bumi bahagia / Glückliche Erde

Deutsche Absetzbewegung 5

Der Autor Gilbert Steinhoff hat in „Die Dritte Macht“ keine Mühe gescheut, Quellen zu erforschen und sie in Querverbindung auf ihre Wahrheit zu prüfen. Gilbert Sternhoff kommt zu eigenen Schlüssen, welche ich persönlich für plausibel halte.

.

Bitte setze deinen eventuellen Kommentar zwecks Uebersicht unter

https://bumibahagia.com/2014/01/01/deutsche-absetzbewegung-1/comment-page-1/

Wer das Buch kaufen möchte, findet unter dem Text die notwendigen Angaben.

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Der Kommandierende der Süd-Route und Vorgesetzte von Rudolf

Schuster, SS-Obersturmbannführer Neumann, konnte ins Ausland fliehen.

Im Jahre 1954 wurde er in Rhodesien gesehen, 1964 in der Schweiz. (18)

Sturmbannführer Rudolf Schuster starb (?) 1947. (27)

Aufschlußreich ist, daß sich von den hier genannten vier unmittelbar an

der Evakuierung von Hochtechnologie beteiligten Personen höheren

Ranges wahrscheinlich drei, nämlich Hanke, Kammler und Neumann,

erfolgreich der Absetzbewegung anschließen konnten. Nur Sporrenberg

blieb auf der Strecke.

Welchen Weg nahm die vor dem Zugriff der Alliierten in Sicherheit

gebrachte Hochtechnologie, und welche Länder lagen am Ende dieses

Weges?

Nach den Recherchen Igor Witkowskis scheint über die Süd-Route,

überwiegend auf dem Luftweg, Hochtechnologie in der Hauptsache nach

Spanien verbracht worden zu sein, wobei er aber auch Hinweise dafür

erhalten haben will, daß für einige der Transporte Südamerika als Endziel

vorgesehen war. Das bedeutet: Für die Zeit nach dem Krieg mü.ten sich in

Spanien entsprechende Aktivitäten nachweisen lassen. Wie noch zu zeigen

sein wird, war dem tatsächlich so.

Die Nord-Route hatte als Ziel Norwegen, wobei dieses Land angesichts

der n.herrückenden Fronten nur ein vorläufiges Ziel gewesen sein kann.

Zumindest in einem speziellen Fall soll eine Luftbrücke von Norwegen

nach Südamerika eingerichtet worden sein. Hierbei handelte es sich um die

Evakuierung der wohl revolutionärsten Entwicklung deutscher

Wissenschaftler, auf die weiter unten noch zurückzukommen sein wird.

In allen anderen Fällen dürften U-Boote für den Weitertransport gesorgt

haben. Nichts anderes hatte auch Wilhelm Landig behauptet, und es konnte

schon gezeigt werden, daß deren Bestimmungsort in Argentinien lag.

Erst im Jahr 2001 ist der Öffentlichkeit über das Buch von Nick Cook

die Existenz eines Geheimprojektes der amerikanischen Luftwaffe aus der

Zeit unmittelbar nach Kriegsende bekannt geworden. Die Ergebnisse dieser

Aktion fanden ihren Niederschlag in den sogenannten Lusty- Akten. Diese

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beinhalten unter anderem eine Aufzählung von Standorten deutscher

Hochtechnologie und berichten über das, was die Amerikaner dort

vorgefunden haben. In einem Parallelprojekt zur bekannten Operation

Paperclip wurden die an den Forschungen und Entwicklungen beteiligten

deutschen Wissenschaftler gleich an Ort und Stelle mit vereinnahmt.

Warum in diesem Zusammenhang auf den Inhalt der Lusty-Akten

verwiesen werden muß?

Weil sie den endgültigen Beweis dafür erbringen, daß deutsche U-Boote

in den letzten Kriegstagen in einer bisher nicht für möglich gehaltenen

Größenordnung Hochtechnologie über den Atlantik in Sicherheit gebracht

haben! Damit wird auch erstmals das wahre Ausmaß der von Landig

beschriebenen Evakuierungsaktion deutlich.

Was konkret ist darüber in den Lusty-Akten nachzulesen?

In den ersten Mai-Tagen des Jahres 1945 wurde von den Amerikanern

in der Nähe von Berchtesgaden der Führungsstab der deutschen Luftwaffe

ausgehoben. Ein dabei gefangengenommener Techniker erklärte, vor

kurzem eine Position im mit Deutschland verbündeten Japan angeboten

bekommen zu haben. Daraufhin wurde er einem besonderen Verhör

unterzogen, in dessen Ergebnis der Ingenieur die Aussage machte, daß

Mitte April zehn mit den neuesten Errungenschaften der deutschen

Kriegstechnik schwer beladene U-Boote von Kiel aus in Richtung Japan in

See gestochen seien. Diese Information wurde von den Amerikanern sofort

mit höchster Dringlichkeit an alle relevanten militärischen

Kommandostellen weltweit weitergegeben. Eine der größten Suchaktionen,

die die Weltmeere je gesehen hatten, mit Kriegsschiffen aller alliierten

Nationen begann. Im Ergebnis davon konnten bis Ende Juni sechs dieser

zehn U-Boote aufgebracht werden, einige näher, andere weiter von ihren

Basen entfernt. (27) Das bedeutet: Die in die Absetzbewegung involvierten

U-Boote sind nicht – wie verschiedentlich behauptet – im Konvoi, sondern

einzeln gefahren.

In Zweifel zu ziehen sind die Aussagen des Technikers, wonach der

Bestimmungsort aller Boote Japan gewesen sei, wie auch, daß sie alle von

Kiel ausgelaufen seien. Gerade dem widerspricht schon der genaue

Wortlaut des Textes, in dem von verschiedenen U-Boot-Stützpunkten die

Rede ist.

Im folgenden soll der Versuch unternommen werden, die Geschichte der

zehn U-Boote zu rekonstruieren und auch das Schicksal der vier von den

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Amerikanern nicht aufgebrachten Boote zu klären. Die nachfolgende

Nummerierung der Boote von 1 bis 10 wurde vom Autor willkürlich

vorgenommen.

Boot 1: U 234 lief am 16. April 1945 (identisch mit der Aussage »Mitte

April«) aus dem norwegischen Hafen von Kristiansand (wie zu erwarten

nicht Kiel) mit Ziel Japan aus.

