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WWW (3) – Der Eigennutz / die Privatisierung

Das WWW steht in diesem Falle für Wirklichkeitsnahe Wirtschafts-Wissenschaft – zwecks besserem Verständnis der nicht immer nachvollziebaren Denkweise der meisten aus-gebildeten Ökonomen soll hier Punkt für Punkt gezeigt werden, daß die heutige sog. “Bürgerliche Ökonomie” in ihren Grundlagen voller Widersprüche steckt, nebst einigen Vorschlägen, wie es vielleicht besser zu machen wäre.
Dabei geht es weniger um eine Kritik des Wirtschaftssystems als solchen, sondern vor allem um eine kritische Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Erfassung und Darstellung desselben.
Gelernte “Wirtschaftler” (BWL, Finanzen, VWL) sind eingeladen, die Argumente und Schlußfolgerungen zu prüfen und mit ihrem Lehrwissen in Beziehung zu setzen.
Sie dürfen sich jedoch nicht scheuen, in ernste Konflikte mit ihren bisherigen angelernten Überzeugungen zu kommen, denn für die Folgen solcher Konflikte können wir keine Haftung übernehmen. 😉

Euer Lucky

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Angeblich soll ja eine der stärksten Triebkräfte des kapitalistischen Systems darin liegen, daß jeder nur seinen egoistischen Neigungen und Interessen folgen muß, damit es allen dadurch besser geht.

Denn ein Teil des erarbeiteten (?) Wohlstandes käme auch anderen zugute.

Nicht ganz verständlich, wie so etwas „im richtigen Leben“ funktionieren soll – welcher Mechanismus soll diese „Verbreitung“ des Reichtums hervorbringen?

Steuern und Abgaben?

Alle Steuern sind so gestaltet, daß nach oben hin irgendwann Schluß ist. Der schöne Spruch von den starken Schultern, die mehr tragen sollen, ist eine glatte Lüge.

Zwar gibt es noch einen Rest von „Sozialstaatlichkeit“ mit progressiv steigenden Einkommens-Steuersätzen, aber eben nur im unteren Bereich bis ca. 52 T€ Jahreseinkommen pro Person – weiter „oben“ ist dann bei aktuell 42% (bzw. ab einer Viertelmillion bei spätestens 45%) Schluß – egal wieviele Millionen jemand an Einkommen bezieht, und das schon seit über 10 Jahren fast unverändert.

(Daten siehe hier – leider ohne die dazugehörigen Einkommensgrenzen – die wenigstens sind teilweise einer anderen Tabelle zu entnehmen)

Ähnlich sieht es bei der Umsatzsteuer aus. Hier gilt zwar für alle derselbe Satz, aber der Arme muß fast sein ganzes Einkommen für seinen Lebensunterhalt ausgeben und wird damit fast in voller Höhe mit der Umsatzsteuer belastet.

Der Reiche kann gar nicht sein ganzes Einkommen ausgeben – selbst bei luxuriösem Lebensstil bleibt ein Großteil des Geldes beim Anlageberater. Dort wird es keiner Steuer unterzogen – d.h. anteilig von Einkommen zahlt der Reiche viel weniger Umsatzsteuer als die vielen Armen.

Hinzu kommt: es gibt unendlich viele Steuerschlupflöcher, die suchen zu lassen sich natürlich nur ein Reicher leisten kann – der einen Steuerberater bezahlen kann – der Arme zahlt halt seine Steuern (meistens zuviel).

Also: wenn die heutigen Steuersätze von allen auch wirklich bezahlt werden würden (ohne „Ausnahmen“), bräuchten keine Kredite zur Etatfinanzierung mehr aufgenommen werden.

(mehr Steuer-Daten hier)

Fazit: Steuern dienen der Umverteilung von „Fleissig“ nach „Geldreich“.

Ähnlich bei KV/PV-Beiträgen – hier gibt es die sog. Beitragsbemessungsgrenzen, die ab einer bestimmten Einkommenshöhe den Beitrag einfach kappen: bis zu dieser Höhe ist der festgelegte Prozentsatz zu zahlen, und alles was darüber hinausgeht an Einkommen ist von allen diesen Beiträgen vollständig befreit.

