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Transdnistrien

Für viele hier im Lande ein kaum gehörter und noch weniger verständlicher Begriff. Es ist ein schmaler Streifen Land (200 km lang und nur wenige Kilometer breit, größer als Luxemburg), der am östlichen („ukrainischen“) Ufer des Flusses Dnjestr gelegen ist und der mal zu Moldawien gehört hat. (https://de.wikipedia.org/wiki/Transnistrien)
Der Name Приднестро́вье / Pridnestrowje bedeutet wörtlich „am Dnjestr gelegenes Gebiet“.

Da dort vor allem russischsprachige, d.h. russische, Bevölkerung lebt – natürlich vielfältig mit Moldauern und Ukrainern verwandt und verschwägert – gab es dort Widerstand gegen die unbedingte und strikte Einführung der Moldauischen Sprache (die dem Rumänischen verwandt ist und zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachgruppe gehört) als alleinige Amtssprache.
Da die Regierung in Chisinau russisch als zweite „offizielle“ Sprache dort ablehnte, kam es Anfang der 90er Jahre zu einem bewaffneten Konflikt, bei dem die moldauische Armee versuchte, dieses Gebiet mit Waffengewalt zu „befrieden“ – sehr analog zur Südostukraine.

Erst der Einsatz russischer Friedenstruppen 1992, mit einem Mandat der OSZE, brachte die kämpfenden Parteien auseinander. Seit 23 Jahren wird dort der Frieden so gewährleistet.

Einen guten Überblick über die Situation gibt diese Doku mit deutschen Untertiteln:

Nun hat der deutschstämmige neue rumänische Präsident Klaus Johannis – sicher mit Rückendeckung aus Berlin/Washington/DoC/CoL – sich mit dem Putschistenpräsidenten der Ukraine getroffen, und sie haben beschlossen, das Gebiet in die Moldauische Republik „zurückzuführen“.

Als erste Maßnahme hat der ukrainische Oligarchen-Präsi im Juni mal die Durchfahrt für russische Truppen durch die Ukraine gesperrt. Die Friedenstruppe ist somit ohne äußere Versorgung, da das Gebiet keinen eigenen Meereszugang hat – rechts Ukraine, links Moldawien – das Schwarze Meer ist erst einige Kilometer flußabwärts…

Weitere Maßnahmen scheinen in Vorbereitung – der Gouverneur des an Transdnistrien von ukrainer Seite angrenzenden Gebietes Odessa ist bekanntlich der in Grusinien und Rußland steckbrieflich gesuchte korrupte Kriegsverbrecher Saakaschwili…

Seit gestern hat der „Rechte Sektor“ die „Kontrolle“ der Grenze Ukraine-Transdnistrien übernommen. (http://de.sputniknews.com/panorama/20150720/303367118.html)
Es läuft also alles auf einen weiteren Kriegsherd, und zwar noch näher an der EU als bisher, hinaus.

Politische Beobachter haben bereits die Befürchtung, daß hier das „Süd-Ossetische Szenario“ wiederholt werden könnte (in russisch: http://www.vz.ru/opinions/2015/6/16/750864.html).
D.h. daß Rußland durch die weiteren Ereignisse gezwungen sein würde, die Transdnistrische Republik anzuerkennen und sich damit im Kriegszustand mit Moldawien wiederfinden würde.


10 Kommentare

  1. Petra von Haldem sagt:

    Danke, Luckyhans, für die geografisch/politische Wissenserweiterung. es bereichert mich in differenzierter Weise.

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  2. Tja, und wieder wird Europa im Krieg versinken … aber man kennt es ja auch gar nicht anders, …

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  3. preusse sagt:

    Es gibt an vielen Ecken und Enden für VSA die Möglichkeit gegen Russland zu zündeln. Das Problem Transdnistrien ist ein besonderes, da Enklave ohne irgendeinen direkten Zugang. Weder per Schiff noch per Straße.
    Ich gehe aber davon aus, dass Putin auch für diese besondere Situation eine Lösung aus dem Hut zaubert, die nicht vom russischen Militär durchgeführt wird. Dazu ist Transdnistrien nicht wichtig oder groß genug für Moskau.

