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Das Opfer/Täter-Spiel

von Angela, 06.10.2019

Es gibt ein Spiel, das viele Menschen schon einmal gespielt haben: Das Opfer/Täter-Spiel. Es ist so weit verbreitet, dass es uns gar nicht mehr auffällt. Und es geht um mehr, als um unsere täglichen kleinen Kriege , die wir vielleicht mit unseren Angehörigen oder sonstwo ausfechten.

In diesem Spiel gibt es zwei wesentliche Rollen, die masochistische und die sadistische Form. Wer also die Opferrolle ausagiert, leidet und anklagt, der macht den Anderen zum Täter. Wer andererseits selbst zum Täter wird , verbal durch Abwertung oder sogar physisch zuschlägt, benötigt ein Gegenüber, das die Opferrolle übernimmt. Anders funktioniert das Spiel nicht. ( oder , wie Jpr. neulich schrieb: “ Und wenn der eine gerne Opfer sein möchte und ein anderer Täter, dann werden sie einen Partner für ihr Spiel finden. „)

Wenn unbeteiligte Dritte in die Retter-Rolle schlüpfen und sich auf die Seite des vermeintlichen Opfers schlagen, verfestigt sich die Angelegenheit noch.

Ganz eng mit der Opferhaltung verknüpft ist die Vorstellung von GUT und BÖSE . “ Opfer“ suchen und finden immer einen Schuldigen, dem sie den Grund für ihre Misere aufbürden können. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, macht ihn zum „bösen“ Täter und empfindet sich selbst als machtlos und ausgeliefert, aber „gut“. Diese Haltung ist weitverbreitet, sie schließt Institutionen, Politiker, Banken, das Gesundheitswesen, Religionen und vieles mehr mit ein, welche für das eigene Elend dann verantwortlich gemacht werden.

Sehr viele Menschen empfinden sich als Opfer der „Umstände“ und sind im Inneren voller Selbstmitleid , auch wenn sie sich vielleicht nach außen hin als tapfer darstellen. Teilweise nähren sie sich energetisch vom Mitleid ihrer Mitmenschen und verhindern so ihre Bereitschaft zur Veränderung . Sie haben nicht gelernt, sich als Schöpfer zu erkennen und sind sich nicht der Destruktivität ihrer negativen Gefühle bewusst. Ihr Denken ist nur auf das Leiden gerichtet, welches sie und Menschen ähnlicher Art ihrer Meinung nach erdulden müssen. Im Grunde glauben sie außerstande zu sein, etwas in ihrem Leben manifestieren zu können und haben demzufolge ihren Mangel akzeptiert, wenn auch voller Wut und in dem Gefühl des Zurückgesetztseins.

Das kann jede Art von Mangel sein, Mangel an Liebe, an Zuwendung, an materiellen Dingen, an Geld, einer erfüllenden Arbeitsstelle , Mangel an Gesundheit und Anerkennung.

Um sich nicht in einer Opferhaltung zu verfangen, geht es darum, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Wer das nicht tut und die „SCHULD“ für sein unerfülltes Leben bei anderen sehen will, den Institutionen, den Politikern, den Banken, der Pharma-Industrie , kann geistig und seelisch nicht wachsen und ist außerstande, seine gewünschte Realität zu erschaffen. Das bedeutet nicht, die Augen zuzumachen und alles gut zu finden, was geschieht. Doch es wäre sinnvoll, wenn unsere Abwehr nicht nur reaktionär ausfallen- , sondern einer zutiefst empfundenen eigenen Haltung entspringen würde.

Wir sind göttliche Wesen , wir haben Schöpferkraft und sind nur unglücklich in unserem Leben, weil wir es verlernt haben, unsere Realität zu erträumen und dann in die Tat umzusetzen. Warum haben so viele Menschen, die wir heute bewundern, sich aus ärmsten, beengten Verhältnissen befreit und sind zu ungeahnten Höhen aufgestiegen?

Im Leben jedes Einzelnen gibt es Leid, Trauer, Kummer und Krisen. Sie kommen unweigerlich eines Tages auf uns zu. Dann entsteht die Frage nach dem Sinn dahinter und wohl dem, der dann zu fragen imstande ist „Warum passiert mir das, habe ich das Geschehene auf irgend eine Weise selbst , vielleicht durch mein Denken,- verursacht, wie kann ich mich verändern? “ Diese Fragen können der Beginn einer tieferen Lebenssicht sein und eine Begegnung mit der Spiritualität auslösen.

Manche Dinge lassen sich nicht im Außen verändern, schwere Krankheiten, Behinderungen, Familienkonstellationen, Verlust der Heimat oder geliebter Menschen… sie erscheinen wie in Stein gemeißelt. Doch wo es keinen Weg heraus gibt, gibt es immer einen Weg hindurch. Dabei geht es darum, das Leid anzunehmen, es zu FÜHLEN, sich nicht zu widersetzen und auch keine Story darum herum zu spinnen. Das nennt man Hingabe und Hingabe ist eine zutiefst positive Kraft, die nichts mit Aufgeben oder Resignieren zu tun hat. Durch Hingabe an das, was sich in diesem Augenblick zeigt , nicht was die Zukunft betrifft, durch das Annehmen dessen, was schon IST, wird es möglich, neue Kräfte zu mobilisieren , nach vorn zu sehen und aus dem „Loch“ wieder aufzutauchen.

Ein spirituell ausgerichteter Mensch weiß um die Sinnhaftigkeit alles Geschaffenen, um seine Verantwortung und seine gleichzeitige Macht , viele Dinge, die ihn im Außen stören, zu verändern. Manchmal gelingt das nur mit anderen Menschen zusammen, denn die Lebensumstände wurden von uns allen im Kollektiv erschaffen und spiegeln die bisherige innere Haltung einer Gruppe oder des Großteils eines Volkes wider.

Angst und Abwertung, anderen Schuld zuzuschieben , entstammen dem Denken des Ego. Wählen wir das Loslassen des Opfergedankens, werden wir aus einer Haltung des Friedens heraus eine neue kraftvolle Situation kreieren und den Sprung vom Opfer zum Schöpfer bewältigt haben.

Angela


4 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    Ja das Opfer Täter Spiel, ein never ending Story.

    Hinzu kommen noch die Schuldzuweisungen dann ist man komplett drinnen und merkt nicht das man sich selbst zur Spielfigur degradiert hat.

    Es zu erkennen ist so unendlich Wichtig um den überblick zu behalten. Das setzt aber Selbst-bewusstsein vorraus und Achtsamkeit.

    Das gilt es zu schulen bis wir Meister darin sind. Für manche eine Lebensaufgabe.

    Gefällt 4 Personen

  2. Mir fiel beim Lesen sogleich Goethes Gedicht ein:

    Geh, gehorche meinen Winken,
    Nutze deine jungen Tage,
    Lerne zeitig klüger sein:
    Auf des Glückes großer Waage
    Steht die Zunge selten ein;
    Du musst steigen oder sinken,
    Du musst herrschen und gewinnen,
    Oder dienen und verlieren,
    Leiden oder triumphieren,
    Amboss oder Hammer sein.

    Hammer = Täter
    Amboß = Opfer

    Das ist freilich nicht richtig, denn das Opfer ist eigentlich das Werkstück, welches vermittels beider Werkzeuge bearbeitet wird.

    Sei es drum. Es geht nämlich überhaupt nicht darum, Amboß oder Hammer zu sein, sondern der Schmied, der mit den Werkzeugen das Werkstück bearbeitet. Und dieses Werkstück ist das eigene Leben. [Ende der Metapher]

    Gefällt 1 Person

  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Liken

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