Außer der Mannschaft waren auch drei Japaner, sieben deutsche

Spezialisten für verschiedene Militärtechnik, ein Militärrichter, der neue

deutsche Militärattache für Tokio sowie zwei Experten der Firma

Messerschmidt an Bord. U-Boot-Kapitän Johann Fehler ignorierte vorerst

den Befehl von Großadmiral Dönitz zur bedingungslosen Übergabe der UBoote

an die Alliierten. Erst nachdem ihm zur Kenntnis gelangt war, daß

Japan nach dem 8. Mai alle Vereinbarungen mit dem Deutschen Reich

annulliert hatte, lief er am 19. Mai in den Hafen von Portsmouth an der

Ostküste der Vereinigten Staaten ein. Die Amerikaner entdeckten auf dem

Boot neben 56 kg Uraniumoxid (andere Quellen sprechen von 560 kg)

unter anderem auch Pläne und Muster verschiedener hochentwickelter

Waffensysteme sowie vor allem über 24 Tonnen Quecksilber. (27) Mit all

dem sollte der Verbündete Japan in die Lage versetzt werden, den Krieg

erfolgreich fortzuführen.

Die umfangreiche, äußerst vielgestaltige Ladung des Bootes läßt nicht

vermuten, daß darüber hinaus weitere neun solcher Boote allein für Japan

bestimmt gewesen sein sollen.

Boot 2: Am 4. Juni 1945 teilte die britische Admiralität mit, daß sich die

aus 47 Männern bestehende Besatzung eines deutschen U-Bootes nach der

Selbstversenkung ihres schwer beschädigten U-Bootes gegenüber von

Leixoes, der portugiesischen Autorität zur Verfügung gestellt habe. (11)

Boot 3: U 530 ergab sich am 10. Juli 1945 den argentinischen Behörden

und wurde später in die USA überführt (siehe oben). Ausgangshafen auch

dieses Bootes war übrigens das norwegische Kristiansand.

Boot 4: U 977 wurde am 17. August den Argentiniern übergeben und

später gleichfalls an die Amerikaner ausgeliefert. Auch U 977 kam aus

Kristiansand.

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Einschub: Kritisch eingewendet werden könnte an dieser Stelle, daß in

den Lusty-Akten davon die Rede war, daß sechs der zehn U-Boote bis Ende

Juni aufgebracht werden konnten. Bei U 530 wie auch bei U 977 war das

jedoch erst im Juli bzw. August der Fall. Anzunehmen ist, daß die Angabe

»Ende Juni« irrtümlich in die Akten eingeflossen ist, weil in die

Erfolgsbilanz dieser Aufspüraktion dann ohne Zweifel auch diese beiden

Boote mit dem späteren Datum Aufnahme gefunden hätten.

Boot 5 und 6: Zwei unbekannte Boote, die von den Amerikanern irgendwo

auf den Weltmeeren aufgespürt und zur Kapitulation gezwungen werden

konnten, ohne daß dieser Sachverhalt bis heute öffentlich bekannt gemacht

worden ist.

Boot 7 und 8: Bei ihnen handelt es sich um die beiden U-Boote, welche die

Seeleute Dettelmann und Schulz an der Küste Argentiniens beobachtet

hatten (siehe oben).

Boot 9 und 10: Zwei unbekannte Boote, die sich den Nachstellungen der

Amerikaner erfolgreich entziehen konnten und von denen angenommen

werden kann, daß sie ebenfalls die argentinische Küste angesteuert haben.

Fazit: Sechs U-Boote (3, 4, 7, 8, 9, 10) konnten ihre Ladung an den

Küsten Argentiniens löschen. Ein Boot versenkte sich selbst (2). Die

Ladung eines Bootes (1) wurde mit Sicherheit, die von zwei Booten (5, 6)

mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Amerikanern aufgebracht.

Was ist aus den Booten 7 bis 10 geworden, derer die Amerikaner nicht

habhaft werden konnten?

Zwei dieser U-Boote haben sich anscheinend nach dem Löschen ihrer

Ladung an der Küste Argentiniens selbst versenkt. In der Bucht von San

Matias (Abbildung 10) entdeckten Piloten die Silhouetten von zwei auf

dem Meeresgrund liegenden U-Booten (Abbildung 11). Über an dieser

Stelle versenkte argentinische U-Boote ist dagegen nichts bekannt. (50)

Und die beiden verbleibenden Boote?

Die lange, buchtenreiche argentinische Küste bietet mehr als eine Stelle,

die sich für ein Versteck geeignet hätte. In diesem Fall scheint eine

Selbstversenkung der U-Boote direkt nach erfüllter Mission im Rahmen

67

Abb. 10

68

Abb. 11

der Absetzbewegung auch aus einem anderen Grund nicht stattgefunden zu

haben.

Am 25. September 1946 brachte die französische Zeitung France Soir

in großformatiger Aufmachung folgenden sensationellen Bericht:

»Fast eineinhalb Jahre nach Beendigung der Kampfhandlungen in

Europa wurde der isländische Walfischfänger von einem deutschen

Unterseeboot angehalten. Es handelt sich um den isländischen Dampfer mit

Namen Juliana, der sich zwischen den Inseln Malvinas und der

antarktischen Zone aufhielt, als er plötzlich von einem deutschen

Unterseeboot großen Formats angehalten wurde, das die deutsche

Trauerflagge – rot mit schwarzem Rand – hißte. Der Kommandant des UBootes

näherte sich dem Walfischfänger in einem Schlauchboot, stieg auf

das Schiff und forderte von Kapitän Hekla – in einem Ton, der keinen

Widerspruch zuließ – einen Teil seines frischen Proviants. Der Kapitän des

Walfischfängers sah sich gezwungen, dem deutschen Marine-Offizier zu

gehorchen, der ein korrektes Englisch sprach und die Ware in Dollar

bezahlte, außerdem auch für die Besatzung eine Prämie von zehn Dollar

pro Mann aushändigte. Während der Verladung des frischen Proviants in

das U-Boot gab der deutsche Kommandant dem Kapitän des

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Walfischfängers Informationen über Walfischbänke, die der Isländer später

aufsuchte und auch zwei Exemplare harpunieren konnte.« Erläuternd gab

die französische Zeitung der Überzeugung Ausdruck, »daß die Gerüchte

über U-Boote der deutschen Kriegsmarine in den Gewässern des

Feuerlandes sowie in der antarktischen Zone auf Wahrheit beruhen«. (11)

Große Teile der Küsten Feuerlands gehören aber bekanntlich zu

Argentinien!

