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Zurück aufs Land – ist das sinnvoll?

(Ludwig der Träumer) Ich habe mich in das Thema verbissen und möchte dazu hoffentlich bis Ende Februar einen Artikel veröffentlichen, der etwas Klarheit in diese Frage bringt. Schreibe ich etwas dazu und denke, das isses, so kommen mir am nächsten Tag Zweifel und es geht wieder fast von vorne los. Recherchen im I-Net und Gespräche über Erfahrungen anderer, die den Weg gewagt haben, sowie meine eigenen Erlebnisse, müssen da mit verarbeitet werden um eine einseitige, evtl. träumerische Sichtweise zu verhindern.

Heute war ich seit langen mal wieder in Karlsruhe. Also nicht einmal eine Großstadt. Nach den geschäftlichen Erledigungen war nur noch Flucht auf mein geliebtes Land angesagt.

Wie kann man sich so ein Leben zwischen Beton- und Glasburgen nur antun? Wo in früheren Zeiten noch Menschen ihr Auskommen im Handwerk – auch in der produktiven Herstellung von Gütern beschäftigt waren, wie im Eisenbahnreparaturwerk,  der badischen Maschinenfabrik oder in der Nähmaschinenfabrik Singer, nur noch Büro- und Verwaltungskomplexe. Die Menschen dort verschieben bloß noch Akten – sinnlos. Das frühere IWKA-Gelände stößt mir da besonders auf. Eine Maschinenfabrik, die – lassen wir die Produktion im Vorjahrhundert mal aus, hatte dem Städter gutes gebracht. Was kommt später. Heute ist auf dem Gelände die Landesbank, das Multiplex-Kino, die Bundesstaatsanwaltschaft, das ZKM (die vollständige Idiotie) und das Arbeitsamt mit der ‚Hertz4‘ Behörde. Will sagen, das was die Kriegsindustrie auf diesem Gelände nicht geschafft hat, schaffen die neuen Behörden- und Verwaltungsmenschen.

Was hat die Menschen bewegt, in die Stadt zu ziehen und ihr selbstbestimmtes Leben auf dem Land aufzugeben?

Was bewegt Unternehmen – besonders in der heutigen Zeit der Mobilität und der interaktiven Kommunikation innerhalb Sekunden, sich sündhaft teure Anwesen in der Stadt zu leisten? Da paßt doch inzwischen was nicht mehr. Oder geht es nur noch darum, das Rudel einzupferchen? Ist nur noch so Gewinn zu machen?

Wird der Mensch seine – zwar mühselige Freiheit wiedergewinnen, wenn er sich aufs Land zurückzieht? All diese Fragen müssen da beäugt werden. Eine vlt. zu große Aufgabe für mich. Aber ich gehe sie an.

Dazu möchte ich die bb-Leser einladen, ihre konstruktiven Gedanken dazu einzubringen. Die werde ich sicher im Artikel würdigen.

Ich habe diese Ankündigung auch aus dem Grund geschrieben, damit ich an diesem Thema dranbleibe, das mich schon lange pfupfert.

Zur Einleitung ein Gedanke eines Zeitgenossen zum Landleben um den Humor nicht zu vergessen.

Laßts euch gut gehen liebe Leuts. Solange wir hier sind, ist noch nichts verloren.


26 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. Das Video ist ja göttlich…ich liebe den plattdütschen Schnack 🙂

    Nun zum Thema.
    Ich war vor kurzem im Nordschwarzwald in Unterlengenhardt, ein kleines idyllisches Dörfchen mit vielen anthroposophischen Einwohnern, die einzigen Läden ein kleiner Bioladen und ein Hofladen oben auf den Feldern.
    Auch wenn man nicht sich dagegen wehren kann, dass schon frühmorgens die Geoengineering Bomber fleissig am Werkeln sind.

    Aber, es gibt dort eine himmlische Ruhe, die unbeschreiblich ist, wo ich merke dass meine Seele auftankt.

