bumi bahagia / Glückliche Erde

Gesprächs“kulturen“

Schweiz. Lehrerzimmer. Die meisten Lehrer sind da. Die Pause geht zu Ende, und in mir taucht eine für den Schulbetrieb wichtige Frage auf. Die meisten sind im Weggehen begriffen, doch sind da noch zwei Lehrerinnen, welche zusammen schwatzen von Mallorca und den Philippinen und wie schön und toll.

„Entschuldigung, ich störe, aber ich habe eine wichtige Frage.“

Betretenes Schweigen.

„Hättest du wohl die Güte, unser Gespräch nicht zu unterbrechen?“

„Ich habe eine wichtige Frage.“

„Wir sind im Gespräch. Äh. Hast du irgendwie noch Anstand?“

Das ist Schweiz.

Wo bleibt der Sinn für Priorität? Es könnte doch wohl sein, daß der Taddelgesprächs-Störer einen triftigen Grund für sein „Stören“ hat?

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Bali, Indonesia.

Ich sitze mit sehr guten einheimischen Freunden zusammen, und wir erörtern ein wichtiges Thema, sei es privat, sei es Gott und die Welt betreffend.

Kommt unten ein Auto an, steigt einer aus. Alle gucken hin und mutmaßen, was wann wer warum.

Gespräch beendet.

Das ist Indonesien. Wo bleibt der Sinn für Priorität?

Soweit der aus meiner Sicht in beiden Kulturen die negativen Aspekte.

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Es gibt in beiden Kulturen auch einen positiven Aspekt.

Schweiz:

Wenn wichtiges Gespräch stattfindet, dann wird es nicht wegen einem Fliegenschiß abgebrochen.

Indonesien:

Steht eine Warteschlange an der Auskunftstelle. Ich gehe nach vorne, ja, ich überhole die Schlange, habe eine wichtige Frage, die mit einem einzigen kurzen Satz beantwortet werden kann, Dauer kaum 5 Sekunden, und keiner in der Schlange schaut mich missbilligend an.

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Ich favorisiere das indonesische Prinzip, doch hoffe ich, die Prinzipien mögen sich verbrüdern,

hoffe, Schweizer mögen „Gesprächsstörung“ abzuwägen lernen

und Indonesier mögen wichtigem Thema konsequenter folgen.

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Und soeben höre ich, daß in China ein Sack Reis umgefallen sei.

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ThomRamBali

01.01.NZ13

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2 Kommentare

  1. Avatar von latexdoctor latexdoctor sagt:

    Ich hoffe mal das es kein großer Sack mit Reis war, der da umgefallen, sonst steigt der Preis pro Tonne und ich mag Reis!

    Reis ist doch das Thema, oder ? o.O

    Doch im Ernst, im Zweifel würde ich auch das indonesische Modell bevorzugen, ob eine „Störung“ wichtig genug ein wichtiges Gespräch zu unterbrechen weis ich ja nur wenn ich „dem Störer / der Störerin“ meine Aufmerksamkeit schenke.
    Es kann auch sein das die unterbrechende Person hartnäckig bleibt und damit bei dem wichtigen Gepräch für Unruhe sorgt, eine Praktik die gerne von Demagogen verwendet wird.

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  2. „Und soeben höre ich, daß in China ein Sack Reis umgefallen sei.“

    Immer diese schrecklichen Katastrophen-Meldungen zum Beginn eines neuen Jahres aus China. 😉

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