Wie zu zeigen war, lagen letztlich die Bestimmungsorte für die

evakuierte reichsdeutsche Hochtechnologie in Spanien und Argentinien.

Warum ausgerechnet in diesen beiden Ländern? Bezüglich Spaniens fällt

die Antwort leicht, hatte doch Hitler dem General Franco überhaupt erst zur

Macht verholfen. Im Krieg blieb Spanien neutral, und somit war für die

Alliierten kein Anlaß gegeben, in dem Land militärisch zu intervenieren.

Nicht ganz so einfach liegen die Verhältnisse bezüglich Argentiniens.

Im Mittelpunkt der guten Kontakte zwischen dem Deutschen Reich und

Argentinien während des Krieges steht die Person Juan Domingo Perons.

Geboren 1895, strebte er frühzeitig eine militärische Laufbahn an. Peron

wurde 1912 in die Kadettenanstalt in Buenos Aires aufgenommen, nach

deren Absolvierung er seinen Dienst als Heeresoffizier leistete. Im Range

eines Obersten begann er 1939 eine Studienreise nach Europa. Von Rom

aus, wo er bis 1941 auch als Adjutant des argentinischen Militärattaches

fungierte, besuchte er mehrere europäische Länder, so anscheinend auch

Deutschland. (51) Während seines Aufenthaltes in Rom lernte er die

politischen und sozialen Verhältnisse im faschistischen Italien kennen, die

ihm später, als er selbst Präsident Argentiniens geworden war, in vielerlei

Hinsicht als nachahmenswert erschienen. In dieser Zeit muß es auch zu

Kontakten mit hochrangigen Vertretern der SS gekommen sein, auf deren

Grundlage die spätere Zusammenarbeit im Krieg und in der Zeit danach

aufbaute. Erst nach 1945 wurde publik, daß der Name Perons auf einer

Liste von Agenten des Sicherheitsdienstes der SS (SD) stand. (27)

Nach seiner Rückkehr gründete er in Argentinien mit gleich gesinnten

Offizieren die GOU (Gruppe vereinigter Offiziere). Am 4. Juni 1943

putschten die Militärs, und Peron, als führendes Mitglied der GOU, wurde

Minister für Arbeit und Wohlfahrt. Pedro Ramirez wurde Staatspräsident.

Interessant ist, daß dieser General Ramirez gemeinsam mit anderen

Offizieren schon seit längerem gute Kontakte zum deutschen Botschafter in

Argentinien, von Thermann, pflegte und daß am 2. Mai 1943, also einen

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Monat vor dem Putsch, der deutsche Botschafter in Spanien und Präsident

des Lateinamerikanischen Instituts in Berlin, General Faupel, mit einem UBoot

in geheimer Mission in Argentinien landete. (28) Nach dem Krieg

sagte der ehemalige SD-Chef Walter Schellenberg aus, daß im Mai 1943

zwischen Deutschland und der Gruppe argentinischer Offiziere eine

Übereinkunft erzielt worden sei, die die Bedingungen für die gegenseitige

Zusammenarbeit regelte. Dazu gehörte auch die Erlaubnis, auf den

diplomatischen Kanälen der Argentinier geheimes Material transportieren

zu können! (51) Damit dürfte die Bedeutung der Mission Faupels klar

geworden sein.

Nach einer weiteren Militärrevolte trat 1944 Präsident Ramirez zurück.

Juan Peron wurde Vizepräsident. Damit war Argentinien endgültig zum

Brückenkopf des Dritten Reiches auf dem südamerikanischen Kontinent

geworden. Peron hatte schon im Mai 1943 in einem geheimen GOUManifest

geschrieben: »Hitlers Kampf in Krieg und Frieden ist auch der

unsere.« Die alliierten Geheimdienste beobachteten argwöhnisch, was sich

da in Argentinien zusammenbraute, zumal ihnen bekannt geworden war,

daß Argentinien sich an die Spitze einer gegen die USA gerichteten

Südamerikanischen Allianz stellen wollte. So wurden alle Mittel des

diplomatischen Drucks eingesetzt, um Argentinien zu einer Änderung

seines politischen Kurses zu bewegen. Scheinbar gab Argentinien diesem

Druck auch nach und brach als letzte amerikanische Nation im Januar 1944

die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab, blieb aber im Krieg

neutral. Ein Jahr später war auch die Neutralität nicht mehr durchzuhalten,

und es kam zu einer formellen Kriegserklärung an Deutschland. Peron

kommentierte 1969 den damaligen Entschluß mit den Worten: »Ich

erinnere mich, damals mit einigen deutschen Freunden

zusammengekommen zu sein, denen ich das erklärte.« Und weiter: »Seht,

wir haben keine andere Wahl …, aber natürlich ist das alles nur eine reine

Formsache.« 1970 erklärte Peron: »Wir ließen die Deutschen wissen, daß

wir ihnen den Krieg nur erklärt hatten, um tausende Leben zu retten. Über

die Schweiz und über Spanien tauschten wir Nachrichten mit ihnen aus.

Franco verstand unsere Absichten und half uns dabei.« An anderer Stelle

wurde er noch deutlicher: »Deutschland hatte einen Nutzen von unserer

Kriegserklärung. Als kriegführende Macht konnten wir nach dem Ende des

Krieges nach Deutschland hinein, das bedeutet, unsere Flugzeuge und

Schiffe konnten den Deutschen einen großen Dienst leisten. … Auf diese

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Weise konnte eine große Zahl von Menschen nach Argentinien kommen. …

Und es war eine Gruppe von Idioten, die uns das als Schwäche auslegten.

Diese armen Seelen verstanden nichts von dem, was vor sich ging.« (51)

In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 steuerten dann deutsche UBoote

die Küsten Argentiniens an, um dort ihre geheime Fracht zu

entladen. Zwei dieser Boote wurden, nachdem sie ihre Mission erfüllt

hatten, den Amerikanern übergeben. Damit kam Argentinien den

Vereinigten Staaten scheinbar entgegen, indem es seinen Willen zur

Kooperation unterstrich. Aber eben nur scheinbar. Die Wirklichkeit sah

anders aus: Die Peronisten blieben treue Verbündete des militärisch

unterlegenen Deutschlands.

