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Wohin sind wir unterwegs?

Lange nicht gemotzt… (LH, 13. Juni 2026)

Höre ich einem der Altmeister der russischen Ökonomie Andre Kobjukow (mit dem gemeinsam Mischa Chasin 2003 das Buch „Der Niedergang des Dollar-Imperiums und das Ende der Pax Americana“ – in englisch im Netz verfügbar – geschrieben hatte) aufmerksam zu, so entsteht bei mir – trotz der verständlichen Klarheit seiner Sichtweise auf die heutige Wirt­schaft – der Eindruck, daß wir alle immernoch in den ‚Narrativen‘ der alten, zutiefst men­schenzentrierten (egozentrischen?), „materialistischen“ Welt, die „wir nach unseren Vor­stellungen umbauen“, feststecken.

Könnte es ein grundlegender Irrtum sein, daß der Mensch die ‚Krone der Schöpfung‘ und der ‚Beherrscher der Natur‘ sein soll?
Und daß tatsächlich der Mensch ein durch seine Vernunftbegabung mit besonderer Verantwortlichkeit für sein Leben IN ebenjener Natur ausgestatteter, nicht dominierender TEIL (!) selbiger ist?
Warum wollen viele darüber einfach nicht nachsinnen?

Unser Denken und Tun ist weiterhin bestenfalls von Begriffen wie Fortschritt, Technologie, Kapital, Ressourcen usw. geleitet.
Ist es wirklich so schwer zu erkennen, daß unser Handeln im grobstofflichen Bereich ein getreues Abbild unseres inneren (feinstofflich-geistigen) Entwicklungsstandes ist?

So konsequent, wie wir – als Menschheit – diese planetare Natur zerstören (auch und vor allem in der seit 2010 führenden Industrienation China), und zu welchem schäbigen Zweck (ungleich verteilter ‚Reichtum‘ für wenige, Machtspiele) wir dies überall tun, läßt jedes beobach­tende Geistwesen erschauern:
DAS soll nun das Ergebnis der Evolution sein?

Manchmal entsteht der Eindruck (nur bei mir?), daß wir selbst momentan unser Todesurteil als Menschheit schreiben… scheint aber kaum jemanden weiter zu stören, solange bei Aldi&Co. die Regale noch voll sind… das könnte sich aber schon in einem halben Jahr ändern: und dann?


1 Kommentar

  1. Avatar von Kunterbunt Kunterbunt sagt:

    «Könnte es ein grundlegender Irrtum sein, daß der Mensch die ‚Krone der Schöpfung‘ und der ‚Beherrscher der Natur‘ sein soll?»
    Der Mensch ist in der Evolution weder die ♕ der Schöpfung und in der Regel auch nicht Beherrscher der inneren und äusseren Natur, meine ich.
    Auch als homo sapiens und perspicax sind wir noch nicht die ♕ der Schöpfung, aber immerhin in der Lage, unsere eigene Natur wahrzunehmen, zu erkennen und klug (= zielführend, evolutiv) zu leiten / führen / steuern / lenken. 

    «So konsequent, wie wir – als Menschheit – diese planetare Natur zerstören…»
    In früheren Jahrzehnten – vor der Überschwemmung mit Modeströmungen, McDonalds, Softdrinks, Plastikartikeln und sich ständig übertreffenden technischen Gadgets – beeindruckte mich sehr, wie wenig umweltschädigend «zurückgebliebene Drittweltländler» in ihrer Improvisationsvirtuosität lebten.
    Bin ich nun der Meinung, nicht wirklich Teil der „Zerstörer der planetaren Natur“ zu sein, gehöre ich dann nicht zum «Wir» oder zur «Menschheit»? Anders ausgedrückt: Ich persönlich denke, es ist nicht die Menschheit als Ganzes, welche die Natur zerstört. Die berechtigte Frage nach dem «Wer denn sonst?» stellt sich dementsprechend ein, was mit Sorgfalt aufgedröselt werden müsste.

    «Manchmal entsteht der Eindruck (nur bei mir?), daß wir selbst momentan unser Todesurteil als Menschheit schreiben.»
    Wenn, dann unbewusst. Viele riechen die Lunte nicht oder spüren das sich zuziehende Lasso noch nicht. Daher macht gefühlt die Mehrheit (?) fleissig mit beim Kerkerbau zu Babel. Man will ja dazugehören, nicht als Aussenseiter dastehen…
    Unser „Dazugehörenwollen“ und „Up-to-date-sein wollen“ ist ein Art menschliche Veranlagung oder sogar Schwäche, wo man uns (immer wieder) packen = verführen kann.

    «Ist es wirklich so schwer zu erkennen, daß unser Handeln im grobstofflichen Bereich ein getreues Abbild unseres inneren (feinstofflich-geistigen) Entwicklungsstandes ist?»
    Aus Handlungen und Geisteshaltungen können gewisse Rückschlüsse gezogen werden. Wobei auch kulturelle Konditionierungen und Programmierungen in die „Erkenntnisse“ einzubeziehen sind (= angeeignete Voreingenommenheiten als Folge übernommener Bilder, Gefühle, Floskeln, Emotionen, Glaubens- und Rassenprägungen, gesellschaftlicher Gepflogenheiten, Einstellungen, Überzeugungen und Meinungen…).
    Je ent-wickelter, desto autonomer -> feinstofflich-geistig verbundener -> souveräner und eigenverantwortlicher -> unabhängiger von Aussensteuerung sprich genannter Konditonierungen und Prägungen, beobachte ich.

    Schulen sollten – wären sie menschenfreundlich – Fächer wie „Selbstwahrnehmung“, „Innere Führung“, „Selbstbestimmung“, „Individuum und Kollektiv“, „Individualität als Geschenk an die Mitwelt“ lehren und fördern.

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