bumi bahagia / Glückliche Erde

Natur-Garten (1) – Unkraut

Nach dem Wahlspruch von Viktor Schauberger „Die Natur kapieren und kopieren“ beginnt heute eine kleine Reihe von Aufsätzen, die uns anregen wollen, ähnlich vorzugehen, wie damals der Österreichische Forstmann.

Natürlich hatte er den unschätzbaren Vorteil, daß er einen Wald in seinem weitgehend naturbelassenen Zustand kennenlernen und beobachten konnte – was uns hier in Mitteleuropa heutzutage schon nicht mehr möglich ist.

Aber auch unser kleiner Garten am Haus kann uns viele Dinge nahebringen, wenn wir aufmerksam beobachten und entsprechend unser Tun ändern.

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Was geschieht denn in unserem Garten, wenn wir einfach mal „die Natur machen lassen„?

Klar, „das Unkraut wuchert“.

Wo denn vor allem?

Richtig, genau an den Stellen, wo wir es am wenigsten „gebrauchen können“ – auf den frisch angelegten Beeten.

Ist die Natur also „gemein“ zu uns?

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Wenige Sätze und schon eine Menge „zutiefst menschlicher“ Denkfehler.

Zunächst, das wissen viele, gibt es keine „Un“-Kräuter – alle Pflanzen haben eine Aufgabe und einen Nutzen – auch für den Menschen, aber vor allem für die Natur und das Miteinander darin.

Das ist eine der wichtigsten Lehren der Natur:

es hat alles seine Aufgabe, alles ist mit allem verbunden, es gibt so vielfältige Vernetzungen, daß eine kleine Veränderung zwar sofort ausgeglichen werden kann, aber zu viele Veränderungen führen auf Dauer zu neuen Abhängigkeiten, d.h. bestimmte Nischen des Lebens schließen sich und andere öffnen sich dafür – die einen Lebewesen haben dann keinen Lebensraum mehr, und andere treten im besten Falle an deren Stelle.

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Und zum Wort „gemein“ wäre zu sagen, daß dies ursprünglich „einfach, gewöhnlich“ bedeutet hat – daher auch die „guten“ Begriffe Gemeinschaft, Gemeinsamkeit, sich mit etwas gemein machen – den negativ belegten Inhalt hat das Wort im Zuge der allgemeinen Gehirnwäsche zielgerichtet „verpaßt bekommen“ – es ist ein zu gutes Wort. 😉

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Zurück in den Garten. Warum also wachsen die „Unkräuter“ bevorzugt auf den Beeten?

Gesunder Gartenboden enthält in einem Teelöffel mehr Mikroorganismen als es Menschen auf der Erde gibt – über 10 Milliarden.

Alle diese Mikroorganismen haben in jeder Bodenschicht eine bestimmte Aufgabe bei der „Verarbeitung“ der organischen Stoffe, die im Form von Blättern, Samen und Exkrementen von Insekten und Kleintieren so anfallen.

Die meisten dieser Mikroorganismen sind aber nur in einem relativ engen Temperaturbereich lebensfähig.

Wenn wir das Beet vorbereiten, dann „jäten“ wir zuerst allen Bewuchs weg, dann graben wir um – damit bringen die gesamte Bodenschichtung durcheinander – die Mikroorganismen, die oben an der Oberfläche waren, sind plötzlich unten, wo sie gar keine passenden Lebensbedingungen haben, und umgekehrt.

Anstelle dessen sollten wir also nur den Boden etwas lockern, mit dem Flach-Grubber (nebeneinander stehende „Zinken“) oder dem „Sauzahn“ – ohne dabei die Schichtung zu verändern.

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Warum aber wachsen nun die „Unkräuter“?

Da wir nun gepflanzt und gesät haben, liegt der Boden offen der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Und weil in der Natur alle Lebensprozesse durch feine Temperaturunterschiede gesteuert werden, ist plötzlich das gesamte Bodenleben in Aufruhr – eine für die meisten unerträgliche Hitze breitet sich aus, viele Mikroorganismen sterben ab oder ziehen sich in tiefere Bodenschichten zurück, der Boden trocknet aus und nimmt weniger Wasser auf, wenn wir gießen (das ist zu sehen) – es beginnt der Teufelskreis der Verschlechterung – hervorgerufen durch unser „ungestümes“ Eingreifen.