    Als ich in FRankfurt wieder gelandet bin, ich mich durch die Menschenmenge gewühlt habe, keiner der Fahrkartenautomaten funktionierte da neues update gewesen, ich von einem zum anderen hechtete, da Schwarzfahren ja verboten ist……war ich irgendwann sowas von genervt, dass ich vollkommen neben der Spur war.

    Glücklicherweise hatte ich einen lieben, beruhigenden Menschen an meiner Seite, der einen klaren Kopf behalten hat und mich dadurch larvierte……

    Mir war einfach Alles zuviel, konnte die Unruhe, die gestressten Menschen, diese unzufriedenen Gesichter einfach nicht ertragen……

    Kann Dich also gut verstehen Ludwig.

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  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  4. jpr65 sagt:

    Es gibt nicht mehr viele Firmen, die irgendwo in kleineren Städten und Gemeinden forschen und entwickeln. Die mit der guten Ausbildung werden alle in die großen Zentren gelockt, weil es dort mehr zu verdienen gibt. Das Land soll „blutarm“ werden. Der Osten wurde auch „geleert“. Denn in den Städten hat man sie besser unter Kontrolle. Versorgt sie dort mit gutbezahlten, aber sinnfreien Jobs. Versicherungen, Banken, Verwaltungen, Krankenkassen, Anwaltskanzleien, Buchhaltungen… Wozu braucht man die eigentlich?

    Lebensmittel, Kleidung (Import!) und Wohnraum. Das sind mal die Grundbedürfnisse. Aber wird das honoriert?

    Die Bauern verdienen schlecht, die da auf dem Feld arbeiten müssen, gar nix. Aber nur, weil sie sich den Konzernen unterwerfen. Es ginge ja auch anders. Aber bald weiß keiner mehr, wie. Und das ist das Ziel.

    Und dann das Gewusel in der Großstadt, da kommt man nicht zur Ruhe. Will man ja auch gar nicht. Bis man mal woanders wohnt, wo es ruhiger ist und man sich besser fühlt. Da könnte man ins Grübeln kommen.

    Leider sind auch in den kleineren Gemeinden die Menschen oft sehr zerstritten. Wenn sie das nicht wären, dann aber! Gemeinden könnten heutzutage sehr unabhängig sein, wenn sie wollten, auf dem Land. Und das wollen die Lenker in D nicht, und nicht nur hier… Deshalb regelt die EU jede größere Brücke über einen Bach. Damit das aufhört mit der Unabhängigkeit.

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  5. haluise sagt:

    dort braucht man diese bekleidung nicht … oder doch ?

    Nach „Merkel Sperren“ nun „Merkel-Shorts“ mit Alarmfunktion! Sirene ertönt bei Heruntereissen

    https://dieunbestechlichen.com/2018/01/nach-merkel-sperren-nun-merkel-shorts-mit-alarmfunktion-sirene-ertoent-bei-herruntereissen/

    dort wird die ALARM-funktion wahrscheoinlich besser gehört …

    dänk i, die luise

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  6. thom ram sagt:

    Mal wieder köstliche Gleichzeitigkeit. Grad gestern Abend begannen sich in meinem Hirni intensiver als bislang Gedankenwolken zu bilden, was die Entwickelung der Lebensgewohnheiten und Lebensziele der Balinesen betrifft. Dabei war Land- und Stadtleben einer der zentralen Bezugspunkte.

    Entscheidend ist die Absicht. Will ich sein und dabei so viel haben, wie ich wirklich brauche, oder will ich haben und mein Sein im Dienste des Raffens auf der Strecke verlieren?

    Meine Gedankenwolken wuseln noch. Auch von meiner Seite wird etwas zum Thema kömmen.

    Deine Anmoderation, Ludwig, ist saugut.

