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Schwein gehabt?
… zum Wochenende etwas ‚lockeres’… Oft im Leben trifft einen das Glück unverhofft, wie ein Schlag mit einem Schaumgummi-Hammer: aufschreckend, jedoch ohne schmerzhafte Folgen. Aber auch danach ist noch immer alles möglich… – LH, 24.Oktober 2026 – – – – – – – – –
Ja, Schwein gehabt… hätte alles auch anders geschehen können…
Nach fast 90 Jahren weitgehend klagloser Funktion hatte mein Leib nun aufgegeben, er ließ sich auch nicht durch die Stromstöße der „Back-to-life-Maschine“ zum weitermachen bewegen.
Der Taktgeber für den Blutkreislauf blieb stumm.
Aus die Maus.
So lag ich nun erstmal im dunklen Kühlraum, und meine Seele traute sich nicht raus aus dem langsam erkaltenden Körper. Denn draußen waren ein Engel und ein Teufel zugange, welche laut die guten Taten und der andere meine Schandtaten aus dem soeben beendeten Leben aufzählten.
Immer im Wechsel. Gutes und Schlechtes.
Wie das Läben so spült…
Das meiste davon hatte ich in den letzten Jahren selbst schon neu durchdacht und für mich Schlußfolgerungen gezogen, um Vergebung gebeten usw., aber manches war mir nicht eingefallen…
Irgendwann kamen auch die nicht ausgeübten Taten („gewollt“) dran, aber da waren gewiß schon einige Stunden vergangen.
Leider war mir ohne den Taktgeber das Zeitgefühl komplett abhanden gekommen, so daß ich nichtmal sagen kann, wann sie zu den Worten und Gedanken übergingen… denn auch die sind ja „Taten“…
Es müssen viele Stunden gewesen sein, und für mich waren das wohl die schlimmsten Stunden meines neuen Daseins als Geistwesen, da ich all das nun dauerhaft in die Seelen-Erinnerung aufzunehmen hatte.
Es war ein steter Wechsel zwischen aufatmen und tiefer Scham – letzterer für meine Verfehlungen, und danach die stille Freude, daß sich noch eine gute Tat, ein gutes Wort, ein guter Gedanke gefunden hatte, welche den Fehltritt aufwogen…
Mit der Zeit wurden die beiden Stimmen von einem leichten Rauschen übertönt, wie beim Tinnitus, das langsam anschwoll.
Plötzlich verstummte die eine Stimme, während die andere weitere „Fälle“ aufzählte.
Auch das Rauschen war weg.
Es folgte eine ganz lange „Schrecksekunde“…
Aber zu meiner großen Erleichterung war es die Stimme des Engels, die weitersprach.
Das Plumpsen des Felsbrockens, der mir da von der Seele fiel, war sicher meilenweit zu hören…
Hatte ich mich also nicht umsonst bis ins hohe Alter darin befleißigt, um mich herum Klarheit, Freude, ruhige Gelassenheit und Zuversicht zu verbreiten…
Nun traute sich die Seele endlich raus aus dem Leib – mein Geist-Ich hatte sich schon lange an die neue Lage gewöhnt, und wir waren wieder vereint.
Bald hatte auch der Engel seinen Vortrag beendet und nahm mich in seine Obhut – „an die Hand“ ging ja nicht mehr, die war am Leib zurückgeblieben – und führte mich schwebend ein paar lange Treppen hinauf, schließlich landeten wir vor einer Tür mit der Aufschrift „PETRUS“.
‚Hast Glück, ist kaum Betrieb heute‘, war noch vom Engel zu ‚hören‘, dann stand ich allein vor dem gestrengen Himmelspförtner.
Alles weitere war ein ‚Gedankenaustausch‘, kein Wortwechsel…
„Name“? – „Hans.“
„Bürgerlicher Name?“ – „Ludwig.“
„Geboren?“ – „Ja.“
Er blickte kurz auf: „Ah, ein Witzbold… wann und wo?“
Ich sagte es ihm.
„Stimmt alles…“
Plötzlich erschein mit einem seltsamen Pfeifgeräusch direkt neben uns ein Mann, genauer sein Geistwesen.
Erstaunt sah er sich gründlich um und ’sagte‘ dann: „Grüß euch, Männer. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist…“ – Schwupps, war er wieder weg.
Petrus schien das kaum beeindruckt zu haben, als ob sowas jeden Tag vorkäme.
Er begann, mir den Weg zu zeigen, wohin ich ‚gehen‘ sollte – zu jenen Geistwesen, denen mein Entwicklungsstand nahe ist, also wieder einige Stufen nach unten.
Grad wollte ich los, da erschien mit gleichem Pfeifton der Mann plötzlich wieder.
Er machte nun einen leicht gehetzten Eindruck, bemühte sich aber zusehends, die Fassung zu bewahren: „Tach chen, Leute, ich bin der Fritz Müller aus H…“ – Schwupps, war er wieder weg.
Ich blickte Petrus fragend an.
Er schien fast ein wenig betrübt, als er sagte: „Ja, der F.M. aus Hamburg, hatte einen schweren Verkehrsunfall, wird grade wiederbelebt… Hab ihn schon lange in Beobachtung, er ist für die Engel-Kohorte vorgesehen, da wird dringend Nachwuchs benötigt…“
So folgt auch nach dem Ableben auf Glück wieder Pech, denn da hätte ich beinahe einen echten Engel-Anwärter kennenlernen dürfen, eine Seele, die so rein und klar ist, daß sie unmittelbar nach dem Ableben gleich und direkt, ohne Zögern, in die höheren Sphären des Jenseits aufsteigen darf, für neue Aufgaben.
Leicht enttäuscht wandte ich mich um…
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Hier klingelte dann leider der Wecker…