir können uns darüber klar werden, was wir in jedem Moment tun.

Wenn wir in jedem Moment aufmerksam unser Denken, Fühlen und Handeln betrachten und uns darüber klar werden, ob wir das wirklich WOLLEN oder „eigentlich“ nicht, dann können wir auch unser Verhalten (Denken, Fühlen, Reden und Handeln) ändern.

Dabei ist es nicht so wichtig, daß wir jederzeit bewerten, was wir tun – Zensuren vergeben, in „gut gemacht“ oder „falsch gedacht“ einteilen – kategorisieren und systematisieren – das zementiert das Vorhandene, den IST-Zustand – aber wir wollen doch weiter kommen.

Teilen ist wichtig, wenn es um das Verteilen geht – da ist es „am Platze“.

Zerteilen oder aufteilen – trennen – bringt nie voran. Denn ein Ganzes ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Ein Haufen Zahnräder, Zeiger, Blechteile und Federn ist noch keine Uhr – aus den Teilen kann man nie die Funktion des Ganzen erkennen – weil etwas Wesentliches fehlt – die Verbindung der Teile zu diesem Ganzen. Denn gerade in dieser Verbindung steckt der Geist, die Intelligenz, das Wissen – sie macht den Haufen Einzelteile erst zur Uhr oder zur Maschine.

Wie also kommen wir weiter?

Indem wir die Dinge einfach so nehmen, wie sie sind.

Indem wir erkennen, daß es Polaritäten (gut und böse etc.) gibt, die einander bedingen, die ohne das jeweils andere nicht vollständig sind. Das bedeutet natürlich nicht, daß je mehr Gutes es gibt, desto mehr Schlechtes muß es auch geben – es geht nicht um einen mengenmäßigen Ausgleich, sondern um die Erkenntnismöglichkeit.

Wir dürfen daraus auch nicht die Schlußfolgerung ziehen, daß die Polaritäten schon alles sind – neben weiß und schwarz gibt es unzählige Grautöne, daneben die ungeheure Vielfalt an Farben des sichtbaren Lichts – daneben gibt es ein Vielfaches davon an Wellen, die wir nicht sehen oder fühlen können – die aber durchaus ihre Einflüsse auf uns haben (Beispiel Gamma-Strahlung).

Wir sollten in der Lage sein zu erkennen, daß die Polarität nur ein Aspekt der Dualität ist – daß die genannten Gegensätze nicht nur im „Kampf“ gegeneinander stehen, sondern auch miteinander stets eine Einheit bilden. Wenn wir die Polaritäten integrieren und verstehen, daß sie zusammen wieder etwas „Ganzes“ ergeben, dann sind wir auf dem Wege zur Erkenntnis.

Denn jede Tat hat IMMER „Täter“ UND „Opfer“ – wir wirken immer auf etwas ein, wenn wir etwas tun.

Unsere Verantwortung ist es, jederzeit abzuwägen, ob die Tat das „Opfer“ wert ist – ob insgesamt danach etwas Neues, ein Mehr entsteht, das uns und die Welt schöner und reicher macht – nicht nur im materiellen Sinne – und ob ein Ausgleich möglich ist.

Bleiben wir aufmerksam – jetzt und immer und in allem was wir tun.

Luckyhans


4 Kommentare

  1. jauhuchanam sagt:

    Wie also kommen wir weiter?

    Was heißt es, was bedeutet es die Dinge einfach so nehmen, wie sie sind ?
    So wie der Satz da steht, grenzt das nahe am Defätismus, aber mindestens ist die dritte Stufe des Fatalismus erklommen.

    Diese Polaritäten, wie etwa „Gut“ und „Böse“ können nicht ERKANNT werden, weil es das „Böse“ nicht gibt, soviel oder so wenig, wie es die Finsternis oder das Nichts gibt. Weiß und Schwarz gibt es ja auch nicht. Wie besitzen einfach kein Organ, dass das Nicht-Wahrnehmbare wahrnehmbar machen kann. Wie sollte auch etwas benötigt werden oder die Nicht-Existenz, sichtbar machen können?
    Täuschungen sind es aufgrund falscher Interpretationen unserer Wahrnehmung, weil wir als biologische Lebewesen nicht überleben und uns nicht orientieren könnten, würden unsere Wahrnehmungsorgane die leichten Unterschiede der verschiedenen Ton-Frequenzen nicht „einordnen“ können.

