bumi bahagia / Glückliche Erde

aus der Reihe “Theo-Logisches” – von Theo dem Logiker
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Es ist DAS bestimmende Kriterium: wenn ich etwas verstehen will, dann muß ich es – zumindest geistig – nachvollziehen können…
– – – –

Was bedeutet „nachvollziehbar“?

Sehen wir uns die Bestandteile an und setzen sie Stück für Stück zusammen.

ZIEH“ kommt von „ziehen“: eine Linie ziehen, an einer Schnur ziehen, eine Schlußfolgerung ziehen, einen Pflug ziehen

VOLL“ kommt von „vollständig“: gänzlich, komplett, in vollem Umfange,
bedeutet aber auch verkürzt: „gefüllt“ (oder auch „besoffen“)

NACH“ bedeutet „zeitlich folgend“,
in Zusammensetzungen auch: „wiederholend“

BAR“ kennt scheinbar (!) jeder – nein, nicht wegen der Bar, in der man sich vergnügt und sein Geld verjuxt, sondern wenn ich „bar“ zahle, d. h. sofort ausgleichend und keine „Schuld“ entstehen lassend –
oder wenn ich, fast gegenteilig, bar jeder Möglichkeit, Gelegenheit oder Chance bin = OHNE jede Möglichkeit, ohne jede Chance –
oder, erneut gegenteilig, als Zusatz, der etwas gerade DOCH als durchzuführen kennzeichnet: etwas ist denkbar, fühlbar, trinkbar, handelbar usw. –
ganz unterschiedliche Sichtweisen können also „bar“ sein
– – – –

ziehbar“: etwas ist ziehbar, es kann gezogen werden – ein Wagen, ein Faden, Schlüsse

nachziehen“: eine Linie nachziehen = etwas kann mit dem Stift oder Finger oder in anderer Weise wiederholt geführt werden,
aber auch: etwas genauso durchführen – „da kann ich nachziehen“, d.h. es wiederholen oder ausgleichen

vollziehen“: ein Urteil oder ein anderes Vorhaben ausführen, durchführen, umsetzen

Nachbar“ = der unmittelbar danach, daneben lebende oder gerade befindliche Mensch

voll nachziehbar“ = kann in Gänze nachgezogen werden

– – – –

nachvollziehbar“ bedeutet also:
ich kann etwas in vollem Umfang selbst nachziehen – eine Linie, eine Schlußfolgerung, eine Berechnung, einen Beweis.
Ich kann es vollständig, in allen Einzelschritten, komplett wiederholen, zumindest im Geiste.

Und erst dann, wenn ich einen Gedanken, eine Idee oder eine Handlung im Geiste oder real nachvollziehen kann – erst dann ist mir diese auch gänzlich verständlich.

Und erst dann kann ich mir das auch dauerhaft merken.

– – – –

Was ist heutzutage nicht mehr „nachvollziehbar“?
Was kann ich nicht mehr nachrechnen oder verstehen?

Leider sehr vieles – und für unser tägliches Leben sehr wesentliches:
– die eigene Ent-Lohnung,
– die Höhe und den Zweck der Steuern und Abgaben,
– jegliche Versicherungsberechnungen, z.B. für das KFZ: früher nach Hubraum, heute ?
– die Schein-Entscheidungen „unserer“ Politiker-Darsteller,
– und vieles andere mehr, was „eigentlich“ zum Basis-Verständnis unseres Lebens gehören sollte, und was die (vor allem materielle) Grundlage unserer Existenz angeht.

Wozu führt all dies „nicht mehr Nachvollziehbare“?

Dazu, daß wir immer weniger von den Vorgängen um uns herum verstehen können.
Daß wir uns immer weniger merken können.
Daß wir somit immer abhängiger werden.
Immer weniger eigenständig denken und handeln können.
Kurz:
wir sind in zunehmendem Maße nicht mehr Herr unseres eigenen Lebens.

Und da es bekanntlich keine „Zufälle“ gibt:
Woher kommt das?

Und: Für wen ist das gut?

– – – –

P.S.
Oh, keine Angst: das ist alles nur scheinbar.
Denn von der Verantwortung für das eigene Leben kann mich niemand nie nicht entheben… ich gebe mit meinen Gedanken, Gefühlen, Worten und Handlungen jederzeit Antworten auf jene Fragen, die mir das Leben stellt… bewußt oder unbewußt…

