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Eltern, Kind und Kinderstube: 27. von 144, Tagebuch über das Kind?!

 

Beim Bildungsprozess für das Menschengeschlecht

Von Eckehard

Segelst du gern? Dann wird dich eine Anekdote erfreuen. Ein bekannter Segler aus Berlin wurde bei einer Regatta, die er schon gewonnen glaubte, von einem Wettbewerber überholt. Kurz vor der letzten Boje rief er dem unliebsamen Konkurrenten zu: Wenden Sie…!? Woraufhin dieser prompt eine Wende machte, und der andere wieder an die Spitze und so als Erster ins Ziel kam. Nach dem Rennen hat der genarrte Zweite dann begreiflicherweise protestiert und den Sieger wegen unfairer Wettkampfführung vor ein Sportgericht gebracht. Der jedoch wußte sich zu helfen und obsiegte noch einmal. Er habe, sagte er, dem Unterlegenen ja nur eine Frage: – Wenden Sie? – zugerufen. Dagegen konnten die Kampfrichter nichts einwenden. Deshalb die Frage an dich, [die jedoch um die Anekdote widerzuspiegeln in der Sieform (der Urausgabe dieser Schrift) gestellt werden muss]:

Führen Sie Tagebuch über Ihr Kind?

Und solltest du mit Nein antworten, sage ich dir: Das ist ein dringender Rat (also ein „Befehl“: Mach es!) Wir sind nämlich nicht auf dem Wannsee, sondern beim Bildungsprozeß des Menschengeschlechts und da ist jeder Beweis wichtig. Schreib auf, was du an deinen Kindern beobachtest, es wird sie interessieren und sie werden es dir danken!

Du dokumentierst auf diese Weise eine Beziehung, wie sie mächtiger und schöner nicht sein kann. Gerade heute[1] las ich in meiner Zeitung, daß die Erziehung in den meisten Kindergärten so schlecht sei, daß man diese Einrichtungen schließen sollte.[2] Eindringlich wurde auf die Macht der Eltern hingewiesen. Da sehe ich auch so. Allerdings sollten auch Kindergärten existieren. Doch das enthebt dich nicht der Verantwortung, die du durch deine Elternmacht für deine Nachfolger übernommen hast. Eine Mutter erzählte mir, daß ihr Kind mit sechs Jahren noch einnäßt, aber auch sie habe mit Sechs noch ins Bett gemacht. Ob so etwas vererbt werden könne, wollte sie wissen. Was glaubst du?

Ich glaube nicht, ich weiß, daß Kinder von Eltern, die beobachten, wo ihr Kind steht, und notieren, welche Schritte es erfolgreich absolviert, keine Probleme mit Bettnässern bekommen. Es spielt nämlich keine Rolle, ob Bettnässen vererbt wird oder sonst „irgendwie in der Familie liegt“. Wichtig ist nur, daß aus dem Bewußtseinsmaterial des Kindes selbst genug bekannt ist, um ihm da heraus zu helfen. Man muß sich nur anregen lassen. Zum Beispiel erzählt es von Alpträumen. Ein Troll oder Zauberer komme zu ihm und wolle es fressen. Daraufhin wacht es auf. Wenn du nun Tagebuch über dein Kind führst, wirst du früher aufmerksam, daß solch ein Traum, der öfters wiederkehrt, eine Chance enthält. Das Schreckliche am Alptraum ist nicht sein beunruhigender Inhalt, sondern daß wir ihn nicht als Botschaft an unser Wachbewußtsein verstehen.

Bei dem Traum mit dem fressenden Zauberer kann dem Kind Mut gemacht werden. Es soll den Zauberer ansprechen und ihm „befehlen“: – Weshalb weckst du mich immer so spät? Wenn du so mächtig bist, dann verhindere, daß mein Bett naß wird! – Bring dein Kindchen dazu, mit seinem Traumleben einen Dialog zu führen. So wird der Zauberer vielleicht fragen: – Was bekomme ich dafür, daß ich dir helfe, dein Bett trocken zu halten? – Das Kind kann antworten: – Du kannst mich ruhig fressen , dann werde ich dir in deinen gefräßigen Magen pinkeln. Du darfst mich jede Nacht fressen, wenn du meinst, daß dir mein Pipi schmeckt. – Es wäre verwunderlich, wenn dieser Zauberer nicht seinen Schrecken verlöre und zum weckenden Wohltäter befördert werden könnte. – Durch Tagebuch über die eigenen Kinder erhalten Eltern auch Auskunft über sich selbst. Wer könnte besser als sie sich erinnern, welche Gefühle und Empfindungen sie bei jeder Eintragungen hatten? Außerdem kontrollieren sie, was sie eigentlich wollten und was sie sich bei bestimmten Maßnahmen oder Vorkehrungen gedacht hatten. „Warum kann das Kind Angst haben?“ Tagesereignisse sind dazu da, um überdacht zu werden,


[1]

Im Badischen Taggblatt (BT), Mittwoch, 11. November 1998

[2] Das und den folgenden Hinweis würde sich heute keine Zeitung mehr trauen.


