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Es war einmal… Jugoslawien

Manchmal ist es ganz interessant, einen Blick zurück in die jüngere Geschichte zu werfen, um zu sehen, wo bestimmte heutige Entwicklungen ihren Anfang nahmen – da wird deutlich, was sich in so historisch kurzer Zeit alles stark verändert hat…
In der Reihe der durch die NATO beseitigten oder besetzten und zerstörten Staaten nimmt Jugoslawien einen besonderen Platz ein. Denn hier begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Bündnisses: es wurde endgültig und offensichtlich zum Aggressor.

Eine unwahrscheinlich treffsichere Analyse zu diesem Thema wurde unlängst 20 Jahre alt – hier der Appetithappen dazu.
Luckyhans, 31. März 2016
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„Warum ist die NATO in Jugoslawien?

Sean Gervasi – Institut für Internationale Politik und Wirtschaft, Belgrad

Zur Expansion der NATO nach Osteuropa und in den Mittelmeerraum (Prag 13.–14. Januar 1996)

Einleitung

Die NATO hat kürzlich eine große Einsatztruppe nach Jugoslawien entsandt, unter dem Vorwand, das Dayton-Abkommen von Ende 1995 zur Beendigung des Kriegs in Bosnien durchzusetzen. Es heißt, dass diese Einsatztruppe rund 60.000 Mann umfasst, ausgestattet mit Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie. Unterstützt wird sie von beträchtlichen Luft- und Seestreitkräften. Wenn man alle involvierten Streitkräfte einschließlich der in angrenzenden Ländern stationierten mit einbezieht, ergibt sich eine Truppenstärke von mindestens 200.000 Mann. Diese Zahl wurde von US-Militärkreisen bestätigt. (1)

Die Entsendung einer großen westlichen Militärmacht nach Mittel- und Südosteuropa ist ein erstaunliches Unterfangen gerade in der Übergangssituation, die durch das angenommene Ende des Kalten Krieges entstanden ist. Der Einsatz dieser Truppen auf dem Balkan bildet nicht nur die erste größere militärische Operation der NATO, sondern auch die größte militärische Operation außerhalb der Grenzen, die ursprünglich für NATO-Militäraktionen vorgesehen waren.

Wie auch immer – die Entsendung von NATO-Truppen auf den Balkan ist auf den Druck zurückzuführen, der durch die NATO-Osterweiterung entstanden ist.

Wenn das Jugoslawien-Unternehmen der erste Schritt der NATO-Expansion ist, sind weitere in naher Zukunft geplant. Einige westliche Mächte wollen die Visegrad-Länder bis zum Ende des Jahrhunderts als Vollmitglieder in die NATO bringen. Gewisse westliche Länder waren einige Zeit gegen eine solche Ausweitung. Die Widerspenstigen wurden aber dazu gedrängt, die vorgebliche Notwendigkeit der NATO-Expansion zu akzeptieren.

Es stellt sich die Frage: warum drängen die Westmächte so auf die Expansion der NATO? Warum wird die NATO erneuert und ausgeweitet, nachdem die „sowjetische Drohung“ verschwunden ist? Hinter dem allen steckt klarerweise viel mehr, als wir bis jetzt erfahren haben. Die Durchsetzung eines unsicheren Friedens in Bosnien ist nur der unmittelbare Anlass für die Entsendung von NATO-Truppen auf den Balkan.

Es gibt tiefer liegende Gründe für die Entsendung von NATO-Einheiten auf den Balkan, und besonders für die NATO-Ausdehnung auf Polen, die tschechische Republik und Ungarn in nächster Zukunft. Diese drehen sich um die aufkommende Strategie zur Sicherung der Rohstoffe im Gebiet rund um das Kaspische Meer und der „Stabilisierung“ der Länder Osteuropas – jedenfalls aber der „Stabilisierung“ Russlands und der GUS-Staaten. Das ist, milde ausgedrückt, eine äußerst gewagte und potentiell in sich widersprüchliche Politik. Es ist wichtig, einige Fragen nach den Gründen für diese Politik zu stellen.