Wenige Monate nach Kriegsende allerdings, im Oktober 1945, schien

sich die politische Situation in Argentinien in dramatischer und so nicht

erwarteter Weise zu ändern und damit alle deutschen Nachkriegsplanungen

zunichte zu machen. Im Verlauf politischer Unruhen mußte Peron am 9.

Oktober auf alle seine Ämter verzichten. Am 12. Oktober wurde er von

Marineoffizieren verhaftet. Aber schon drei Tage später initiierte seine

spätere Frau, Eva Duarte, den Volksaufstand gegen die Armee. Nach

weiteren zwei Tagen, am 17. Oktober, wurde Juan Peron auf Druck der

Volksmassen freigelassen und hielt eine Rede. Aus den unmittelbar danach

angesetzten Neuwahlen um die Präsidentschaft ging Peron am 24. Februar

1946 als Sieger hervor und trat am 4. Juni sein Amt an.

Kurz nach der Wahl Perons erging der Startschuß zu einer der größten

von einem souveränen Staat gesteuerten Einwanderungsbewegungen des

letzten Jahrhunderts. Die Abgesandten Perons in Europa verteilten

argentinische Visa zu Tausenden an Flüchtlinge aus Deutschland und den

ehemals mit Deutschland verbündeten Ländern, auf dem Höhepunkt der

Kampagne im Jahr 1948 an manchen Tagen bis zu 500 Stück. Der Autor

Uki Goni hat die Details dazu in seinem Buch The real ODESSA

geschildert. (51)

Die ersten Transporte starteten im August/September 1946 von Spanien

aus. Zwischen 150 und 200 Deutsche schifften sich in Cadiz Richtung

Argentinien ein. Dieser Umstand ist insofern bemerkenswert, als Spanien –

wie schon weiter oben dargestellt – neben Argentinien das Land war, das

zuerst von den Evakuierungstransporten angesteuert wurde. Wie zuvor

Norwegen schien Spanien damit für viele »Ausreisewillige« nur

Zwischenstation zu sein auf dem Weg nach Übersee. Nach Perons

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Wahlerfolg war wohl deutlich geworden, daß sich dort das Refugium der

Dritten Macht unter sicheren Verhältnissen und vor allem mit der

Unterstützung der Regierenden aufbauen lassen würde. Im Spanien General

Francos waren sie lediglich geduldet und so unmittelbar am Rande Europas

auch immer gefährdet.

Ihr Hauptaugenmerk richteten die Fluchthelfer Perons auf technische

und militärische Spezialisten. Mit diesen verstärkten sie gezielt die Reihen

derer in ihrem Land, die im Frühjahr und Sommer 1945 an den Küsten

Argentiniens die deutschen U-Boote verlassen hatten. Unter den später

Angekommenen waren solch prominente Namen wie der des

Flugzeugbauers Prof. Tank und die der gleichfalls in diesem Metier tätigen

Gebrüder Horten. Dazu gesellten sich der letzte Kommandant des

Geheimgeschwaders KG-200 Werner Baumbach, der bekannte Einflieger

Otto Behrends, der ehemalige Inspekteur der Jagdflieger Adolf Galland und

nicht zuletzt auch der höchstausgezeichnete deutsche Soldat, der Stuka-

Flieger Hans-Ulrich Rudel. In einer Fabrik in der Nähe der argentinischen

Stadt Cordoba entwickelten die Genannten deutsche Flugzeugprojekte aus

den letzten Tagen des Krieges weiter und begründeten damit zugleich die

Stärke der argentinischen Luftwaffe in den 50er Jahren des letzten

Jahrhunderts.

Neben dem Forschungszentrum in Cordoba kam es in den

argentinischen Anden, bei San Carlos de Bariloche, zum Bau einer

weiteren Forschungseinrichtung, des so genannten Centro Atomico. Die

Umstände beim Bau und Betrieb dieser Anlage waren reichlich mysteriös.

Unter größter Geheimhaltung begannen 1948 auf der im See Nahuel

Huapi gelegenen Insel Huemul die Bauarbeiten. Ein großer Teil der Anlage

wurde unterirdisch angelegt, und man brauchte dafür soviel Zement, daß

dieses Material in ganz Argentinien in den Jahren 1948 und 1949 knapp

wurde. (34) Im Centro Atomico arbeiteten nur deutsche, keine

argentinischen Wissenschaftler! (52) Offiziell war es Ziel der Forschungen,

im verdichteten Gas, also Plasma, bei hohen Temperaturen eine

thermonukleare Kettenreaktion herbeizuführen. Perspektivisch sollte damit

angeblich der Weg zu einer kontrollierten Kernfusion beschritten werden.

Das Forschungsprojekt auf Huemul lief unter der Leitung von Ronald

Richter, der als in Österreich geborener Physiker während des Krieges bei

Skoda und für die Reichspost gearbeitet hatte. (34) Von Beginn an

bezweifelten Experten die Erfolgsaussichten des von Peron und Richter auf

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einer Pressekonferenz am 24. März 1951vorgestellten Unternehmens. Der

zunehmende politische Druck seitens der USA, die mit Sicherheit über die

wahren Hintergründe des Centro Atomico informiert waren, schien Peron

zu einer propagandistischen Offensive veranlaßt zu haben. Fast mutet es so

an, als ob mit diesem Schritt in die Öffentlichkeit lediglich eine Beruhigung

der Situation erreicht werden sollte, um kostbare Zeit dafür zu gewinnen,

das eigentliche Forschungsvorhaben der Operation Huemul zu vollenden.

Anscheinend gelang das dann auch, wie später gezeigt werden soll, noch im

selben Jahr. Von daher war es eher eine Episode am Rande, daß Peron 1952

Richter offiziell fallen ließ und die argentinische Atomforschungsbehörde

NEA die bisher allein den Deutschen vorbehaltene Anlage auf Huemul in

Besitz nahm. Igor Witkowski konnte bei einem Besuch Argentiniens einen

langjährigen Mitarbeiter des Centro Atomico interviewen, der nicht leugnen

wollte, daß es andere Erklärungen bezüglich der Forschungen auf Huemul

geben könnte, und zudem bestätigte, daß ein Teil der Unterlagen aus der

damaligen Zeit bis heute unter Verschluß gehalten wird. (27)

Ist mit den unterirdischen Anlagen auf der Insel Huemul endlich jenes

Refugium der Dritten Macht unter den Anden gefunden, von dem Landig

berichtet hatte? Eine gewisse Übereinstimmung scheint ohne Zweifel durch

die Tatsachen »liegt in den Anden«, »unterirdisch«, »wird von deutschen

Wissenschaftlern und Technikern genutzt« gegeben zu sein.