    Wenn man den allgemeinen, relativ objektiven Meldungen verschiedener Kenner glauben darf, dann sind die Truppen des Donbass zum einen jetzt stark genug und zum anderen militärisch weitaus besser organisiert als die Kontrahenten. Kenner würden ihnen sogar einen erfolgreichen Angriff weit über die Donbass-Grenze hinaus zutrauen. Könnte sein, dass die Front plötzlich von dieser Seite aufgerebbelt wird.
    Zum anderen gibt es innerbetrieblichen Händel zwischen politischer Führung und dem rechten Sektor, der sogar mit Putsch droht. Eine weitere Unwägbarkeit für den Schokoladenonkel, der sich seine politische Karriere, verbunden mit Kasse machen wohl anders vorgestellt hat. Er wird jetzt schon offiziell als Verlierer gehandelt, man ist sich nur noch nicht sicher, ob er auch Verlierer seines Lebens wird. Bei den Zionisten nicht unüblich für überflüssige Helfer, die können dann nicht mehr reden.

    Ich glaube nicht, dass sich der Krieg für Europa an diesem Landstrich entzündet.

    Sakaschwili wird so oder so über die Zeit umweltfreundlich entsorgt. Wahrscheinlich von den Bewohnern der Region, da sie ja jetzt hautnah mitbekommen, dass er sie und ihr Land an US-Investoren verscherbeln will. Griechenland lässt grüßen. Und gerade die Nationalisten werden einen Ausverkauf ihres Landes nicht zulassen. Das kann auch nicht das Interesse von Putin sein, da die Schwarzmeerküste zu wichtig für Moskau ist. Vielleicht wird er beim morgendlichen Schwimmen ertrunken.

    Für mich ist das größte Gefahrenpotenzial …Iran/Persien. Daran ändert auch nichts dieser Atom-Jahrhundertdeal. Im Gegenteil, er könnte ISRAEL/SAUDIS jetzt den Grund zum Angriff liefern (siehe auch Meinung Michael Snyder). Legale Anreicherung von Uran, jetzt wollen sie die Bombe, jetzt sind wir wirklich bedroht! Das der Iran vielleicht schon lange die Bombe hat und Israel das auch weiß, wird nicht erwähnt. Vielleicht ist diese Reaktion aber auch von allen Beteiligten so vorhergesehen worden und erwünscht. Ein Konflikt, der wirklich eine veritable Größe hat, um bei allen als Auslöser zu gelten. Sieht auch Irlmeyer so: der Konflikt beginnt im Nahen Osten, dort wo die Sonne aufgeht. Im Morgenland.

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  4. luckyhans sagt:

    @ preusse:
    Etwa bis zu Mitte d’accord. Dann einige Zweifel.
    Zuerst mal sind Nationalisten immer nur dummes Kanonenfutter, das benutzt wird, um zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten bestimmte Ziele zu erreichen – die keinesfalls im nationalen Interesse liegen – Beispiele dazu gibt es in Hülle und Fülle.

    Der „Rechte Sektor“ (RS) hat sich jetzt auf ein Machtkampf eingelassen – sicherlich nicht ohne sich vorher bei den Geldonkels aus dem DoC und Wallstreet Rückendeckung zu holen. Denn der erneute RS-Putsch und der angezielte „Machtwechsel“ ist wohl gegenwärtig die einzige Chance, die Nuland und Konsorten sehen, um noch irgendwie die Minsker Vereinbarungen nicht ausführen zu müssen.

    Daß dabei ziemlich hoch gepokert wird, ist klar. Wenn Putin nicht die DVR und LVR zurückhalten würde, dann würden die diese Situation sicher ausnutzen und bis hinter Kiew durchmarschieren – Ergebnis wäre eine Teilung der Ukraine in eine eu/nato-abhängige Westukraine und eine (ziemlich große) „Volksukraine“, die mit den russischen Brüdern wieder gut Freund wird.
    Was auch irgendwie den historischen Tatsachen entsprechen würde, denn die westukrainischen Gebiete sind ja erst 1939 mit Kriegsausbruch bei der Teilung Polens von der Sowjetunion besetzt worden – vorher gehörten sie zu Österreich-Ungarn und dann zu Polen.