6 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    Das sind tolle Anekdoten dabei, Super erklärt in einer schönen Bild Sprache.

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  2. Hilke sagt:

    Schön geschrieben!
    Zitat: „Das Schreckliche am Alptraum ist nicht sein beunruhigender Inhalt, sondern daß wir ihn nicht als Botschaft an unser Wachbewußtsein verstehen.“ Das ist bei allem Schrecklichen so, n.m. Erfahrung.

    Da fällt mir gerad ein:
    Vor Jahren, beim Babysitten: Der 4jährige, dem ich noch vorgelesen hatte (König der Löwen, mit den „schrecklichen“ Hyänen 🙂 ), hatte Angst vor „Drachen“ beim Lichtausmachen. Da kam ich auf eine Idee. Er und ich legten ein paar seiner Gummibärchen in einer Schale vor die Kinderzimmertür.
    Ich sagte, die Drachen fressen gerne Gummibärchen. Nun wurden sie gezählt und am nächsten Morgen konnte Julian sich selbst davon überzeugen, daß die Bärchen alle noch da waren 😉 Aber falls…. also falls doch mal… huhu ein Drache käme, dann wäre er mit Julian versöhnt. Dem Lütten gefiel das, er schlief jedenfalls ruhig und seine Mama fragte mich am nächsten Tag, „was in aller Welt sollten die Gummibärchen vor seiner Tür?“
    Es konnte aufgeklärt werden, kicher, und Muttern hat den Spielball aufgenommen.

    Ach ja, zum Bettnässen und co, was „vererbt“ werden kann sind die Resonanzen, die in einer Familie vorherrschen und die sich das Kind wohl zwecks weiterer (im besten Falle End-)bearbeitung darob ausgesucht hat. Meine Überzeugung. Denn laut dem Epigenetiker Bruce Lipton können Gene sich verändern, wenn die Zellhaut erkennt: Aha, Heilung/ Nährendes geschieht, da machen wir mal ganz schnell die Poren auf. Und der Zellkern die DNS, nimmt die Neuigkeiten frohlockend auf.
    Wie du sagst: Zitat „Wichtig ist nur, daß aus dem Bewußtseinsmaterial des Kindes selbst genug bekannt ist, um ihm da heraus zu helfen“

    Gefällt 2 Personen

  3. Hilke sagt:

    Wahrscheinlich alt bekannt, aber et passt in die Kinderreihe:

    „Eure Kinder sind nicht eure Kinder
    sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.“

    (Khalil Gibran)

    Gefällt 1 Person

  4. Thom Ram sagt:

    Hilke 22:50

    Richtig.
    Ich bin in diesem meinem Leben oberdankbar, dass ich nie, never, durch meine Kinder meinte mein persoenliches Glueck aufbessern zu koennen. Meine Eltern waren eben so. Ich haette Schreiner oder was auch immer werden koennen, es waere ok gewesen.
    Mein Vermieter, das war 1992, der hatte ein Soehnchen in der dritten Klasse. Der Mann war ein guter Mann, indes….er sagte mir, dass er seinem Soehnchen eine Ameise (1000Frankennote) versprochen habe, wenn es, das Soehnchen im Zeugnis 5,5 (6 beste Note) erreichen wuerde. Vanity of Vanities.

    Unter welch Trauma leben Menschen, welche selber zu wachsen koennen hoffen, indem ihre Kinder erfolgreich, wie auch immer erfolgreich sind.

    Gefällt 1 Person

  5. Hilke sagt:

    Das Belohnen für gute Noten (leider nicht auf der Orgel, auf der wärn se gut aufgehoben) ist weitverbreitetes Sinnen. So lehrt man die Kinder das Sklavensein, Lernen nicht für sich selbst, sondern für Brot und Spiele.
    Ich wollte erst Friseurin werden, mein Vater „da fummelst du den Leuten auf dem Kopf herum!“. Ich lernte dann Krankenschwester und fummelte den Leuten…. naja 😉
    Aber hauptsache irgendwas gelernt war die Devise, mit se selbstständig wird. Und se wurde. Mehr oder weniger 🙂

    Gefällt 1 Person

  6. eckehardnyk sagt:

    Mit Belohnungen und Strafreizen werden Dressuren zum Trüffel- oder Rettungshund erzeugt. Wenn das im Rahmen bleibt, können „d’Chind“ davon profitieren, wie auch Kunststückchen trainieren. „Belohnung“ fürs wahre Menschseinkönnen gibt es nur im freien Blick auf Wolke sieben (oder Olymp), wo jeder Mensch „guten Willens “ das sittlich Gute lesen kann.

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