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Ein Tag mit Dr. Depre

(Ludwig der Träumer) Was macht Ludwig, wenn der Tag so richtig quer beginnt und noch mieser verläuft, alles schief geht und die ganze Welt ihm zuwiderhandelt? Anstelle aus sich herauszugehen – positiv zu denken und sich in Glückseligkeit zu suhlen, wie es ihn seine ESO-Gurus früher lehrten, zieht er sich zurück und pflegt sogar noch seine depressive Verstimmung. Er hat dafür eigene Strategien entwickelt, die jedem Guru und sogar Psychotherapeuten die Fußnägel hochrollen lassen. Er lebt diese Deprephase einfach aus – ja pflegt und verstärkt sie sogar mit allerlei trüben Gedanken. Hilfreich für ihn als Leseratte dafür ist immer Literatur, die noch mehr runterzieht. Fernsehen und Mainstreammedien scheiden dafür aus. Deren IQ-Quotient liegt bei 17,50 verteilt auf einen Monat in €. Das reicht nicht einmal mehr um ein Bauerntheater  zu beglücken oder die Mundwinkel runterzuziehen.

Da muß also schon mehr hehr um die Depre zu pflegen. Was liegt näher, sich den großen Poeten zu bedienen, wie z. Bp. meinen Lieblingspoet Hermann Hesse mit seinem Gedicht:

Abend mit Doktor Ling

Das Leben ist darum so beschissen,
Weil wir doch alle sterben müssen,
Es lohnt sich nicht recht etwas anzufangen,
Alles Schöne und Gute ist ja so schnell vergangen.
Das beste, um die Menschheit erfreulicher zu gestalten,
Wäre, sie zehn Minuten unter Wasser zu halten.
Indessen tun wir dieses heute nicht,
Schon weil es uns an Wasser gebricht.
Trinken wir lieber einen Liter Wein
Und unterhalten uns mit Doktor Ling
Über unsere gegenseitigen Depressionen,
Das wird das klügste sein,
Und fressen wir eine Leber mit grünen Bohnen
Oder einen gebratenen Schmetterling.
Was hilft des Ruhmes Lorbeerkranz,
Sind keine roten Äpfel dran?
Was nützt mir der schönste Schwanz,
wenn ich damit nicht wedeln kann?
Nein, wir wollen noch einen Liter saufen
Und uns eine Brissago kaufen,
Mehr bietet dieses dumme Leben nicht.
Und dann bauen wir aus unseren Depressionen
Ein Haus, um darin zu wohnen,
Indessen uns die Nachtwelt Kränze flicht.
Dort sitzen wir auf unsern Ärschen
Und bilden uns ein, die Welt zu beherrschen.

Dank an makieken für diesen Fund in Postkasten 14. Ich bildete mir ein, Hesses Gedichte zu kennen. Das war mir fremd. Ob das Gedicht wirklich von Hesse ist? Seis drum, es ist gut. Nachdem ich in der Schule bis zur 10. der Schreibschwäche beschuldigt wurde – wohl weil ich schon immer Mist schreib, so änderte ich meine Strategie in der 11. Unter jeden Aufsatz folgte ein erfundenes Goethe-Zitat. Der Deutschlehrer fragte nie nach ob die Quelle stimmt, (Goethe) genügte. Das war die Retourkutsche. Der hätte nie zugegeben, daß er dieses Zitat nicht kennt. Schade, daß ich die heute nicht mehr parat habe. Die waren nur von Albernheiten gespickt – aber Goethe. Du kannst heute jeden noch so großen Dreck schreiben. Wenn das Vor- oder Nachwort von einem „Promi“ kommt, ist dein Geschreibsel hype.

Ernst beiseite. Ist nicht das Thema heute. Was denkt die bb-Gemeinde darüber, nicht gegen eine depressive Stimmung mit aller Gewalt zu opponieren – vor allem nicht Psychopharmaka, sondern der noch einen richtigen Drall mitzugeben?  Ich hatte dieses Vergnügen mit mir selbst ab und zu. Am nächsten Morgen war der Spuk meistens vorbei.