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  7. Texmex sagt:

    Wer auf dem Lande lebt, weiss, was er hat.
    Da muss man nicht viel schreiben.
    Ich bin mit meiner Familie grad in Europa, im Liechtenstein eine Oase der Ruhe,
    im Südtirol auch, in Dütschland waren wir in der Pfalz, ein für mich trauriger Höhepunkt.
    Samstag früh in der Innenstadt von Ludwigshafen – leer – und die paar Leute, die unterwegs waren- keine Dütschen.
    Nannte sich früher Totentanz. Und heute?

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  8. Besucherin sagt:

    Ich sehe die Großwetterlage so, dass nächstes Jahr der große Raubzug umgesetzt wird, da werden bei der EIB über 10 Billionen(!) fällig, und die Boston consulting group hat das Szenario schon in der Schublade: haircut für die ganze Welt. Von jedem soll ein bestimmter % Satz einkassiert werden, Immos belastet,usw.
    Auch die Beschlagnahme von Bauernhöfen soll möglich sein,der Originalartikel ist leider weg
    http://www.bauerwilli.com/bauernhoefe-beschlagnahmen/

    Nicht nur deshalb überlege ich aktuell, alles zu verkaufen, und mich ins Ausland zu verkrümeln, und mich offiziell auf Weltreise zu begeben.

    Ich war immer überzeugt, dass es sich für die Babyboomer Generation nicht ausgehen wird mit der Alterssicherung, aber es scheint mir derzeit auch nicht ratsam, offizielles Vermögen zu haben, auf das zugegriffen werden kann.

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  9. Texmex sagt:

    @ Besucherin
    Man kann einem nackten Mann zwar in die Tasche greifen, wird aber nicht viel rausholen.
    Nehme ich mal an. Volli wird mir zwar erklären, dass der JC von der sunshine-Band das hingekriegt hat,
    aber ich bin Ungläubiger.
    Ob es noch ein ganzes Jahr verhebt, wage ich auch zu bezweifeln.
    Dort, wo aus JENER Sicht, was zu holen ist, werden sie`s probieren.
    Wird spannend.

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  10. Angela sagt:

    Heißt es nicht : „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ ? “ HERZ, “ nicht Bewahrung des Vermögens. Es gibt meiner Ansicht nach ohnehin nichts zu vermeiden. Was geschehen will, geschieht. Wohl dem, der seinen Schatz im Inneren sucht.

    LG von A n g e l a

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  11. Besucherin sagt:

    Texmex

    Ich bin da nicht so sicher, obTrump ihnen das durchgehen läßt. Mit seiner Executive Order gegen Menschenhandel und Korruption könnte er im Saudi – style zugreifen, und trauen tut er sich das offenbar.

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  12. Bettina sagt:

    Ich selber bin ja das absolute Landei (hatte früher mal einen Freund aus der Großstadt Schwäbisch Hall, der hat das immer zu mir gesagt ,;) ) und wenn ich nur ein paar Stunden Stadtluft in Heilbronn etct. schnuppere, brauche ich danach Tage um mich wieder zu regenerieren.

    Gestern musste ich auf die Bank, denn nur Bares ist Wahres, da fühlte ich mich gar nicht mehr zuhause.
    Wir sind ja echt ein Dorf wo sich irgendwie jeder und die Menschen seither einschätzbar waren, das hat sich die letzten zwei Jahren gewandelt in ein seltsames Konstrukt.
    Unterwegs traf ich 7 Syrer, 3 sehr Dunkelhäutige, 4 sonstige Ausländer nicht zuzuordnen und sage und schreibe 2 Einheimische Personen.
    Was mir aber ganz arg auffällt und mich recht positiv stimmt ist, dass ich von den Einheimischen vermehrt gegrüßt werde. Fast wie freudig begrüßt, da fühlt man sich dann weniger fremd im eigenen Dorf.