Die Absicht der “Stabilisierung” der Länder des früheren sozialistischen Ostblocks in Europa zielt nicht nur auf die politische Stabilität, die Absicherung der neuen Regierungen in diesen Ländern. Es muss auch gewährleistet sein, dass die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen unverändert bleiben. Und, nachdem der sogenannte Übergang zur Demokratie in den betroffenen Ländern in der Tat zu einer beginnenden Entindustrialisierung und einem Einbruch in den Lebensbedingungen für die Mehrheit der Bevölkerung geführt hat, erhebt sich die Frage, ob das wirklich erstrebenswert ist. 

Diese Frage stellt sich umso eindringlicher, da “Stabilisierung” im westlichen Sprachgebrauch bedeutet, dass in den Ländern des ehemaligen sozialistischen Ostblocks wirtschaftliche und soziale Bedingungen eingeführt werden sollen, die den derzeit im Westen vorherrschenden wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen entsprechen. Die Wirtschaftssysteme der westlichen Industrienationen sind tatsächlich in einem Zustand des Verfalls, obwohl die Regierungen dieser Länder das niemals zugeben würden. Nichtsdestoweniger führt jede einigermaßen objektive Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Westens zu dieser Schlussfolgerung. Diese Schlussfolgerung wird untermauert durch offizielle Statistiken wie durch die meisten Analysen von Wirtschaftsfachleuten. 

Es ist auch klar, dass der Versuch der “Stabilisierung” der ehemaligen Länder des sozialistischen Ostblocks zu beträchtlichen Spannungen mit Russland und möglicherweise auch anderen Ländern führt. Nicht wenige Kommentatoren sind zum Ergebnis gekommen, dass die Bestrebungen des Westens, die NATO-Einflusssphäre auszuweiten, sogar die Risiken eines nuklearen Konfliktes vergrößern. (2)

Es genügt, diese Fragen kurz anzureißen, um zu erkennen, dass die Ausdehnung der NATO, die de facto in Jugoslawien begonnen hat und auf andere Länder erweitert werden soll, in einem großen Ausmaß auf konfusen und irrationalen Überlegungen beruht. Man ist versucht zu sagen, dass sie aus der Angst und Willfährigkeit bestimmter herrschender Gruppierungen resultiert. Gerade heraus gesagt, warum sollte die Welt irgendeinen Vorteil in der gewaltsamen Übertragung des im Westen herrschenden wirtschaftlichen und sozialen Chaos auf andere Länder erkennen, und warum sollte sie darin einen Vorteil sehen, wenn diese Entwicklung selbst die Risiken eines Atomkriegs vergrößert?

Ziel dieser Abhandlung ist es, die Gründe für die derzeitigen Bemühungen der Ausdehnung der NATO-Einflusssphäre aufzuzeigen und einige grundsätzliche Fragen zu stellen, ob diese Sinn macht, in der engeren wie tieferen Bedeutung des Wortes. …“

(weiterlesen bitte hier)


6 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. Hallo Luckyhans,

    wenn es Dich nicht so nachweislich gäbe, müsste man Dich glatt erfinden. So ein talentierter Ausgräber aber auch. Dass diese Analyse und Prognose von 1996 sei, ist fast unglaublich, zeugt aber von der Qualität des Professors Gervasi bei der leidenschaftslos sicheren Beurteilung der damaligen Fakten und einer wissenschaftlich untermauerten Zusammenfassung von Teilerwartungen zu einer solch hellseherisch treffenden Gesamtprognose.

    Die alte Weltmacht hat einen entscheidenden Fehler begangen. Mit der ihr zugeflogenen, nicht etwa hart erkämpften Welt-Führungsposition nach Gorbatschowscher Versagenskonstruktion, nicht aber eines notwendigen Neustellens des „realen Sozialismus“ vom Kopf auf die Füße, (von einem Kleinbürgersozialismus hin zu einem Demokratischen), konnten die US-Strategen nicht umgehen. Chance vergeigt.