„Sie haben eine Krankheit, die leider Mode ist und der man jeden Tag bei intelligenteren Menschen begegnet. Die Ärzte wissen natürlich nichts davon. Es ist mit moral insanity verwandt und könnte auch Individualismus oder eingebildete Einsamkeit genannt werden. Die modernen Bücher sind voll davon. Es hat sich bei Ihnen die Einbildung eingeschlichen, Sie seien vereinsamt, kein Mensch gehe Sie etwas an und kein Mensch verstehe Sie. Ist es nicht so?“
„Ungefähr, ja“, gab ich verwundert zurück.
„Sehen Sie. Für den, der die Krankheit einmal hat, genügen ein paar Enttäuschungen, um ihn glauben zu machen, es gebe zwischen ihm und anderen Menschen überhaupt keine Beziehungen, höchstens Mißverständnisse, und es wandle eigentlich jeder Mensch in absoluter Einsamkeit, könne sich den anderen nie recht verständlich machen und nichts mit ihnen teilen und gemeinsam haben. Es kommt auch vor, daß solche Kranke hochmütig werden und alle anderen Gesunden, die einander noch verstehen und lieben können, für Herdenvieh halten. Wenn diese Krankheit allgemein würde, müßte die Menschheit aussterben. Aber sie ist nur in Mitteleuropa und nur in den höheren Ständen zu treffen. Bei jungen Leuten ist sie heilbar, sie gehört sogar schon zu den unumgänglichen Entwicklungskrankheiten der Jugend.“ (Hermann Hesse, Gertrud)


13 Kommentare

  1. petravonhaldem sagt:

    Tja, das ist so ne Sache mit dem beginnenden ** In die wie Du EL**- Werden.

    Entweder ist/hat der Mensch einen eigenen Planeten/Stern ————-> der kleine Prinz…,
    dann ist der Mensch ein Sam‘ resp. All Ein
    ODER

    es geht Richtung Kollekte…ähhhh Kollektief

    Bei Ersterem besteht die Möglichkeit des Zusammenschlusses mit anderen ein Samen zu einem Sternbild oder sowas……

    Depri ist nur angesagt, wenn wir beginnen ins Kollektief zu rutschen, weil wir kurzfristig was vergessen hatten …..das mit dem In die wie Du EL

    Ludwich, kannst Du das nachvollziehen oder ist diese Ausführung zu abgedreht?

    Deine Handlungsweise bei Scheixxtagen oder Depri-Anrollkommando sieht aus als erinnertest Du den was auch immer wie der kleine Prinz 🙂

    Schöner Beitrag, danke, obwohl noch gar nicht November 🙂 🙂 🙂

    Gefällt 3 Personen

  2. Reiner Ernst sagt:

    (…) Was denkt die bb-Gemeinde darüber, nicht gegen eine depressive Stimmung mit aller Gewalt zu opponieren – vor allem nicht Psychopharmaka, sondern der noch einen richtigen Drall mitzugeben? Ich hatte dieses Vergnügen mit mir selbst ab und zu. Am nächsten Morgen war der Spuk meistens vorbei.

    Manchmal – es überkommt mich vielleicht monatlich einmal spät am Abend – öffne ich den CD-Schrank und hole mir die „Roary Sixties“ raus. Pro Jahr ca. 100 Hits = Eintausend! Den Verstärker auf maximal erlaubte Lautstärke – und bei (fast) jedem Hit sing ich (inzwischen) mit! Dazu logischerweise ein paar Viertele Wein – und die Welt ist (wieder) schön!
    Unglaublich, wie mich damals die Songs „mitgerissen“, in eine eigene Welt transportiert haben, obwohl ich die englischen Texte überhaupt nicht verstand! Allein die Musik hat mich in andere Sphären transportiert – und das funktioniert bis heute (leider mit einer etwas höheren Dosis des Rauschmittels).

    Es ist die Musik allein, die beeinflusst!
    Ich weiß, dies erlebt nicht jede/r gleich. Aber für mich war damals beispw. die Musik der BeeGees der absolute Katalysator.
    WORLD – WORDS – MORNING OF MY LIFE . . .

    Verstehn die wenigsten – aber für mich passt’s! Ein paar Tränen – manchmal auch mehr – und am Morgen ist die Welt wieder weitgehend in Ordnung – „ertragbar“!
    GUTE NACHT FREUNDE!

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  3. jpr65 sagt:

    „Am nächsten Morgen war der Spuk meistens vorbei.“

    Sei froh Ludwig, denn wer starke Depressionen hat, für den ist es monatelang nicht vorbei.

    Zweites Hesse-Zitat:

    Und die „Modekrankheit der Vereinsamung“, das sind Aufwachsymptome. Man beachte die feine Ironie über die Sichtweise des noch schlafenden Arztes.

