Heute wieder etwas zur wirklichen Geschichte, aber etwas Launiges.
Manchmal erscheinen uns Vorgänge, die tatsächlich stattgefunden haben, in unserem zivilisierten Europa als völlig undenkbar. Zum Beispiel, daß jemand seine Gattin, wenn er ihrer überdrüssig geworden ist, einfach versteigert.
Kann nicht sein? Nun, das so besonders „zivilisierte“ England hat noch manche Überraschung für uns auf Lager…
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 18.12.004
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Wie überdrüssig gewordene Gattinnen verkauft wurden: eine im England des 18. – 19. Jahrhunderts populäre Praxis

Verkauf der Gattin. Thomas Rowlandson, ca. 1812-1814; Foto: aloban75.livejournal.com
In früheren Jahrhunderten war die Lage der Frau nicht sonderlich beneidenswert. Nach der Verheiratung wurden sie praktisch zum Eigentum ihrer Ehemänner, und die haben mit ihnen gemacht, was sie wollten.
In England zum Beispiel, wenn sie ihrer Ehegattinnen überdrüssig waren, konnten die Ehemänner sie einfach verkaufen.
Es soll festgehalten werden, daß dieses nicht etwas irgendwann im sog. finsteren Mittelalter stattfand, sondern im 18. und 19. Jahrhundert.

Französische Gravur von 1829 von einem englischen Gattinnenverkauf. Foto: todayifoundout.com
Ein anschaulicher Fall des Verkaufs einer Ehefrau ist in dem Werk von Thomas Hardy „Der Bürgermeister von Castenbridge“ beschrieben, wo der Hauptheld seine Ehefrau verkauft, und dann führen seine Gewissensqualen darob zu seinem Tode.
Jede Verkaufsprozedur sah standardmäßig so aus: der Ehemann brachte die mit einem Halsband versehene Gattin, selbiges festhaltend, auf einen Platz.
Danach stieg sie auf ein Podest, und es begann die Versteigerung. Die Ehefrau bekam derjenige, der den höchsten Preis bot.

„Wer prügelt, der liebt.“ ??? Foto: fishki.net
In den Zeitungen jener Zeit wurden solche Ereignisse klar dargestellt. Einer der frühesten registrierten Verkäufe ist auf das Jahr 1733 datiert. Gemäß der Niederschrift hat ein gewisser Samuel Whitehouse seine Ehefrau Mary Whitehouse an einen Thomas Griffins für ein Pfund Sterling verkauft. Mister Griffins mußte die Frau „mit allen ihren Mängeln annehmen“.
Noch eine Ehefrau wurde mit eine Startpreis von einem Penny zum Verkauf angeboten. Nicht verwunderlich, daß einsame Farmer sich fast in die Haare gerieten, als sie diese Frau haben wollten. Am Ende wurde man sich bei fünf Schilling und sechs Pence einig.
So sonderbar das auch klingen mag, meist erfolgten die Gattinnen-Verkäufe im gegenseitigen Einvernehmen. In der Mehrzahl der Fälle kaufte ihr eigener Liebhaber die Ehefrau für eine symbolische Summe.
Es kam auch vor, daß nach dem Handel alle drei in die nächste Taverne zogen, um das Geschäft zu feiern.

Ein englischer Höfling, der zum Smithfield-Markt geht, um seine Gattin zu verkaufen.
Foto: aloban75.livejournal.com
Die größte Popularität erlangte der Gattinnenverkauf in den Jahren von 1780 bis 1850.
Bis zur heutigen Zeit sind nicht weniger als 300 offizielle Bestätigungen dieser Prozedur bekannt.
Begonnen hatte alles damit, daß in England im Jahre 1753 ein Gesetz über die Ehe in Kraft trat. Davor waren die Ehen nicht offiziell registriert worden.
Die Frauen waren praktisch ihren Ehemännern vollständig untergeben. Eine Scheidung war eine unwahrscheinlich teure Prozedur. Da war gerade der Verkauf der Gattin auf dem Markt die zuverlässige Methode, sich gegenseitig loszuwerden.
Die Machthaber haben diese Praxis nicht gutgehießen, aber sie haben einfach die Augen davor verschlossen.