Unbefriedigend bleibt allerdings die geringe Ausdehnung des

Forschungskomplexes, die sich nicht mit den von Landig beschriebenen

weitläufigen Höhlensystemen in Übereinstimmung bringen läßt. Eine

endgültige Lösung dieses Problems muß damit weiter zurückgestellt

werden.

Klar dürfte indes geworden sein, daß die weiter oben geäußerte

Vermutung, Landig könnte »Antarktis« als Synonym für »Argentinien«

verwendet haben, durch die vorgebrachten Tatsachen eine Bestätigung

erfahren hat. Damit kann auch das Rätsel um die personelle Stärke des

»antarktischen Stützpunktes« gelöst werden. Die 2000 Mann, von denen

Landig sprach, sind nicht auf dem »Weißen Kontinent«, sondern in

Argentinien zu suchen. Schon ab 1947 gab es Presseberichte, in denen es

hieß, das große südamerikanische Land befinde sich nunmehr auf dem

Wege zur Atommacht und es befänden sich bis zu 2000 deutsche und

österreichische Physiker dort. (34) 2000 Physiker waren es mit Sicherheit

nicht, die nach 1945 den Weg nach Argentinien nahmen, aber 2000

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wissenschaftliche und technische Spezialisten aller Fachrichtungen können

es schon durchaus sein.

Zurück zu Juan Domingo Peron. Nach seiner Wahl zum Präsidenten

Argentiniens am 24. Februar 1946 regierte er autoritär und setzte unter

anderem die Pressefreiheit außer Kraft. In seiner populistischen

Gesellschafts-, Wirtschafts- und Sozialpolitik wurde er von seiner zweiten

Frau Evita propagandistisch unterstützt. Peron stärkte Argentiniens

führende Stellung auf dem südamerikanischen Kontinent und behauptete

sich gegenüber dem Geltungsanspruch der USA. Geschwächt wurde sein

Regime aber durch die allmähliche Verschlechterung der Wirtschaftslage.

Es kam zu Spannungen mit den feudal-konservativen Kräften und mit der

katholischen Kirche. Im Jahr 1951 ging Peron erneut aus der Wahl um die

Präsidentschaft als Sieger hervor. Am 16. Juni 1955 schlug eine Revolte

der Marineoffiziere gegen ihn fehl. Beim zweiten Versuch jedoch, dem

Aufstand vom 16. bis 21. September 1955, gelang es, Peron zu stürzen. Er

ging über Paraguay nach Venezuela ins Exil, 1958, nach kurzem Aufenthalt

in der Dominikanischen Republik, nach Spanien. Nach seiner Rückkehr

nach Argentinien am 20. Juni 1973 feierte er ein glänzendes politisches

Comeback. Im September wurde er erneut zum Präsidenten gewählt. Juan

Peron starb am 1. Juli 1974.

Mehr als zehn Jahre lang, vom Frühjahr 1945 bis Herbst 1955, war das

Argentinien Perons für die Dritte Macht ein sicheres Refugium gewesen.

Nach Perons Sturz änderte sich zunächst nicht viel. Auch die damals an die

Macht gelangte Gruppe fanatischer, einem rechten Katholizismus

huldigender Generäle sympathisierte mit den Deutschen. Trotzdem wurde

es für diese Zeit, sich nach anderen Alternativen umzusehen. Landig teilte

mit, daß der »antarktische« (argentinische) Stützpunkt 1961 aufgegeben

werden mußte. Die Besatzung wurde nach Südamerika ausgeflogen, was im

Kontext der Identität von »Antarktis« mit »Argentinien« bedeutet, daß

anscheinend in jenem Jahr eine Verlegung von Argentinien in ein anderes

südamerikanisches Land stattgefunden hat. In welches – dazu mehr im 5.

Kapitel.

Wieso eigentlich kann die Rolle, die Argentinien in den Jahren nach

dem Zweiten Weltkrieg in der Zusammenarbeit mit der Dritten Macht

übernommen hat, heute, angesichts demokratischer Verhältnisse in diesem

Land, nicht zweifelsfrei anhand der Aktenlage nachgewiesen werden?

Der schon erwähnte Autor Uki Goni hat bei seinen Nachforschungen

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herausgefunden, daß der größte Teil der betreffenden Dokumente aus jener

Zeit schon 1955, in den letzten Tagen der Regierung Perons, vernichtet

wurde. Und noch im Jahr 1996 erging die Anweisung, die letzten

verbliebenen Beweise, die sogenannten »Immigration Dossiers«, welche

die Einreisepapiere der aus Europa Geflüchteten enthielten, zu verbrennen.

(51) Von daher kann das damalige Geschehen heute nur noch mühsam

rekonstruiert werden. Der Autor dieses Buches hat im zurückliegenden

Abschnitt versucht, seinen Beitrag dazu zu leisten.

Eine offene Frage bleibt, und ihre Lösung – soviel kann jetzt schon

versprochen werden – wird einen Einblick gewähren in das faszinierendste

Kapitel der reichsdeutschen Technologieforschung:

Warum bezeichnete Landig den Wiener Techniker Schauberger neben

Ingenieur Schriever als wichtigsten Flugscheibenkonstrukteur?

Nach den bisherigen Erkenntnissen war Schauberger weder am Bau des

Flugdiskus V-7 von Miethe noch an der Flugscheibenkonstruktion

Habermohls beteiligt und hatte auch mit Schrievers Entwicklung nichts zu

tun. Auch Lusar hatte in seinem Buch über die deutschen Geheimwaffen

nichts über ihn berichtet.

Nun will Landig im Jahr 1944 nach Wien beordert und dort bis zum

Kriegsende mit Spezialaufgaben betraut worden sein, die im

Zusammenhang mit der Entwicklung der Flugscheiben standen (siehe 1.

Kapitel). Aus diesem Grund liegt eine genauere Kenntnis von Schaubergers

Mitwirkung an einem solchen Projekt nahe. Existierten etwa Flugscheiben,

deren Entwicklungsstand über den der V-7 hinausreichte?

Hatte nicht Miethe gesagt: »Wenn diese und noch zwei weitere,

geheime Vorgaben erfüllt sind, dann kann mein Apparat ohne jeden

Zweifel auch mit einem atomaren Antrieb betrieben werden.« Bezog sich

die Mitarbeit Schaubergers vielleicht darauf?