Dann doch lieber bewußt, oder?
😉

Euer Theo, 12.11.2017


9 Kommentare

  1. Vollidiot sagt:

    Werter Theo

    Zum Nachvollziehen brauchts den Kopf, also den Verstand.
    Da wirds ja schon schwierig.
    Ist außerdem so eine Art des Denkenlernens, des bewußtwerdenden Denkenlernens.
    Bist Du sicher, daß das noch zeitgemäß ist?
    Das Erfühlen von Emotionen, das sich Ausleben, das ist geil und subber.
    Und die Gegenposition dazu ist die Theorie des hohlen, äh, leeren Kopfes.
    Beide haben eins gemeinsam.
    Wie bekannt aus der Physiologie, ist die Tatsache, daß das, was nicht verwendet wird – retardiert, sich zurückbildet.
    Wer viel liegt oder sitzt und nur Teetassen hebt wird dünnere Beine und Arme bekommen.
    Der Emotionsbolzen hält zwar seine Amygdala auf Trab, die Verknüpfungen, die bei der Verstandestätigkeit einsatzfähig sind, schrumpfen jedoch; noch krasser wird die Rückbildung dieser Verknüpfungen durch den massiven Nichtgebrauch des, ich sag mal, ontologisch jüngsten Gehirnteiles, dem Großhirn. Da kann tatsächlich sowas wie Hohlwert entstehen.
    Wenn man das züchtet, dann werden die künftigen Generationen kleinere Köpfe bekommen, was zu Einsparungen bei Hutmaterial und Helmstahl führt.

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  2. Wolf sagt:

    Für schwer-Nach-voll-zieh-bares gibt es Gott-sei-Dank die maschinengestützte Be-weis-führung.
    Experten ist es gelungen, mit Hilfe eines Computerprogramms die Existenz Gottes ontologisch zu überprüfen.

    Computerprogramm bestätigt Gödels Gottesbeweis
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Computerprogramm-bestaetigt-Goedels-Gottesbeweis-1942504.html

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  3. Vollidiot sagt:

    Wolf

    Das ist im Prinzip des Rätsels Lösig.
    Das Schwernachvollziebare, als den Menschen Übergebürbelastendes, wird entweder mithilfe von Computerprogrammen nachvollziebar gemacht oder, wie es heutzutage noch Usus ist, durch Leitmedien in verständliches VaBene und damit, von Rohfaser befreit, verdaulich gemacht.
    D.h. es reichen in einem Normalhirn eine Anzahl Standardverknüpfungen, die durch reges Wiederholen schnell in der Lage sind zu reagieren, also nachvollziehen können und so Plausibilitätswert erzeugen.
    Computer und All gor ythmen substituieren so in überzeugender Art menschliche Hohlhirnbereiche, nicht, daß sie diese füllten, so doch sozialverträglich pflegten.
    Sozial health sozusage.

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  4. Luckyhans sagt:

    zu Volli um 17.44
    … ja, richtig: mancher fühlt sich wohler, wenn er andere für sich „machen“ (entscheiden) läßt – SCHEINBAR keine Verantwortung, „Kollege Computer wird das schon deichseln…“ – spart eigene Geistesleistung… gibt so ein wohlig leeres Gefühl im Hirn… dauer-meditativ sozusagen…
    (Trugschlüsse nicht ausgeschlossen)

    „Al Gore ythmen“ kommt in meine Sammlung… 😉
    Theo

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  5. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  6. Wolf sagt:

    Man darf die Menschen nicht überfordern. Betreutes Denken gehört zur modernen Arbeitsteilung.
    Nicht alles muß für den Laien nachvollziehbar sein. Wozu hat man schließlich Spezialisten.

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  7. Wolf sagt:

    zu Vollidiot um 17.44

    Betreutes Denken hilft dem Bürger. Wir leben schließlich in einem Sozialstaat.

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  8. Vollidiot sagt:

    Wolf

    „Betreutes Denken“

    Das ist genau der Alltag hier.
    Die Betreuer als verantwortungsvolle Akademiker (Historiker, Soziologen, Politologen, Tschurnalischten, Jourischten) sind alle im Pflegedienst tätig.
    Das ist Bereich, wo in der Pflege noch gut verdient werden kann.
    Alle haben einen Diensteid geschworen:

    Ehre Aufsichtsrat und Kommissar
    so wie es schon früher war.
    Wer der ewgen Schuld fein frommt
    nie in Schwierigkeiten kommt
    immer sauber auf dem Raster
    wirst entlohnt mit Ehr und Zaster
    Zeig dem Aufsichtsrat und Kommissar
    wie funktionierst Du wunderbar.

    Daraus den Schluß zu ziehen nichtdenken wäre der Königsweg brächte die Betreuer zum Schmunzeln.

    Gefällt 2 Personen

  9. luckyhans sagt:

    zu Vollidiot 15/11/2017 um 15:46
    Das lustige daran ist, daß die „Gefühlsmenschen“ den „Verstandesmenschen“ für herzlos halten, während umgekehrt er diese für hirnarm hält…
    Und da ein jeder sowohl mit Verstand als auch mit Gefühl gesegnet ist, wäre es ein innerer Konflitk, wenn ich nicht in der Lage wäre, beides adäquat zu benutzen.
    Denn erst jene Gedanken, die vom Gefühl, von innen heraus „befeuert“ werden, können zu wirksamen Ideen führen.
    Und sie müssen weitergegeben werden, damit sie Wirkung erzielen können… 😉

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