    Im Einkaufsladen dann so wie meist seit zwei Jahren, waren drin: drei Einheimische (ohne die Verkäuferinnen) 2 Schwarzafrikaner, fünf Polen (die gab es sonst nur in spärlicher Anzahl), sechs Syrer und zwei Kinder mongolischen Ursprungs (die hab ich gleich angebabbelt und gefragt woher sie kommen), angeblich aus Afghanistan.

    meine Freundin sagte dazu, dass ich die sonstigen Einheimischen nicht sehen konnte, weil die da alle auf der Arbeit sind.
    Aber ich habs ja auch schon versucht zur abendlichen Feierabendzeit, da sieht es aber auch nicht anders aus.

    Das ist auch Landleben hier im neuen Deutschland!

    Nun hab ich mich mal der Statistik auseinandergesetzt.
    in unserer Kleinstadt leben ca. 4.300 Personen, abzüglich der umliegenden Dörfer sind es in der Stadt nur 2860 Personen. Davon sind momentan 364 Ausländer beherbergt.
    In den umliegenden Dörfern ist es eher unwarscheinlich, dass dort sich Fremde ansiedeln oder untergebracht sind, also sind diese alle hier in der Stadt. Dadurch erkenne ich auch, dass ich es mir nicht zusammenspinne, dass wir da irgendwie überrollt wurden/werden.

    Das ist fast so wie im Hühnerstall:
    Wenn man neue Hühner einsetzen will, dann niemals bei Tag, die anderen Hühner im Gehege würden diese sofort totpicken. Man soll sie bei Nacht, einfach rein dazu, auf die Stangen setzen und es wird gar nichts passieren.

    Hier eine Tabelle unserer Landflucht vom Statistische Landesamt:
    Bevölkerung 2015 Anzahl
    Insgesamt 4.223
    Eckdaten zur Bevölkerung Anzahl
    Kinder unter 6 Jahren 192
    Kinder unter 7 Jahren 219
    Kinder/Jugendliche unter 18 672
    65jährige und ältere 853
    75jährige und ältere 477
    Frauen 2.078
    Ausländer 278
    unter 18 Jahren 33
    Lebendgeborene 36
    Geburtenüberschuss/-defizit −24
    Zugezogene 331
    Wanderungsgewinn/-verlust +70

    Leider ist es die aktuellste Tabelle und natürlich schon wieder völlig veraltet, die ersten ca. 90 Containerbewohner kamen ja erst im Frühjahr 2016.
    Seitdem gabs da hin und weg und in Wohnungen setzen, ein Chaos pur.
    Nirgends sind genaue Zahlen zu erkunden, die örtliche Flüchtlingshilfe hüllt sich in Schweigen.

    Lustig finde ich, dass dort in der Statistik nur die Anzahl der Frauen aufgeführt wird und keine Anzahl der Männer! 🙂

    Und wenn ich dann mit diesen Zahlen einfach nur Rechne:
    Kinder unter 18 J. 1383
    Rentner 1330
    Erwerbsfähige 1510
    = das System muss kollabieren, unweigerlich.

    Gesehen habe ich gestern, dass eine Großfamilie sogar ins ehemalige NSDAP-Partei-Büro einquartiert wurde. 🙂

    Das ist mein Erfahrungsbericht gerade aktuell von der Front.

    Von da, wo die Welt mal in Ordnung war.
    Von da, wo der erste Gastarbeiter, der Luigi ein Mofa geschenkt bekam, worauf er stolz durchs Dorf geprettert ist, von da wo der Luigi jeden Abend in der Dorfkneipe den Leuten Italienisch beigebracht hat.
    Von da wo heute die Kinder des Luigis keine Verbindungen mehr zu seinem Heimatland haben, alle sind sie mit Einheimischen verheiratet. Das Haus, das Luigi dort in Italien gebaut hatte, von dem hart Ersparten, musste letztes Jahr abgerissen werden, es ist zusammengefallen, es war seit 20 Jahren keiner mehr dort.

    Was ist Heimat?
    Dazu hab ich neulich ein wunderschönes Video ins Postkästchen geworfen.
    Was ist Sesshaft?
    Ist es jetzt eine Haft, so, wie wenn man eingesperrt ist, oder doch nicht eher, als Haft, zu sehen als Bäb (Kleber), sicher fest verankert zu sein, seinen Platz zu haben, sich sicher zu fühlen?