Daß in Deutschland während des Krieges entsprechende

Grundlagenforschungen vorangetrieben worden sind, beweist ein

Kriegsauftrag des Oberkommandos des Heeres an die Forschungsanstalt

der deutschen Reichspost vom 15. Oktober 1942. Darin ist zu lesen: »…

Untersuchung der Möglichkeit der Ausnutzung des Atomzerfalls und

Kettenreaktion zum R-Antrieb« (Abbildung 12). »R-Antrieb« steht für

Raketenantrieb. Da die Reichspost enge Verbindungen zur SS unterhielt,

nimmt es nicht Wunder, wenn es im Zusammenhang mit den

Forschungsschwerpunkten des Kammlerstabes bei Skoda in Pilsen hieß:

»Besondere Priorität genossen Entwicklung und Bau eines atomgetriebenen

76

Abb. 12

77

Flugzeugs, Arbeiten zur Nutzung der Atomenergie als Raketen- und

Flugzeugantrieb …« (49) In den zweieinhalb Jahren zwischen

Auftragserteilung und Kriegsende müssen dabei erstaunliche Fortschritte

gemacht worden sein. So hatte ein gefangener SS-Wissenschaftler nach

dem Krieg britischen Vernehmern erzählt, daß im »Wissenschaftslager

Mecklenburg« bereits ein Exemplar eines kleinen Atomtriebwerkes für

Flugzeuge existierte. (53) Von daher kann nicht ausgeschlossen werden,

daß Atomtriebwerke für die Nutzung auch in den Flugscheiben konzipiert

worden sind.

Sollte dem so gewesen sein, so gingen die Forschungen Schaubergers

doch in eine andere Richtung. Auskünfte darüber erteilen seine noch heute

im Besitz der Familie befindlichen Unterlagen sowie sein Briefwechsel.

Viktor Schauberger war ein mit ungewöhnlich scharfer

Beobachtungsgabe und Intuition ausgestatteter Ingenieur, der die in der

freien Natur sichtbaren Kräfte in neuartigen technischen Apparaturen

auszunutzen verstand. Seine Erfindungen standen unter dem Motto:

Verstehe und kopiere die Natur. (18) Ihn interessierten in erster Linie die

Abhängigkeit der Wasserdichte und -tragfähigkeit von Temperatur und

Bewegungsform sowie ungewöhnliche Wirbelbewegungen, die es dem

Wasser sogar ermöglichten, bergaufwärts zu fließen. Dies waren

Kenntnisse, die seiner Meinung nach bereits antike Baumeister bei der

Konstruktion von römischen Viadukten und von Wasseranlagen in den

Königspalästen von Kreta benutzt hätten. Er war davon überzeugt, daß im

Wasser sogenannte »Schwebekräfte« verborgen seien, und entwickelte

Maschinen, die diese durch starke Rotation befreien sollten, um dann selbst

von einem solchen Kraftfeld in die Höhe gehoben zu werden. (54)

Im Mittelpunkt seiner Forschungen stand dabei immer wieder der

Wirbel, der seiner Ansicht nach ein grundlegendes Strukturmuster

schöpferischer Prozesse in der Natur darstellte, angefangen von der Form

der Spiralgalaxien in den Weiten des Kosmos über die Gestalt eines

Tornados bis hin zur DNS als Trägerin der Erbinformation. Um die durch

solche Verwirbelungen freiwerdenden Kräfte besser studieren zu können,

konstruierte Schauberger über einer Wasserfläche einen »Impeller«, der, im

Gegensatz zum Propeller, die abfließenden Kräfte nicht nach außen,

sondern nach innen lenkte und das Wasser durch eine Röhre drückte. Dabei

entstand ein Fließmuster, das er als »zentripetal« bezeichnete. Schauberger

fand heraus, daß der auf diese Weise erzielte Energieausstoß neunmal

78

höher ausfiel als bei einer konventionellen Turbine. Diese

»Implosionsmaschine« generierte daneben auch starke Vakuumeffekte.

Später ersetzte er in der Versuchsanordnung Wasser durch Luft und ersann

ein Gerät, das für die Verwendung als Energiegenerator oder Triebwerk für

Flugzeuge oder U-Boote geeignet war.

Im Jahr 1940 reichte er diese Maschine zum Patent ein. Kurz danach

schrieb er seinem Cousin, er habe ein Flugzeug erfunden, das keinerlei

Geräusch mache. In der Korrespondenz mit der Wiener Firma Kertl vom

Februar 1941 beschrieb er den Zweck dieses Prototyps. Zum einen sollte er

der Erforschung der Produktion von »Freier Energie« dienen, zum anderen

seine Theorien über das mit dieser Energie mögliche Schweben in der Luft

bestätigen. Der mit dieser Maschine erzielte Wirbel führte zu einer

massiven Reduktion des Volumens der Luft im Inneren des Geräts und

generierte gleichzeitig ein Vakuum von enormem Druck, das immer mehr

Luft in die Turbine saugte. Um den Prozeß in Gang zu bringen, war ein

kleiner Startermotor notwendig. Lief die Turbine dann mit 15.000 bis

20.000 Umdrehungen pro Minute, schaltete sich die Starthilfe aus und der

Prozeß erhielt sich von selbst. Die Fähigkeit der Maschine, sich in die Luft

zu erheben und zu fliegen, führte Schauberger zum geringeren Teil auf das

sich bildende Vakuum zurück. In der Hauptsache, dachte er, sei sie auf

einen anderen Vorgang zurückzuführen, auf eine Reaktion zwischen den

durch die Implosion mit gewaltiger Kraft zusammengepreßten

Luftmolekülen und der Maschine selbst. (18) Da er sich über die Art der

wirkenden Energie nicht im klaren war, bezeichnete er sie einfach als

»Freie Energie«. In ihrer Wirkung gleicht sie dem, was heute mit dem Wort

»Antigravitation« umschrieben wird.