    So kommen wir jedenfalls eben gerade nicht weiter, sondern die meisten – vom Kult geprägten Menschen – werden sich weiter verlaufen müssen.

    Dein Leben = DEIN Eigentum!!!
    Dein Körper = DEIN Eigentum!!!
    Jeder Tag = DEIN Eigentum!!!
    Dein Eigentum – Dir von Gott geschenkt!

    Willst Du davon abgeben oder teilen ist das
    DEINE EIGENE ENTSCHEIDUNG,
    die Du DIR von Niemandem aufzwingen lassen musst!!!

    Von keinem Menschen, keiner Institution, keinem Staat,
    keiner Kirche, keiner Religion, keinem Politiker, keinem
    Menschen, keinem Hampelmann!

    Der Glaube mosaisch

    das Herz katholisch

    der Verstand orthodox

    das Leben gefährlich evangelisch

    Weltbewältigungstechniken

    Schamane – Wunsch nach Verbindung zu externen Kräften. Rückbesinnung

    Magie – Wunsch nach Beherrschung (Macht) externer Kräfte. Beeinflussung

    Religion – angebliche Etablierung der Verfügbarkeit externer Kräfte sowie die dauernde Herstellung einer Verbindung zu externen Kräften. Versöhnung

    Christentum – Ja, wollt ihr denn auf ewig leben? Absage

    Politik – Der äußere Rahmen (das Gatter, der Zaun), der den Zoo (Bühne) umschließt. Kulisse

    Grund für die Polarität [für das „Entweder-Oder“-Denk-Programm (gut-böse, schwarz-weiß] ist das lineare Ursache-Wirkungs-Denken mitsamt der damit einhergehenden Pseudo-Finalität, die ebenfalls dualistisch konfiguriert ist. Dies ist die herrschende “Philosophie”, also die wohl am meisten verbreitete philosophisch-religiöse “Weltanschauung”, die ‘Materialismus’ genannt wird. In ihr wirkt ein stringenter ‘Determinismus’, der aus “materialistischer” Sicht als Absolut zu bezeichnen ist.

    In diesem Denk-Programm kommt die transzendente Wahrheit nur als theoretische Möglichkeit vor, über die der Mensch keine letzten Aussagen treffen könne. Dies verführt den Menschen zu denken, daß es nicht möglich sei, wahre Aussagen über das “Letzte Sein”, die “Letzte Frage”, “die Frage nach Gott” treffen zu können.

    Durchbricht ein Mensch diese Denkblockade, erlebt er in sich selbst, dass was im mystischen, religiösen und philosophischen mit Erleuchtung, Epiphanie oder Transzendentes Bewusstsein umschrieben wird. Ein solches Ereignis kann aber auch dadurch ausgelöst werden, dass der Menschen durch eine überwältigende, Transzendenz-eröffnenden Erscheinung getroffen wird oder durch körperliche Übungen, Meditation und Mantras einen solchen Zustand herbei führt. Friedrich Max Müller führte dafür den Begriff Henotheismus ein.

    Ein solches „zentrales“ Ereignis/Erlebnis – nach meinem bisherigen Kenntnisstand – oft nur einmal im Leben eines Menschen vorkommend, birgt jedoch die „Gefahr“ – bedingt durch die jeweilige kulturelle Konditionierung – es als „Gott“ und zwar als einzigen und höchsten Gott wahrzunehmen, den ein solcher Mensch dann auch – meist nur kurze Zeit – verehrt. „Diese Verehrung ist ganz situationsbezogen: Wenn sich die Erscheinung verliert, dann verliert sich auch das entsprechende religiöse Wesen in seiner Einzigartigkeit.“

    Vielleicht hilft Kommentar 8048 „ERKENNEN“ (von: kennen) von heute Mittag weiter, um jede Polarität und Dualität im Denken zu durchbrechen.
    https://bumibahagia.com/2014/03/18/mafiosi-haben-einen-ehrencodex-die-seilschaften-vosskuhle-bis-frau-merkel-brauchen-sowas-nicht/comment-page-1/#comment-8048

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  2. luckyhans sagt:

    Lieber Jauhu,
    habe gleich dorten geantwortet. 😉
    LG

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  3. stonebridge sagt:

    Danke, ja dass nennt man Bewusstwerdung, dass vorherige also dass im ersten Teil nennt man Trägheit.
    Aus der Trägheit findet Mensch durch äußere Unerträglichkeiten raus. Oder auch nicht. 😉

    Guten Morgen

    Tula

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  4. stonebridge sagt:

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