    Gefällt 1 Person

  4. Vollidiot sagt:

    Wer Stirner gelesen hat weiß, daß Parteien einen direkten Einfluß auf Krankheiten haben.
    Sie lassen Koronargefäße verengen, erkennbar an puterroten Köpfen.
    Hypertonie korreliert stark mit Verbalismen.
    Darmerkrankungen incl. Darmblutungen nehmen zu mit der zeitlichen Dauer des Einflusses – dazu auch mit der Intensität der Exposition.
    Depressionen und Ängste haben einen direkten Zusammenhang.
    Die Todesrate ist überdurchschnittlich.
    Schlimm sind auch die verkrüppelnden Auswirkungen auf seeliche Prozesse und damit auch soziale Verwerfungen.

    Daraus kann, bei Bewußtmachung dieser Zusammenhänge, ein Heilungsprozeß in Gang gesetzt werden.
    Auch hier kann man bei Stirner fündig werden.
    Besinnung auf seine seelischen Qualitäten und deren konstruktive Grundsubstanz, keine Selbstverringerung durch Delegierung von Verantwortlichkeiten (Infantilisierung), die Erkenntnis, daß der Mitmensch Hilfsangebote in Fülle bereithält (allerdings stark reduziert in konkurrenzpredigenden Systemen, wie heuer). daß die Zeit ein Angebot der Ruhe und des Glückes bereithält.

    Man hat dem Zeitgenossen viel Krankes ins Hirn gepresst, darunter das Verbrechen der Kirchen, es bestünde nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung.
    Das wäre dann das Thema: Die Zeit als Mittel der Manipulation und Weg in die Freiheit

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  5. Thom Ram sagt:

    Kenn‘ ick ooch.
    Wenn s mir so oberbeschissn geht, ich mich öde blöde fühle, nichtsnutz, angekackt, gewürzt mit Traurigkeit und Verlorenheit, kommt es vor, dass ich mich extra noch runterschraube. Vor 20 Jahren zog ich mir in Zürich zwei unterirdisch schlechte Horrorfilme rein. Heute genügt es, wenn ich auf Duröhre gehe und dortens zuschaue, wie schlange würgt und frisst, auch Schlange gegen Schlange ist nicht schlecht. Einfach Kampf, um nicht gefressen zu werden, Kampf, um zu fressen, möglichst grausam und grauslich.
    Es hilft mir nicht. Die Zeit, bis ich wieder wohlauf mich frei und ausgewogen fühle, verkürzt das nicht. Es verlängert sie. Und doch kömmet es vor, dass ich diesen für mich untauglichen Weg wähle, gelegentlich. Ich meine, ich tue es in einem Moment mangelnder Selbstliebe.

    Mein Königsweg ist, wenn es mir gelingt, den ersten von Dir, Ludwig, beschriebenen Teil zu vollziehen, ohne den Zweiten Teil: Jeden Widerstand aufgeben. Ganz und gar in die Unlust hineingehen, sie erfühlen. Wo im Körper steckt sie. Hineinatmen, hineingehen, mich umschauen. Was kommt da alles? Ohne Absicht, etwas ändern zu wollen, jedoch mit Absicht, das grad das Feld Beherrschende gänzlich zu, ja, zu was? Zu erfühlen, auch wenn es während des Vorganges saumässig schwer ist.
    Es setzt Hingabe an mich selber voraus, Vertrauen in mich selber, dass ich im Grunde genau so wie ich bin in Ordnung bin.

    Es kommt vor, dass ich einen anderen Weg beschreite. Bestimmte Art von Musik. Erhabenheit muss darin enthalten sein, ohne Erhabenheit gibts vielleicht zusätzlichen Emotionsbrei – den kann ich nicht gebrauchen. Erhabenheit finde ich in einzelnen Sätzen von Bachoratorien (Eingangschor zur h moll Messe), Bruckner, Clara Schumann, Fanny Hensel. Worum geht es? Es geht um Lösung. Lösen. Keineswegs um Beseitigen geht es. Doch es geht darum, das Ungemach von all meinen innewohnenden Programmen abzukoppeln. Danach ist es noch da, aber es belastet mich null nicht mehr. Man nennt das „lösen“.

