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Sibirische Schätze

Nein, diesmal ist nicht das Flüssige Schwarze Gold gemeint, an dem Sibirien so reich ist – es geht um richtige Schätze, um echtes Gold.
Und auch nicht um die natürlichen Goldvorkommen, sondern um handgearbeitete Goldschätze, die in den Grabhügeln Sibiriens gefunden wurden.
Aber lest und schaut doch selbst.

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 28. Juni 2017 –
Kommentare von uns, Hevorhebungen wie im Original.
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Uralte Schätze der sibirischen Hügel

26. Juni 2017

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Die Geheimnisse der alten Kunst- und Kulturarten rufen weiterhin Interesse, auch Erstaunen und Begeisterung der Zeitgenossen hervor. Die Kunst- und materiellen Kulturgegenstände spiegeln die geistige Kultur der Völker, die keine Schriftsprache hatten, aber es geschafft haben, ihre Weltanschauung und ihr Weltverständnis im skythischen „Raubtier-Stil“ der Kunst auszudrücken, wo die Pflanzen- und Tierwelt der umgebenden Natur abgebildet wurde.

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Die Kultur der alten antiken Welt ist unbegreiflich und anziehend, sie wird deutlich in der skythischen Kunst des „Raubtierstils“, ausgedrückt in der Dynamik des Kampfes, der Jagd der Raubtiere in der Tierwelt, und in heißen Kämpfen des Menschen mit dem wilden Tier.

Um das Jahr 1669 werden erste Angaben bekannt über Ausgrabungen der Kurgane (Hügel) in Sibirien: „Bei Iseta und in dessen Umkreis graben die russischen Leute in tatarischen Grabstätten oder Friedhöfen goldene und silberne Stücke und Geschirr aus.“

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Aus dem Briefverkehr des Holländers Witsen mit dem Bürgermeister von Deventer Kuper vom 4. November 1705 erfahren wir, daß die Ausgrabungen der Hügel in Westsibirien im 17. Jahrhundert am linken Ufer des Irtysch durchgeführt wurden. In Westsibirien, in der Nähe von Tobolsk, Tjumen, Werchoturja und anderen Steppenorten wurden zufällig Hügel geöffnet mit Überresten von Verstorbenen, Idolen, altem Hausrat, metallischen Pokalen, silbernen und kupfernen Armbändern, Ohranhängern, Ketten.

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Im Jahre 1720 teilt Bell, der Sibirien bereist hatte, mit: „viel Volks wandert jeden Sommer aus Tomsk und anderen Orten 9 – 10 Tage weit in die Ebene zu den Grabstätten, gräbt dort und findet viel Gold, Silber, Bronze und Edelsteine, Schwerter und Waffen, Sattelzeug und Halfter“.

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Im Jahre 1721 beschloß Zar Peter, diesem ein Ende zu bereiten und gab einen Ukas aus, der vorschrieb, alle interessanten und ungewöhnlichen Funde sofort den Machthabern zu übergeben. Der Gouverneur von Sibirien, Graf M.P. Gagarin, sandte auch bald viele einmalige antike Golderzeugnisse, die von den Ausgräbern in den sibirischen Hügeln gefunden wurden, nach Sankt Petersburg.
Die
Schätze der sibirischen Hügel (Kurgane) sind so zur Grundlage der ersten und in der Welt einzigen Kollektion antiker goldener Juweliererzeugnisse Sibiriens geworden.

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Für die Sammlung aller Art von Kollektionen und Antikwaren sandte er D.G. Messerschmidt nach Sibirien. In seinem Tagebuch erinnert Messerschmidt daran, daß zuerst mit dem Handwerk des Ausgrabens des Goldes und Silbers in den Hügeln die in Ischima lebenden Russen befaßt waren. Bei ihrer weiteren Fortbewegung immer weiter nach Osten kamen die Ausgrabenden bis an den Oberlauf des Ob.
Sie verdienten viel Geld hauptsächlich mit den Ausgrabungen in den Steppen. Für die Kollektion Peters des Großen kaufte Miller besonders wertvolle Funde aus den Kurganen vom Artel
(eine Art Genossenschaft) der „Hügelleute“ – zu dem Artel gehörten 200 – 300 Leute.