    Wenn man sich ein wenig mit Konrad Lorenz und seinen Einschätzungen des Stadtlebens und dessen psychische Auswirkungen auf die Menschheit befasst hat, wird man erahnen können, dass das kranke System auch in jeder einstigen Idylle eingeführt werden soll.

    Da geht es einzig darum, die Bodenständigkeit, das Selbstbewusstsein, die Gemeinschaft zu nehmen, den Menschen zu verunsichern und Angst zu verbreiten,
    „Also mal wieder Teile und Herrsche!“

    Alles liebe Euch, egal wo ihr in Liebe verankert seit
    Bettina

    Gefällt 2 Personen

  13. jpr65 sagt:

    Bettina
    01/02/2018 um 21:02

    Nö, das System muss nicht kollabieren. Weil die Produktivität dessen, was wirklich gebraucht wird, sehr hoch ist. Das könnte man mit 25% der aktuellen Arbeitsleistung locker erwirtschaften. Wenn man dann noch bedenkt, dass weit mehr als die Hälfte der Steuern an die Banken gehen, dann sieht es eigentlich gar nicht so schlecht aus. Bis auf die Geburtenrate, die ist zu niedrig…

    Gefällt mir

  14. Texmex sagt:

    @ Bettina

    Noch mal Deine Bemerkung zur Enteignung von Bauern…

    Der Mann hat mich überrascht. Ich hatte rein durch Reiner zu Fall ein sehr interessantes Gespräch am Abend. Zum Thema.

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  15. Vollidiot sagt:

    Entfremdung.
    Von der Natur.
    Vom szialen Verbund.
    Reizmaximierung.
    Denkminimierung.
    Emotionalisierung.
    Manipulation.
    Konditionierung.
    Abmenschung, oder
    klarer – Vertierung

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  16. vintage sagt:

    haha
    ich wollte auch gerade den prof. otterpohl einwerfen
    hatte dieses gespräch letztens auch angehört.
    gute ansätze, gute ideen
    daumen hoch

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  17. thom ram sagt:

    Texmex 07:50

    Danke für das Stein – Prof. Dr. Ralf Otterpohl – Video.
    So genial, der Mann.

    Gefällt mir

  18. miezekatz1234 sagt:

    2. Versuch!
    Grüß Gott, allerseits,

    zum Thema „Raus aufs Land“:
    wir Neu-Rentner fanden beim nächsten Oberzentrum und in dem reichen Industriestädtchen,. in dem unsere Kinder und Enkel leben, keine angemessene und bezahlbare Wohnung für die nächsten 20 Jahre. Ausser, wir hätten Schimmelpilze als Mitbewohner akzeptiert. So schauten wir uns auf dem Lande um, in einer Gegend, die bisher unter Bevölkerungsrückgang litt und fanden in einem kleinen, armen Städtchen etwas. Früher durch die Verhältnisse/Gesetzgebung finanziell ausgeblutet, war die Stadtkasse hoch verschuldet und bekrabbelt sich jetzt mit Hilfe von „Schlüsselzuweisungen“ = das ist der goldene Zügel, an dem man hier die Kommunen am Nasenring führt.

    Wir fanden ein Haus in einem 200 Seelen-Weiler, das genau unseren Vorstellungen entsprach, zu einem Preis, für den man keinen Mittelklasse-PKW kaufen kann. Zzgl. viel handwerkliche Eigenleistung und einen Bausparkredit ist es für Gesamtkosten von rund 1000 € pro m² ein schnuckelige Bleibe in unverbaubarer Lage an einer Flussaue, die unsere Kinder und Enkel jedenfalls später als Ferienhaus nutzen können. Das Haus bietet jede Menge Herausforderungen und Aufgaben, auch Platz für Vorratshaltung = „Prepper-Dasein“, Hobbies (u.a. Kosmetik und Hausmedizin ohne Chemie selbermachen) etc, was uns körperlich und geistig aktiv erhält. Im Dorf gibt es noch traditionellen Zusammenhalt, eine „Dorflinde“ in Gestalt der Metzgersfrau im Laden und gemeinsame, auch durchaus anspruchsvolle Veranstaltungen. Allerdings nur 2 ausländische Familien, die schon seit 10 Jahren hier leben. Den Bürgermeister kennt man persönlich und er kümmert sich auch persönlich.