Im Mai 1941 bekam Schauberger die Order, seine Forschungen künftig

im Geheimen fortzuführen. Anhand seiner Notizen läßt sich nur schwer

rekonstruieren, was Schauberger genau getan, woran er wirklich gearbeitet

hat. So schrieb er wenige Wochen später seinem Sohn Walter einen Brief,

daß er sich in Gablonz im Sudetenland aufhalte, und was er mache, sei

geheim. Im Folgemonat teilte er mit, daß er seine Forschungen dort in

Zusammenarbeit mit einer Firma weiterführe. Im Herbst 1941 arbeitete er

in einer Waffenfabrik in Neudek, in der Nähe von Karlsbad, um im

Dezember wieder in Gablonz zu sein, wo er auf die Ankunft eines

Startermotors wartete. Die Monate danach lassen sich, was Schaubergers

genaue Tätigkeit angeht, nur ungenügend erhellen. Im April 1944 erschien

er vor einer Musterungskommission der Waffen-SS.

79

Im Mai erhielt er den Marschbefehl ins Konzentrationslager

Mauthausen, wo er ein Team dort festgehaltener Spezialisten für die

Fortsetzung seiner Forschungsarbeit rekrutierte. Im Juni wurde er offiziell

zu einer SS-Panzergrenadierdivision nach Breslau abkommandiert. Schon

Nick Cook vermutete, dabei habe es sich um eine Tarnmaßnahme

gehandelt, war Schauberger zu diesem Zeitpunkt doch schon 59 Jahre alt.

Fest steht, daß er bis zum Ende des Krieges forschte und von nun an im

Auftrag der SS arbeitete. Schauberger pendelte zwischen der SSIngenieurschule

in Wien, wo die technischen Entwürfe entstanden, und

dem KZ Mauthausen, in dem die Fertigung stattfand, laufend hin und her.

Wie seinen Tagebuchaufzeichnungen zu entnehmen ist, machte die

Arbeit an der jetzt Repulsine genannten »Implosionsmaschine« gute

Fortschritte, wurde aber immer wieder unterbrochen von Luftalarm und

durch andere Forschungsprojekte, denen er sich nicht entziehen konnte. Am

28. Februar 1945 verlegte er, um ungestört tätig sein zu können, seine

Arbeitsstätte in das Dorf Leonstein. Am 5. April vermeldet sein Tagebuch,

daß die Endmontage der Repulsine begonnen habe. Einen Monat später war

die Arbeit getan. Jedoch fand der für den 6. Mai 1945 geplante erste

Testflug der Maschine nicht mehr statt. Das Ende des Krieges war

gekommen. (18)

Wenige Tage nach Kriegsende wurde Schauberger von den

Amerikanern verhaftet und bis März 1946 unter Hausarrest gestellt. Welche

Informationen Schauberger in den Verhören preisgab, ist bis heute nicht

bekannt geworden. Im Frühjahr 1958 – Schauberger war inzwischen ein

gesundheitlich angeschlagener 72 Jahre alter Mann – erhielt er aus den USA

das Angebot, seine Forschungen mit der Unterstützung durch Millionen

von Dollar fortsetzen zu können. Diese nicht unerheblichen finanziellen

Mittel sollten ihm angeblich von privaten Investoren zur Verfügung gestellt

werden. Schauberger ging daraufhin in die USA. Wenige Monate später, im

September 1958, kehrte Schauberger frustriert und todkrank nach

Österreich zurück, wo er fünf Tage später starb. Kurz vor seiner Abreise

hatte er ein Dokument unterschrieben, in dem er sämtliche in den USA

erstellte Entwürfe, Modelle und Prototypen dem ihn finanzierenden

Konsortium übereignete. (18)

Landig hat demnach auch im Falle Schaubergers Recht behalten. Dieser

konstruierte tatsächlich ein Fluggerät, das aber im Gegensatz zu den Typen

Schrievers, Habemohls und Miethes über einen unkonventionellen

80

Antrieb verfügte und anscheinend über den Status eines Prototypen niemals

hinauskam.

Welches ist nun die wirkliche Quelle jener »Freien Energie«, die

Schaubergers Repulsine erzeugte?

Die Antwort: das sogenannte Nullpunkt-Energiefeld. Die Existenz eines

solchen gilt in der Wissenschaft seit 1997 als nachgewiesen. In jenem Jahr

gelang es, den nach dem Physiker Hendrik Casimir benannten und von

diesem 1948 theoretisch ausgearbeiteten Effekt in der Praxis zu betätigen.

Casimir hatte behauptet, daß auch im Vakuum, das gemeinhin als »leer«

angesehen wird, die Nullpunktfluktuationen eines Quantenfeldes niemals

unterbunden werden können, das Vakuum demnach auch niemals »leer«

sei. Selbst wenn die Abschlußwände eines Raumgebietes auf der

Temperatur 0 Grad Kelvin wären, würde in dem eingeschlossenen

Raumgebiet ein Fluktuationsfeld mit endlicher Energie unterhalten. Man

geht davon aus, daß dieses Vakuumstrahlungsfeld, das auch als

Quantenrauschen bezeichnet wird, überall im Raum gleichermaßen

ausgebildet ist. Von manchen theoretischen Physikern wird ihm eine

Feldenergie mit horrend hohen Energiedichten zugesprochen. (55) Um die

Größenordnung dieser Energiedichte auch dem unbedarften Laien

klarzumachen, wird gern folgendes Gleichnis angeführt: In einer

Kaffeetasse befindet sich soviel Nullpunktenergie, daß damit die Erde in

die Luft gesprengt werden könnte.

Zurück zum Casimir-Effekt. Der Beweis für die Existenz eines solchen

Vakuumstrahlungsfeldes könnte, so Casimir, erbracht werden, wenn es

gelänge, im Vakuum zwei Aluminiumplatten in so geringen Abstand

zueinander zu bringen, daß der Zwischenraum geringer als die Wellenlänge

jener im Quantenrauschen pulsierenden Teilchen ausfiele. Damit wäre

zwischen den Platten tatsächlich »nichts«. Erst 1997 bestand technisch die

Möglichkeit, den Abstand der Platten auf das verlangte Maß zu reduzieren.

Es konnte nachgewiesen werden, daß sich die beiden im Vakuum

aufgehängten Platten einander mit einer Kraft anziehen, die sich als der

vierten Potenz des Plattenabstandes umgekehrt proportional erweist, was

auf die von außen wirkende Kraft des Vakuumstrahlungsfeldes

zurückzuführen ist. (55)

Der russische Physiker und Nobelpreisträger Andrei Sacharov

publizierte schon 1967 eine wissenschaftliche Arbeit, in der er behauptete,

daß die physikalischen Größen der Gravitation und der Trägheit mit den

Vakuumfluktuationen des Nullpunktenergiefeldes verbunden seien. Dieser

81

Meinung schließen sich heute andere Wissenschaftler, so auch der

renommierte Hai Puthoff aus den USA, an.

