bumi bahagia / Glückliche Erde

Geh oh Polli 4

In Ergänzung zu den bereits verbreiteten Beiträgen des aserbaidzhanischen Politologen hier ein weiterer aktueller Artikel, zum bevorstehende (oder schon begonnenen?) großen Nahost-Krieg. – LH, 18. Juli 2026

Meinung von Prof.Kjamil Askerchanow 260718
Bezug:
Die Staatsabteilung der USA ruft die Amerikaner auf, ihre Pläne für Reisen nach Westasien zu überprüfen, in Verbindung mit der „komplizierten“ Lage im Sicherheitsbereich, welche durch ein „unvorhersagbares Eskalations-Risiko“ charakterisiert sei. …
(Anmerkung LH: im Iran bomben die Gringos seit einer Woche – trotz „Memorandum“ – fleißig weiter, jede Naсht, vor allem gegen Objekte der zivilen Infrastruktur, wie Brücken, Straßen, Bahnlinien, Raffinerien, Tankstellen, Treibstofflager usw.)

„Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verläßt zielstrebig die bisherigen Rahmen und wächst sich aus zu einem großen Nahost-Krieg.
Die Rede ist schon nicht mehr von einer Reihe gegenseitiger Schläge, sondern von der gleitenden Einbeziehung faktisch der gesamten Region in den Konflikt.

Es ist kennzeichnend, daß die US-Staatsabteilung die US-Bürger aufgefordert hat, so schnell wie möglich gleich 15 Länder des Nahen Ostens zu verlassen: Bahrein, Libanon, Ägypten, Oman, Iran, Katar, Irak, SaudiArabien, Israel, das Jordan-Westufer und den Gasa-Streifen, Syrien, Jordanien, die VAE, Kuweit und Jemen.
Solche Warnungen tauchen gewöhnlich dann auf, wenn WashDC die weitere Ausweitung der Zone der Kampfhandlungen erwartet und die Sicherheit seiner Bürger nicht mehr gewährleisten kann.

Gleichzeitig setzen die USA schon die siebente Nacht nacheinander ihre Angriffe gegen den Iran fort.
Nach Angaben von „Axios“ hat WashDC Israel informiert, daß Dutzende Tankflugzeuge dort hinbeordert wurden. Allerdings gibt es hier einen wichtigen Punkt, den viele außer Acht lassen.

Der Aufbau des Tankflugzeug-Parks kann durchaus nicht so sehr mit der Vorbereitung einer neuen Angriffswelle gegen den Iran verbunden sein, sondern mit der Vorbereitung einer umfassenden Evakuierung der US-Streitkräfte aus dem Nahen Osten.
Die Rede ist von der Rückführung der Luftwaffe, des Personals und der Kampftechnik von den vielzähligen US-Basen in der Region. Für die Durchführung einer solchen Operation wird eine große Anzahl Tankflugzeuge benötigt, welche die Überführung der Kampf- und Transport-Flugzeuge über große Entfernungen gewährleisten.

Wenn das wirklich so ist, dann beginnen die Ereignisse sich vollständig in die neue amerikanische Sicherheitsdoktrin einzupassen, von der ich mehrfach geschrieben hatte. Derselbigen Logik besteht nicht im endlosen Halten der US-Streitkräfte in der ganzen Welt, sondern in der Kürzung der ständigen militärischen Anwesenheit und im Übergang zur Krisenlenkung von außen.

Der faktische US-Abzug öffnet eine wahre Büchse der Pandora. Die US-Militär-Anwesenheit war jahrzehntelang als eine Art Ausgleichsmacht/Balance zwischen den regionalen Spielern aufgetreten. Nach der Schwächung oder dem Abzug werden die angesammelten lokalen Widersprüche unausweichlich an die Oberfläche kommen.
Genau deshalb kann der Konflikt zwischen den USA und dem Iran durchaus als Startmechanismus für einen weitaus größeren Nahost.Krieg werden, in welchen sich praktisch alle Staaten der Region einbezogen sehen werden.

