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Krieg als Auslöser?


Кjamil Аskerchanow – Meinung – der bekannte aserbaidzhanische Politologe mit einer weiteren Betrachtung zur Weltlage. – LH, 19.8.2026

Anscheinend klärt sich das Puzzle endgültig auf.

Die Meerenge von Hormus ist faktisch für den normalen Erdölhandel paralysiert, der Bab-el Mandep funktioniert mit riesigen Beschränkungen. Jetzt teilt ‚Reuters‘ mit, daß die chinesischen Schiffahrtsgiganten COSCO und CMES ihre Tankertransporte über beide Fahrtrouten gestoppt haben. Die chinesischen Transporteure bauen ihre Logistik um, als ob die weitere Verschärfung nicht nur ein Risiko wäre, sondern ein durchaus tragfähiges Szenario.

Und all dies geschieht genau zu jenem Zeitpunkt, da der Schuldenmarkt beginnt zu kriseln.

Die Rentabilität der 10jährigen deutschen Bundesanleihen ist auf dem Maximum seit 2011 angelangt, 30jährige US-Anleihen auf dem Maximum seit 2007. Die Rentabilität der japanischen Anleihen steigt. Die MVM erklären das mit der laufenden Inflation, dem Erdöl und den Erwartungen für höhere Zinssätze.

Das mag alles richtig sein, aber die Frage ist ein wenig breiter zu sehen.

Wir haben in den vergangenen Wochen konsequent ein und dieselbe Kette beobachtet: Erdöl – Erdöl-Produkte – Diesel – Nahrungsmittel – Logistik. Nun kommt noch ein Element hinzu: die Kosten des Geldes.

Und hier beginnt das Interessanteste.

Deutschland steigt in diese Etappe mit einem zerfallenden alten Industriemodell und zunehmend schließenden Unternehmen ein. Die EU mit teurer Energie und der Notwendigkeit, die Ausgaben für das Militär und die Infrastruktur stark zu steigern.
Die USA mit einer gigantischen Verschuldung und dem Erfordernis, sich ständig noch mehr zu leihen. Japan mit seiner Schulden-Konfiguration.

Und jeder von ihnen muß sich immer teurer verschulden.

Es kommt zu einer unangenehmen Schleife: teures Erdöl steigert die Inflation, die Inflation erhöht die Rentabilität der Obligationen, die teuren Schulden erhöhen die Kosten für den Kredit, der teure Kredit drückt auf die Unternehmen und die Immobilien, der Niedergang der Wirtschaft verschlechtert die Haushaltslage, wonach der Staat immer noch mehr leihen muß.

Für diese Konstruktion fehlt nur noch ein kräftiger Anstoß.

Und ein großer Krieg im Nahen Osten ist für diese Rolle ideal prädestiniert.

Und zwar genau als Auslöser/’Trigger‘, nicht als Krisengrund. Die Gründe haben sich längst angesammelt.

Wenn also auf die faktische Lähmung der Hormus-Straße eine neue scharfe Kriegsphase folgen wird, dann bekommen Erdöl und Erdölprodukte noch einen Impuls nach oben, Fracht und Versicherung werden teurer, die Logistik zerbricht und danach folgt eine Nahrungsmittel-Inflation.
Und dann befinden sich die Zentralbanken in einer interessanten Falle.

Die Märkte fallen – man muß den Leitzins verringern und Liquidität schaffen.

Die Inflation wächst – den Leitzins darf man nicht senken.

Wenn man beginnt, das Finanzsystem zu retten, riskiert man die langfristigen Schulden und die Währung zu zerstören.
Wenn man es nicht rettet, erhält man Pleiten, Immobilien- und Banken-Probleme und weiteren Abfall der Märkte.

Da sind nur wenige Auswege.

Und hier taucht eine andere Frage auf, die noch viel interessanter ist als die Kriegsprognose selbst.

Wir haben schon gesehen, wie das Gold beginnt, seine gewohnten Lager- und Handelszentren zu wechseln.
Wir sahen das Ansammeln und Umverteilen des physischen Erdöls. Sahen den Umbau der Frachtrouten. Jetzt holen die chinesischen Staats-Fracht-Unternehmen vorzeitig die Tanker aus den Haupt-Engpässen des Welt-Energie-Handels.

Es sind zuviele, die beginnen, sich so zu verhalten, als ob sie wüßten, daß es eine Rückkehr zum vorherigen System nicht mehr geben wird.

Es tauchen immer mehr Spieler auf, für die der Preis für die Verhinderung dieses Krieges höher wird als der Preis dieses Krieges selbst.
Und für manche kann die Zerstörung der alten Finanz- und Logistik-Konstruktion überhaupt ganz neue Möglichkeiten eröffnen, die unter ’normalen‘ Umständen für sie nie erscheinen würden.

Und solche Interessenten scheinen immer mehr zu werden.

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Quelle:
t.me/KamilAskerkhanov/5938 – 42K views Aug 18 at 11:22
Übersetzung: Hans Ludwig (LH) 19.8.26
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Nachbemerkung des Übersetzers:
Freilich können wir den größten Teil der aufgeführten Fakten nicht nachprüfen. Es gibt aber Berichte über andere, flankierende Tatsachen, z.B. über angeblich riesige Erdölvorräte, welche die VRC in ‚weißer Voraussicht‘ angelegt haben soll, welche sie mehrere Monate Hormus-Schließung überstehen lassen könnten.
Wir erinnern uns auch an Chasins uralte Prognose (von 2014):
entweder ihr rettet das Weltgeld USD, oder ihr re-industrialisiert Nordamerika…
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Und zu guter Letzt das beliebte themenferne
P.S. zur Auflockerung:
a) ein Aufdecker, der
noch nicht begriffen hat, in welchem Lande erlebt: hier kann nicht jeder einfach mal die sog. Bu-Regierung verklagen…
b) 20 Alltagsdinge aus meiner Kinderzeit hierzulande, die gezielt beseitigt wurden und heute zum Vielfachen teilweise wieder angeboten werden…

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