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Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück (Buddha)

von Angela, 30.04.2019

Zum Begriff “ Wu Wei, “ (Tun im Nicht-Tun) , der auf Laotse und den Taoismus zurückgeht, gibt es viele Deutungen und Geschichten. Es geht um das Urvertrauen in das Universum, um die Kunst des Loslassens, um die Sinnlosigkeit, etwas mit dem Verstand erzwingen zu wollen.

Der Ausspruch: „Tu etwas, aber dann lass es fließen“ beschreibt diese Lehre in meinen Augen sehr gut.

Zwischen den beiden Begriffen „Nicht-Tun“ und „Nichts-Tun“ besteht ein wesentlicher Unterschied. Nichts-Tun bedeutet Trägheit, Faulheit, Angst und vieles andere mehr.

Nicht-Tun heißt, sich vertrauensvoll dem Fluss der Dinge zu überlassen und nur dort zu handeln, wo die eigene Natur dazu drängt. Das gilt nicht nur für das Handeln im Außen, sondern auch für die Innenwelt. Wir können so etwas wie spirituelle Entwicklung, Vertiefung unserer Erkenntnisse, eine liebevolle Gesinnung durch unser Tun zwar vorbereiten, aber nicht erzwingen. Das sind Dinge, die nur geschehen, wenn wir sie geschehen lassen.

Um ein Vorhaben in die Welt zu bringen und abzuschließen, darf unser Tun darf immer nur bis zu einem bestimmten Punkt reichen, dann sollte eine Umschaltung auf Nicht-Tun, auf Vertrauen- erfolgen. So wie bei der Wunscherfüllung ist auch nach einem Anstoß und der inneren Bereitschaft Aktivität und jegliches Erzwingen-Wollen nicht angebracht. Wenn wir uns ganz und gar dem , was geschieht, öffnen, kommen die Impulse im richtigen Moment und wenn wir ihnen dann folgen, befinden wir uns im Zustand des Nicht-Tuns.

Wer gegen den Strom schwimmt, versucht, Dinge zu forcieren, die nicht funktionieren wollen oder ständig gegen sich selbst ankämpft, sich nicht für ausreichend gut und begabt hält, wird ganz im Tun und Kämpfen aufgehen und sich letztendlich unglücklich machen.

Das Tun erwächst aus Vorstellungen, Befürchtungen, Erfahrungen, Erinnerungen, es entsteht aus unseren Wünschen. Wir haben vielleicht eine Vorstellung davon, wie wir eigentlich sein „sollten“, ein edler, ein guter, ein spiritueller, ein gebildeter, ein starker Mensch – aber im Geheimen halten wir uns keineswegs dafür. Wenn wir nun aus dieser Vorstellung heraus an uns „arbeiten“ , könnte man das als Tun bezeichnen.

Nicht-Tun kommt aus dem tieferen Ich, Tun häufig aus dem Ego. Zen-Buddhisten und Taoisten üben diese Haltung des Wu-Wei bereits und zeigen auf, um wieviel stärker, effektiver und auch erfüllter ihr Leben geworden ist. Sie bemühen sich nicht mehr, dem Leben „ihren Stempel aufzudrücken“ und anerkennen eine höhere Bewusstheit als ihr eigenes kleines Ego. Sie haben “ Vetrauen in den Strom des Lebens, der sie immer zu einer Höherentwicklung hinführt. Sie geben einen Anstoß , gehen den ersten Schritt und lassen los.

Die Vorstellung eines Weges, den wir zu gehen haben, bringt uns auf geistige Ab-und Umwege. Ein Weg ist eine lineare Vorstellung, in der das Tun einen großen Platz einnimmt. Doch in Wirklichkeit gibt es nur den Augenblick, das JETZT. In diesem Augenblick sind wir immer frei zu entscheiden, ob wir einem höheren Impuls nachgehen, oder es vorziehen, einer Vorstellung zu folgen, die in der Vergangenheit oder in einer imaginären Zukunft wurzelt. Es ist unsere Wahl und wird unser Leben beeinflussen.

Die Sinnhaftigkeit von Tun oder Nicht-Tun zu erkennen und zu unterscheiden sind ebenfalls sehr wichtig im Umgang mit unseren Mitmenschen. Nicht-Tun würde darauf gründen, dass wir Selbstvertrauen besitzen und dies auch dem Anderen zubilligen. Auch seine Natur, seine Art und Weise, sich zu geben hat ein Recht darauf, so zu sein, wie sie ist. Es gibt einen Grund dafür und das Ganze hat einen Sinn, den wir vielleicht in diesem Moment noch nicht erkennen können.

Nicht-Tun bedeutet, dass wir es nicht mehr nötig haben, gegen eine Person anzukämpfen, sie zu erziehen oder zu verbessern, sondern dass wir sie so anerkennen können, wie sie ist und versuchen , uns auf dieser Basis mit ihr zu arrangieren. Das heißt aber nicht, dass wir nicht ganz massiv widersprechen können, wenn unsere eigene Wahrheit das verlangt. Aber den Menschen an sich können wir so lassen, wie er ist.