    Putin will aber die Ukraine ganz erhalten – in der weisen Voraussicht, daß der Westen es sowieso nicht mehr lange durchhält mit seinem idiotischen Finanzsystem, und daß ihm die ganze Ukraine – so sie dann noch besteht – am Ende eh „in den Schoß fällt“ – Schachspieler halt.

    Was das Iran-Abkommen bestifft, so gibt es da diverse Kommentare von verschiedenen Seiten – jeder liest da das heraus, was er mag und was ihm in den Kram paßt.
    Fakt ist, daß den VSA noch nie ein Abkommen oder Vertrag mehr bedeutet hat, als das Papier, auf dem er geschrieben steht.
    Solange dieser Prügelknecht der internationalen Finanzoligarchie noch funktioniert, sind Verträge dazu da, gebrochen zu werden, sobald „man“ daran interessiert ist.
    Und die Sonne geht nun mal nicht im Nahen, sondern im Fernen Osten auf – dort wo „der neue Erden-Tag“ beginnt… 😉

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  5. preusse sagt:

    Gut, Hans.
    Aber Irlmeyer bezog das sicher auf sein bayrisches Heimatland und seinen katholischen Glauben, und da geht für ihn die Sonne im Morgenland auf.

    Aber, Du hast recht, jeder liest das heraus, was für passt.

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  6. preusse sagt:

    @hans

    Zum rechten Sektor: Hier glaube ich wirklich, es ist wie bei dem Zauberlehrling. Sie kochen jetzt Ihre eigene Suppe. Und die Amerikaner sind ratlos.

    Noch zum Atomdeal. Es sieht wohl so aus, als wenn der Senat diesen platzen lassen wird. Dann wäre es im weiteren bei allen Verhandlungen über andere neue Verträge angezeigt, Kerry oder Obama vorher zu fragen, ob sie denn legitimiert sind und sich die Legitimation auch zeigen zu lassen. Immerhin haben sich die Verhandlungen wie Kaugummi gezogen und die Tagungsorte waren sicher auch vom Feinsten.
    Es bringt ja letztendlich nichts, wenn von einer Seite „Abteilungsleiter“ ohne Vollmacht verhandeln. Hat aber den Charme , dass die Welt wieder sieht, was das ganze wert ist. Obama und Kerry stehen wieder mal wie Pudel im Regen.
    Vielleicht war es ja auch der Erfolg von Netanjahu, an Obama vorbei im Senat aufzutreten. Der ist ja mehrheitlich PROZION besetzt.

    So oder so meine ich, werden Netanjahu und der VS_Generalstab einen Grund finden, den Iran anzugreifen. Sie sind schon lange hinter dem Zeitplan der Zionisten zurück. Ein erklärtes Ziel dieser ist, nach Irak und Syrien den Iran in einen Krieg zu ziehen und zu zerstören.
    Aber ich gebe Dir recht, langsam läuft vieles unkoordiniert von deren Seite.

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  7. luckyhans sagt:

    @ Preusse:
    Zum RS denke ich anders – die machen genau das, was die Geldgeber sagen – sind ja schließlich von Anfang an von denen ausgebildet worden, zunächst in Lagern in Polen und im Baltikum, später dann auch in der Ukraine.
    Und der RS mit dem Jazenjud weiß genau, wer die ganzen Majdan-„Aktivisten“ bezahlt hat, und daß sie brav und artig die Investition zurückzuzahlen haben.

    Man darf solche Leute weder unter- noch überschätzen – der Nationalismus ist doch auch bei denen nur die Maske, die sie vor sich her tragen, damit nicht jeder sieht, daß sie in Wirklichkeit nur geil aufs Geld sind…
    Allerdings: an Durchblick, daß sie nur benutzt werden, und daß alles Geld, was man ihnen gegeben hat und geben wird, letztlich als Ware (Ackerland, Bodenschätze, Schürfrechte etc.) aus ihrem eigenen Land kommt, fehlt es ihnen… „auf einem Auge blind“ nennt man sowas.