    Im weiteren Umfeld haben wir schon mehrere unorthodoxe Gruppen von im weitesten Sinne vielseitig interessierten und aktiven Leuten gefunden, bei denen wir uns beteiligen. Kulturell ist in der Kreisstadt mit Theater und Konzerten einiges geboten und sogar in einem der Nachbardörfer gibt es eine hochklassige Fortbildungseinrichtung für Musiker/Meisterkurse, es gibt Badeorte in der Nähe, Kunstvereine, Museen, mehr Wanderwege, als wir jemals erlaufen werden.

    Die Notwendigkeit, sich neu einzuleben, bringt uns weitere, auch soziale Übungsfelder und Entfaltungsmöglichkeiten. Wir knüpfen Kontakte und richten uns so ein, dass wir auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen hier noch gut leben können. Aktuell sind wir in jeder Hinsicht mobil mit Auto, körperlich und geistig leistungsfähig und mit eingermassen guter Finanzausstattung.

    Anhand des niedrigen Kaufpreises wird auch kaum jemand auf die Idee kommen, seine Samtpfoten auf das Häuschen zu legen. Wir heizen bivalent (Gas + Holz als Zusatz- und Rückfallposition) und können dank unserer Vorräte auch schlechte Zeiten wohl ganz gut für ein paar Wochen abwettern. 1o km sind es bis zur Autobahn, 2 km bis zu einer Bahnstation, aber sehr schlechte Busverbindungen. Services für Senioren sind vorhanden.

    Mein Fazit des spontanen Hauskaufs vor zwei Jahren: Das war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten.

    Und: Leute, kommt her, hier gibt es noch mehr Häuser günstig zu erwerben!

    Gefällt 1 Person

  19. thom ram sagt:

    Miezekatz

    Einen schönen Einstant bietest du, einen Wohltuenden. Danke!
    Ich heisse dich auf bb willkommen!

    Es würde mich freuen, würdest du weiterhin gelegentlich „Lageberichte“ eingeben wollest, besonders was das Zusammenleben betrifft, die Art, wir ihr euch dort organisiert (ich meine die Gemeinde). Ich denke, viele Leser wird das auch interessieren. Wenn du es ganz gut machst, dann hängen wir’s als Artikel raus. Schmunzel.

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  20. Kann mich da thom ram nur anschließen.
    Danke miezekatz1234 für Deinen wohltuenden Einstand. Den baue ich in meinen nächsten Artikel zum Landleben ein.

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  21. miezekatz1234 sagt:

    Danke für den freundlichen Willkommensgruß! Ich lese schön längere Zeit hier und drucke mir auch vieles aus. Besonders die alternative Geschichtsschreibung aus Russland ist überraschend und erhellend. Die Leute dort denken ganz anders als unsere Wissenschaftler hier.

    Hier ist alles ziemlich verhärtet und derzeit kaum wandlungsfähig. Das heisst, dass bei uns derzeit keine Entwicklung stattfindet, sondern „operative Hektik bei rasendem geistigen Stillstand“. Damit setzen wir uns selbst auf den absteigenden Ast – in jeder Beziehung des Lebens. Keine Veränderung! Keine Experimente!

