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Begegnung mit einem der aggressiven Russen

Ich meine, diese Geschichte dürfte exemplarischer Natur sein, dürfte „den“ Rußen treffend beschreiben.

Ich saß soeben mit Eka, meinem Bestfreund hier, auf wie immer ergötzlicher Plauderstunde zusammen.

Eka hatte sich vor einigen Tagen die untere rechte Wade verbrannt, heftig, am Auspuff seines Mopeds.

Jeder hier macht diese Erfahrung. Einmal. Danach ist man sensibilisiert. Er ist 29, damit diesbezüglich ein ausgesprochener Spätzünder, haha.

Er behandelte die Wunde mit Aloe Vera. Doch das schlug nicht an, die Wunde schwälte, schmerzhafte Entzündung gedieh.

Gestern hinkte er beim Bedienen der Gäste. War da ein Paar, in den Vierzigern, Russen. Der Mann, nennen wir ihn R., rief Eka zu sich und fragte, welch Leiden ihn denn plage.

Eka zeigte seine Brandwunde. Der Gast, again nennen wir ihn R. er tat danach das Folgende: Er bezahlte das bereits Bestellte, doch noch nicht! konsumierte Essen, sagte, er wolle ein Medikament holen und verließ die Gaststätte, zusammen mit seiner Partnerin.

Bitte reinziehen. Jemals Solcherlei gehört?

Eka war in der Schwebe. Wohl verständlich. Waren die Gäste irritiert und kommen, irgendwie verärgert, doch oberhöflich nicht zurück, oder ihre Ansage war ernsthaft?

Sie war ernsthaft. R. und seine Gefährtin waren zurück nach 15 Minuten. R. bestrich die Wunde mit einer Alkohollösung russischer Herkunft. Sie schäumte, schmerzte Eka nicht. Danach gab R., der aggressive Russe, einen Balsam drauf.

Das gesamte Restaurantpubelikum verfolgte die Szene. Russischer Gast versorgt die Wunde eines Kellners.

Heute ist die Wunde beschwerdefrei. Nix mehr rot entzündetes Gewebe.

Das war der erste Punkt. Der heute typisch aggressive Russe.

Der Zweite nun.

Eka erzählte die Begebenheit seinen Freunden und Bekannten hier. Die fielen aus allen Latschen, die Kiefer fielen ihnen runter. Warum fielen sie, Kiefer unten, aus allen Latschen? Weil sie per Meenstriim innert nur einigen Wochen adaptiert hatten, daß ein jeder Russe aggressive Sau sei. Siehe Putins Russen in der Ukraine, welche angeblich morden und brandschatzen, indes es ukrainische Verbände sind, welche Zivilbevölkerung massakrieren, danach vorgebend, der Russe sei es gewesen.

Das mittels Propaganda aufgebaute Bild des aggressiven Russen in den Köpfen von Ekas Freunden bekam mittels der Brandwunden-Begebeheit einen Riß. Hoffe, heilsam.

.

Ich lese mein Gesenftes und bin unzufrieden. Es ist doch ganz normal und unspektakulär, was soll denn so besonders sein? Ich drücke auf die Tube. Wann zum letzten Male hast Du von einem Restaurantbesucher gehört, der den Kellner, den er in seinem Leben erstmalig sah, gefragt hat, woran er leide? Wann zum letzten Male von einem Besucher, der sein Bestelltes, nicht konsumiert, bezahlte und das Haus verließ, um wiederzukommen mit Medizin, um dem Kellner zu helfen?

Aber eben. So sind sie, die Russen, welche Krim annektieren und die unschuldige Ukraine überfallen, raubend und mordend.

Für zufällig hier sich hierher verirrt habenden unbedarften Mitleser Offentext: Wer foltert und mordet, wer zivile Ziele bombardiert dort in der Ukraine, es sind ukrainische Verbände, von Pappfigur Selenskij und von Deep State Lakaien westlicher Hemisphären aufgebaut, gefördert und heiß geliebt, es ist nicht russisches Militär.