D.h. gerade für hohe Einkommen ist somit kein prozentualer Beitrag vorgesehen, sondern mit steigendem Einkommen fällt der Prozentsatz der Beiträge kontinulierlich – da ist nicht mal die einfache „formale“ Beitragsgerechtigkeit gewährleistet – hohe Einkommen werden entlastet – es wird wieder von „Fleissig“ nach „Geldreich“ umverteilt.

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Weiter.

Bis heute sind nur ganz vereinzelte Fälle bekannt, wo ein Mensch im Kapitalismus nur mit eigener Hände oder Kopfes Arbeit wirklich geldreich geworden wäre.

(Hier ist nicht ein bescheidener Wohlstand gemeint, sondern der Millionärsstand; die gnadenlos überbezahlten sog. „Top-Manager“ nehme ich hier mal aus der Betrachtung heraus – sie bekommen wirklich durch nichts zu rechtfertigende Gehälter und Ruhestandsbezüge – bei Lichte betrachtet ist das ein Schweigegeld: sie müssen tun was ihnen gesagt wird und dürfen dabei keine Skrupel haben.
Und die „brd“-Politiker-Marionetten sitzen alle in einem Selbstbedienungsladen und können daher nicht in die Betrachtung von „Arbeit“ mit einbezogen werden.)

Im Gegenteil:
alle wirklich geldreichen Leute (von den durch erben geldreich gewordenen mal abgesehen) haben ihr Geld nur dadurch zusammenraffen können, daß sie andere Menschen haben für sich arbeiten lassen und diesen nur einen geringen Teil des von diesen erarbeiteten Mehrwertes als Lohn ausgezahlt haben – den Rest haben sie für sich behalten.

Das soll jetzt weder moralisch noch juristisch bewertet werden – es geht hier erstmal um die Feststellung von Fakten und nicht um deren Interpretation

Also, wie wir gesehen haben, ist das eingangs genannte Postulat in keiner Weise „selbsterklärend“.

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Darüber hinaus fehlt auch der ökonomische Nachweis – wohin man auch schaut:

die Schere zwischen arm und reich geht nirgendwo zu, sondern überall – egal wann und wo – immer nur auf – in allen Ländern und zu jeder Zeit.

Es findet also „im wirklichen Leben“ keine Verbreitung des Reichtums statt, sondern im Gegenteil eine ständige Konzentration desselben in immer weniger „Händen“.

Zu weiteren Wirk-Mechanismen dieser ständigen Umverteilung von FLEISSIG nach GELDREICH werden wir im Verlaufe unserer späteren Betrachtungen noch detailliert kommen.

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Und jetzt kommt „der Hammer„:

das eingangs genannte Postulat ist auch in der heute „üblichen“ Wirtschaftswissenschaft schon längst überholt, denn bereits vom Altvater der bürgerlichen Ökonomie, John Maynard Keynes, ist folgendes Zitat bekannt:
„Wir müssen anstelle des Eigennutzes die Eigeninitiative, anstelle der Habgier das menschliche Maß und anstelle des Machtstrebens die Nächstenliebe ins Zentrum unseres Wirtschaftens stellen.“

Was uns also jeden Tag in den Medien und unseren Kindern in der Schule ständig „beigebracht“ wird, ist längst veraltet und wissenschaftlich durch völlig andere Grundsätze ersetzt.

Warum aber werden diese Erkenntnisse nicht verbreitet?

Hat einer der „aus-gebildeten“ Ökonomen während seines Studiums das eben genannte Zitat je gehört und erörtern dürfen?
Und dementsprechend eine neue Wirtschaftstheorie erarbeiten dürfen?

Es ist also nicht mein persönliches Ego oder ein persönlicher moralischer Popanz, den ich hier aufbaue, sondern eine vom „Halbgott der Ökonomie“ JMK himself geäußerte Erkenntnis, wenn ich FORDERE:

Schluß mit Egoismus und Ellenbogengesellschaft, mit Habgier und Machtstreben, mit Aneignung von immer größeren Anteilen des gesellschaftlichen Reichtums durch immer wenigere.

Die wahren Werte einer Ökonomie, die diese Bezeichnung auch verdient, sind (nach JMK) Eigeninitiative, Menschliches Maß und Nächstenliebe.