    Ihr neuer Konkurrent, der Block aus China, Russland und Sympathierenden wartet nicht mit teuflischem Kommunismus oder einem Ableger davon auf, sondern mit einer humaneren Kapitalismusvariante die der früheren „sozialen Marktwirtschaft“ und dem neuen Wagenknechtschen (Lafontainschen) Modell ähnelt. Kapitalismus 2.0 gegen den 3.0.

    Es bedarf keiner Prognosen mehr, wer da gewinnen wird. Nicht zufällig, sondern logisch begründet. Gesetzmäßig. Ich lese jeden Tag die Weltereignisse, die ungelogenen.

    Sollten die Nr.1 Narren es versuchen, mit welchem Krieg auch immer versuchen, sich nicht mit der Nummer Zwei zufrieden zu geben, sind sie nur früher tot als es das biologische Programm ansonsten vorgesehen hätte. Die, zugegeben recht große Insel, auf der die neuen Versager nach Gorbatschow (und nichts gelernt aus dessen peinlichem Abtritt per weißer Fahne) siedeln, ist im nuklearen Kreuzfeuer und Atomtorpedo-Tsunamis weit verwundbarer, als die Festländer China und Russland. Alexander Prochorenko, russischer Offizier im Kampfeinsatz, „Held Russlands“ ist zwar einer von Unten. Ich bin mir jedoch recht sicher, dass auch ganz Oben solche Männer an den richtigen Hebeln sitzen.

    Es macht mir einen Heidenspaß, diese Titanic 2 „Neue Weltordnung“ beim Absaufen zu sehen. Jede neue Militärbase der diplomatischen Oberstümper, jede neue Aufstockung von Rüstung, jedes neue „Freihandels- Unterdrückungs-Unterwerfungs-Abkommen“ führt die einstige Weltmacht und ihre lernresistenten Satelliten noch schneller zu ukrainischen Verhältnissen.

    Ihre einzige Chance des Überlebens wäre die Einführung einer wieder erträglichen „sozialen Marktwirtschaft“ der Kopie der Wirtschaft von Chinesen und Russen.

    Und das Lesen und lesen lassen von wenn schon nicht Karl Marx, so doch des von Luckyhans restaurierten Professors Gervasi.
    Oder würdest Du sie gar beraten, Lucky? Zumindest darüber, dass wenn man keinen letzten Krieg vom Zaune bräche, durchaus alt werden könnte wie Gorbatschow, 85!

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  3. Senatssekretär Freistaat Danzig sagt:

    Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt.

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  4. luckyhans sagt:

    @KPK:
    Besten Dank, mein Lieber, für die Blumen – leider ist Prof. Gervasi noch 1996 verstorben (worden?), aber diese Klarsicht ist schon beeindruckend.
    Mit Deiner Betrachtung gehe ich allerdings – bekanntermaßen für alle Leser der WWW-Serie – nur teilweise konform, denn nach meiner festen Überzeugung hat der Kapitalismus endgültig fertig.
    Die sich selbst als Halbgötter wähnenden machtgeilen Geldsäcke hatten für meine Begriffe viel genug Zeit dafür, sich ein langfristig funktionierendes Wirtschafts- und Finanzsystem auszudenken und umzusetzen – nun ist es wirklich genug mit der Betrügerei.

    Auch der Staatskapitalismus von Putins Gnaden lebt nur solange, bis sich auch dort diese Überzeugung durchgesetzt hat. Und die Chinesen mit ihrer pragmatischen Denkweise werden auch demnächst dahinter kommen, daß die Kabale nur ein Popanz ist, sich gründend auf Betrug und Falschheit.
    Übrigens: auch die sog. „soziale Marktwirtschaft“ funktioniert nur dann, wenn vorher alles kaputtgebombt wurde und dann nach 7 – 10 Jahren Planwirtschaft (!) alles von Grund auf neu aufgebaut werden muß…

    Ob und wie es uns gelingt, etwas aufzubauen, was nicht nur einer Handvoll Wesen ein Leben in Fülle garantiert, wird einzig und allein an uns selbst liegen – demnächst dazu mehr Gedanken… 😉

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