Mein Gast von Belarus fügt bei, Moskauer und Russen vom Lande seien, grob betrachtet, Zweierlei. Moskau, unter dem Strich kalt und hochnäsig. Landbewohner das, was oben beschrieben: Fühlende, gütige Menschen. Er war in Moskau längere Zeiten geschäftlich unterwegs, darf sich wohl ein Urteil herausnehmen.

Guter Leser, Segen Dir und Segen allen Menschen, die guten Willens sind.

Thom Ram, 21.05.10

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42 Kommentare

  1. petravonhaldem sagt:

    Danke für das wunderschöne Lebensbeispiel.
    Hach, nun wüsste ich gerne, was der böse Russe denn da auf die schwärende Wunde getan hatte……….
    Wir werden es erfahren……

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  2. palina sagt:

    kann nur eines sagen als Viel-Reisende in verschiedene Länder.

    Hochachtung vor diesem Menschen, der da geholfen hat.

    Deutsche im Ausland – manchmal gut, sehr oft sehr peinlich.

    Engländer – sehr oft sehr peinlich – selten gut.

    Russen – sehr oft gut – selten peinlich.

    Das Schlimmste waren für mich Franzosen.
    Die sprechen kein Wort englisch und erwarten, dass alle Welt französisch spricht.

    Gefällt 3 Personen

  3. palina sagt:

    @petra

    evtl. was Ähnliches wie die Medizin von Thoma`s Opa.
    Erwin Thoma – Lärchenharz

    Unter den Kommentaren auf diesem Link gibt es Adressen wo man das beziehen kann.

    Gefällt 4 Personen

  4. petravonhaldem sagt:

    ja, palina, das könnte sein. Danke für den Tipp!

    Gefällt 3 Personen

  5. palina sagt:

    @petra
    die Natur-Apotheke hält so viele „Medikamente“ für uns bereit. Wir haben es nur vergessen.
    Also ich nicht.
    Weiss noch Vieles.

    Gefällt 4 Personen

  6. petravonhaldem sagt:

    @palina
    ja, habe mir auch derzeit mit Schöllkrautsaft ein paar Hautveränderungen behandelt, hilft sehr schnell und der Garten ist voll davon 🙂 (warum wohl…)

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  7. petravonhaldem sagt:

    also der Garten ist natürlich voll mit Schöllkraut und nicht mit Hautveränderungen 🙂

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  8. palina sagt:

    @petra
    verstehe………

    Lerne meinen Enkeln auch mit der Natur umzugehen.
    Spitzwegerich auf die Wunde – ist „Zwergenpflaster.“

    Hilft und sie freuen sich.

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  9. barbar-a sagt:

    Lärchenpech kann man ganz einfach selber machen. Zuerst sammeln, falls keine Lärchen da sind, geht man in ein Sägewerk und fragt, ob man die Holzstapel absuchen darf, und dann erwärmt man es zusammen mit Olivenöl und einer Salbengrundlage sowie bißchen Bienenwachs. Oder man legt es, leicht erwärmt, pur auf. Der Baum verschließt mit seinem Pech die Wunden. Genial!
    Bei Brandwunden hilft auch Johanniskrautöl sehr gut. Man verwendet das getüpfelte Johanniskraut. Einfach in Öl ansetzen.
    Ruprechtskraut ist auch ein wundervoller Pflanzensaft und wächst überall.

    Gefällt 4 Personen

  10. barbar-a sagt:

    Thom und das scharfe „ß“

    „…dürfte „den“ Rußen treffend beschreiben.“
    Da mußte ich schmunzeln und vor meinem geistigen Auge erschien ein rußender Auspuff des Russen.

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  11. barbar-a sagt:

    Bei Ruß fällt mir gerade noch was ein: Ruß aus Tabakpfeifen hilft gegen Wespenstiche und andere Hautirritationen.

