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Die ganz andere Geschichte 1900-2000 / Ergebnisse einer Forschung 5

In Folge 5 ist ausser Hitlers Verdiensten im 1.WK und vom rätselhaften Abzug zweier Armeekorps durch Moltke an der Marne, wo dann die Aliierten überraschend starke Kräfte in Bereitstellung hatten, um die geschwächte Stelle der Deutschen anzugreifen, wenig Neues.

Trotzdem sei die kurze Folge 5 hier vollständigkeitshalber auch eingestellt.

thom ram jan2014

Quelle: Lupocattivo.com

Und wo befand sich Adolf Hitler im Sommer 1914?

Mit 25 bereits Veteran in Wiener Absteigen, einer unter den vielen bürgerlichen Versagern, schloss sich der junge Hitler als Freiwilliger einem bayrischen Regiment an. Ein Mann, der sich freiwillig meldet, sagt uns Pasternak, ist kein glücklicher Mann. Hitler selbst erinnert sich in Mein Kampf dieser Tage wie folgt:

Ein paar Tage später trug ich schon den Waffenrock, den ich erst fast sechs Jahre später wieder ausziehen durfte. Für mich begann, wie für jeden Deutschen damit die größte und unvergesslichste Zeit meiner frühen Existenz. Verglichen mit den Ereignissen dieses gewaltigen Ringens, verblasste alles Spätere zu einem seichten Nichts.(55) Hitler kämpfte an der Westfront und verdiente mehrere Auszeichnungen für Tapferkeit.

Der deutsche Marsch durch Belgien und die ersten Zusammenstöße mit den Franzosen, die dabei in weniger als zwei Wochen 300.000 Mann verloren, war ein voller Erfolg für die Deutschen. Der Sieg schien sicher. Paris war nur noch 30 Meilen entfernt. Doch dann verlief etwas nach Massgabe des Schlieffenplans schief. Moltke, der den Sieg für gesichert hielt, schickte zwei Armeecorps nach Osten, weil ‘die Russen’, wie er ein Jahr später in seinen Memoiren erklärte, ‘schneller als erwartet in Ostpreußen einfallen konnten, und bevor wir den entscheidenden Sieg über die anglo-französische Armeen hatten erreichen können.’ Er zog daraus den Schluss:

Ich erkenne nun, dass dies ein Fehler war, einer für den wir an der Marne bitter bezahlen mussten.’(56)

Was sich im Laufe der Offensive an der Marne wirklich zugetragen hat, als Moltke angeblich seinen Verstand verloren hat, und die Kommunikation zwischen mehreren Armeecorps der sonst fest gefügten, deutschen Kriegsmaschine zusammenbrach, bleibt ein Geheimnis. Doch aus dem einen oder anderen Grund wurde Deutschland von seinen Gegner zu einem weit größeren Grad als erwartet bedrängt und war letztlich nicht in der Lage, den Schlieffen Plan so rasch abzuwickeln wie es ursprünglich in der noch ungewohnten Umwelt des modernen Industriekriegs beabsichtigt war. Der deutsche Vorstoß im Westen kam zum Stehen, und in den nächsten Monaten versuchten die Franzosen die Deutschen aus ihren Stellungen zu werfen. Keine Seite konnte gegen die Feuerkraft der anderen Fortschritte erzielen. Eine Reihe fehlgeschlagener Bemühungen, die gegnerischen Stellungen zu umgehen, führte nur dazu, dass sich die Front am einen Ende bis an den Ärmelkanal am anderen bis zur Schweizer Grenze erstreckte. Trotz Millionen von Ausfällen (Anm.Toten) blieb diese Frontlinie vom Meer bis an die Alpen nahezu 3 Jahre lang unverändert.(57)

Eingekeilt zwischen dem Grabenkrieg im Westen und einer sich verfestigenden Seeblockade, die Großbritannien immer enger um das Vaterland zog, wobei es neutrale Anrainerstaaten gegen internationales Recht mit einschloss, versuchten die Deutschen
auszubrechen. Doch weder Deutschlands Widerstand an der Heimatfront noch der uneingeschränkte U-Boot Krieg von 1917 konnten die Belagerung sprengen.
Auf dem Kriegsschauplatz im Osten verlief die Sache des Reiches im Spätsommer nicht gut: die Front wurde durchbrochen.
General Hindenburg war ‘ein pensionierter Offizier, dessen Hauptbeschäftigung seit einigen Jahren darin bestand, an einem Marmortisch vor einem Cafés in Hamburg zu sitzen und Bierlachen zu erzeugen’.

‘Zum Vergnügen junger deutscher Militärkadetten, die ihn für nicht recht bei Trost hielten, [erklärte er], dass diese Pfützen die Masurischen Seen darstellten, in denen er den Feind ertränken wolle, wenn er jemals das Glück bekäme, eine Armee in diesem Gebiet zu befehligen’.(58)

Er hatte sich bei Ausbruch der Feindseligkeiten freiwillig zum Dienst in der Armee zurückgemeldet, war aber abgelehnt worden.
Doch sein Glück traf trotzdem ein, als das Hauptquartier plötzlich den alten General wegen seiner weitreichenden Vertrautheit mit dem Gelände, in dem die Schlacht gegen die Russen geführt wurde, einberief.
Hindenburg kehrte rasch das Ergebnis der Kämpfe um. Dabei wurde er von Ludendorff begleitet, den von Moltke aus Belgien nach Ost-Preußen (dem heutigen nordöstlichen Polen) geschickt hatte, um bei der deutschen Gegenoffensive zu helfen. Er leitete während der Schlacht vom 8-15. September die Kämpfe an den Masurischen Seen, die in ihrer Endphase auf russischem Boden ausgetragen wurden.

Ob auch andere Generäle diese Siege hätten für sich beanspruchen können,(59) ist eine Frage von geringer Bedeutung angesichts der deutschen Erfolge im Osten während des ganzen Jahres 1915. Obwohl der völlige Zusammenbruch des Feindes nicht gelang, setzte das Vordringen Deutschlands im Osten den russischen Zar Nikolaus II so sehr in Alarm, dass er selbst den Oberbefehl über die Streitkräfte übernahm.
Im Juni 1916 versuchte der russische General Brusilow, der wegen seiner Zerschlagung der österreichischen Armeen zu Beginn des Krieges zum Held erklärt worden war, vom rumänischen Grenzgebiet aus eine massive Offensive nach Westen gegen Deutsch-österreichische Streitkräfte. Drei Monate lang blieb der Ausgang dieses Angriffs unbestimmt, doch waren die Verluste unerhört: die Mittelmächte verloren 600.000 Mann und die Russen über eine Million.


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