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Neues aus dem Allgemeinen Anzeiger von Niedertrachtbach

(Ludwig der Träumer) Ein kleiner, bisher nicht einmal in der Alternativszene bekannter Verein aus fünf Mitglieder*Innen (vier ohne, eins mit #) hat das Unglaubliche geschafft – den Durchbruch in der Gleichstellung der Straßen- und Haustier-, sowie den Lebensmittelnamen. Er hat sich anfänglich unbemerkt in der einzigen ehemaligen Bäckerei eingemietet und war den Niedertrachtbachern von Anfang an etwas suspekt. Nunmehr scheinen sie in Niedertrachtbach angekommen zu sein. Der Allgemeine Anzeiger von Niedertrachtbach, die einzige in Europa noch unabhängige Zeitung recherchierte in dieser Sache.

Die Gleichstellungsbeauftragte Uschi-Arifa Schnurzeläcker-Abdullatif  des Vereins #Sodomiersoidir e. V. erklärte stolz dem Allgemeinen Anzeiger in Niedertrachtbach,  daß ihr Verein inzwischen politisch unabhängig, gemeinnützig anerkannt und klageberechtigt ist. Ludwig der rasende Reporter, durfte sie erst interviewen als er ihr versicherte, daß sein Grinsen nichts mit einer Abfälligkeit von Doppelnamen zu tun hat. Vielmehr ist es ein Lächeln über den Mut der  noch zu wenigen Frauen, die sich für das multikulturelle und transsexuelle Leben einsetzen. Schließlich will ja jeder mal irgendwie einlochen oder einlochen lassen. (Den letzten Satz hat Ludwig nur gedacht – ohne Grinsen)

L: Ich bedanke mich herzlich bei ihnen Frau Schnurzeläcker-Abdullatif, daß sie trotz ihrer vielfältigen Aufgaben sich Zeit genommen haben um den Niedertrachtbachern ihre Ziele zu erklären. Als erstes finde ich ihre Doppelnamen sehr interessant. Vielleicht trägt der etwas zum Verständnis ihrer Aktion bei? Nicht alle sind mit ihrer Aktion einverstanden. Befürchten sie da nicht rechtsradikale Angriffe? Ich darf sie doch Frau nennen?

S: Sie überfallen mich gleich mit mehreren Fangfragen. Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich bemühe mich bis zum Umfallen, um das künftige Miteinander friedlicher zu gestalten und sie kommen mit so’ner Scheiße und fragen ob ich Frau bin, nur weil ich einen Doppelname habe. Ich gehe jetzt. Das lasse ich mir nicht gefallen.

L: T’schuldigung. Bleiben sie bitte noch ein wenig. Wenn sie jetzt das Interview abbrechen, finden sie sicher keine Freunde und Sponsoren ihrer Organisation in Niedertrachtbach.

S: Es geht gar nicht um mich. Ich setze mich nur für die Vielfalt der Geschlechter ein, die bisher gnadenlos unterdrückt wurden. Es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, daß es 72 verschiedene Geschlechter gibt. Selbst Face Book hat das inzwischen akzeptiert. Es laufen auch schon Prozesse gegen Banken, die in der Anrede nur von Kunden reden. Die werden ganz schnell umdenken, wenn der europäische Gerichtshof urteilt, daß es dem Zeitgeist entspricht, 72 geschlechterkonforme Anreden im Anschreiben zu benutzen. Ich bin inzwischen Muslime. Habe aber auch da meine Probleme. Der Koran spricht von 72 Jungfrauen, die der sog. Mann im Jenseits erwartet. Dort gibt es jedoch für jedes Geschlecht den passenden Deckel, der das Loch schließt. Hardcore-Imame wollen das jedoch noch nicht wahrhaben. Ganz besonders setzen wir uns für die transsexuellen Muslime ein, die einen Anspruch auf ein artgerechtes Leben im Jenseits beanspruchen.

L: Danke, daß sie das Gespräch nicht beendeten. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei ihrem interessanten Namen. Wollen sie jetzt dazu etwas sagen?

S: Ich verzeihe es meinen Erziehungsberechtigten, vor allem der Elter 1 nie, daß sie mich Uschi nannte. Reiner Sexismus. Jeder Junge im Schulhof in der Pubertät machte Witze über mich. Ich sah deren Steilvorlage genau dabei. Besonders, wenn sie mich Muschi nannten. Erst als ich einen Jungen kennenlernte, der nix mit Muschi am Hut hatte, faßte ich dem Mut, ihn mit fünfzehn Jahren zu heiraten. Er gab mir den liebevollen Vornahmen Arifa, der so viel bedeutet, wie Bescheidenheit und Reinheit. Er respektierte meinen Nachnamen, den ich damals nicht ablegen wollte und stimmte meinem Doppelnamen zu. Ein wunderschöner Name, wie ich meine. Abdullatif heißt auf deutsch Knecht des Feinfühligen. Er ist so feinfühlig, daß er durch Heirat noch drei andere Frauen in seine Obhut nahm. Er sorgt fürstlich für uns vier Frauen, die ohne männlichen Sexismus untereinander ihre Freude im Irdischen haben. Manchmal ist er tagelang mit seinem Porsche unterwegs um das kötliche äh köstliche Halhalessen für uns zu besorgen. Einmal im Monat spricht er auch bei der Hartz4-Behörde vor und sagt denen, wo es lang geht. Was kann man mehr von so einem liebevollen Mann*In verlangen. Diese neuen westlichen Werte wollen wir mit unserem Verein weiter ausbauen.