Die Antwort Teherans wird auch immer härter. Der Iran hat erklärt, daß im Falle der Fortsetzung der US-Schläge der Konflikt in die Phase der „vollständigen Vernichtung“ eintreten wird. Solche Erklärungen dürfen schon nicht mehr nur als Informations-Druck verstanden werden. Sie zeigen, daß die Seiten die bisherigen Beschränkungen nach und nach aufheben und sich auf die nächste Etappe vorbereiten.

Vom Standpunkt der strategischen Interessen der USA aus kann eine solche Entwicklung der Ereignisse eine eigene innere Logik aufweisen. Ein großer regionaler Krieg ist in der Lage, die politische Karte des Großen Nahen Ostens vollständig umzuformatieren, die Bündnisse zu verändern, die energetischen und Transport-Wege umzuverteilen sowie die vorherigen regionalen Benefiziare/Vorteilsnehmer, deren Positionen in Jahrzehnten entstanden sind, aufzuheben. Darüber hatte ich im privaten Kanal oft geschrieben.

Genau deshalb sehe ich die heutigen Vorgänge nicht als gesonderten Krieg der USA gegen den Iran an. Vor unseren Augen wird der Prozeß des tiefgreifenden geopolitischen Umbaus des gesamten Großen Nahen Ostens angeschoben.
Wenn diese Logik stimmt, dann ist die gegenwärtige Eskalation lediglich der erste akt eines viel größeren Krieges, dessen Folgen weit über die Grenzen der Region hinausgehen.
Gefährdet sind nicht nur die Staaten des Nahen Ostens, sondern auch die Welt-Energie-Märkte, die wichtigsten Meeres-Kommunikationen, einschließlich der Straße von Hormus und dem Bab-el-Mandep, der Suez-Kanal sowie das gesamte bisherigen ‚System der politischen und ökonomischen Balance‘, das sich in den letzten Jahrzehnten eingestellt hatte.“

Quelle: t.me/KamilAskerkhanov/5761 11.1K views Jul 18 at 08:16
Übersetzung Hans Ludwig, 18. Juli 2026

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Nachbemerkung des Übersetzers:
Freilich ergäben sich daraus diverse Möglichkeiten für regionale Mächte, ihre Groß-Phantasien (Touran, Gr-Is-l usw.) anzustreben; da überall geistig nicht ganz gesunde Führer tätig sind, eine ziemliche Horror-Vorstellung.
Aber nun zu uns:
Möchte ja niemandem das Wochenende verderben, aber „dank“ der völlig fehlgeleiteten Pulle Tick der fremdgesteuerten Polit-Darsteller in diversen Haupt-Städten der EU werden die Folgen dieses Krieges, der zum vollständigen Stop der Versorgung der Weltwirtschaft mit „fossilen“ Energieträgern aus jenem Golf führen wird, uns in MittelEUropa besonders hart und langwierig treffen, denn die echte erprobte Alternative (Energieträger aus der RF) haben uns diese hirnlosen Kasper – auf fremdes Geheiß – ja nachdrücklich verbaut.
Und tun dies noch weiter, obwohl niemand weiß, woher die Energie für jene großmäulig „in Vorbereitung befindlichen“ Kriege gegen die RF kommen soll… – LH
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Und damit euch nicht langweilig wird, hier noch ein kleiner Denk-„Nach-Tisch“:
a) zum zweiten potentiellen Kriegsherd (mit dem ersten eng verbunden): General a.D. Harald Kujat – eine halbe Stunde nüchterne, sachkundige, vernünftige Einschätzung zum U-Konflikt…
Emotionaler dazu Patrik Baab: Was an der Front wirklich geschieht… eine knappe Stunde aufschlußreiches.
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b) Zu den schlimmen aktuellen Entwicklungen in der dicken Tal-Welt der EU – ein sehr redseliger Prof.Dr. in einer halben Stunde über „Was kommt noch alles?“ – für mich ist ein Großteil davon heute schon da, wenn auch nur ‚heimlich’… aber das meiste klingt recht logisch… und paßt in die laufenden Vorgänge…

Allen einen schönen Sonntag!


1 Kommentar

  1. Avatar von Ost West Divan Ost West Divan sagt:

    Das Imperium drängt auf einen großen Krieg und die westlichen Bevölkerungen betrachten das wie eine Doku im Fernsehen.