    Gefällt 1 Person

  12. barbar-a sagt:

    Um nicht vom Thema abzugleiten: Vorbildliches Verhalten der russischen Gäste! In unseren Breiten geht das Zwischenmenschliche immer mehr den Bach runter.
    Laut Izvestija hat der „böse Russe“ seit Beginn der Militäroperation 1,36 Millionen Menschen, darunter 230 000 Kinder aufgenommen. Tausende Tonnen Hilfsgüter wurden verteilt, 361 Tonnen allein heute.

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  13. Mujo sagt:

    @Thom

    Aloe Vera ist bei einer offenen Wunde nicht so Toll. Das kann sich Entzünden.
    Bei Geschlossenen ist es ok. Besonders bei Sonnenbrand ist die Aloe Super gut.

    DMSO verdünnt wäre auch gut gewesen. Kokosöl um die Spannung aus der Haut zu bekommen und auch Anti-Bakteriel wäre auch gut.

    Lärchenharz ist Top, kommt halt nicht so häufig auf Bali vor 😉

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  14. Thom Ram sagt:

    Danke für die Tipps, Mujo 🙂

    Und ja, mit den Lärchen haperts hier no es bitzeli.

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  15. Ingrid Binder-Oberschlick sagt:

    Ich denke, es war Wasserstoffsuperoxid, das hat uns Kindern meine Mutter auch immer auf Wunden gesprüht, schäumt und schmerzt nicht, desinfiziert hervorragend ! Zudem ist es billig, nur leider in Vergessenheit geraten. Grüße in die Runde – Ingrid Bio

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  16. barbar-a sagt:

    Ja, Ingrid!
    H2O2! Bekommt man in Apotheken aber nur 3% (warum wohl?). Man sollte unbedingt mit Nachdruck eine höhere Konzentration verlangen. Bis 4,9% ist für den Verkauf erlaubt. Bis 10% wäre unbedenklich im Gebrauch.

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  17. barbar-a sagt:

    tass berichtet über den „bösen Russen“:

    „Seit dem 18. Mai 2022 wurden mehr als 800 Tonnen Wasser in Flaschen, Lebensmittel und das Nötigste mit Autokolonnen an die DVR, LVR und die Ukraine geliefert. Seit Beginn der humanitären Operation haben 337 Konvois mehr als 21.000 Tonnen humanitäre Fracht geliefert “, teilte der Pressedienst mit.

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  18. Stephanus sagt:

    Ich bin sicherlich nicht der Einzige in der bb-Gemeinde, der die Propaganda der gesteuerten Medien seit der militärischen Aufräumaktion, die in der Ukraine ihren sichtbaren Anfang nimmt, in besonderem Maße wahrnimmt.
    Ist es die Schärfung unserer Sinne vor der Zuspitzung der Situation und die Vorahnung auf die Ausweitung dieser Aufräumaktionen auf Zentraleuropa?
    Ist es vielleicht auch das instinktive Wissen darum, was in Wirklichkeit zusammengehört und die innere Vorbereitung auf die Herstellung der richtigen Ordnung?
    Schaut man die „Nachrichtenpräsentation“ seit der Nach-Vietnamkrieg-Ära aus der geistigen Vogelperspektive an, so fragt man sich, warum diese Lügen von uns nicht schon vorher so klar entlarvt wurden. Diese Klarheit in der Wahrnehmung ist für mich ein untrügliches Zeichen, daß Großartiges seinen Lauf genommen hat, das von keinem Menschen aufgehalten werden kann („Großartiges“ darf nicht mit „Angenehmem“ verwechselt werden…).
    Was die Hilfsbereitschaft der freundlichen Russen angeht, so könnte da auch ein wieder erstarktes Selbstbewußtsein nach der Kommunismuszeit eine Rolle spielen.
    Mein Gesamteindruck: Rußland erstarkt und der Rest der künstlichen West-Welt zerbröselt!