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Die Sibirische Kollektion Peters I. ist eine einmalige Sammlung von Kunstgegenständen aus den sibirischen Hügeln aus der Epoche der frühen skythischen und sarmatischen Nomaden, die das Territorium Sibiriens und Zentral- und Mittelasiens bevölkerten – sie demonstrieren glänzende Muster des Raubtierstils.
Die Kunst des skythisch-sibirischen Raubtierstils übte auf die benachbarten Völker einen Einfluß aus und hat viele gemeinsame Züge mit den Goldgegenständen, die in den skythischen Kurganen des nördlichen Vorlandes des Schwarzen Meeres gefunden wurden.

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In der Kollektion wurden 250 ungewöhnlich schöne und ausdrucksvolle Gold- und Silber-Erzeugnisse aus den skythischen Hügeln Sibiriens vereint, 14 Paar goldener Gürtelplatten, Waffen-, Schmuck- und Geschirrmuster.

Zur Sammlung gehören Gegenstände aus unterschiedlichen Materialien, aus verschiedenen Denkmälern, die zu unterschiedlicher Zeit erschaffen wurden – vom 7. Jahrhundert v.u.Z. bis zum 1. Jahrhundert u.Z.

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Die sibirische Kollektion wurde auf persönlichen Befehl Peters I. gesammelt und befand sich ursprünglich im Sommerpalais. Nach dem Tode Peters des Großen und Jekaterinas I. kam die Sammlung des Skythen-Goldes im Jahre 1727 in die Kunstkammer – das erste russische Museum.

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Im Jahre 1859 wurde die Sibirische Sammlung auf Anweisung Alexanders II. an die Hermitage des Imperators übergeben. Heute befindet sich der größere Teil der Gold- und Silbersammlung, die in den skythischen Hügeln des Schwarzmeergebietes, Westsibiriens und des Altaj gefunden wurden, zur Ausstellung in der Galerie der Schätze Nr. 2 der Staatlichen Eremitage. (in Sankt Petersburg, wo ich das damals noch seltene Glück hatte, diese Sammlung unmittelbar nachdem sie 1991 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war, in natura zu bewundern – d.Ü.)

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Die sibirische Sammlung ist besonders wertvoll dadurch, daß in ihr praktisch alle Typen von durchbrochenen Gürtelplatten, Schnallen und Armreifen vertreten sind, alle Stile der künstlicherischen Ausführung der Varianten der ikonografischen Pläne sowie Muster aller technischer Verfahren, welche den Meistern vom 7. Jahrhundert v.u.Z. bis zum 1. Jahrhundert u.Z. bekannt waren.

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Der Schmuck aus der Sibirischen Kollektion erschließt die Möglichkeit, die Entwicklung des „Raubtierstils“ und der technologischen Verfahren im Verlaufe von mehr als 800 Jahren nachzuverfolgen.

Quelle


4 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Irgendwie schön, diese goldigen Schmuckstücke. Macht mich nicht wirklich reicher, diese zu besitzen….und doch macht es mich reicher, weil es sie gibt, sie angreif-, bzw. faß-bar und betracht-bar sind ob sie nun in meinem Besitz sind, mein Eigentum sind, oder nicht, nicht wahr???

    Da gibtś einen Schreiberling, der hat sich mächtig über angeblich wertloses Papier(-Geld) echauffiert….
    Mann, Mensch, ist der blind!!!

    Ich freu mich immer wieder über Papier, da kann man so herrlich mehr oder weniger sinnvolles, sinnloses als auch sinnfreyes drauf malen. Das hat doch immer Wert an und für sich, unbestimmbarkeitslos, unschätzbarkeitslos….

    Uund auch auch die EUroscheine sind meines Erachtens eines der Meisterwerke von Zeugmeister-Kunst und -Fähigkeiten. ([Kriegs-]Zeugmeister=Ingenieur. Ich betrachte die Geldscheine immer wieder gern und entdeckte jedesmal neues darauf.

    Ihr nicht?

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  3. Luckyhans sagt:

    zu st-st um 12:21
    Erstaunlich – „irgendwie schön“, und gleich darauf geht’s um „besitzen“ (oder nicht) – eine tolle Denk-Art… keine Begeisterung über die handwerklichen Fähigkeiten der „alten Meister“, keine Freude an den wunderschönen kraftvollen Tierdarstellungen, nein: „besitzen oder nicht“…

    „Ich betrachte die Geldscheine immer wieder gern und entdeckte jedesmal neues darauf.“ –
    Das ist dann auch nicht mehr verwunderlich… 😉

    Gefällt 1 Person

  4. Lo Cypher sagt:

    Wow…was für eine Handwerkskunst.
    Ich hätte gerne einem dieser Meister über die Schulter geschaut…:)

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