In meiner 25 jährigen Aktivzeit als Tastenschläger und Musik“lehrer“, da besuchte ich kaum jemals Konzerte. Ja, ich hörte ab Schallplatte und Radio Vieles, doch besuchte ich keine Konzerte.
Ich hatte nicht nur kaum Zeit dazu, vielmehr bewahrte ich mir damit mein durchaus wackeliges Selbstvertrauen. Mir war bewusst, daß ich öffentlich ein Mozartklavierkonzert, mit Noten vor den Linsen, irgendwie wohl hätte hinschlagen können, doch schon bei Beethoven wären da für mich kitzelige Stellen gewesen, geschweige denn von Brahms an aufwärts bis zu Unspielbarem von Verrückten wie Rach.
Ja, Rachmaninov. Klaviergigant.
Rubinstein auf die Frage, wer der größte Pianist aller Zeiten sei, Antwort sinngemäß: „Rachmaninov, unerreichbar, überirdisch, göttlich.“
Schon wieder da, ein Russe.
Laß uns uns doch bitte verbinden mit göttlichen Russen, mon Dieu. Gans gans leise nur…wie wäre es, sich mit dem Geiste Putins und dessen Getreuen zu verbinden? Ich meinerseits tue es. Pro sit.
Nun zum Film.
Damals schon natürlicherweise bewunderte ich Genie Karajan, der 101 und mehr Partituren im Hirni gespeichert hatte.
Partitur im Hirni gespeichert?
Da sind 100 Seiten mit pro Seite 10000 Noten , also mindestens eine Million. Alles im Hirni eines Abbado, Chelibidaches und eben Karajans.
Endlich zur Sache komme ich.
Karajan weist im Konzert keine Instrumentengruppe an, was sie doch bitteschön zu tun habe. Es gibt Ausnahmen, wundersam selten, die bestätigen die Regel.
Es ist die schiere Magie.
Er HÖRT das innerlich, was er will.
Er läßt den Instrumentalisten in der Gestaltung freien Lauf, Ausnahmen gibt es, nämlich an Kulminationspunkten.
Er hört indes innerlich, was wie zu gestalten sei, und geschlossenen Auges ist da die Verbindung von ihm zu den Instrumentalisten. Die sind eh schon nicht blöde. Die eh schon haben Vorstellung davon, was zu gestalten sei.
Doch werden sie per Telepathie vom Chef befeuert.
Karajan allermeist nur gibt Impuls für den großen Bogen, vertraut, daß die Mannschaft alle die 1001 sauentscheidenden „Details“ eigenständig modellieren, er hört diese „Details“, und ja, und was?
Die Musiker, sie tun es. Der Dirigent nicht beschwörend blickt sie an und befuchtelt sie. Sie wissen. Sie wollen.
Ich bin überwältigt.
Was ich der Kameraführung dankbar bin, welche den Herbert vorzüglich zeigt. Was kümmern mich der gezeigte Geigenbogen, der auf der Saite herummacht und die Finger auf dem Horn.
TRV, vormalig Orgelist und Leerer,
im Jahre 14 des Neuen Zeitalters, im vom vermutlich nicht so guten Herrn Gregor verfügten verlogenen Monat Februar, Tag 10.
Nach Besichtigung und Belauschung dieses zum x-ten Mal leider nicht unter des gezeigten Maestros Stab vernommenen Orchesterhymne wage ich kein Urteil. Wozu auch? – Indessen hast du Recht, lieber Ram, dass die auf Körperbewegung übertragene Musika das Beste ist, was Kamera einzufangen fähig ist. Darüberhinaus auf Klappen und Knöpfen haautnah zu sehende Fingertricks sind auch mir als Zuviel des Guten aufgefallen. Stattdessen hätte ich lieber den Körperschwung von Bratschern und Geigerinen geschaut, denn in deren Bewegung spiegelt sich wie in des Dirigenten wohltuendem Schwung etwas von dem, was die Noten und ihr Verfasser offen lassen mussten.
Die Knopf- und Klappengroßaufnahmen sagen mir nur, dass Elektriker, äh, Techniker am Werk sind und pünktlich nachhause kommen wollen
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Einfach himmlisch! Schon als Jugendliche genoß ich zwischen Hard Rock,Mark Knopfler, Chet Atkins etc. und Spanischer Gitarre immer wieder Klassische Stücke mit Karajan.Wißt Ihr eigentlich daß die Idioten am Theater in Aachen die Büste vonKarajan entfernten wegen angeblicher mutmaßlicher EN-ES-Vergangenheit?Er wäre angeblich auch Anti-Schemeit gewesen.Diese hirnrissigen Armleuchter! Da könnte mir der Kragen platzen!Was bekannt ist, daß er Leonard Bernstein absolute verachtete.Karajan erklärte mal, daß dieser Bernstein „Vergewaltigung der Gehörgänge betreibt“.Das konnte ich gut verstehen und mußte Karajan beipflichten.Bernstein, auch aus der Sippe der Goldfischs, Mandelbaums,Fischbeins, Rosenbuschs, Apfelbaums und all die J***sch erfundenen Namen, welche sie sich gaben.Bei einem Event in New York, wo sich beide mal begegneten,lehnte Karajan eine Handschlag-Begrüßung mit Bernstein ab.Spannend!Karajan war für mich ein Genie!Viele GrüßeKräuterhexe
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