    Den Iran weden die Amis nicht mehr angreifen können, denn nicht nur, daß die inzwischen eigene „selbstentwickelte“ (nachgebaute ausländische) Luftabwehrraketen (gegen die Drohnen) haben – auch Rußland wird den S-300-Deal (gegen Flugzeuge) wieder auffrischen und vielleicht auch ein paar „Panzir“-Systeme dazu liefern – für den Nahbereich – sind schließlich alles reine Defensivwaffen, diese Systeme, und die fallen bekanntlich unter kein Embargo (sagt Rußland).
    Daß damals der Käppchenträger DAM diesen Ukas gab und den Export stoppte, war dem „Willen“ Rußlands (oder der Notwendigkeit) zuzuschreiben, – damals – mit den VSA nicht in Konfrontation zu gehen (zu können) – die Bedingungen (Brics, SchOZ, AsWiU etc.) waren noch nicht soweit – das ist heut anders.

    Und wenn die Gefahr zu groß ist, dann lassen die Amis lieber die Finger davon – die können nur gegen viel kleinere und schwächere Gegner „punkten“ – und bis auf Haiti und ein paar CIA-Putsche, wo inländische Kräfte benutzt wurden, haben die Amis ja seit 45 keinen einzigen (eigenen) Krieg gewinnen können, egal wie klein die Gegner waren… was auch ihre Rolle im sog. WK2 sehr in Frage stellt.

    Ja, wenn wir nicht solche Marionutten an der Spitze hätten in der EU, dann könnte man eine ganz andere, eigenständige und den Völkern nützende Politik betreiben…
    Ein deutscher Austritt aus der Nato würde das Kartenhaus „Bündnis“ zusammenfallen lassen – ganz Europa wäre frei, einschl. Griechenland…

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  8. […] Georgien bekommt sein „Anti-Georgien“ – das selbständige Abchasien; Moldawien die sog. Dnjestr-Republik, und sogar das nazionistische „Anti-Rußland“, die Kiewer Junta, bekommt ein […]

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  9. fini09 sagt:

    @ LuckyHans

    Ich danke fuer diesen Artikel. Gefunden beim Lesen des aktuell neuesten Beitrags im DWB:

    https://dudeweblog.wordpress.com/2016/12/04/wirkungen/

    Einige Monate sind verstrichen. Nun bleibt ‚Zuendstoff‘ uebrig, nachdem Donald Trump als zukuenftiger Praesident der VSA gewaehlt wurde; bis zur wirklichen Amtseinfuehrung, am 20. Januar 2017, bleibt ein wenig Zeit, in welcher bereits Pressemitteilungen, sowohl unzensierte, nebst MSN, (Hauptstromnachrichten) woertlich uebersetzt; dafuer sprechen, das ein Krieg mit dem Iran bereits vorbereitet, im schlimmsten Fall, Tatsache werden kann/koennte.

    Lucky Hans danke sehr fuer Deine excellenten Beitraege/Artikel/Uebersetzungen sowohl im ‚bumi-bahagia-blog als auch auf DWB.

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  10. luckyhans sagt:

    zu fini um 00:52

    Da sieht man mal wieder, was sich alles in und um in Transdnistrien in nur 1,5 Jahren verändern kann – heute sind sog. „pro-russische“ Präsidenten sowohl in Bulgarien als auch in Modawien gewählt, und auch wenn beide eiligst ihre Verbundenheit mit dem Westen verkündert haben, gibt das Hoffnung auf gemäßigtete Kurse in den jeweiligen Ländern.

    Daß unter Obimbo noch ein Krieg gegen den Iran begonnen werden könnte, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich – dazu ist die VSA-Armee momentan nicht in der Lage, einen vollwertigen Krieg zu führen – sie sind noch viel zu sehr in Syrien, Libyen, Afghanistan, Irak (Mossul), Jemen und der Ostukraine beschäftigt.
    Was – da seien nicht überall VSA-Soldaten?
    Oh nein, offiziell natürlich nicht, aber tatsächlich schon… 😉

    Und nochwas:
    der Iran ist nicht Syrien oder Libyen – das warten ganz andere Prüfungen auf die – ja, siehe unsere Artikelserie zum Mythos U.S.Army, zum Beispiel das Raketenabwehrsystem S-300B4, das auch Flügelraketen und Drohen bekämpfen kann, und vieles andere mehr…

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