    Unsere Menschen hier leiden an permanenten Infektionen, allgemeiner Kränklichkeit und Depressionen. Zielgerichtet induzierte Auszehrung, Schwäche der Abwehrkräfte gegen Infektionen und Umweltgifte aller Art und gleichzeitig maximale sinnfreie innere Spannung. Die „Strategie der Spannung“ bringt die Leute vorzeitig um – wie es beabsichtigt ist. Gleichzeitig sehen die Leute nicht (ein), dass sie selbst für ihre Gesundheit zuständig sind, nicht der Arzt, der im engen betriebswirtschaftlichen und berufsständischen Korsett steckt und selber kaum atmen kann. Wenn der uns gesund macht, verliert er Umsatz. Also sagt er uns nicht, dass man u.a. mit Heilerde, Wasserstoffsuperoxyd und Rosenöl eine Menge in Sachen Gesundheit erreichen kann. Das ergibt keinen Umsatz für ihn und keinen Umsatz für die die Pharmaindustrie.

    Also nochmals: wenn man gut leben will: raus aufs Land, schauen und lernen was die Generation unserer Eltern und Großeltern noch wußte und konnte. Anfangen, möglichst viel selbst zu machen: Tee und Hausmedizinmittel aus Kräutern (und Gewürzen!), die in der Gegend wachsen, Kosmetika selbst machen, abwechslungsreich kochen, Kartoffeln und Eier vom Bauern aus dem Dorf, viel Obst, besonders Beerenobst, und täglich frisches Gemüse/Salate auftischen. Einschlägige Kurse bei der Volkshochschule besuchen.

    Was mich betrifft: ich habe meine Berufstätigkeit aufgegeben, weil ich die Arbeit überhaupt nicht mehr mochte und weil ich glaube, dass es sich mehr auszahlt, im hier geschilderten Sinn für sich und die Familie zu sorgen: weniger Stress und längere Lebenszeit durch Leben nach den eigenen Bedürfnissen und Rhythmen.

    Beste Grüße!
    miezekatz1234

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  22. luckyhans sagt:

    zu miezekatz1234 vor 13 Minuten
    Wo genau liegt denn dieses „paradiesische Eckchen“?
    Und zu gesunder Ernährung: bevor die Kartoffel nach Europa gebracht wurde und vom ollen Fritz als Volksspeise für sein kaserniertes Volk verordnet wurde, aßen die hiesigen Landbewohner viel Kohl-Rüben und „Getreide“-Grützen.
    Sehr zu empfehlen: Buchweizen (kein Getreide, sondern ein „Gras“) 😉

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  23. miezekatz1234 sagt:

    Standort: Hochfranken – „Bayerisch Sibirien“ ;)) Eine verkannte Region mit vielen Hightech-Betrieben, die händeringend Leute suchen, zB für Elektronik, technische Textilien u.v.a.m. „Silberschwalben“ wie wir sind eine wachsende Bevölkerungsgruppe.

    Keine Gegend für Sonnenbader, sondern für Leute, die gemäßigte Temperaturen mögen.

    Buchweizen: dazu muß ich mich kundig machen

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  24. luckyhans sagt:

    zu Mieze vor 30 min
    „Hochfranken“ – also ehem. „Zonenrandgebiet“? 😉
    War mal in Mellrichstadt zum Testen…
    Buchweizengrütze, die Leibspeise der Russen – für 2 Personen: eine Tasse BW-„Graupen“ plus 1,5 Tassen Wasser plus eine Prise Stein-Salz, aufkochen und 20 min zugedeckt ganz leise köcheln lassen – dann entweder nur 1 Eßlöffel „gute Butter“ pro Portion hinzufügen, oder Pesto, oder auch Honig, oder Konfitüre – je nach Geschmack – lecker!
    Buchweizen gibt’s als Bio bei der Norma oder (viel günstiger) in einem Russen-Laden… 😉

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  25. miezekatz1234 sagt:

    Danke für das Rezept, ich werde es bald ausprobieren.

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  26. Ute Hillebrand sagt:

    Buchweizen lässt sich schnell keimen und erhöht damit zigfach seinen Nährwert. Keimlinge sind äusserst wertvolle LEBENSmittel und besonders empfehlenswert!!!

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