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Wunder 4 Intuition fährt Yamaha Vixion

Hier ist eine 150er bereits schnell. Ueber 250cc benötigen teure Spezialbewilligungen. Autos fahren mit 40 bis 80, halsbrecherische Busse ebenfalls. Man fährt links, wenn nicht links, dann dort, wo Platz grad ist. Strassen haben Löcher. Mal steht eine Kuh im Weg, mal springt dir ein Hund zwischen die Speichen. Es ist fliessender Verkehr. Die Menschen kucken und fahren so, wie es der Situation angemessen ist. D / CH Idiotenregeln für hirngewaschene Robotmenschen braucht man hier nicht.

Zweimal ist es mir passiert als ich Bali – Java fuhr, eine Strecke von knapp 200km.

Losfahren, alles normal. Ich habe nichts zu tun als fahren. Immer mehr tu ich nur Eines: Fahren.

Immer weniger fahre ich, immer mehr fährt „es“.

Dieses „es“ ist genial. Es fährt mittlerweile immer so schnell, wie es die Situation erlaubt, die Yamaha Vixion jubelt sich mit Vergnügen immer wieder rauf auf 9000, auf 10’000, auf 11’000, wenn es wirklich knapp ist.

„Es“ hat keinen Sekundenbruchteil Zweifel. Es zögert nicht, es zaudert nicht, es denkt nicht. Es WEISS: Es reicht / es reicht nicht. „Es“ fährt am absoluten Limit, centimetergenau.

Zwei Mal mache ich einen entscheidenden Fehler: Mein Ego lässt mich denken. Zwei mal denkt etwas in mir: Mann, diese Kurve hast du geil genommen – – – und beide Male wird es kritisch: „es“ klinkt sich ein bisschen aus, ein kleiner Zweifel taucht auf, die Situation ist brenzlig.

Ich lerne: Das Ego hat bei rennmässigem Fahren NULL Platz. Ich verweise mein Ego in die allerhinterste Kammer und lasse „es“ gewähren. „Es“ fährt jeden Moment so schnell, wie gerade möglich. Der Verkehr ist hammerdicht, links überholen, rechts überholen. Ueberholt werden wir nie. „Es“ hat NULL Ehrgeiz. „Es“ macht nur Eines: Fahren. Ich habe gelernt. Ego ist gefährlich. Wenn Ego flüstern würde: „Friss den“, dann würde „es“ sich zurückziehen, ich wäre auf denkendes Abschätzen angewiesen – und wäre in äusserster Gefahr.

So lasse ich „es“ Rennen fahren, welches kein Rennen ist, sondern schlicht sehr sehr schnell fortbewegen.

Wir kommen frisch und munter in sensationeller Rekordzeit an. Die Yamaha lacht, sie hat mit Dauervollgas 2,3 l/km genehmigt.

Das Denken setzt ein. Wie ist das möglich? Absolut stressfreies Fahren, immer centimetergenau am Limit?

Untersuchungen besagen, dass Schumacher / Lauda und co. mit der rechten Hirnhälfte fahren. Ja, leuchtet ein. Keinen Moment „dachte“ ich: Die Strecke ist so und so, die Strasse ist so und so, die Autos bewegen sich so und so, die Mopeds bewegen sich so und so, die Häuser stehen nah, ein Mensch kann auf die Strasse treten, dort ist ein Schlagloch, nachher ist enge Kurve, ich hab 85 drauf, ich brauch den vierten Gang – nix von alle dem. „Es“ besorgte das, fast 3 Stunden am Stück hat „es“ wohl eine Million Daten oder mehr abgeglichen und daraus sichere Fahrweise abgeleitet.

Wer nun ist dieses „Es“?

Ist es die gesammelte Erfahrung von Bewegungsabläufen von Fahrzeugen, sowie die Erfahrung, wie ein Werkzeug namens Motorrad sich verhält, welche zusammenfliessen? Wer macht diesen Schaltplan? Oder ist da eine „höhere Macht“ mit im Spiel, mein Hohes Selbst, welches die Strassensituation genial überblickt?