L: Danke Abdullatif für ihre klaren Worte. Aber was hat das mit den Straßen- und Haustier-, sowie den Lebensmittelnamen zu tun?

S: Alles. Und ich sagen nochmal, wir müssen das Übel an der Wurzel packen. Das geht zurück bis zum sexistischen Werk eines Konrad Duden. Forscher aus Amerika haben herausgefunden, daß 57,3 % der Substanzentifs  oder so einen sog. männlichen Artikel wie „der“ haben. Einfach ekelhaft und frauenfeindlich.

L: Aha, verstehe. Im Falle eines Phallus sollte der Duden umgeschrieben werden – also die Phallus?

S: Dieses Schweinewort gehört sofort eliminierasiert. Ich lasse mich nicht mehr sexuell diskriminarisieren. Übrigens, haben wir eine Klage gegen die Glocken in der Pfarrkirche in Niedertrachtbach beim internationalen Gerichtshof für Gendergerechtigkeit eingereicht. Eine Sauerei ohnegleichen ist die Assozialzon. Die ewig gestrigen Männer denken bei Glocken nur an Sex. Dem müssen wir uns mit allen Mitteln der Weiblichkeit entgegenstellen. Der Bürgermeister und der Gemeinderat stehen voll hinter uns. Nicht nur die, sondern auch der Papst steht inzwischen hinter uns. Er ist der Ansicht, daß er keine Glocken braucht um Gottes Botschaft zu verkünden. Übrigens konnten wir auch die DUH – die deutsche Unworthilfe für unser Anliegen gewinnen.

L: Liebe Frau Uschi-Arifa Schnurzeläcker-Abdullatif , als gestandener Mann verstehe ich selbstverständlich ihr Anliegen und ihre Wut auf diese Ungerechtigkeit in dieser Welt. Ihr Anliegen schützt letztendlich auch den Mann vor seiner Reproduktion. Damit ist auch ihm gedient. An ihrer Stelle würde ich auch gegen den Sexismus kämpfen. Ich wünsche ihnen viel Glück und ein pralles Spendenkonto durch die Niedertrachtbacher für ihren weiteren Kampf. Die werden ihn sicher zu schätzen wissen. Eine letzte Frage noch: Was sind ihre nächsten Pläne?

S: Es ist zwar noch geheim, aber so viel kann ich schon verraten. Ab diesem Sommer*In bin ich für einen Lehrstuhl an der Uni Leipzig und Berlin für gendergerechte Aufarbeitung des transsexuellen Holocaust durch Konrad Duden zuständig.

L: Herzlichen Dank für das Interview. Damit erübrigt sich meine vorläufige Frage zum Rassismus des Konrad Dudens. Mögen sie ihren Beitrag leisten, damit so was nie mehr vorkommt. Die Vielfalt der Geschlechter darf nie mehr unterdrückt werden. Besonders in Anbetracht des Lebens nach diesen irdischen. Die Niedertrachtbacher werden es ihnen danken. Sie sind bunt und mit ihnen.


4 Kommentare

  1. ALTRUIST sagt:

    Ludwig der Träumer

    Unglaublich , was Du berichtest .

    Hier , wo ich zur Zeit bin gibt es keine 72 verschiedene Geschlechter .

    Es gibt davon zwei, sowie Vater , Mutter und Kind .

    Meine Kontakte nach Weissrusland , Polen , Ungarn und oestlich davon, bestaetigen meine Erkenntnis .

    Nun muss ich mal ernsthaft fragen , wo wohnst Du ? oder hattest Du nur einen schlechten Traum ?

    Am Sonntag muss ich unbedingt zur MorgenMesse in die Kirche um meinem Pfarrer befragen , ob er dazu mehr weiss .

    Gegebenfalls kann ich Dir abschliesend helfen .

    72 Geschlechter , mein Gott , was ist bei Euch los ?

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  2. thom ram sagt:

    Altrui

    Schwer enttäuschest du mich, ich stelle fest bei dir Denken in geschlossenem System.
    Unter der Hand habe ich Wind bekommen davon, dass LdT in enger Zusammenarbeit mit der dem das Nichtmänninnichtfrau*in Uschi-Arifa Schnurzeläcker-Abdullatif Kurse in der altren Mühle plant, da Denkverstockten wie du endlich mal ihre Hirnis durchlüfet werden.

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  3. thom ram sagt:

    LdT

    Gute Ansätze, doch Mann, solltest du Wichtiges nicht unterschlagen, zum Beispiel die Tatsache, dass dir derdiedas Nichtmänninnichtfrau*In Uschi-Arifa Schnurzeläcker-Abdullatif jedesmal die(dendas) Handtasche, im Wechsel mit (die)dem(das) Regenschirm*In übergezogen hat, wenn du sieihnes – denkbar plump – mit „Frau“ angesprochen hast.

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  4. Oh du armer Ludewig….mutiges Vorgehen von Dir ein Interview mit Frau Uschi-Arifa Schnurzeläcker-Abdullatif zu wagen.
    Sie ist ja bekannt dafür, dass ihre verbale Form des Öfteren zu wünschen ubrig lässt, vor allem wenn sie es mit dem Manne zu tun hat.

    Wünsche weitere gute Gespräche mit der Frau und hoffentlich konstruktive Ergebnisse und Berichte aus der punten gejänderten Kunstwelt.

    Wo liegt eigentlich Niedertrachtbach ?
    Gibt es dort das gute Ludwig Bräu ?
    Dann könnte man ja das nächste mal mit Frau Uschi-Arifa Schnurzeläcker-Abdullatif ein Bierchen sich genehmigen, natürlich alloholfrei und halal 😉

    Danke für das herrliche Interview !

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