bumi bahagia / Glückliche Erde

aus der Reihe „Theo-Logisches“ – von Theo dem Logiker –

Manch Älterem ist noch eine Karikatur im Gedächtnis: der Mann, der wutentbrannt herumfuchtelnd in sein damals noch schnurgebundenes Telefon brüllt: „Ihr regt mich nicht auf, ihr nicht !!!“

Sehr klug und weise, denn aufregen geht immer nur im Eigenbetrieb.

ICH rege MICH auf.

DU regst DICH auf.

Er regt sich ab.

Es regt mich an. (hm, ich schweife langsam ab)

Sie erregt mich auch. (oh, Pardon, das gehört nicht hierher)

Also nochmal: wer meint, daß ANDERE uns aufregen könnten, der ist leider falsch gewickelt.
Sich aufregen“ – so heißt das Wort nicht von ungefähr.
NIEMAND anderes kann mich aufregen, das kann ich nur selbst, ganz allein – es geht in mir vor sich, und hat seine Ursache in mir.

Warum versuche ich dann, andere dafür „verantwortlich“ zu machen?

Ähnlich sieht es aus mit:

„SICH beleidigt fühlen“, SICH fügen (oder auch nicht) etc. – solche Wortgruppen weisen uns darauf hin, daß alle diese Vorgänge ausschließlich IN UNS ihre Wurzeln haben.

Stehen wir also dazu – zeigen wir Eigenverantwortung, und lassen wir ab sofort nicht mehr unsere Umgebung leiden, wenn wir mit uns selbst nicht zurechtkommen… 😉

Theo, der Logiker
3. Juli 2015


110 Kommentare

  1. gabrielbali sagt:

    „statt ‚wir‘ finde ich es sinnvoller ‚viele‘ zu schreiben“

    .

    Ich verstehe, was Du meinst und ich stimme Dir auch da zu. Amuesant ist fuer mich, dass auch Du diese haeufig gebrauchte Steigerungsform „sinnvoller“ verwendest, aber auch das verstehe ich nur zu gut, habe ich mir doch selbst gerade vorhin in ein Glas mit bloss 250 Milliliter Fassungsvermoegen 350 Milliliter eingeschenkt, um das Glas „voller“ zu machen, was selbstredend wunderbar funktioniert hat… 😉

    Was haeltst Du von „passender“ oder „treffender“ statt „sinnvoller“? Aber ich bemerke gerade – kann etwas, das schon passt „passender“ werden oder etwas, das bereits getroffen wurde „treffender“ getroffen werden? Nimmt man Sprache genau, was gewiss „sinnvoller“ ist, als schlampig zu formulieren, wird es ganz offensichtlich immer haariger und nicht zwangslaeufig auch sinnvoller.

    Hmmm…

    Jetzt bin ich am Ueberlegen, ob etwas, das haarig ist, tatsaechlich noch haariger werden kann – oder waere „haaariger“ die „mit Sinn vollere“ Loesung? 😉

    Anyway, „statt ‚wir‘ finde ich es besser, weil der Wahrheit naeher kommend, ‚viele‘ oder eventuell auch ‚fast alle‘ zu schreiben“, ist mein Vorschlag, wenn es um den ganzen, von Dir zitierten Satz geht… 🙂

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  2. gabrielbali sagt:

    „Jawollja – laßt uns deshalb sorgfältiger mit unseren Gedanken und unserer Sprache umgehen – bitte laßt uns mehr darauf achten, was wir mit dem, was wir denken und sagen, “anrichten”, was wir an Wirkungen erzielen – und das möglichst “vorher”, bevor wir etwas aus uns heraus “ausdrücken”…“

    .

    Ich bin dabei… 🙂 🙂 🙂

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  3. Javoller!

    Ich will ja mal zugeben, aber nicht zu geben, dass mich der Unsinn von Mönch Risi aufgeregt hatte, da ich wegen des Titels „Licht wirft keine Schatten“ wirklich dachte: „wenn ein Mensch das erkannt hat, dass er dann schon mindestens den Grad meiner Erkenntnis erreicht hat — und weil er dann darüber auch noch ein Buch verfasst hat, sogar weiter sein könnte, als ich selber und ich damit noch etwas dazu lernen kann.“ … und ja, der Schreibstil ist recht gut … und dann doch, was ich „ahnte“: Trivialitäten.

    Und dann kommst du und erheiterst mich! „Recht hat er, ich habe „sinnvoller“ wirklich ohne darüber nachzudenken, verwendet.“ — und zu meiner großen Freude entdeckt, dass es richtig ist „sinnvoller“ verwendet zu haben, denn es handelt sich ja um einen Vergleich!

