bumi bahagia / Glückliche Erde

Was bleibt

Wohl jeder Mensch möchte, wenn ihm eines schönen Tages mal in aller Klarheit die verbleibende „Kürze“ seines wahrscheinlich noch vor ihm liegenden Lebens bewußt geworden ist, daß von ihm darüber hinaus noch „etwas bleibt“.

Auch bei jüngeren Menschen gibt es im Leben immer mal Momente, da dieser Gedanke auftaucht: was denn vom eigenen Leben „dauerhaft übrigbleibt“, wenn der Körper seinen „letzten Weg“ antritt – oft angeregt durch den Tod von Verwandten oder durch Erlebnisse, die uns mit dem Tod konfrontieren.

In solchen Momenten hat es der Materialist am schwersten, denn er muß, mangels der Möglichkeit eines Weiterlebens von wenigstens einem Teil seines SELBST, verschiedene Zuflüchte nehmen, um irgendwie eine weitere Wirkung seines Lebens in dieser Welt verspüren zu können – dies kann bei ihm auch immer nur „im Außen“ geschehen.
Euer Luckyhans

Als erstes kommen uns dann die eigenen Nachkommen, die Kinder, Enkel und, bei altersmäßig sehr begnadeten Menschen, auch die Urenkel in Betracht: hier wollen wir, daß ein Teil unseres Charakters, ein Teil unserer Gene, ein Teil von dem, was wir meinen, daß es uns als Persönlichkeit ausmacht, „in ihnen weiterlebt“.

Es ist also nicht nur die biologische Fortführung des eigenen „Geschlechts der Familie“, die uns dazu bringt, für unsere Kinder alle Möglichkeiten einer (nach unserer jeweiligen Auffassung) „guten“ Entwicklung („sie sollen es mal besser haben als wir“ – ohne daß wir uns oft klar machen, WAS da für sie „besser“ sein soll) durchzusetzen.

Leider geschieht dies oft nicht nur gegen die widrigen „äußeren Umstände“ (die sog. „Tücke des Objekts“), sondern auch gegen die Vorstellungen dieser werdenden Menschen, die wir in die Welt gesetzt haben und für deren Entwicklung wir (zumindest in der ersten Zeit) voll verantwortlich sind.

Weshalb wohl sonst suchen spätestens jede Oma und jeder Opa in den Enkeln (die Kinder hat man dann meist schon „abgehakt“, weil deren Begleitung ins Leben nur extrem selten ohne größere Reibung „funktioniert“) krampfhaft die Widerspiegelung ihrer eigenen Züge – nicht nur äußerlich, sondern vor allem im Verhalten: in der Art zu reden, in der Art zu reagieren, in verschiedenen Kleinigkeiten. Es ist einfach das Bedürfnis nach dem „Fortleben“ des eigenen „Ich“ in dieser oder jener Form.

Natürlich ist jedem klar, daß auch dieses „Weiterleben“ zeitlich sehr begrenzt ist – auf die Lebenszeit der jeweiligen Nachkommen -, und daß die Pflege eines ethisch wertvollen „Familien-Geistes“ heutzutage extrem schwierig ist – es sind für fast alle Menschen weder die materiellen noch die ideellen Voraussetzungen dafür heutzutage gegeben.

Aber es ist eine Hoffnung.

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Eine zweite Möglichkeit, sich mehr oder weniger „unsterblich“ zu machen, sind die Werke: ob Bücher, Gemälde, Theater- oder Musikstücke, architektonische Leistungen und andere Kreationen, auch Erfindungen oder Entdeckungen – in diesem Sinne praktische „Erzeugnisse“, die auch später noch davon künden werden, daß „hier und heute“ ein bestimmter Mensch gelebt hat.

Diese Hoffnung ist wohl bei jedem Menschen in gewissem Maße ausgeprägt, auch wenn wohl jedem bewußt ist, daß wirklich bleibende Werke nur recht selten geschaffen werden können – alle diese Bereiche sind vielfältigen Entwicklungen und „Moden“ unterworfen, und was heute noch „toll“ war, kann morgen schon „ätzend“ sein.

Außerdem ist auch jedem Menschen klar: je länger die Zeit verstreicht, desto mehr von diesen Kreationen wird einfach vom Mantel der Zeit verhüllt, „aussortiert“ und dem Vergessen anheimfallen – überdauern können nur wirklich „einmalige“ Werke.

Nun – „einmalig“ ist jedes Werk – hier geht es um Herausragendes, das in der Lage ist, die Menschen auch in viel späteren Zeiten noch anzusprechen und in ihnen ein Gefühl des „leichten Erschauerns“ hervorzurufen – alles andere wird sicher „vergessen“ werden.