Auf die Umsetzung dieser Vorgaben warten wir immernoch.

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Noch ein Wort zur Privatisierung, die uns ja auch immer als das Heilversprechen schlechthin dargestellt wird.
Von wegen die staatlichen Unternehmen sind alle so lahm und ineffizient und nicht bürgernah und was nicht noch alles.
Und privat sei alles besser, weil ja ein Interesse bestehe an Gewinn.

Das ist schon mal eine Logik, die sich mir nicht erschließt.

Wenn ein staatliches Unternehmen auf die Befriedigung eines allgemeinen Bedürfnisses, wie Post, Bahn, Telekommunikation, Straßen, Brücken u.a. Infrastrukturen, ausgelegt ist und diese Aufgabe erfüllt, auch OHNE groß Gewinne einzufahren, dann ist das für die meisten Menschen absolut in Ordnung.

Denn die Gewinne der privaten Unternehmen kommen ja nur zu einem geringen Teil den Mitarbeitern und zu einem noch geringeren Teil der Öffentlichkeit zugute.

Somit ist es den meisten Menschen lieber, zu niedrigeren Preisen vielleicht nicht ganz so gut bedient zu werden als für hohe Preise nicht wesentlich besser.

Warum bei Privaten hohe Preise? Weil ja irgendwoher auch der Gewinn kommen muß. Der vorher (im staatlichen Unternehmen) „gefehlt“ hat.

Und schauen wir uns mal ein paar Unternehmen an, die hier im Lande in den vergangenen Jahren z.T. fast gewaltsam privatisiert worden sind.

Beispiel „Die Bahn“: hat die Pünktlichkeit zugenommen?

Keinesfalls – trotz aller statistischen Tricks hat die Pünktlichkeit zu vergleichbaren Konditionen deutlich abgenommen.

Hat sich der Service deutlich verbessert?

Klar, aber das ist vor allem dem Umstand zu verdanken, daß soviele technische Neuerungen in den vergangenen Jahren überall Einzug gehalten haben.

Ist die Sicherheit besser geworden?

Keinesfalls – Wartungsintervalle werden nicht mehr eingehalten, das rollende Material wird nicht mehr gepflegt, das Schienennetz wird nur noch einseitig für die Schnellzüge ausgebaut – für die „normalen“ Transporte wird rückgebaut ohne Ende.

Was völlig unverantwortlich ist, denn die Bahn ist nun mal das energetisch effizienteste Transportmittel nach wie vor, d.h. der Energieaufwand pro Tonnenkilometer ist weit unter dem vom LKW-Fernverkehr. Und auch vom Busverkehr!

Sind die Preise gefallen?

Wohl eher im Gegenteil – bei schlechterer Leistung wird regelmäßig etwas mehr Geld verlangt – von der völlig intransparenten Preisstruktur ganz zu schweigen.

Was also hat die Bahn-Privatisierung gebracht – außer Gewinnen für die Anteilseigner, die auf Kosten von Pünktlichkeit, Service, Sicherheit, Preisen – d.h. auf Kosten der Kunden „erzielt“ werden sind?

Auch die Vorgänge um die Berliner Wasser-Privatisierung sind allgemein bekannt – da stiegen die Preise plötzlich rapide, die Qualität des Wassers sank genauso rapide, es wurde nichts investiert, sondern nur angesahnt – von den großen internationalen Unternehmen (welche ist bekannt – kann jeder nachlesen).

Nochmal ganz deutlich:

Privatisierung kommt von lat. „privare“ – das bedeutet „berauben„.
Und genau das passiert auch – die Menschen werden ihres Anteils am von den Steuern ihrer Eltern und Großeltern aufgebauten Gemeinschaftseigentum beraubt: Autobahnen, Eisenbahn, Telefonnetz, Straßen und Wege, Postfilialnetz – all das ist von den Steuern der Menschen auf- und ausgebaut worden.

Was passiert bei jeder „Privatisierung“?

Zuerst wird mal ein Großteil der staatlich aufgebauten Infrastruktur wieder zugemacht – weil angeblich „nicht kostendeckend“.

Bitte, worüber reden wir hier?
Wir reden über öffentliche Bedürfnisse – diese dürfen niemals Gegenstand von privatem Kosten- und Gewinndenken werden!