Der Verkauf der Gattin. Thomas Powlandson, ca. 1812 -1814. Foto: deti.mail.ru
Im Jahre 1830 fand noch ein interessanter Verkaufsakt statt. Der Ehemann begann die Versteigerung, aber stoppte dann und wollte alles beibehalten wie es war.
Worauf die Ehefrau ihn mit ihrer Schürze ins Gesicht schlug und rief: „Ich will verkauft werden, ich will Veränderung.“
Das letzte Zeugnis eines Gattinnenverkaufs fällt in das Jahr 1913. Die Frau, welche im Gericht von Leeds verhört wurde, sagte aus, daß der Ehemann sie einem Arbeitskollegen für ein Pfund Sterling verkauft hätte.
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Japan auch eine ungewöhnliche Tradition. Die Praxis des Verkaufs schwangerer Ehefrauen bildete die Grundlage für die Geschichte von Cio-Cio-San.
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nettes Echo 😉 LG
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Willkommen auf bb, galutshea.
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Nannte man das nicht auch Ehegattensplitting? Oder verwechsle ich da was? Egal.
Da fände ich Ehegatten-Leasing schon humaner. Nach der Laufzeit (aua) wird sie einfach zurückgegeben oder zum Restwert erworben. Die Gleichstellungsbeauftragte wird sich sicher dafür einsetzen, daß auch Frauen Männer leasen können?
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Ludwig, ich muss dir aber nicht erklären, das splitting so was wie eine Aufteilung ist. Ich habe dem Artikel aber entnommen, dass die Damen wenigstens ganz weiter gegeben wurden, sogar mit Mängeln…. 🙂
Lieben Gruß
Ein Klugscheißer
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„Im Jahre 1830 fand noch ein interessanter Verkaufsakt statt. Der Ehemann begann die Versteigerung, aber stoppte dann und wollte alles beibehalten wie es war.
Worauf die Ehefrau ihn mit ihrer Schürze ins Gesicht schlug und rief: „Ich will verkauft werden, ich will Veränderung.“
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hihihihihi … liest sich wirklich lustig…das aus vergangenen Zeiten… 😉
Und DOCH könnte ich mir „vorstellen“, dass es in manchen Ehen auch HEUTZUTAGE noch SO oder ähnlich „abläuft“ …
BEIDE wollen doch viell. -insgeheim- eine „Veränderung“ … und keine/r traut sich, für DIESE Veränderung auch „was zu tun“ ..sondern beide „hampeln“ halt in ihrem gewohnten EHE-Hamsterrad WEITER.
Deshalb > Respekt vor der „mit-der-Schürze-um-sich-schlagenden-Frau“ … die kundtat, WAS sie wirklich WOLLTE > nämlich VERÄNDERUNG ! 🙂
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Hat dies auf haluise rebloggt.
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ICH BIN SO FREI
und w i e ich die frauen verstehe, die gleichfalls den wunsch hatten dass der verkauf zustande kommen werde, wenn ich auch das einfach-weg-gehen bevorzuge.
JEDOCH
nix war in meinem LEBEN so langweilig und ärgerlich , wie diese selbstgefälligen männer ohne phantasie, mit fast ohne empathie und mit reichlich arroganter selbstüberschätzung, nur weil sie von männer-gesetzen bevorzugt und geschützt werden.
HEUTE touchiert mich das alles nicht mehr, WIE SCHÖN ….. HAHAHAHAHAHAHAHA
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Aaaaalso, dat dralle Weib oben im ersten BIld stellt sich ziemlich souverän und stolz dar, allein ihre Pose….köstlich…..sie hat sogar ein leichtes Schmunzeln im Gesicht und damit stellt sie all die Verkaufs und Versteigerungsprofis in den Schatten 😉
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Bei den Göttern, ich war mir zu Beginn nicht sicher, ob ich nicht total empört sein sollte. Aber desto weiter ich gelesen habe, desto öfter hatte ich echt Tränen in den Augen vor Lachen. Da kamen ja echt ganz schön kuriose Aktionen zu stande, wenn ich das richtig verstanden habe.
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Nia
Willkommen hier, erst Tränende dann Lachende!
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Dankeschön für das Willkommen in/auf der glücklichen Erde 😉
allen hier ein geruhsames und friedliches Weihnachtsfest im Kreise der Lieben
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