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Rußlands Zustände 1

(LH) Ja, dieser Titel klingt etwas sonderbar, aber das ist Absicht: laßt euch einfach über­raschen, es wird hochinteressant, versprochen. Und es folgen keine Übersetzungen mit Kommentaren, sondern eigene Analysen auf der Basis der jeweiligen russischen Quellen.
Luckyhans, 8. November/9. Dezember 2018
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1. Die massive Deindustrialisierung Rußlands

Da wir gerade von Rußland sprechen, möchte ich zu Beginn meiner Analyse allen „Fachleuten“, die sich gern darüber mokieren, daß das Land nach wie vor einen bedeutenden Teil seiner Exporteinnahmen aus der Lieferung von unverarbeiteten Rohstoffen (Erdöl, Erdgas, Rundholz, Getreide usw.) generiert, ein paar Fakten ins Gedächtnis rufen.

Da wäre zunächst die Zerstörung des Sowjetreiches zu Beginn der 90er Jahre, die dazu geführt hatte, daß ein Großteil der Wirtschaftsverbindungen (auch ohne den separaten politischen Willen der Führer der abgespaltenen Republiken) neu geordnet werden mußte, weil nun plötzlich ein Teil der Lieferanten oder das Endmontagewerk sich im „nahen Ausland“ befand und somit die Lieferungen nicht mehr in Inlandswährung, sondern in Valuta, sprich Dollar, bezahlt werden mußten.
Was natürlich in keiner Weise geplant war und daher auch nicht umgesetzt werden konnte. Einer „GUS-internen“ Verrechnungswährung sperrten sich nicht nur die „Fürsten“ der neuentstandenen Kleinstaaten, sondern auch die „Chicago-Boys“ in der russischen Regierung, auf Anraten ihrer VSA-Berater-Geschwader.
Solch ein Übergang von internen Verrechnungswährungen auf harte Valuta hat oft zum Abriß sehr langjähriger Wirtschaftsverbindungen mit nachfolgender Insolvenz geführt hat – die ehemaligen DDR-Betriebe kennen dieses Problem aus den Jahren 1990ff.

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