Die Konsequenz aus diesem theoretischen Ansatz der modernen Physik

ist in zweierlei Hinsicht revolutionär und phantastisch zugleich. Sollte es

zum einen möglich sein, das Nullpunkt-Energiefeld mit technischen

Mitteln zu verändern, so führt das dazu, daß auch gravitierende und träge

Massen beeinflußt werden können. Eine zielgerichtete Störung des ein

Objekt umgebenden Nullpunkt-Energiefeldes könnte dann eine teilweise

Aufhebung der Gravitation und damit ein Abheben dieses Objektes zur

Folge haben. Einher ginge dieser Prozeß mit einer Reduzierung des

Beschleunigungswiderstandes. Der Weg wäre frei, um bisher nicht

realisierbare Fluggeschwindigkeiten zu erreichen.

Zum anderen jedoch wäre durch ein »Anzapfen« dieses Feldes ein

Zugriff auf die beschriebenen hohen Energiedichten möglich, was einer

Lösung aller Energieprobleme gleichkäme!

Auf welche Art und Weise wäre ein solcher Eingriff in die nahezu

unerschöpfliche Energieressource möglich? Die Physiker sind der

Meinung, durch ein sogenanntes Torsionsfeld, das man am besten mit

einem rotierenden Whirlpool vergleichen kann. (18) Genau ein solches

Torsionsfeld produzierte Schaubergers Repulsine, wenn der durch den

»Impeller« mit der gewaltigen Wucht von 15.000 bis 20.000 Umdrehungen

pro Minute nach innen gerichtete Wirbel aus Luftmolekülen zu einer

Kollision von deren Elektronen und Protonen führte! War der Eingriff in

das Nullpunkt-Energiefeld gelungen, funktionierte das Gerät im folgenden

wie eine Pumpe, die, eingetaucht in das Meer fluktuierender

Vakuumteilchen, aus dieser schier unendlichen Quelle Energie schöpfte.

Schauberger hatte ein neues Wirkprinzip entdeckt und versucht, es

technisch umzusetzen. Die theoretischen Hintergründe dagegen mußten

ihm zur damaligen Zeit unbekannt bleiben. Richtig eingestellt, konnte die

Repulsine die lokale Gravitation manipulieren – die Maschine hob ab.

Besser gesagt, sie hätte am 6. Mai 1945 abheben sollen. Doch dazu kam

es, wie schon gesagt, nicht mehr. Damit ist die Geschichte von Schauberger

und seiner epochalen Entdeckung aber noch nicht zu Ende. Während die

Amerikaner Schauberger wenige Tage nach Kriegsende verhafteten,

durchsuchten die Russen seine Wohnung in Wien – und wurden dabei

fündig. Kurze Zeit danach landeten die aufgefundenen Unterlagen auf dem

Tisch eines russischen Wissenschaftlers namens Podkletnov. Dieser zeigte

82

sie später seinem Sohn Evgeny Podklednov. (18) Und wie es der Zufall so

will – falls man an solche »Zufälle« glauben will -, ist dieser Evgeny

Podkletnov heute eine der führenden Autoritäten unter den Physikern, die

sich theoretisch und experimentell mit den Möglichkeiten der Abschirmung

der Gravitation beschäftigen.

Im Jahr 1996 gelang es Podkletnov in Zusammenarbeit mit finnischen

Wissenschaftlern, mit der von ihm entwickelten Apparatur die

Erdgravitation so weit abzuschirmen, daß bei dem oberhalb positionierten

Objekt eine Gewichtsreduktion von einigen wenigen Prozent zu beobachten

war (Abbildung 13). Vier Jahre später, als er für das japanische Toshiba-

Konsortium arbeitete, will er eine totale Abschirmung der Gravitation

erreicht haben. (27) In der von ihm und seinem Team konstruierten

Apparatur drehte sich mit hoher Geschwindigkeit ein Ring aus

supraleitender Keramik in einem starken Magnetfeld. Hatte Podkletnov den

anfänglich noch geringen Gewichtsverlust mit 5000 Umdrehungen des

Supraleiters pro Minute erreicht, so sind nach seiner Aussage 25.000 bis

50.000 Umdrehungen pro Minute notwendig, um die Gravitation der Erde

gänzlich aufzuheben. (18)

Zur Erinnerung: Schauberger war es immerhin gelungen, ähnliche

Effekte bei 15.000 bis 20.000 Umdrehungen pro Minute zu beobachten.

Wie erklärt sich Podkletnov den registrierten Effekt einer ständigen

Gewichtsabnahme bei zunehmender Umdrehungsgeschwindigkeit? Nach

seinen Worten könnte diese Tatsache auf eine Anregung des physikalischen

Vakuums innerhalb und außerhalb des Supraleiters durch das wirkende

Torsionsfeld zurückzuführen sein. (18) Ein Torsionsfeld hatte auch bei

Schaubergers Repulsine die natürliche Schwerkraft aufgehoben! Im

Unterschied zur Repulsine entstand in der Versuchsanordnung Podkletnovs

dieses Feld jedoch durch elektromagnetische Einflüsse.

Es kann schon als Sensation bezeichnet werden, daß sich reichsdeutsche

Wissenschaftler zum Ende des Krieges auch mit dieser »modernen« Form

der Erzeugung eines Torsionsfeldes und der dadurch möglichen Aufhebung

der Erdgravitation befaßt haben. Igor Witkowski hat mit seinen

Forschungsergebnissen die Beweise dafür vorgelegt. (27) Im Ergebnis

dieser als »kriegsentscheidend« bezeichneten Entwicklungen entstanden

spätestens Ende 1944 vorerst noch unbemannte Fluggeräte, die im

Gegensatz zu Schaubergers Prototyp der Repulsine ihre praktische Eignung

im Testflug und darüber hinaus auch in ersten Einsätzen nachgewiesen

************************

1. Auflage Januar 2006

Copyright © 2006 bei

Jochen Kopp Verlag, Pfeiferstraße 52, D-72108 Rottenburg

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat: Dr. Renate Oettinger

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München

Satz und Layout: Agentur Pegasus, Zellsi-Mehlis

Druck und Bindung: Clausen & Bosse, Leck

ISBN 3-938516-17-8

Gerne senden ivir Ihnen unser Verlagsverzeichnis

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