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Aber weil in der Natur alles zusammenhängt, hilft sich die Natur selbst:

die Veränderungen bei den Bodenorganismen signalisieren den im Boden liegenden Samen, daß plötzlich die Sonne auf den nackten Bpoden scheint und damit ihre Lebensbedingungen in Gefahr sind – als Reaktion fangen sofort die „richtigen“ (gemäß Jahreszeit, Witterung, Feuchtigkeit etc.) Kräutersamen an zu keimen und zu wachsen – nur um den Boden vor den direkten Sonneneinstrahlung zu schützen und sich und den Boden zu „retten“.

„Standort: vollsonnig“ auf der Pflanzenpackung bedeutet nämlich nicht, daß der Boden der Sonne ausgesetzt werden soll, sondern die Pflanze – das ist ein Unterschied!

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Was können wir tun, damit weniger von den (eigentlich nur uns „störenden“) Kräutern wachsen auf den Beeten?

Ganz einfach – wir können dafür sorgen, daß der Boden immer abgedeckt ist – durch immergrüne Zweige (wir verwenden dazu ganzjährig den Schnitt unserer Thuja-Hecke) oder Blätter (die gehören sowieso nicht auf den Komposthaufen, sondern bleiben unter den Bäumen und Sträuchern, von denen sie abgefallen sind, liegen, damit der Boden genau die Stoffe zurückbekommt, die ihm durch die Pflanzen in der vorherigen Vegetationsperiode entzogen worden sind) oder durch anderswo gejätete Kräuter, die einfach auf dem Boden ausgebreitet werden und dort liegen bleiben.

Zweitbeste Lösungen können ein paar alte Bretter sein – allerdings siedeln sich darunter dann oft die Nacktschnecken an, sie müssen also täglich morgens und abends kontrolliert werden – oder auch luft- und wasserdurchlässige Vliesstreifen – die verhindern allerdings, daß die Vögel an die darunter laufenden Insekten herankommen – erneut greifen wir in natürliche Abläufe ein, ohne zu ahnen, was wir damit auslösen.
Da ist es dann schon besser, den Strauchschnitt von Hand mit der Rosenschere „kleinzuhäckseln“ und auf die ungeschützten Bereiche des Beet-Bodens zu auszustreuen.

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Schwarze oder andersfarbige Folien sind keinesfalls zu empfehlen – sie enthalten immer die sog. Weichmacher – Chemikalien, die dann in den Boden wandern und sich verheerend auf das Bodenleben auswirken – und uns später in Form der geernteten Früchte und Gemüse wieder auf den Teller kommen.

Denn für diese komplett unnatürlichen Stoffe, die es vor der „Erfindung“ der Chemieindustrie in der Natur gar nicht gab, hat die Natur auch keine entsprechenden Abbau-Mechanismen (Bakterien) „entwickeln“ können.

Und wenn uns der freundliche Bio-Chemiker dann gleich noch die dafür passenden Bakterien liefern will, dann danken wir höflichst: wie die sich mit den anderen, den „richtigen“ natürlichen Mikroorganismen vertragen werden, weiß kein Mensch – auch nicht der nette Bio-Chemiker – der will nur verkaufen: erst die Folien, dann die Bakterien, dann noch mehr Bakterien usw.

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Es grüßt euch euer Natur-Gärtner Luckyhans.


11 Kommentare

  1. Adolph Bermpohl sagt:

    Wie schon richtig angedeutet:
    Es gibt kein Un-Kräuter und keine Un-Tiere – es gibt nur Un-Menschen!
    Das Wort ‚gemein‘ bedeutet vor allem ‚allgemein‘!