Und hier sind ideelle Werke (Musik, Theaterstücke) allen materiellen überlegen: sie zerfallen nicht mit der Zeit zu Staub, sondern können immer wieder neu „geschaffen“ werden – allerdings auch um den Preis der Einmaligkeit des jeweiligen Erlebnisses – das XY-Konzert von Karajan mit dem Solisten Oistrach fand halt nur einmal alle paar Jahre statt, und nur an wenigen bekannten Orten.
Und jetzt komme mir bitte niemand mit Ton- oder Bild-Aufnahmen – zum einen wechseln die „Datenträger“ alle paar Jahrzehnte (wer hat heutzutage noch Schellack-Platten mit Original-Caruso-Aufnahmen samt zugehörigem Plattenspieler? wie oft mußten alte Schwarz-Weiß-Filme schon auf neues Material überspielt werden, und wie sicher ist es, daß dabei, neben dem „Entrauschen“, nichts Wichtiges „hinweg-korrigiert“ wurde?).

Zum anderen ist auch die beste Aufnahme nicht im Entferntesten mit der persönlichen Anwesenheit bei einem solchen Konzert zu vergleichen.

Und gewiß liegt auch in der Einmaligkeit eines jeden Konzerts oder Theaterabends ein Großteil des „Reizes“ der jeweiligen Veranstaltung…

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Der nächste Weg zur Langzeitwirkung wären Ruhm und Bekanntheit – was haben in früherer Zeit wir Menschen nicht alles an Verbrechen und Grausamkeiten auf uns genommen, um auf diese sehr vergängliche Weise die Zeiten zu überdauern: Kriege um Frauen und um neue Gebiete, oft auch nur um Macht, Einfluß und neue Sklaven – mörderische Schlachten um „Ehre“ und „Ruhm“: die Märchen- und Sagenbücher sind voll von solchen blutigen Unmenschlichkeiten – und doch gehören diese finsteren Zeiten zu unserem Erbe.

Auch die „Geschichtsschreibung“ hat viele Jahrtausende genau diese Dinge reflektiert: Kriege und Gebietsgewinne traten vor kluge Reichs-Erhaltungspolitik ohne große Opfer – Beispiel: ein Caligula ist bekannter als die vielen Senecas, die es ebenfalls gab.

Auch von Alexander „dem Großen“ wissen die meisten nur, daß er ein Riesenreich zusammengeraubt hatte – daß er darüber hinaus ein kluger Regent und geschickter Politiker war, ist den wenigsten bekannt.

Wir wissen also, daß auf diese Weise nur sehr kurzzeitig oder unter wirklich extremen Handlungsweisen Nachruhm zu erwerben ist.

Zumal jeder weiß, daß die „schriftlich überlieferte Geschichte“ seit Jahrhunderten immer wieder umgeschrieben wird – die Fälschung von Urkunden hat ebensoviele Jahre Tradition wie es überhaupt Urkunden gibt – von den zielgerichteten Vernichtungen alter Dokumentensammlungen, aus denen die Brandstiftung an der berühmten Bibliothek von Alexandria nur eine von sehr vielen ist, mal ganz abgesehen.

Auch die sog. Altertumswissenschaften bieten ein „leuchtendes“ Beispiel, wie das Gewesene verfälscht und vielfach den jeweils „aktuellen“ Machtansprüchen entsprechend tendenziös verändert wird – allein die Erforschung der Pyramiden zeigt das für jeden, der sich damit befaßt, sehr klar und deutlich.

Für den Einzelnen ist das also nicht wirklich eine realistische Option auf Nachruhm, zumal in der heutigen Informations-Sintflut die Halbwertszeit des Wissens und die Vergessens-Frist immer kürzer wird – ungeachtet der stetig steigenden Speicherkapazitäten…

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Ganz andere Möglichkeiten hat da der Spirituelle. Zum einem ist er davon überzeugt, daß er mit Geist und Seele über unsterbliche Komponenten seines SELBST verfügt, die unter Bewahrung der jeweiligen Lebenserfahrungen sich stets weiter entwickeln dürfen und wieder neu inkarniert werden.

Zum anderen sind für ihn morphogenetische und andere feinstoffliche Felder („die Akasha-Chronik“) ebenfalls Wirklichkeit, so daß in seiner Überzeugung ALLES was geschieht, erhalten bleibt, und nichts verloren gehen kann.

