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Es geht gar nicht um dich

von Angela, 04.07.2019

Einem Menschen, dem es seelisch oder körperlich schlecht geht, fällt es schwer, sich daran zu erinnern, dass dies nur ein vorübergehender Zustand ist. Alles im Leben  verändert sich , geht wieder vorbei. Sehr schön ist das in der Geschichte des Königs erzählt, der von einem Weisen einen Ring erhält, auf dem der Satz steht:  „Auch das geht vorbei“ .

https://bumibahagia.com/2019/05/17/auch-das-geht-vorbei/

Wer leidet, ob körperlich oder seelisch, hat es schwer, zu erkennen, dass es zu dem derzeitig elenden, unerwünschten –  , einen genau entgegengesetzten Zustand gibt.

Wir alle kennen  das Gefühl des Leidens, des Schmerzes – und je mehr wir uns mit unserem Leiden identifizieren, desto länger erhalten wir es aufrecht.  Für jeden Menschen sind  Schmerzen eine überwältigende Tatsache. Niemand kann guten Gewissens diese Wirklichkeit leugnen.

Doch es zwingt einen auch niemand dazu, sich mit dem Leiden zu identifizieren. Und  genau diese Identifikation hält den elenden Zustand aufrecht und verschlimmert jeglichen Schmerz.

Aus lauter Gewohnheit sagen wir  „Ich bin krank, ich habe Schmerzen, das macht mich traurig, ich bin wütend“ usw.

Genausogut könnten wir uns aber  sagen: ICH bin mit dieser Erkältung nicht identisch, noch mit meiner Verzweiflung, und  meinem Ärger…

Das erschafft schon einen gewissen Abstand. Es bewirkt, dass wir unsere Gedanken mittels eines sprachlichen Kunstgriffs durch den bewussten und intelligenten Einsatz von Wörtern in die richtige Bahn lenken.

Falsch benutzte Wörter können unendlichen Schaden anrichten, doch wenn Wörter gut eingesetzt werden, können sie außerordentlich hilfreich sein. Anstatt zu klagen, könnte man sich selbst  sagen: “ Jetzt gerade sind Schmerzen da, …. da sind Ärger und Wut“.  „Es geht gar nicht um MICH“ !

Dieser einfache Trick wirkt oft Wunder.  Plötzlich stellen wir fest, dass es ein Selbst gibt, das unabhängig vom seelischen oder körperlichen  Schmerz existiert, wir distanzieren uns davon, – und schon leiden wir weniger, wir haben einen Abstand geschaffen.

Um das zu üben,  erkennen wir zuerst den unerwünschten Zustand an, er ist einfach im Moment so wie er ist. Dann aber lösen wir uns aus der Identifikation und sagen statt „Ich habe Schmerzen, bin gereizt, müde, krank“ etc  DA IST EIN SCHMERZ ( oder Gereiztheit, Müdigkeit, Krankheit)  Und dann blitzschnell den Satz: “ Es geht gar nicht um mich“. Der letzte Satz eignet sich besonders gut , wenn es sich um Kränkungen, Ärger, Missachtung geht, die auch Schmerz verursachen können.

Für diese Übung braucht man wahrscheinlich am Anfang etwas Zeit und Überlegung, aber wer sich damit vertraut gemacht hat, kann sie blitzschnell umsetzen. Die Aufmerksamkeit wird auf etwas anderes gelenkt, dadurch ändert sich die Einstellung und man selbst sieht klarer und wird bewusster.

Sehr rational denkende Menschen werden vielleicht nicht glauben, dass solch ein einfacher geistiger Ablauf einen Zustand des Leidens verändern kann. Auch wenn sie noch so viel darüber lesen, einzig das Ausprobieren wird sie überzeugen können. Viel Erfolg!

Angela


10 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Mujo sagt:

    @Angela

    Gut erklärt.

    Hab mir schon seit längeren angewöhnt zu sagen wenn schmerzen zb. beim Sport wenn ich es aus pure Begeisterung übertrieben habe, sag ich mein Körper hat schmerzen (natürlich muß auch die überzeugung dahinter stehen). Nur wenige Augenblicke später sind sie wessentlich Leichter oder ganz weg. Das bewusstsein das wir einen Körper haben, es aber nicht sind ist massgeblich für den Prozess.

    Gefällt 2 Personen

  3. Bettina März sagt:

    Hallo Angela,

    ja, wenn es „nur um mich geht“ kann ich so rational denken. Das steck ich leicht und einfach weg, weil es bin ja nur ich.

    Aber wenn mein Kind sehr krank ist, im Koma liegt, geht dieses Denken nicht so auf.
    Auch wenn Mutter oder Vater das Glück haben, daß das Kind dieses Schreckliche übersteht, sieht die Sache auch wieder anders aus. Fast vier Koma Wochen und das Bangen hielt noch an.
    Betraf meinen erwachsenen Sohn vor ca. eineinhalb Jahren. Das Schlimmste ist überstanden. Es geht ihm gottseidank wieder gut.