    Thom:
    Was „ß“ und „ss“ angeht, möchte ich mich unserer lieben Barbara anschließen. Vielleicht komme ich ja endlich mal dazu, dir ein Regelwerk dazu aufzustellen. Ein Regelwerk einfacher Bauart ohne Schnickschnack…. 🙂

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  19. Mujo sagt:

    @barbar-a
    21/05/2022 um 15:40

    Wasserstoffsuperoxid hat man deshalb die Konzentration reduziert weil man damit auch Bo-m-be-n Bauen kann.
    Mein Bekannter der Bierbrauer hat Hochkonzentriertes Wasserstoffsuperoxid in hohen Mengen, die benutzen es für die Flaschenreinigung. Das muss Penibel Dokumentiert werden in einen Extra Raum Abgesperrt und wird von den Behörden Regelmässig Kontrolliert.

    Ich hatte noch vor einigen Jahren über England eine 18 % Lösung bekommen. Heute nutze ich nur noch DMSO und CDL was unproblematisch ist.

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  20. barbar-a sagt:

    Oh, Mujo, da bleibt mir nur ein „Zwinker, Zwinker“.

    An alle: Lange schon wird der Russe als derber Lackl dargestellt. Kennt Ihr auch den Ausdruck für einen, der grob arbeitet und dabei sogar vielleicht etwas kaputt macht: „So a Russ‘!“ ( „ss“ niemals am Wortende; hier handelt es sich aber um ein Dialektwort; das „e“ wird durch ein Apostroph ersetzt; gell, Stephanus!)

    Gefällt 1 Person

  21. Mujo sagt:

    @Thom

    Mir fällt noch ein bei offenen Wunden kann man auch Honig Wickel machen. Honig direkt auf die Wunde wirkt Entzündungshemmend und heilt sie gut aus. Man sollte immer Honig im Haus haben.

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  22. Stephanus sagt:

    Barbara, in Sachen ordentlicher Rechtschreibung sind wir uns absolut einig! 🙂

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  23. Thom Ram sagt:

    Neben dem Thema

    Deutsche Rechtschreibung

    Ich lernte sie mittels Lesen. Schlicht und einfach. Es brannte sich im Hirni ein, daß es nicht Hohnig sondern Honig heiße – was keineswegs einer Logik folgt. Weil aber in den CH SChulen kein ß existiert, „lernte“ ich, die ß zu übersehen, auszublenden,
    sodann während 65 Jahren kein ß angewändet zu haben hat zur Folge, daß ich tatsächlich Regeln brauche, um dem Gewohnheitsrecht wann ss wann ß zu wählen sei gerecht zu werden.

    Nach kurzem Vokal ss. Wasser.
    Am Schlusse des Wortes gibt es kein ss. Der Schluß.
    Nach äöü ß. Der Flößer. Der Büßer. Aber gräßlich? Da kurzer Vokal ss: Grässlich?
    Nach Umlauten ß oder ss? aussen oder außen?

    Ich hatte mich bemüht, suchte im Netz die Regeln, fand mich aber nicht klar zurecht.

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  24. Thom Ram sagt:

    Stephanus 16:35

    Geht mir auch so. Als Seminarist war alles in Ordnung. Die Amis, in Vietnam schier die Menschheit rettend räumten sie unter dem Vietkong auf, keines Momentes fiel mir ein, mir mal die Frage zu stellen, was an den Nordvietnamesen falsch sein könnte. Was die NZZ und der Tagi schrieben, es war mir Bibel.

    Noch während der ersten Jahre meiner Berlinzeit, so 2000 bis 2003 besuchte ich die Stätten auf, da das Massaker an den you ten hochgespielt wurde, als da waren das Gleis 10 (oder Gleis ich weiß nicht mehr, in relativer Nähe zum Teufelssee, mannmann so heißt er doch, der Minisee im Wald, huch, ich hab die Geografie vergessen und die Namen auch, es sind 12 Jahre seither), da man sie verladen hatte, dann das jü Tische Museum natürlich, und dann der Neubau eines gewissen berühmten Aschdideckten, da auch das große Leid der you Tische und die grandiosen Schandtaten der Michels zelebriert wurden. Und gedachte des Gen oh zieht es.