Allerdings resultieren aus diesem Bewußtsein wieder neue Verantwortlichkeiten, denn da dies so ist, haben alle unsere bewußten und unbewußten Handlungen – hat jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes Wort, jedes Wollen und jedes Tun – auch unzweifelhafte Folgen.

Zum einen für den Einzelnen und seine eigene Lebensgeschichte („Schicksal“, Karma) sowie sein unmittelbares Umfeld, zum anderen in gleicher Weise auch für das Ganze, denn wenn auf einer anderen Ebene jederzeit alle mit allem verbunden sind, dann haben auch alle diese Dinge, egal wann und wo sie GESCHEHEN (und auch völlig unabhängig davon, wer sie jeweils wahrnimmt oder nicht), meist mehrere Wirkungen, die wir natürlich nicht immer und nie vollständig überblicken können.

Hier hilft nur, sich und sein Handeln ganz im Sinne der spirituellen Überzeugungen einzurichten – was schon schwierig genug ist.

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Und wir sind nicht nur in vollem Maße für unser eigenes Handeln verantwortlich, sondern auch für das, was wir unterlassen oder geschehen lassen, obwohl wir hätten handeln können und müssen – es weiteres sehr schwieriges Feld.

Es reicht von den Beziehungen im Familie, Nachbarschaft, Verein, Gemeinde bis in die sog. „große Politik“, auf die wir mit unserem Fühlen und Wollen (Meditation) durchaus großen Einfluß haben können – man denke an den oft beschworenen „hundertsten Affen“.

Letztlich bleibt allen praktisch nur eines: hier und heute sich jederzeit und überall so zu verhalten, daß alles, was man tut oer läßt, auch jederzeit vor allen anderen Menschen getan werden könnte – und von ihnen in der Seele akzeptiert werden würde.

Was bitte nicht als Plädoyer für grenzenlose Überwachung oder Aufgabe jeglicher Privatsphäre verstanden werden möchte, sondern als ethischer Maßstab für alles eigene Denken, Fühlen, Wollen, Reden, Tun und Lassen.

Abschließend hoffe ich von den Damen auf Vergebung, daß auch im obigen Text wieder nur die männliche Form Verwendung findet – zum einen berechtigt, sind doch „die Männer“ an vielen Stellen gerade für die „unangenehmen“ vergangenen Dinge verantwortlich – zum anderen sollte, finde ich, stets Verständlichkeit vor „politische Korrektheit“ gehen – ich hoffe die Damen sehen es mir nach – danke!


2 Kommentare

  1. was bleibt wäre das Erstarrte, was mich an die Vergangenheit bindet, dazu ist der Augenblick in der Freude wenig ineressiert, doch das ist das Heilende
    zwei Beispiele
    In dem Buch: Das Sonnenkind von Guliana Conforto fand ich auf S. 45 folgenden Hinweis: Ein Wissenschaftler hatte seine Frau zu einer MRT-Untersuchung begleitet und mit dem diensthabenden Radiologen Freundschaft geschlossen.
    “Schau sagt der: “Deine Frau hat nichts” und deutete auf die soeben aufgenommenen Bilder. “Woran erkennst du das?” “An der Ausrichtung des Kernspins. Sie sind geordnet. Wäre dort ein Tumor wären sie ungeordnet”
    “Welche Kraft kann dem Spin eine Ordnung verleihen?”
    “Die Fröhlichkeit!”, hatte ihn der Radiologe, ein MRT- Experte verblüfft
    UND auf S, 228
    Bei einer Recherche im Internet hatte er herausgefunden, dass niemand weiß wie die
    Antikörper entstehen, die uns heilen, dass aber alle sie Intelligenz der Lymphozyten anerkennen.
    Es handelt sich um Proteine, die in der Lage sind, die zuträglichen von den schädlichen Stoffen zu unterscheiden
    und, Kommandanten einer Verteidigungsstreitmacht des Körpers, Antikörper zu schicken, die letztere schlucken. ihre Fähigkeit
    liegt darin den Feind auszumachen und selektiv zu eliminieren, ohne zur wahllosen Vernichtung zu schreiten.
    Die Ausrüstung der Lymphozyten für ihre Interventionen erfolgt durch Hormone, das heißt,
    von unserer psychischen Stimmung, je fröhlicher wir sind und je mehr uns zu herzlichem Lachen zumute ist, desto erfolgreicher sind sie.

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  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG sagt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Ein Regenwurm sagt auch zum Vogel, er sei ein Rassist und Umwelt- Vernichter, und entwickelt biochemische Kampfstoffe um die Vögel auszurotten! Glück, Auf, meine Heimat!

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