    Wir hatten einen der ehelichen Streits, die mir jeweils bis ins Mark gingen, mich zur wahrhaftigen Raserei brachten, und es war bereits nachts um drei, und in drei Stunden müsste ich aufstehen, ab inn Stollen (Schule).
    Ich ging runter und legte mir das Brahms Requiem auf. In der Arie „Ihr habt nun Traurigkeit, doch grosser Trost wird euch zuteil“ (kriegs wörtlich grad nicht hin), und in „zu der Zeit der letzten Posaune“ geschah es. In jenem Alter 20-30 weinte ich nie. Nicht, weil ich nicht weinen wollte, sondern weil keine Träne kam. Und in jener Nacht die Botschaft von Brahmsens Genie (viiel weniger die Worte denn die musikalische Sprache) liess mich heulen. Als ich ausgeheult hatte, war ich gesundet.

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  6. Vollidiot sagt:

    Thom

    „Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“
    Und:
    „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Wir werden nicht alle einschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden und dasselbige in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune.
    Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.
    Dann wird erfüllet werden das Wort das geschrieben steht. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod wo ist dein Stachel! Hölle wo ist Dein Sieg!“

    Es ist nicht nur die Musik, auch wenn Worte nicht verstanden werden haben sie ihre Kraft.
    Und die Wirkung des Gemeinsamen tut – in diesem Falle gut.
    Das Verstehen verborgenen Wissens, das in diesen Worten schlummert, kann noch mehr Heilung bewirken.
    Das dann ohne Musik schon – aber mit Musik wirkt es dann noch tiefer.

    Wie im Kopf es die Blut-Hirn-Schranke gibt so gibt es die Geistwort-Erdwort-Schranke.
    Es geht hier um Transformation und Zusammenwirkung von Blutversorgung und Funktionsfähigkeit eines Organes zur Geistigkeit.
    In diesem Sinn muß auch das Zusammenwirken im Verstehensprozeß ablaufen.

    Wer sich da auf totale Ablehnung einläßt, weil Indoktriniertes aus Kirchenlatein, dies absichtsvoll, den Blick auf die eigentlichen Bedeutungen verstellt, hat die Gelegenheit, zum Beispiel beim Requiem, sich durch die verstärkenden Wirkung von Musik, der eigentümlich guttuenden Wirkung solcher Worte einzulassen.
    Und – die Angst die da durchaus auftreten kann – zu überwinden.

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  7. Yoku sagt:

    Wenn ich kein Problem daraus mache, dass ich keine Lust auf gar nichts habe, dann ist depressiv sein für mich kein Problem mehr. Das war ein Lernprozess.

    Vom positiv denken habe ich mich nie einfangen lassen. In einer Welt wo Plausch zelebriert wird, sind solche Prozesse tabu. Dabei keimen Samen gerne im Dunkel der Erde, bis sie ans Tageslicht durchstossen.

    An solchen Tagen gibt es für mich ein Lieblingsmöbelstück, und das ist mein Bett.

    An solchen Tagen muss es dunkel sein für mich, und die Vorhänge bleiben auch bei schönstem Wetter gezogen.

    An solchen Tagen achte ich nicht auf gesunde Ernährung, sondern zapfe Notvorräte in Büchsen an, und verbiete meinem Gesund-Ego mir deswegen Schuldgefühle einreden zu wollen. Klappt prima.

    An solchen Tagen darf ich „sündigen“.

    An solchen Tagen wird niemandem die Türe geöffnet, und das Telefon wird mit bestem Gewissen ausgesteckt, und zwar so lange, bis ich die Nase voll davon habe.

    An solchen Tagen wasche ich mich nicht, sondern döse in Frieden mit der Depression.

    Mittlerweile lieb ich sie.

    Doch besucht sie mich früher häufig und heute kaum noch. Sie ist willkommen.

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  8. petravonhaldem sagt:

    @nur technisches……..nix zum Thema

    da will ich kurz spikkeln,
    wer meinem Kommentar oben ein „gefällt mir“ verpasst hat….
    und hupps…..gefällt mir mein Komm. selber……sähr lustich….wo muss ich denn da genau hintippeln?

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  9. Angela sagt:

    Wenn ich mal einen so richtigen Depri-Tag habe, an dem ich mich selbst nicht leiden kann und nicht vermag, mich zu irgendetwas aufzuraffen,…… gehe ich an meinen Bücherschrank und lese mich dort bei all den Weisen der Welt fest….

