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Brahms / Wenn top getoppt wird

Ich schrubelte es auf Gesichtsbuch so:

„Bislang war mein Top Favorit des 2. Brahms Klavierkonzertes Cécile Ousset, Gewandhausorchester Leipzig mit Kurt Masur….saagenhafte Wiedergabe, auf CD Berlin Classics. Heiße Empfehlung!

In meinem Ohr nun toppten Hélène Grimaud mit den Wienern unter Nelsons.

Soll ich Details aufzählen? Wozu? Jeder höre selbst hinein.

Ein Beispiel nur: Die Pedalisierung, derer sich die Hélène bedient. Mal tief pedalisiert sie 7:44, Klang statt Perlen erzeugend, anderseits gleich danach Perlenkette hinlegt sie 7:52, einfach kongenial.

Und selten höre ich Orchester, welches Agogik (Beschleunigung und Verlangsamung des Tempos) hinlegt so wie hier die Wiener mit Nelsons, Botschaft eben rüberbringend, nicht übertrieben, nix schwülstig gar!

Bah, und diese Hélène, einfach phaenomenal. Sie zieht alle Register, von „warten, was ist nun“? über selig schwelgen bis zu schier brutal 7:58, wenn denne angesagt. Genau so das Orchester!“

Freunde auf bb, seid gesegnet.

Thom Ram, 22.01.10

Ach ja. Besonderer Dank an den ersten Hornisten, der das Konzert nicht mit von Hornisten oft gehörten aneinandergereihten Tönen, sondern mit gespielter Musik beginnt.

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8 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Kraeuterhexe sagt:

    Lieber Thom,
    alleine schon Deine Beschreibung ist wie Musik! :o)

    Lg

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  3. Thom Ram sagt:

    Hihi, danke, liebe Kräuterfee, äh -hexe.

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  4. Stephanus sagt:

    Hat’s dem Thom da vielleicht auch die hübsche Hélène Grimaud ein wenig angetan? 🙂

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  5. Thom Ram sagt:

    Stephanus, haha, in der Tat ist Hélène Grimaud bezaubernd schön. Da gibt es noch andere Pianistinnen, die stehen ihr an äusserer Bezauberungsfähigkeit für mich nicht nach.
    Beispielsweise Yuja Wang könne ich auf der Stelle auffressen. Wenn die ihr Mündchen macht und dabei eigentlich nicht Spielbares hinlegt als wie wenn ich einstimmig Hänschen Klein fingerle, uffa, sowas von weiblichem Reiz für mich.
    Nun…
    Vorletztes, oder vorvoerletztes,egal,Jahr wurde sie, die Yuja, zur Pianistin oder Musikerin, auch egal, des Jahres gekürt. Zur Feier spielte sie eben das: Das zwote Brahms Klav.Konzert. Eine Yuja spielt im schlechtesten Falle beeindruckend gut, und klar doch legte sie den Brahms wie gewohnt brilliant hin, doch – anbeißen hin oder her, Grimauds Interpretation ist in meinem Ohr zwei Klassen inspirierter.
    Meine Ohren sind nicht meine Augen, mein liebes Spötteldrosschen 🙂

    Aaahhhh, seh da grad eben. Was ich hier nun höre, das war in Tokyo:

    In meinem Ohr kooongeeeniiaaaal alles.

    Worauf ich mich mit meiner doofen Vergleicherei bezogen hatte, das war das Konzert in, wo, hab vage in Erinnerung in München, Open Air.

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  6. Stephanus sagt:

    Schön, daß der Thom auch einen kleinen Spaß versteht!
    Ich kann in der Tiefe bei tastenvirtuosen Themen nicht mitreden – habe im Alter von zehn Jahren meine Eltern überzeugen können, daß mein Klavierunterricht beendet wird.
    Den Zugang zu qualitativ hochwertiger Musik hat mir aber vor nunmehr vierzehn Jahren meine liebe Chorleiterin Erika schrittweise verschafft, und ich bin ihr unendlich dankbar dafür.
    Ich bin jedes Mal nach der Probe in ausgeglichenstem Zustand, wenn wir Bach, Mozart oder Bruckner singen!
    Hingegen zieht mich das neumodisch gezwungen synkopierte Kirchenmusikzeugs wie ein Mühlstein nach unten…

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  7. Thom Ram sagt:

    Tja, lieber Stephanus (welch schöner Name in meinem Ohr)

    dann ergeht es Dir mit Musik es bitzeli ähnlich als wie es Bapak Komang hier ergeht. Papa von Agus. Hatte vor unserer Freundschaft keinen einzigen Ton Mozart oder so gehört. Immer wieder mal leg ich Brahms und so weiter auf, und zack kommt er nach oben gespurtet, steht in der Küche oder hockt auf meinem Bett und ist hin ge riss sen, seine Haare sträuben sich, Tränen kommen ihm. Balinese sogenannt einfachster Herkunft. Herzensmensch eben, offenen Gemüthes und offenen Herzens. Spricht unbeholfen seine eigene Sprache. Ist in praktischen Dingen genial, im Umgang mit Werkzeug, und gescheit. Wir hatten Türschloss zerlegt, und der Zusammenbau … äh, äh, sach ma, wir hatten keine Idee was wohin gehört. ER hatte dann die weiterführenden Eingebungen.

    Es freut mich, daß auch Du Dich der Quelle „Musik, vermittelt von Menschen wie Mozart, Beethoven, Brahms und und und so weiter“ hast öffnen können

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  8. Thom Ram sagt:

    Mon Dieu

    Ich nehme alles zurück, was ich an Wertung mittels Vergleich zwischen Spitzenpianistinnen Hélène Grimaud und Yuja Wang geseicht habe.

    Um mich zu vergewissern, habe ich soeben nochmal die Yuja Wang mir auszugsweise angehört. Ich kann nur sagen:

    Ganz offensichtlich meiner jeweils aktuellen Tagesform unterworfen höre ich Musik sehr verschieden. Hatte schon immer festgestellt, daß mir eine bestimmte Interpretation mal zu langsam, mal zu schnell gespielt vorgekommen ist!!! Karajan hatte an sich Dasselbe festgestellt. Als er sich in den Alpen aufhielt, kam ihm eine Interpretation, vormals prima, als zu langsam gespielt vor, weil nämlich sein Puls dort oben etwas schneller schlug.
    Ich hörte mir, gezielt, 7:40 an. Scheissewahnsinnig schneller doppelhändiger Tonleiterlauf. Auch die Yuja bedient sich des Klanges, hähä, mittels Pedalisierung, statt, wie andere Spitzenpianisten, Perlenkette machen zu wollen (was sogar diesen Klavier-Heroen gelegentlich mal abverreckt, hihi, ich, vormals kantonales Lokalmathadörchen Schadenfreudchen habe, lach)

    Also. Ich sage: 1:1 für die beiden Damen.

    Das ist wie Federer und Nadal. Verschiedene Stile. Beide Top.

    Ich bin verliebt in ihre Wiedergaben. Und, lieber Stephanus, ja, in ihre Gesichter auch.
    🙂

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