    Also der Thom Ram war, was Geschichtsschreibung betrifft, noch vor 20 Jahren im Tiefschlaf. Lupo’s Arbeiten, die halfen mir dann auf die ersten Sprünge.

    Zusammenhang? Noch ein Beispiel: Ich war an die Maxstraße umgezogen, Wedding, und gegenüber verkoofte der Türke Zeitungen. War da die Erde auf dem Titelbild von Bild, rot erhitzten Gesichtes, mit Thermometer im Mund, schwer krank….wegen der Erderwärmung. Ich frohlockte!!!!! Ich sagte mir, also wenn Großblatt Solches bringt, dann werden die Menschen endlich aufwachen und … ich weiß nicht, irgendetwas „dagegen“ tun. Das war irgendwann zwischen 2006 und 2009. Immer noch Tiefschlaf.

    Also Tiefschlaf beim Lesen der Meldungen. Darum ging es Dir ja.

    Doch stopp, nur einseitig plöte will ich mich nun doch nicht darstellen. 9/11, das war 2001. Als ich tscheckte, daß dette keine Filmreklame, sondern Wirklichkeit war, so war mein erster Gedanke, voll überzeugt: Insidejob. Und keine Sekunde lang danach zweifelte ich daran, daß es Insidejob gewesen war.

    So funzt Lernen. Partiell noch unterbelichtet, partiell belichtet.

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  25. Thom Ram sagt:

    Zum Thema

    Ich habe mich natürlich gefragt, ob ich einen leicht aber deutlich hinkenden Kellner, den ich noch nie zuvor gesehen hatte, betreulich fragen würde, wo es denn fehle.

    Ich habe meine Erinnerungen abgerufen. „Begegnung mit sichtbar leicht bis mittelschwer Leidenden. Wieviele hast du angesprochen?“

    Ergebnis. Erst gähnende Leere. Dann kamen mehrere Erinnerungen, da ich mich erkundigt hatte, was wie es ihm denne gehe. Hatte ich einem der Angesprochenen danach Hilfe zuteil werden lassen? Ups. Gähnende Leere im Hirnkasten.

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  26. Thom Ram sagt:

    Mujo

    Honig auf Wunde, das ist mir neu. Honig immer hier habe ich, und zwar echten, nicht „verzuckerten“.

    Immerhin kenne ich die Weisheit: Bei Zahnschmerz Honig auf die Backe und Mist hinter den Zahn.

    Werde das mit dem Honig bei nächster „Gelegenheit“ anwänden.

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  27. Thom Ram sagt:

    Stephanus 18:07

    Ich wittere Schwervörung gegen mich. Tief begründet, könnte wegen ss statt ß gehenket werdenen.

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  28. Waldi sagt:

    barbar-a 21/05/2022 um 17:48
    „ss“ niemals am Wortende

    Gemäß der Rechtschreibreform von 1996 (Deutschland, Österreich, Südtirol, Luxemburg und Belgien) wird „ss“ auch am Wortende verwendet, wenn vor dem s-Laut ein kurzer Vokal steht. Obwohl ich von der neuen Rechtschreibung ansonsten wenig halte, muss ich sagen, dass es sich hier um eine sinnvolle Änderung handelt, die meines Erachtens längst überfällig war. Die alte Schreibweise („ss“ niemals am Wortende) ist ein Relikt aus einer Zeit, in der man im Druckerhandwerk noch gebrochene Schriften (Frakturschrift) verwendete, um Papier zu sparen. In der lateinischen Schrift macht die alte Regel (rundes s am Ende einer Silbe oder eines Wortes) jedoch keinen Sinn, da man dort nicht zwischen einem langen s und einem runden s unterscheidet.

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  29. Waldi sagt:

    barbar-a 21/05/2022 um 17:48
    „ss“ niemals am Wortende

    In der Frakturschrift wurde „ss“ (ſs) auch am Wortende verwendet. Die Buchstaben sahen jedoch anders aus.