    Du hast ein Glas. Dieses Glas ist voll. Dieses Glas kann nicht voller als voll werden, denn sonst läuft es jawohlja bekanntlich über. Ich habe auch ein Glas. Dieses Glas ist auch voll und kann ebensowenig voller werden. Haben aber die Gläser ein unterschiedliches Fassungsvermögen und beide Gläser sind voll, so muss eines der Gläser voller als das andere Glas sein, das ja auch voll ist, aber eben weniger voll, als das andere Glas.

    Sinn = Glas => mit „wir“ gefüllt.
    Sinn = Glas => mit „viele“ gefüllt
    „viele“ deutet schon vom Wort her an, dass es sich um ein größeres Glas handelt, als das Glas, das nur „wir“ fassen kann und daher ist „viele“ SINNVOLLER hihihi 😉

    Im Vergleich gleicher Dinge, die zum Selben gehören darf also „treffender“, voller, sinnvoller, passender und haariger“ verwendet werden, nur beim SELBEN eben nicht, denn sonst wäre es ja nicht dasselbe, sondern das gleiche.

    Wie war noch der Meisterspruch mit dem Lernen, den thomram zitiert? Der passt, ist sinnvoll, ist trefflich, trägt Vollhar, ist aber dennoch nicht haarig.

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  4. Gekünstelte Sprache/Schreibe wirkt unnatürlich. Alles fliesst, und da besonders auch die Sprache. Rückwärts oder vorwärts denken bringt nichts. Die schönste und passendste Sprache für ein Zeitalter ist immer noch die jeweilige Umgangssprache. Und immer ist die Jugend dem Alter voraus. Wir alten Kracher können dies nicht verhindern. Brauchen auch nicht mitzuheulen. Bleiben wir ganz einfach die Alten. Ich schere mich sowieso nicht um Sprache. Ich schreibe und rede sie wie ich sie mit dem Suppenlöffel eingenommen habe. Ich schreibe spontan und authentisch vom Bauch heraus. Der Verstand hat dabei weitgehend die Gosch zu halten.

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  5. gabrielbali sagt:

    „Weniger voll“ – Haha, da hat sich einer selbst getoppt!

    In meinen Augen ist „voll“ eben voll. Da kann es doch kein „voller“ oder „weniger voll“ geben, auch wenn der uebliche Sprachgebrauch dies selbstverstaendlich zulaesst und demnach so handhabt. Ein „randvoll“ kann ich mir noch vorstellen, so wie ein „ganz voll“ (wobei ich mir bei letzterem nicht ganz sicher bin, ob das noch geht). Ich meine, dass man „voll gefuellt“ und „weniger gefuellt“ genausogut verwenden kann, wie „halb gefuellt“, aber beim „weniger voll“ hege ich meine Zweifel. Berechtigt?

    Ich bin kein Lehrer (bestenfalls bin ich ein „Leerer“), aber auf bb gibt es doch einige von dieser Sorte, „Oberlehrer“ sogar. Was meinen die?

    Uebrigens, wie kann etwas, das sinnvoll ist „sinnvoller“ werden? Also, mit Sinn voller als voll?

    Und, zum besseren Verstaendnis, wie kann man ein „weniger sinnvoll“ rechtfertigen, wenn das „Beschriebene“ gar nicht (mehr) voll von Sinn, also gar nicht mehr „sinnvoll“ im eigentlichen Sinn des Begriffs ist?

    Fragen ueber Fragen…

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  6. …. und Antworten über Antworten, die in deinem eigenen Kommentar scheinbar weniger sinnvoll verborgen zu sein scheinen.

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  7. gabrielbali sagt:

    Loriot war ein Meister seines Fachs!

    Ein derart gelungenes Abbild aus dem realen Leben, dass es schon fast beklemmend ist – vor allem fuer den, der solches selbst erlebt hat. Ein perfektes Beispiel fuer unser Thema!

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  8. Marc sagt:

    freiweltpresse am 14/07/2015 um 13:21

    „Die schönste und passendste Sprache für ein Zeitalter ist immer noch die jeweilige Umgangssprache. Und immer ist die Jugend dem Alter voraus.“ –

    Voraus?.. Da kommen dann solche Wortakrobatiken wie die Folgende heraus: „Hallo, wem seine Jacke gehoert denn Die..? (Olaf Schubert) –
    Der Genitiv ist dem Dativ seinen Tod… :-()

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  9. Marc sagt:

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