    Dabei kämpft der Iran für die Freiheit der gesamten Menschheit.

    Was ich mich frage, woher nimmt das Imperium immer wieder die Raketen und Drohnen, wenn Experten doch seit Wochen sagen, ihre Ressourcen sind beinahe erschöpft.

    Nun gut, die Sache mit dem sauren Rohöl könnte bald zum Problem werden , laut Larry C. Johnson:

    „Der Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran hat die weltweite Aufmerksamkeit auf Öl gelenkt, weil die Straße von Hormus geschlossen wurde. Als der Krieg begann, dachte ich, Öl sei einfach nur Öl. Okay… Ich war unwissend. Aber im Laufe der letzten vier Monate habe ich eine beachtliche Ausbildung von ein paar verschiedenen Experten auf diesem Gebiet erhalten. Wenn Sie einen der Hauptgründe verstehen wollen, warum Donald Trump das MoU unterzeichnet hat, müssen Sie verstehen, warum die USA auf saures Rohöl angewiesen sind, das aus dem Persischen Golf stammt. Ich versuche, es einfach zu machen – etwa 65 % der US-Raffinerien sind darauf ausgelegt, saures Rohöl zu verarbeiten, während die US-Ölindustrie hauptsächlich Süßroh produziert. Wir brauchen saures Rohöl zur Herstellung von Diesel und Flugkraftstoff. Die Schließung der Straße von Hormus bedeutet, dass die USA nicht über genügend saures Rohöl verfügen, um die aktuelle Produktion von Diesel und Flugkraftstoff aufrechtzuerhalten. Das ist das Problem in Kurzform.

    Die Vereinigten Staaten sind der größte Rohölproduzent der Welt und fördern fast 13,8 Millionen Barrel pro Tag. Paradoxerweise ist es außerdem strukturell von importiertem Rohöl abhängig – in den letzten Jahren etwa 6 bis 8 Millionen Barrel pro Tag davon. Der Krieg mit Iran und die monatelange Schließung der Straße von Hormus entlarvten dieses Paradoxon in den deutlichsten Worten: Ein Land, das von seinem eigenen Öl überflutet war, fand sich dabei, seine strategische Erdölreserve in Rekordtempo zu entleeren, um Diesel und Flugbenzin am Laufen zu halten. Die Erklärung liegt in einer Diskrepanz zwischen der Art des Öls, das Amerika produziert, und der Art des Öls, für das seine Raffinerien gebaut wurden – und das Fass, das diese Diskrepanz nun überbrückt, wird aus Salzhöhlen mit begrenzter struktureller Lebensdauer gezogen.Nicht alle Rohölschichten sind gleich

    Rohöl wird entlang von zwei Hauptachsen klassifiziert: Dichte (American Petroleum Institute, auch API-Gravitation genannt) und Schwefelgehalt. „Leichte“ Rohöle haben eine hohe API-Schwerkraft (etwa 35° und mehr); „Schwere“ Rohöle sind dichter. „Süßes“ Rohöl enthält weniger als 0,5 Prozent Schwefel nach Gewicht; „Saures“ Rohöl enthält mehr – die eigene Spezifikation der SPR definiert saures Roth als zwischen 0,5 und 2,0 Prozent Schwefel.

    Die Schieferrevolution, die die Vereinigten Staaten zum weltweit führenden Produzenten von leichtem, süßem Roh machte. Permian-, Bakken– und Eagle-Ford-Läufe laufen typischerweise mit 40–50° API und minimalem Schwefel. Das ist nach den meisten Maßstäben ausgezeichnetes Öl – leicht zu verarbeiten, reich an Benzinmolekülen. Aber das ist nicht das, wofür der amerikanische Raffineriekomplex konzipiert wurde…..“

    Das Problem mit saurem Rohöl: Warum Amerikas Raffinerien auf Importe angewiesen sind und warum sie für die Straße von Hormus relevant sind.

    Vielleicht wird diese „Neverending Story“ um das Öl irgendwann zur Freien Energie führen…wie ich mutmaße.

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