    Lateinisch: ss
    Fraktur: ſs

    Die Schreibweise „ß“ war lediglich als Alternative für „ſs“ (am Wortende) vorgesehen:

    Bei der Transliteration in lateinische Buchstaben wurde dies offenbar übersehen. Wahrscheinlich hatte man damals keine Zeit dazu. Denn als man in den Vierzigerjahren während des Krieges in Deutschland die generelle Umstellung auf die lateinische Schrift anordnete, lehnte Hitler eine Rechtschreibreform ab. Begründung: „nicht kriegswichtig“.

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  30. Waldi sagt:

    Am Wortende verwendet man nach einem langen Vokal „sz“ („ß“) und nach einem kurzen Vokal „ſs“ (lateinisch: „ss“).

    „ſſ“ wird niemals am Wortende verwendet.

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  31. arnomakari sagt:

    Sehr gute Kommentare,, Schöllkraut ist auch eingutes Lebermittel,, es reicht wenn man öfter ein Blatt schökraut isst.

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  32. barbar-a sagt:

    Wolf 00:49

    Wir könnten das ß-Thema hier in endlosen Erklärungsversuchen bis ins kleinste Fuzelchen zerlegen und zermürbende Diskurse führen, welche Rechtschreibung die Richtige ist. Wir könnten verschiedene Schreibmaschinen- und Computertastaturen analysieren, uns über die Sinnhaftigkeit der Ästhetik einzelner Schriftbilder den Kopf zerbrechen und bis zum Umfallen typographische Grundsätze in Frage stellen.
    Sollten wir aber nicht, weil Themaverfehlung!
    Ich möchte dazu nur kurz Folgendes sagen: Mein Vater war Schriftsetzer, somit wurde bei uns immer großer Wert auf eine schöne Schrift, die Rechtschreibung und auf das allgemeine Erscheinungsbild des Geschriebenen gelegt. Naturgemäß stechen mir dann falsch aufgezeichnete Wörter, Fallfehler oder auch schlecht gebildete Satzgefüge ins Auge. Auch dann, wenn durch die Rechtschreibreform längst andere Regeln angewendet werden. Manchmal kann man aus seiner Haut nicht heraus.
    Sei gegrüßt!

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  33. Waldi sagt:

    barbar-a 22/05/2022 um 03:18

    Das ist sicher eine Frage der Gewohnheit und Ästhetik. Da stimme ich Dir gänzlich zu. Man braucht sich deswegen auch nicht zu zermürben. Ich halte mich bei privaten Texten weiterhin an die alte Rechtschreibung. Nur im Falle „ß“ und „ss“ bin ich umgestiegen. (Das war sozusagen meine persönliche Rechtschreibreform.) Denn die alte Schreibweise („ß“ am Wortende) beruht auf einer Unsitte im Frakturdruck. Wenn Dein Vater noch mit Frakturschriften gearbeitet hat, dann wusste er sicher darüber Bescheid. Früher wurden die meisten Schriftsetzer im Frakturdruck dazu angehalten, für die Buchstabenkombinationen „ſs“ und „sz“ den gleichen Buchstaben zu verwenden. Man tat dies wohl zur Zeitersparnis (aus Kostengründen). In den Rechtschreibregeln wurde dies gebilligt. Beim Umstieg auf die lateinische Schrift übernahm man diese Unsitte und verwendete dafür den Buchstaben „ß“.

    Liebe Grüße,
    Wolf

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  34. barbar-a sagt:

    Wolf

    Mein Vater sagt, daß es ums Schriftbild geht. Ein Wort, das mit „ss“ endet, wirkt nicht abgeschlossen. Deshalb wurde ja auch das runde s in der Frakturschrift am Wort- und Silbenende verwendet, um Übersichtlichkeit zu schaffen.
    Wolf, es ist schön, daß es Menschen gibt, denen die Sprache und die Schrift ein Anliegen ist.

