bumi bahagia / Glückliche Erde

notorisch ungleich

Von einem ehemaligen Bankvorstand erwartet man gewiß keine „revolutionären“ Ansichten oder gar Übertreibungen bei der Darstellung von Mißständen der heutigen Wirtschaftsweise. Bei Herrn Joachim Jahnke liegt also jegliche Vermutung fern, er würde solche Dinge auf seiner Netzseite publizieren.

Auch seine Quellen, wie das statistische Bundesamt oder die Bertelsmann-Stiftung, sind erhaben über jeglichen Verdacht, sie würden besonders system-kritisch oder „nur der Wahrheit verpflichtet“ ihre Daten aufbereiten.

Wenn dennoch für die heutige Politik in diesem Lande wahrhaft demaskierende Grafiken hier folgen, dann sollte das uns besonders aufmerksam machen – sehr wahrscheinlich ist die reale Lage noch deutlich schlimmer. Zumal die „großzügige“ Auswahl der Bezugsgrößen in der letzten Grafik das wahre Ausmaß der horrenden Entwicklungen noch verschleiert.

Welche möglichen Folgen daraus erwachsen und wer dafür verantwortlich zeichnet, darf sich jeder selbst „ausmalen“. Nun also – das Wort hat Herr Jahnke:

global news 3284 – 19-03-15: Die deutschen Löhne werden immer ungleicher

(bitte auch Startseite besuchen)

Bisher galt das öffentliche Augenmerk dem Auseinanderdriften von Löhnen einerseits und Unternehmens- und Vermögenseinkommen andererseits (Abb. 14849).

Doch auch unter den Arbeitnehmern breitet sich immer mehr Ungleichheit aus. Die Einkommen derer in Leitender Stellung und der herausgehobenen Fachkräfte legen zu, die Einkommen der anderen verharren oder steigen ab (Abb. 10002).

Gleichzeitig sind immer mehr Unternehmen aus der Tarifbindung ausgeschieden, was einer der Gründe für das Auseinanderdriften der Löhne ist. In den vergangenen 20 Jahren ist der Anteil der Unternehmen, die nach Tarif zahlen, von 60 % auf 35 % gesunken. Den Schutz der Gewerkschaften und der von ihnen ausgehandelten Tarifverträge gibt es nur noch für 52 % der westdeutschen und 35 % der ostdeutschen Arbeitnehmer (Abb. 17018). Die deutschen Arbeitnehmer sind also schon überwiegend branchentarif- und in diesem Rahmen auch gewerkschaftsfrei.

Wie jetzt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und des ifo-Instituts herausgefunden hat, konnten die Beschäftigten im oberen Fünftel der Einkommensskala seit Mitte der neunziger Jahre ihre Reallöhne erheblich steigern, während sie für das untere Fünftel deutlich absanken (Abb. 18719, 18720).

Quelle: http://www.jjahnke.net/rundbr112.html#3284

Luckyhans, 21.3.2015

 


1 Kommentar

  1. Avatar von Vollidiot Vollidiot sagt:

    Wo nicht der Mensch, sondern das zinstragende Kapital der Gegenstand ist, dessen Erhaltung und Mehrung der Sinn und das Ziel der politischen Ordnung ist, da ist der Automatismus schon im Gang, der eines Tages die Menschen zum Töten und Getötetwerden auf die Jagd schicken wird.

    Karl Barth

    Unsere demokratische Ordnung und das bisherige Finanz- und Geldwesen können nicht mehr zusammen bestehen bleiben.
    Eines muß dem anderen den Weg frei geben.

    Vincent Vickers

    Es ist still wie in einer verschneiten Winternacht; nur ein leiser monotoner Tropfenfall.
    Das sind die Zinsen, die fortlaufend hinabträufeln in die Kapitalien, welche beständig anschwellen;
    man hört ordentlich, wie sie wachsen, die Reichtümer der Reichen.
    Dazwischen das leise Schluchzen der Armut. Manchmal klirrt etwas, wie ein Messer, das gewetzt wird.

    H. Heine (1842)

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