Ich würde es heute versuchsweise mal schlicht als INTUITION bezeichnen, welche solch traumhaft sicheres Handeln steuert.

thom ram voe nov2013

 


4 Kommentare

  1. Dude sagt:

    Ich kenne „ES“… 😉
    Intuition passt m.E. perfekt. 🙂

    „ES“ wusste gar, dass es nur verflucht eng, und nicht zu eng mit dem Kleinbus werden würde, als ich in der Abenddämmerung mit aufgesetzter Sonnenbrille auf der Passstrasse richtung Candi Dasa den dicke schwarze Wolken spuckenden Laster überholt hatte. Dennoch musste ich „ES“ danach ein bisschen zügeln, denn das war die einzige wirklich heikle Situation… 😉

    Ps. Wie kommst Du auf Löcher?? Also solange man keine Nebenstrassen verwendet, ist die Strassenqualität im Vergleich zu anderen ‚Enwicklungsländern‘ sehr gut. Und Du weisst ja, dass ich – bzw. ‚ES‘ 😀 – genügend KM abgespult habe, um diese Bewertung abgeben zu können. 😉

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  2. ohnweg sagt:

    Intuition? Ich würde sagen der Instinkt, die führende Hand Gottes!

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  3. delledschäck sagt:

    Gelegentlich kommt mer auch später an, da mer nie wajß wie ES grad Laune hat.
    Über ne halbe Milliarde tmm (halbe mio km) auf zwee Rädern zurückgelegt kenne ich ES ebenfalls. Das ist als ginge alles von allajne,
    nicht, daß mer nicht zugegen wäre, funktioniert einfach, das paßt -Punkt-. Regen,Sonne, alles da auch den Schnee unterm Rad alles da, vor allem die Kälte (Finger steif)—ES bringt dich an Ziel, irgendwieauchimma, supper durchg’rauscht oda aba janz jemüitlich, mit soviel Zeit zu denken……
    ….ist mer dann in sich?…/?-warum mach ich die Sch.. bloß
    rechte GehirnHälfte? ist bei mir anscheinend nicht mehr am Leben (hen’Se gesagt: ist tot)
    ES ist in mir, ich bin’s_so bin ich, wenn mein Bauch fährt und überhaupt.
    Der ‚ganzjahres durchBoxer‘ (Krad bmw R75/5) harrt geduldig der Tage, da die neue Batterie ES be lebt (habe mich sajt ‚Umfalla‘ net getraut, der rechten Hälfte wegen) ……….das EnergiePacket hab ich mit’n Auto geholt—–und auch hia klappt ES
    ..all es tsu sajner Tsajt..

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  4. thom ram sagt:

    Schäcki

    Ja, das Alter bringt sie mit sich, die vielen Kilo Meter. In den 7 Jahren hier in Balinesien bin ich hundert Kilo Kilometer gefahren.

    Tja, Autobahnfahrende Autovielfahrer wissen nicht, was das heisst: 15’000 / Monat, lächeln müde. Da lächle ich müde zurück.

    Sie wissen nicht, wovon die Rede ist. Immer mal gibt es ein unerwartetes Schlagloch. Immer mal kommt dir nach der Kurve ein überholender Bus breit hoch dick gross auf deiner Fahrbahn entgegen, am besten lächelst du freundlich, bremsest an der Grenze zu gefährlich und verpissest dich von der Strasse, immer mal ist da dort es bitzeli Sand, oder eine Kuh tritt aus dem Gebüsch, zudem fahren die Mönschs hier so nahe neben – und hintereinander, dass du, wenn dir die Wespe in den Kragen fliegt, Meister in Selbstbeherrschung sein musst, so du keine sieben andern Mopeds umreissen willst.

    Und da ist unsere rechte Hirnhälfte einfach der Segen Gottes. Was die in diesem Wuselverkehr pro Sekunde an Daten verarbeitet und an klugen Befehlen ausgibt, ist alleine für sich betrachtet schon ein Weltwunder.

    Pssst, nur für dich, Schäcki. Seit drei Jahren fahre ich Sugi Inazuma 250. Für die Stadt und die ganz kleinen Sachen bereits zu gross, ist sie unter dem Strich das ideale Gefährt hier. Ihr Sechster zieht ab 60 davon, und zwischen 90 und 120 ist er lebendig wie Füllen, wunderbar für die sehr schnelle Ueberlandfahrt. Sehr schnell? Hier schon. Harch, ich komme gleich wieder ins Schwärmen. Dieses Maschinchen, dieser Saaaaaund. Leise, etwas heiser, mit Singen, mit etwas Bass, ich geniesse jeden Meter. Wahr.

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