Viele Menschen machen den Fehler, ihre Mitmenschen zu verwechseln mit dem, was sie äußern und wie sie sich in diesem Augenblick geben. Doch wie jeder auch bei sich selbst beobachten kann, ändern sich Emotionen, Stimmungen, Ein-und Ansichten ständig. Was ein Mensch sagt, entspricht dem momentanen Grad seiner Einsicht. Dieser hat aber nichts mit seinem eigentlichen Wesen , seiner göttlichen Essenz zu tun. Sinnvoller wäre es sicher , tiefer zu schauen , um hinter den negativen Verhaltensweisen unserer Mitmenschen psychische Ursachen des Betreffenden zu erkennen. Dadurch wird vieles klarer und menschlich verständlicher.

Dabei handelt es sich auch um Nicht-Tun. Es ist kein Tun in dem Sinne, dass man den anderen versucht zu ändern, zu therapieren, zu missionieren oder dergleichen.

Wenn sich ein Mensch in seinem So-SEIN anerkannt fühlt und keine Bewertung und Verurteilung spürt, wird er überhaupt erst fähig, neue Erkenntnisse zu erlangen und ggfls. sein Verhalten zu verändern.

Nicht-Tun schafft ohne Anstrengung  eine win-win Situation, in der das bestmögliche Ergebnis für alle Beteiligten erlangt werden kann.

Angela


2 Kommentare

  1. vielen Dank für Deine gelungenen Worte und das Einstellen des „Themas“ !!!
    Was es natürlich in sich hat – da wir ja beim Handeln unabdingbar in der Polarität stehen:

    – das Immaterielle, was sich in mir z.B. als Gedanke oder als Motivation oder Anschauung offenbart und mich als Teil eines Gesamts ausmacht aber auch als Teil gleichzeitig abgrenzt, so daß ich also Aufgaben, Fähigkeiten, Chancen usw. habe, die andere nicht haben …
    also die „Ganzheit“ in mir wahrnehmen und betrachten kann …

    – das Materielle, was sich mir als Wahrnehmung zeigt und etwas Gegebenes. Denn schließlich ist weder die Natur noch der andere Mensch von mir konstruiert (das ich davon ein individuelles Bild habe, ist noch mal etwas ganz anderes).

    und wie ich also – wie man so schön sagt – das Innere mit dem Äußeren – zusammenbringen kann (auch hier glauben ja einige, daß es gar keinen Unterschied zwischen Innen und Außen gibt, obwohl allein schon die Existenz der Sprache diesen Unterschied manifestiert!).

    Und so muss ich ja im Sinne der Polarität auch konstatieren: ich kann nur etwas loslassen, wenn ich zuvor etwas erhalten oder behalten oder ergriffen habe!

    Nun kann es durchaus sein, daß das eigentliche „Problem“ nicht das Loslossen ist, sondern das Ergreifen !
    Wir kennen es alle, wenn wir Kinder (oder auch Tiere) beobachten: es macht eine ganze Mühe, etwas zu Ergreifen – dann will man auch nicht, daß der andere es einfach einem wegnimmt !

    Wer also zu wenig Mumm im Ergreifen hat, wird um so eher dazu geneigt sein, auch nicht loszulassen.
    Umgekehrt verstärkt natürlich das Festhalten den Mangel am Ergreifen – denn dieses wird ja durch Festhalten nicht weiter erübt.

    Ja, ich weiß, woher ich stamme:
    Ungesättigt gleich der Flamme
    glühe und verzehr ich mich.

    Licht wird alles, was ich fasse,
    Kohle, alles, was ich lasse
    – Flamme bin ich sicherlich.

    oder Goethe:
    Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
    Die Luft einzuziehn, sich ihrer entladen;
    Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
    So wunderbar ist das Leben gemischt.
    Du danke Gott, wenn er dich preßt,
    Und dank ihm, wenn er dich wieder entläßt.

    Dazu passend meine Ausführungen zum 2, 5 und 6 Chakra 😉

    Gefällt 2 Personen

  2. Angela sagt:

    @ Jürgen Elsen

    Zitat: „… Und so muss ich ja im Sinne der Polarität auch konstatieren: ich kann nur etwas loslassen, wenn ich zuvor etwas erhalten oder behalten oder ergriffen habe! Nun kann es durchaus sein, daß das eigentliche „Problem“ nicht das Loslossen ist, sondern das Ergreifen !“

    An was ich in meinem Beitrag mit dem Wort „Loslassen“ dachte, waren Begierde und Anhaftung. Wir wurden doch alle von klein auf konditioniert, alles auf unser Selbst zu beziehen. „Ich und mein“ ! Als Erwachsener beziehen wir anstelle von Spielzeug Ideen und Konzepte auf unser Selbst. Das ist im Grunde nichts anderes. Ich und mein sind aber nur immer vorübergehend wirksam, sie sind veränderbar. Aber weil wir das nicht wahrhaben wollen, kämpfen wir um ihre Dauerhaftigkeit und dadurch haften wir ihnen an. Das ist m.E. die Ursache dafür, dass uns das Loslassen so schwer fällt.

    Wenn man sich vertrauensvoll dem Fluss der Dinge überlässt, geht man über sein Ego hinaus, “ Ich und Mein“ haben dann keine so große Bedeutung mehr und das Loslassen fällt leichter.

    Wunderschön, das Goethe-Gedicht, lange nicht mehr gelesen.

    Lg A n g e l a

    Gefällt 1 Person

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