    Und siehe da, nach kurzer Zeit gerate ich in eine ganz andere Schwingung und LICHT strömt herein :

    Sorge dich zuerst um das Allerwichtigste; das weniger Wichtige wird für sich selber sorgen. In einem dunklen Zimmer wirst du nicht mit aufräumen beginnen. Du wirst zuerst die Fenster öffnen und Licht hereinlassen. Mit Licht gelingt alles viel leichter.
    Nisargadatta Maharaj, Ein indischer Mystiker des 2O. Jahrhhunderts.

    LG von A n g e l a

    Ein sehr zu empfehlender Blog für den, der weise Zitate mag : http://www.zenartblog.com/

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  10. mayaste sagt:

    Ich denke, wir haben alle diese Hoch-Tief-Phasen bzw. wechselnde Stimmungen. Behandlungsbedürftig werden sie, wenn sie nicht nach ein paar Tagen vorübergehen.
    Früher hatte ich in der Regel 😉 alle 4 Wochen eine starke depressive Verstimmung, heute nur noch ab und zu.
    Ich kann mich in depressiver Stimmung auf nichts wirklich konzentrieren, kann nur aushalten, Raum geben bis „der Spuk vorbei ist“ …
    ich weiß, dass nichts so bleibt, wie es ist, das hilft mir. Wer das Tief durchlebt hat, kann das Hoch wahrnehmen.
    Aber was ist das Ziel? Gleichmut?
    Habe mich schon oft gefragt, ob wir es aushalten könnten, wenn alles nur schön wäre…

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  11. Ishani Diana sagt:

    Nach meinem Empfinden, ist eine Depression, die Abwesenheit von Liebe.
    Was würde die Liebe tun?
    Die Liebe würde dich wieder in die Mitte bringen, in dem du dir was Gutes Tust.
    Machmal ist es notwendig, sich abermals, voll in`s Geschehen zu stürzen, und alles nochmal zu durchleben, um sich einzugestehen, das….

    Solange noch Emotionen auf ein bestimmtes Thema, da sind, frag dich ob es deine Emotionen sind, wenn ja, so suche die Wurzel.
    Wann hast du begonnen, dich zu dem Thema so zu verhalten und warum….
    Was würde die Liebe tun?
    Sie würde dich so annehmen wie du bist, und das in jedem Moment deines Lebens. Liebe ist der Flügel der Quelle, der dich liebevoll umflügelt und dir in`s Ohr flüstert, das du perfekt bist, und du deine Arbeit hier auf Erden exakt ausgeführt hast, einfach in dem du Bist 🙂

    Wenn die Menschheit begriffen hat, dass jede Seele ein Teil des Ganzen ist, dann wird endlich Frieden sein.
    Ishani Diana

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  12. Hilke sagt:

    De-pression, für mich heißt das, der Druck / pressure geht, wie wenn mensch einen Dampfkochtopf öffnet. Ich glaube, daß es ein ausgleichender Faktor ist und aus dem intelligenten System kommt, welches wir sind. Insofern kann ich dir Ishani Diana nicht beipflichten, daß es „die Abwesenheit von Liebe“ ist. Für mich das genaue Gegenteil, nämlich Liebe.
    Es ist ein Aufruf zu „deep rest“. Für mich war diese Zeit genau das: eine Zeit der Kontemplation nach einer (sehr langen) Zeit des Druckes, den ich mir machte und machen ließ. Heute bin ich der Ansicht, wenn ich nicht genau zu dieser Zeit, ausgelöst durch meine selbst gewählte Job-Kündigung, in dieses tiefe Loch gefallen wäre (teils bin ich bewußt rein gesprungen nach dem Motto ich freß oder sterb), wäre ich heute nicht mehr verkörpert.
    Es war ein Bremsen aus einer Geschwindigkeit die ich nicht mehr aufrechterhalten konnte, da der Innendruck dies nicht mehr zuließ. Quasi vom ICE aus voller Fahrt mitten auf ner Strecke. Und es war meine Rettung. Ich starrte stundenlang vor mich hin, ging spazieren, aß wenig, las Bücher. Den Rest der Zeit des Tages zitterte ich vor Panikattacken, aber ich wußte innerlich, daß es heilend und nötig ist. Aber wenn mensch mittendrin steckt, weißt du ja nicht, ob es je wieder aufhört, das ist das Schwierigste. Du mußt vertrauen und gerade das war die Übung…

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  13. Yoku sagt:

    Hilke
    14/10/2018 um 01:01

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