    Habe leider auch ein Kind verloren durch plötzlichen Kindstod, der Kleine war ein viertel Jahr alt. Ist aber schon 40 Jahre her. Und trotzdem träumte ich viel von ihm, und daß ich den Kleinen im Arm hielt und er lebte. Da bin ich so glücklich, in meinen Träumen, und das schlimme ist das Aufwachen.

    Irgendwann denke und dachte ich, Karma? Was muß ich in meinen vorherigem Leben ein schrecklicher Mensch gewesen sein. Oder geht es gar nicht um mich????? Was läuft hier eigentlich ab?

    Betty

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  4. Mujo sagt:

    @Bettina

    Man ist immer ein Teil vom Familiensystem mit ihren Schicksalen und auch Freuden.
    Es anzunehmen so wie es ist, und das alles seinen Platz und seine Berechtigung hat. Egal ob im vorherigem oder jetzigen Leben.
    Es so zu sehen ist in Liebe zugewand zu allen.
    Und nimmt die Last von sich und anderen die es sonst eventuell mittragen ohne sein Wissen.

    Meistens liegt man Falsch wenn man glaubt dies liegt am übernommenen Karma.
    Viel wichtiger ist wie du zu im stehst. Und so wie ich es entnehme hat es einen großen Platz in deinen Herzen.
    Damit machst du dir und dieser Kinderseele die größte Freude.
    Und jetzt hast du ein weiteres Kind das da ist und um das du dich Kümmerst.
    Das ist doch ein Grund zur Freude.
    Und es gibt nichts Wichtigeres als Stabile Eltern für die Kinder und auch wegen denn Kindern.
    Egal was war oder kommt. Das haben wir Eltern in der Hand sowie unsere Eltern es auch hatten
    als die um uns bangten als wir Krank waren.
    Eltern haben die Kraft es auszuhalten, und ein Teil davon ist sich das Lachen und die Freude zu
    bewahren.

    Danke das du deine Erlebnisse mit uns teilst

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  5. Angela sagt:

    @ Bettina

    Zitat: „… ja, wenn es „nur um mich geht“ kann ich so rational denken. Das steck ich leicht und einfach weg, weil es bin ja nur ich. Aber wenn mein Kind sehr krank ist, im Koma liegt, geht dieses Denken nicht so auf.—“

    Das ist eigentlich dasselbe, denn in beiden Fällen bist DU es ja, die den Schmerz fühlt.

    Doch mit der Des-Identifikation ist es in diesem Fall nicht getan. Bei TIEFEM Schmerz geht es meiner Ansicht nach um Hingabe an das, was ist. Schmerz, Kummer und Leid , all diese Zustände kommen doch ständig im Leben auf uns zu, auf den einen mehr, auf den anderen weniger.

    Aber Schmerz und Leid werden immer größer, wenn man versucht, davor zu fliehen. Die einzige Möglichkeit ist, hindurchzugehen, den Schmerz in all seiner Intensität bis auf den Grund zu fühlen , aber nicht eine Geschichte um ihn herum zu erfinden, wie die Geschichte vom Karma und eventuellen „schlechten Menschen“.

    Ich schrieb ja schon mal, dass ich von der Idee des Karmas über mehrere Inkarnationen hinweg überhaupt nichts halte. Ein Überbleibsel alter Religionen , um die Menschheit zu versklaven. Das haben die Esoteriker dann übernommen, weil es so herrlich bequem ist, manche Dinge damit zu erklären. Ursache und Wirkung dagegen gibt es schon.

    Viele fragen, ob Leiden wirklich nötig ist. Ich denke, wenn wir Leiden gar nicht erlebt hätten, würden uns als Mensch Tiefe, Mitgefühl und Demut fehlen. Situationen an sich machen uns nicht unglücklich, es sind die Gedanken, die Interpretationen, die wir drumherum erfinden, die erzeugen den Schmerz und machen unglücklich. Das ist dann wieder die Identifikation : ICH leide. Bewusstsein und Leiden schließen sich aus.

    LgA n g e l a

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  6. Vollidiot sagt:

    „Bewusstsein und Leiden schließen sich aus.“

    Weder Fichte, Goethe, Hegel, Augustinus, Steiner, Schiller usw. haben je soetwas von sich gegeben.
    Es müssen Osho, Krishnamurti und Lamas Dalai gewäsen sein, die diese östliche Lebenssichtweise aus uralten Zeiten versucht haben in die neuere Zeit hinüber zu retten.
    Letztlich hat Rom auch den Ablaßhandel mal stornieren müssen. Rafft jetzt halt anders, aber genauso unchristlich.
    Und die Thora ist alt und hilft auch nicht mehr weiter. Nur noch ins Elend.
    Manches ist halt zäh wie uringegerbtes Leder (siehe bei Ötzi der Gletscherleich).