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  35. Mukkele sagt:

    Schöllkraut altbewährt gegen Warzen

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  36. Waldi sagt:

    barbar-a
    22/05/2022 um 13:44

    Ich habe nicht die Absicht, Dich mit meinen Ausführungen zu langweilen. Eines möchte ich noch hinzufügen, da hier offenbar ein Missverständnis vorliegt.

    Dein Vater hat natürlich recht. Das runde s trug bei zusammengesetzten Wörtern wesentlich zur Leserlichkeit bei, und es sorgte für ein harmonisches Schriftbild. Das meinte ich aber nicht. Mir ging es um die Ligaturen, d.h. um die Verschmelzung zweier Buchstaben zu einem einzigen Letter. Im Fraktursatz gab es ja mehrere solcher Verschmelzungen, die die Leserlichkeit verbesserten (Beispiele: ch, ck, ff, fl, st). Man hätte neben der Ligatur „ſz“ auch „ſs“ gebrauchen können, damit sich beispielsweise der lange Vokal des Wortes „Fuß“ vom kurzen Vokal des Wortes „Fluss“ unterscheiden lässt. Im Deutschen Reich tat man dies nicht. In Österreich-Ungarn jedoch schon. Dort verwendete man nämlich die sogenannte Heysesche s-Schreibung (benannt nach Johann Christian August Heyse). Diese wurde jedoch nach der Orthographischen Konferenz von 1901 zugunsten einer gemeinsamen Rechtschreibung mit dem Deutschen Reich abgeschafft.

    „Buch der Schrift“, K. u. K. Hof- und Staatsdruckerei Wien 1880 (Heysesche s-Schreibung)

    Liebe Grüße nach Österreich,
    Wolf

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  37. Waldi sagt:

    barbar-a

    Ich wollte Dich wirklich nicht langweilen.
    Das heutige Problem der mangelhaften Leserlichkeit deutscher Wörter liegt an der Lateinschrift. Meines Erachtens ist es beinahe egal, ob man sich für „ß“ oder „ss“ entscheidet, denn beide Darstellungen haben in der Lateinschrift ihre Vor- und Nachteile. Ich tendiere eher zu „ss“, da ich meine, dass dann wenigstens die Vokale stimmen. Das generelle Problem der Leserlichkeit deutscher Wortteile lässt sich mit der Ligatur „ß“ nicht vollständig lösen, denn in der Lateinschrift tritt es zum Beispiel auch beim Buchstaben f auf.

    S a u e r st o ff fl a s  h e

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  38. Waldi sagt:

    Ich hatte die Ligatur „ch“ vergessen.

    S a u e r st o ff fl a s  ch e

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  39. Waldi sagt:

    Dass es mit der Darstellung des Wortes nicht auf Anhieb geklappt hat, lieg daran, dass ich auf einem kleinen Bildschirm für jedes Leerzeichen einen HTML-Code eingegeben habe.
    Jetzt müsste es stimmen:

    S a u e r st o ff fl a s ch e

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  40. Waldi sagt:

    barbar-a

    Mein Großvater war Hausmeister an einer Schule. Nach dem verlorenen Krieg wurden dort sämtliche Bücher in Frakturschrift aussortiert. Mein Opa hat damals viele Bücher gerettet. Früher habe ich oft darin gestöbert. Für mich war das ein großer Schatz.

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  41. barbar-a sagt:

    Wolf

    Bei uns quillt auch alles über mit Büchern mit Frakturschrift. Mein Sohn rettet sie bei Flohmärkten. Die in Familienbesitz befindlichen Bücher werden ebenso weitervererbt, wie das Interesse an alten Schriften im Allgemeinen. Mein Sohn bekam einmal in der Volksschule eine Strafarbeit, weil er kurrent schrieb. Den letzten Teil der Strafarbeit hat er dann wieder kurrent geschrieben, worauf die Lehrerin fuchsteufelswild wurde.
    Aber Wolf, wir werden bald Schimpfe bekommen, weil wir uns nicht über den „aggressiven Russen“ unterhalten.

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  42. Thom Ram sagt:

    Schimpf schimpf 🙂

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