    Adolph

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  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG sagt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Hier kann ich die Hausbücher der Deutschen Familien empfehlen, die eine jede frisch vermählte Familie dann auch mit bekam! Seiten der Hausmannsküche, mit Eingesalztem, Kräuter und Beeren, wie auch Bucheckern und dann die Sittengesetze und da auch die Verfassung stehend! Lange vor dem Dritten Reich ausgegeben und es eignet sich garantiert eine Neu-Auflage, die dann der Jugend der Deutschen in allen deutschen Ländern gleich ausgegeben werden darf, ebenso die Germanische Heilkunde um Honig, Krautwickel und Leinen, Hanf und anderen heimischen Planzen! Mit völkischem Gruß an die Hopi und anderen Weltfamilien, wie die Mormonen, Hutterer und diverser Familien, die da auswanderten und sich noch behaupten können, siehe Krim und da die Familien Se(e)bold, Ruppert und andere, wie auch dem Gardisten in der russischen Leibgarde oder dem Arzt der Juden in Israel, der nur deutsche und Germanische Heilkund anwendet! Meist sind es auch Deutsche, die Vorkoster sind bgei den Präsidenten und Herrschern – siehe Deutsche Kunst und Handwerker in DUBAI! Glück, Auf, meine Heimat!

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  3. luckyhans sagt:

    @ SFD:

    Wo sind denn solche „Hausbücher der Deutschen Familien“ zu finden?

    Ist doch nicht etwa sowas gemeint: http://www.amazon.de/Das-kreative-Hausbuch-durchs-Jahr/dp/3772458297/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1401711378&sr=8-6&keywords=hausbuch+der+familie ???

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  4. Dude sagt:

    „Aber auch unser kleiner Garten am Haus“

    Welcher Garten? Welches Haus? ^^

    „die gehören sowieso nicht auf den Komposthaufen, sondern bleiben unter den Bäumen und Sträuchern, von denen sie abgefallen sind, liegen, damit der Boden genau die Stoffe zurückbekommt, die ihm durch die Pflanzen in der vorherigen Vegetationsperiode entzogen worden sind“

    Also hier landen die je länger je systematischer per ‚Grünabfuhr‘ in Energiegewinnungsanlagen… Die Kompostanlage wurde vor zwei Jahren geschlossen…

    MfG aus dem Blutgeldmoloch Zureich

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  5. Petra von Haldem sagt:

    Wir mulchen mit Grasschnitt oder im Frühjahr mit Stroh, wenn es noch kein Grasschnitt gibt.

    Größere Flächen, die als Wege dienen, mit Rindenmulch aus eigenem Waldbestand.

    Lebendige Erde hat immer eine „Haut“, sprich Bewuchs.
    Mulchen ist das Pflaster auf der offenen Wunde der Erde.

    Danke für den schönen Beitrag, lieber luckyhans.

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  6. ohnweg sagt:

    Mein Schwiegervater in Paraguay hat den Boden so gelassen wie er gewachsen ist. Er hat in seinem Garten die Lochdüngung benützt. So alle 30 bis 50 cm ein kleines Loch buddeln und den Küchenabfall hineingeben dann wieder zudecken. Ruhig auch die anfallenden Eierschalen dazugeben. Das wars. Er wurde von allen bewundert wie die Pflanzen in seinem Garten gedeihen. Das Unkraut hat er nur kurzgeschnitten und überhaupt nicht beachtet.

    Hier will ich noch einen Link einstellen. Thomram, bitte das Wort Oberlehrer übergehen. Denn der Artikel ist von mir. Ich habe meine Meinung über Oberlehrer gründlich überdacht. http://der4weg.blogspot.de/2011/04/der-agrar-rebell.html

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  7. Gravitant sagt:

    Schnittzauber
    Viele Bäume,Sträucher und auch Büsche brauchen einige Zeit,
    um sich vom Rückschnitt zu erholen.
    Sie haben jedoch die Möglichkeit,
    der Pflanze diese Phase zu erleichtern.
    Beginnen Sie,indem Sie den Schnitt
    nicht irgendwo fern vom Baum planen,
    sondern gemeinsam mit diesem besprechen –
    einfach indem Sie um den Baum wandernd
    und diesen betrachtend ihre Gedanken laut formulieren.
    Sehen Sie den Baum dabei aufmerksam an,
    denn viele Pflanzen teilen uns durch die Form ihres Wuchses deutlich mit,
    wohin sie gerne wachsen möchten
    und welche Äste sie nicht mehr benötigen.
    Es ist sinnvoll dem Baum zu erklären,
    warum Sie bestimmte Zweige wegnehmen möchten.
    Wenn Sie entschieden haben,
    welche Äste fallen sollen,
    teilen Sie dies dem Baum mit,
    indem Sie die entsprechenden Zweige kurz umfassen und ihn bitten,
    seine Lebenskraft daraus zurückzuziehen.
    Lassen Sie ihm dann einige Minuten Zeit.
    Danach führen Sie die erforderlichen Schnitte
    schnell und ohne großes Bedauern aus –
    Schließlich nehmen Sie wieder Kontakt zur Lebenskraft
    der Sie umgebenden Natur auf
    und lassen diese durch ihre Hände
    in die Schnittstelle fließen.
    Dabei versiegeln Sie den Baum ähnlich wie mit einem Harz.
    Dabei sagen Sie zu der Pflanze mit sanfter Stimme:
    Was ich geschlagen,
    Versiegle ich nun,
    Damit Wurzel,Stamm und Blatt
    In Frieden ruhn.

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  8. blackhawkone sagt:

    Hat dies auf ERWACHE! rebloggt.

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  9. Eine sehr gute Anleitung lieber Lucky. Ergänzend zum Thema möchte ich auf die Bodenverdichtung durch schwere Traktoren in der Landwirtschaft Bezug nehmen, die verantwortlich gemacht werden, wenn das Wasser bei Starkregen nicht schnell genug absickern kann und zu Überschwemmungen führt. Besonders in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Gebieten ist das zu beobachten.

    Ganz übel wird es, wenn der menschengemachte CO2- Ausstoß für die Überschwemmungen herhalten muß. So die allgemeine Lehrmeinung. Mitnichten ist das so. Diese Behauptungen dienen nur zur Ablenkung der wahren Ursachen.

    Die modernen Riesentraktoren werden dafür immer wieder vorgezeigt. Als Ingenieur verdreht es mir dem Magen, wenn ich eine solche Sche… höre. Die Traktoren mit ihren Riesenrädern können den Boden max. 5 cm verdichten und auch nur in der Furche. Also 80 – 90 % bleiben unverrichtet. ??? Gegenüber den ersten Traktoren mit den Schmalrädern sind die Streicheleinheiten, bezogen auf die Bodenpressung.

    Ich möchte euch nicht mit Bodenmechanik langweilen. Aber um einen Boden so zu verdichten, daß er gar nix mehr schluckt, braucht es schwere Walzen oder Rüttelgeräte. Die schaffen je nach Boden bis zu 30 cm. In landwirtschaftlichen Gebieten ist jedoch eine Bodenverdichtung bis 5 Meter zu beobachten. Wie geht das?

    Ein Einwurf: http://www.oekosystem-erde.de/html/bodengefaehrdung.html

    Die waren Ursache ist die chemische Verseuchung und die damit Tötung der Mikroorganismen bis hin zu den Regenwürmern, die bis zu einer Tiefe von fünf Metern arbeiten und den Boden immer wieder auflockern.
    Chemische Pflanzenschutzmittel und -dünger machen der Bodenpflege den Garaus. Auch Monokulturen, die die Vielfalt des Bodenlebens zerstören.

    Aber auch die oberflächliche Bodenbearbeitung mittels Umpflügen leistet seinen Beitrag, wie Lucky richtig bemerkte.

    Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen will, dem sei eine bemerkenswerte Dissertation empfohlen.

    http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/suemer-mehmet-resat-2012-10-25/PDF/suemer.pdf

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  10. luckyhans sagt:

    zu LdT um 01:16
    Vielen Dank für die zusätzlichen Hinweise und die (vorerst nur überflogene) Dis.
    Die Natur hat noch viele Wunder für uns bereit, wir müssen (ja, müssen!) uns nur wieder mit ihr beschäftigen… 😉

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