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  7. Angela sagt:

    @ Volli

    Ich hätte vielleicht eher schreiben sollen: „Bewusste Gegenwärtigkeit und Leiden schließen sich aus“. Im Jetzt gibt es keine Probleme, die erschafft nur der Verstand aus dem Denken an Vergangenheit und Zukunft heraus. Leiden bedeutet immer Widerstand! Und Widerstand ist unbewusst. ( hat keine Ahnung von den wirklichen Zusammenhängen, ist Egobehaftet usw. )

    Deine aufgeführten Geistesgrößen in Ehren, aber FÜR MICH liegt die Wiege der Weisheit in Asien. Die menschliche Natur hat sich seit Deinen „Uralten Zeiten“ kaum verändert, deshalb ist das „Uralte“ für mich kein Ausschlusskriterium.

    Lg A n g e l a

    Gefällt 1 Person

  8. Vollidiot sagt:

    Angel 22:10

    Die Wiege der Weisheit liegt in Asien.
    Soweit so gut.
    Ich für meinen Teil lege mich nicht in die Wiege, weil ich dieser Wiege entwachsen bin.
    Das Schöpfungsgesetz schlechthin ist das permanente Wachsen und Werden.
    Das läßt mich das Sichentwickeln der Weisheit in Bezug auf die menschl. Entwicklung verfolgen – sie ist ja nicht stehen geblieben – die Weisheit im Verstehen des Menschen.
    Sie geht der Entwicklung voran, bzw. begleitet die Entwicklung.
    Alles baut sich immer weiter auf.
    Meine Geistesgrößen waren nicht als Wiege definiert (!), sondern als Weiterentwickler in der Zeit, diese Weiterentwicklungen sollen ja eigentlich jetzt wirksam sein.
    Das menschliche Beharrungsvermögen ist auch der Angst geschuldet. Verlustangst, Zukunftsangst.
    Daraus nährt sich oft die Überzeugung im Hierundjetzt sei das alleinige Glück zu finden, vor allem ohne den Verstand, denn dieser schafft Probleme, weil er denkt.
    Dschast for Fan.

    „„Bewusste Gegenwärtigkeit und Leiden schließen sich aus“. Was ist denn bewußte Gegenwärtigkeit? (Ohne Verstand und Denken).
    „Leiden bedeutet immer Widerstand! Und Widerstand ist unbewusst. ( hat keine Ahnung von den wirklichen Zusammenhängen, ist Egobehaftet usw. )“
    Aus welchen Kompendien hast Du denn diese Weisheit?
    Das riecht verdächtig nach sonnendurchwärmter Butter.
    Ich finde es schade bis bedenklich solche Behauptungen zu verbreiten, denn das Menschsein hat eine gewaltige Bandbreite,
    da sind psychologische Heuristiken zwar wohlfeil aber ohne Hinterfragung derselben einer großen Fehlervarianz ausgesetzt.

    Gefällt 1 Person

  9. Angela sagt:

    @ Vollidiot

    Zitat: „… Meine Geistesgrößen waren nicht als Wiege definiert (!), sondern als Weiterentwickler in der Zeit, diese Weiterentwicklungen sollen ja eigentlich jetzt wirksam sein.

    „Sollen“ ? Sind sie das auch ?

    Zitat: „… Was ist denn bewußte Gegenwärtigkeit?“

    Ganz einfach, das Leben im Hier und Jetzt, vollwach und vollbewusst, aus dem SEIN heraus und nicht der Vergangenheit verhaftet und auf die Zukunft hoffend. Im Jetzt gibt es keine Probleme, die der Verstand durchdenken müsste. Es gibt nur Situationen, mit denen man umgehen , sie verändern oder akzeptieren muss. Auf unbewusster Ebene liebt der Verstand natürlich Probleme und Gedankenspiele , weil sie ihm eine Art von Identität geben, eine Art von Selbstwahrnehmung.

    Vielleicht könntest Du Dich mal mit der Philosophie des Zen befassen?

    Leben ist im Grunde so einfach, aber die Philosophen lieben es , alles kompliziert zu machen. Was wären sie ohne das ? Doch wahrscheinlich muss man erst durch all das Komplizierte hindurch , um das nicht zeitgebundene (durch die Vergangenheit konditionierte und auf die Zukunft hoffende ) Bewusstsein zu entdecken und frei zu sein.

    Lg A n g e l a

    Gefällt 1 Person

  10. Mujo sagt:

    @Volli

    Das du deinen Verstand liebst und achtest kann ich gut verstehen. Du bist einer der wenigen der es dahingehend auf dem Olymp geschafft hat.

    Die meisten schaffen es nicht einmal den Sinnvoll zu nutzen selbst in den Glauben das sei das einzige was sie haben.

    Und ohne den kommt man nicht ins bewusstsein rein. Im bewusstsein selber hat man nur wenig verwendung für den Verstand, Leiden, Drama und was sonst noch der Mensch kreiert.

    Nur die Erkenntnisse aus den bewusstsein sind wiederum sehr gut verwertbar für den Verstand. Somit brauchst beides.

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