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Rambo
Der Hund hieß Rambo. Ich wohnte 1999 ein halbes Jahr lang in einem Zimmerchen mit Grundfläche 8m² auf einem Bauernhof, am Hange der Lägern, mit Blick auf Baden AG, mit Brunnen vor dem Bauernhof, Wasser von den Lägern liefernd, unbeschreiblich. Rein und schieres Lebenselixier. Nie zuvor und danach war mir vergönnt, solch Wasser zu trinken.
Rambo war Kettenhund. War mithin meist angekettet. Rambo hatte stechende Augen. Er flößte mir Angst ein. Ich bemitleidete sein Dasein, da an der Kette. Ich getraute mich nicht, in sein Kettenrevier einzudringen.
Da war eine Verbindung, und ich begann.
Ich schob ihm über den Radius seiner Kette Wasser und mal gut Fressi rüberzureichen. Und eines Tages, da wagte ich es, ich überschritt den Kettenradius.
Rambo hatte wirklich giftigen Blick, wirklich! Mittelgroßer Hund, zäh, starkes Fell, wohl kaampf- und bisstauglich. Unerschrocken.
Er empfing mich wie alt ersehnten Freund.
Ich fragte den Bauern, ob ich mit Rambo joggen gehen dürfe, es war in meiner Joggingzeit. „Klar, warum nicht.“
Ich konnte Rambo noch nicht einschätzen. Ich leinte ihn an und wir rannten los.
Dumme Scheise, joggen mit angeleintem Hunde. Ich leinte ihn los.
Er, wie die Rakete, schoß los und verschwand hinter dem Horizont.
OMG.
Der Hund ist weg. Was sage ich dem Bauern???
Was blieb mir übrig? Ich joggelte weiter. Und was?
Nach von heute aus gesehen geschätzten 5 Minuten, da war der Rambo wieder da.
Was ich erleichtert war von!
So nach einer Stunde, da auf der Rückkehr waren wir wieder fast beim Hofe. Ich hatte ein Problem. Ich war überzeugt, daß Rambo sich auf meine Bitte/meinen Befehl, sich der Kette zu nähern eingehen würde.
Er ging darauf ein. Ich war einfach nur baff. Er ließ sich anketten ohne Mucks.
Nennt man das vielleicht Vertrauen?
Ich brachte ihm Wasser und was Futti.
Willst Du weiterhören? Da sind noch deren Zweie. Ultraamüsant und ruhig bedenkenswert.
Ultraamüsant:
Bei der Joggerei, da gab es Weggabelungen. Ich lief links, Rambo zack lief links hundert Kilometer voraus, wohin denn sonst. Doch ich kehrte um und lief nach rechts.
Es brauchte der Minuten, bis Rambo mich wieder fand.
Danach dies!
Immer und immer und immer bei einer jeder Weggabelung wartete er! Und zwar in heller Begeisterung!! Was wird Bossi nun veranstalten??? Wahr. Bei jeder Weggabelung schier fraß er mich auf vor erwartungsvoller Begeisterung möglichen Witzes.
Dies war der lustige Teil.
Als ich dann in Berlin wohnte und beim guten Bauern mal nachfragte, wie es denn dem Rambo gehe, da war Antwort die:
„Eine Kuh hat ihn getreten so, daß ich ihm den Gnadenschuß geben mußte.“
Tja. Rambo war nach meinem Abgang vom Hofe wieder 24 24 oder doch 23 24 Kettenhund.
Rambo kannte Kühe. Hätte seine Seele nicht von dannen gehen wollen, dann wäre Rambo nicht so „blöde“ gewesen, sich hinter die Kuh zu stellen. Seine Seele wollte dem Kettenhunddasein ein gnädiges Ende setzen.
Thom Ram, mit Liebesgruß an alle beseelten Leser.
Jahr 14 des Neuen Zeitalters, im Scheißkalender der idiotischen 12 statt 13 Monaten 04.03.
P.S. War da noch eine Geschichte mit Rambo, da er mich gegen Übermacht verteidigte. Vielleicht ein anders Mal.