Sodann werden Kosten „eingespart“ – d.h. meistens Leute rausgeworfen, deren Arbeit die zurückbleibenden Mitarbeiter fürs gleiche Geld nun mitmachen dürfen.

Weiter werden „Strukturen gestrafft“ – d.h. überall, wo nur Bedürfnis gedeckt und nicht Gewinn gemacht wurde, wird gekürzt, abgebaut, dichtgemacht.

Und schließlich werden die Preise „an die Marktverhältnisse angepaßt“ – natürlich nach oben – die GIER nach GEWINN ist schließlich durch nichts begrenzt.

Unter dem Strich stehen Kunden und Öffentlichkeit nach der Privatisierung schlechter da als vorher, weil Qualität und Quantität abgebaut wurden – die nun „fließenden“ Gewinne jedoch in privaten Taschen landen.

Und davon hat, wie wir oben gesehen haben, niemand wirklich etwas.

Deshalb: solange die „brd“-ReGIERigen ihren Haushalt in den einzelnen Geschäftsbereichen nur mit Hilfe von Krediten ausgleichen wollen, sollte ihnen jegliche Privatisierung von Gemeinschaftseigentum untersagt sein.

Was unsere Eltern und Großeltern bezahlt haben, das gehört uns allen und nicht irgendwelchen dahergelaufenen „Parteien“ (die eh nur einen Teil des Volkes vertreten – denn „Partei“ kommt nun mal von „part“ = der Teil) und deren Vortänzer-Marionetten.

Und die dürfen darüber keine unbegrenzte Verfügungsgewalt haben.

.

Ja, ich höre sie schon mit den Hufen scharren – die Oberklugen, die nun mit der ach so erfolgreichen Telekom-Privatisierung kommen wollen.

Fragen Sie bitte erstmal ein paar Telekom-„Volksaktien“-Besitzer, was für eine tolle Rendite sie denn so erzielt haben. (hier – bitte mal auf den Knopf MAX der Grafik drücken)

Fragen Sie bitte mal Manfred Krug, wie er sich fühlt, nachdem er so viel (leider nur für ihn einträgliche) Werbung für die T-Aktie damals gemacht hat.

Und beachten Sie bitte auch, daß in der Zwischenzeit ein beispielloser technologischer Sprung erfolgt ist – von der schnurgebundenen Telefonie zur schnurlosen.

Ob das auch ein Fortschritt für die Menschheit gewesen sein wird, möchte ich heute noch nicht bewerten wollen – zu langfristig schädlich sind die von vielen bisher noch nicht hinreichend beachteten gesundheitlichen Folgen der Mobilfunk-Einführung – bitte laßt uns in 10 oder 15 Jahren auf das Thema zurückkommen…

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Summa summarum:

Wir kommen also nicht umhin festzustellen, daß der Satz „Eigennutz geht vor“ völlig falsch ist.

Richtig muß es heißen:      Naturschutz geht vor Gemeinnutz geht vor Eigennutz.

Denn ohne einen funktionierenden Lebensraum wäre auch ein Einsatz nur für die Gemeinschaft vergebliche Liebesmüh. 😉


2 Kommentare

  1. Dude sagt:

    “ sollte ihnen jegliche Privatisierung von Gemeinschaftseigentum untersagt sein.“

    Sollte, ja… aber….

    Freut Euch drauf, wenn dieses Jahr TISA unterschrieben und gültig wird… https://dudeweblog.wordpress.com/2014/06/04/die-weitere-zementierung-der-nwo-mittels-tisa/

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  2. Vollidiot sagt:

    Mit TISA beginnt das finale Ausnehmen der Europäer.
    Freut Euch.
    Schweizerwasser nur noch bei Nestle.
    Samenweitergabe (nicht der aus dem String) untersagt.
    Arbeitslöhne gehen in den Keller.
    Vermögen schwinden.
    Stadtwerke ade.
    Wer nicht zahlt hat kein Strom, Wasser usw..
    Wohl dem, der nicht in der Stadt wohnt.
    Bestechung, Korruption wachsen.
    Gesinnung wirde ganz wichtig.
    Usw.
    Das macht uns keine Angst
    Es kann nur sein, daß wir verantwortlich handeln müssen, im Sinne von BuBa.

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