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Zeit- oder Taktumstellung – die finale menschliche Austaktung

(Ludwig der Träumer) Mit der Umfrage der EU zum Thema kam etwas Wind in diese zweimal jährliche idiotische Vertaktung. Anstelle ganzjährliche Normalzeit, wurde das Wort „Winterzeit“ hierin benutzt. Merkte vermutlich fast niemand – aber das hatte fatale Folgen für die Umfrage. Wer will schon eine Winterzeit mit all den Nachteilen, die sie hat? Ein einziges verdrehtes Wort wird zur weiteren Austaktung der menschlichen inneren Uhr. Ich frage mich schon gar nicht mehr, wie dumm muß der Bunzel sein um auf so was reinzufallen.

„Insider des EU-Parlamentes bestätigten gegenüber dem ARD-Studio Brüssel, dass eine überwältigende Mehrheit für eine ganzjährige Sommerzeit plädierte. Alles deutet nun daraufhin, dass das Team rund um EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dem klaren Votum folgt und sich ebenfalls gegen die Zeitumstellung ausspricht – und somit für eine Änderung der entsprechenden EU-Verordnung. Die Kommissionsumfrage war mit 4,6 Millionen Teilnehmern die erfolgreichste in der EU-Geschichte.“ (ARD 29.08.2018 04:57 Uhr)

Die EU-Schranzen haben damit ein Argument, der „Mehrheit“ zu folgen. Nur, weil das kleine Arschloch nicht imstande ist über den Rand der ach so schönen Grillabende hinauszusehen. Die ewige „Sommerzeit“ wird kommen – ganz schnell. Ein weiterer Baustein zur Zerstörung der gewachsenen menschlichen Entwicklung. Lassen wir mal die vielen anderen Programme weg, die den Mensch zum finalen nützlichen Idioten macht. Das hier ist bereits ein perfider Schachzug, den Menschen aus seinem selbstbestimmten Inneren zu entfremden.

Dr. Phillip Lengsfeld hat sich dazu auch ein paar Gedanken gemacht, die ich gänzlich unterschreibe:

„22.10.2018 Hurra, die Zeitumstellung verschwindet – her mit der ganzjährigen Normalzeit

Gedanken zum Ende der Zeitumstellerei
Die unsägliche Zeitumstellerei, mit der seit Anfang der 80ziger in Deutschland und Europa rumexperimentiert wurde, verschwindet endlich. Eine wirklich gute Nachricht, denn die Zeitumstellerei war ein Klassiker aus der Kategorie: ‚Vielleicht irgendwie gut gemeint, aber am Menschen vorbei social engineered‘. Die Idee war wohl durch längeren Sonnenschein die Produktivität zu erhöhen oder Energie zu sparen. Beides hat definitiv nicht funktioniert. Der regelmäßige Mini-Jetlag und der ganze unnötige Aufwand hat die eh nicht wirklich vorhandenen positiven Effekte der längeren Sommernächte komplett in den Schatten gestellt.

 

 Die Zeitumstellerei fällt weg, bleibt leider noch die Frage nach der Standardzeit, die für mich aber gar keine echte Frage ist: Jeder der darüber etwas nachdenkt, wird die Antwort unausweichlich finden. Der Mensch richtet sich nun mal biologisch nach der Sonne. Deshalb versucht man die Zeitzonen in der Regel so zu legen, dass der maximale Sonnenstand ‚high noon‘ rund um die berühmten 12:00 Mittag liegen. Ausnahmen sind immer politisch. So leistete sich Nordkorea eine um 30 Minuten verschobene Zeitzone zu Südkorea um die Teilung zu zementieren (wurde letztens als Geste der Annäherung abgeschafft). Und in China gilt die Pekinger Einheitszeit im ganzen Land, damit man auch in der letzten Provinz genau weiß, was die Uhr in der Zentrale geschlagen hat.

In Deutschland ist die Sonnenzeit, die Normalzeit die MEZ, die mitteleuropäische Zeit, normiert nach dem 15. Längengrad. In Deutschland ist der Referenzort Görlitz. Für die Diskussion um die ganzjährige Standardzeit ist die folgende Tabelle hilfreich, die die 2018er Berliner Werte für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang enthält.
Der Blick auf diese Tabelle macht eines sofort klar: Da unsere Schichtarbeits-, Schul- und Kinderbetreuungszeiten auf die Sonnenzeit orientiert sind, wären Kinder, Familien und ‚normale‘ Werktätige die ganz großen Verlierer einer ganzjährigen Sommerzeit. Ein regulärer Schulbeginn gegen 7:00 oder 7:30, selbst noch um 8:00 würde regelmäßig wochenlang in stockfinsterer Winternacht stattfinden. Hier vermisse ich auch eine klare Positionierung z.B. der GEW. Die ganzjährige Sommerzeit ist in den Wintermonaten also ein Alptraum und vollkommen unnötig. Gefährlich für Körper und Psyche. Und dies war natürlich genau der Grund, warum sämtliche ganzjährigen Sommerzeitexperimente (zuletzt in Russland, davor in UK, zu Kriegszeiten in Deutschland) nach kurzer Zeit wieder abgebrochen wurden.

 Dagegen kann man den Fans der lauen Sommernächte nur sagen: Der früh anmutende Sonnenaufgang im Sommer ist kein Problem – es kann sogar ein schöner Start in den Tag sein, wenn man mal schon um 5:00 oder 6:00 aufsteht. Und die berühmten Abende? Habe hier das Problem nie verstanden: Man kann die schönen Berliner Abende am Kollwitzplatz oder dem U-Bahnhof Birkenstraße doch in vollen Zügen genießen (gilt auch für alle anderen Orte Deutschland). Man muss halt nur etwas früher anfangen, z.B. um 19:00 – kein Problem, wenn man schon um 8:00 im start-up-Büro ist. Und um 22:00 gilt eh der Lärmschutz, insofern wird sich die Latte-Macchiato-Fraktion ganz schnell an diese neuen Bedingungen gewöhnen.

 Es gibt keinen vernünftigen Grund in Deutschland etwas anderes als die ganzjährige Normalzeit, Sonnenzeit, oder schlicht die MEZ einzuführen. https://www.lengsfeld-mitte.de/lokal_1_1_222_Hurra-die-Zeitumstellung-verschwindet–her-mit-der-ganzjaehrigen-Normalzeit.html

Ansonsten bleiben noch meine Hinweise auf die gesundheitlichen und geistesverirrenden Gefahren dieser Taktumstellung. Näheres hier zu: https://ludwigdertraeumer.wordpress.com/2017/10/27/zeit-oder-taktumstellung/

Nebensatz: Neulich bin ich auf die Schnauze gefallen. Auf dem Waldweg zu meinem Wohnwagen stolperte ich kopfüber. Meine Brille mit noch Kopf dran bremste zwei Millimeter vor dem Boden. Alles noch ganz. Meine Schwerkraft fing der linke Daumen auf, der sich nur eine kleine Prellung erlaubte. Vielleicht war es auch nur mein Schutzengel, der mich behütet niederlegte. Die Ursache des Flachlegens war nicht ein großer Stolperstein, sondern ein millimetergroßer Draht auf dem Boden. Will sagen, es sind nicht die großen Stolpersteine, die uns auf den Weg des Souveräns gelegt werden, sondern die kleine Fallen, die uns die Politiker stellen.


8 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Thom Ram sagt:

    Neue Winterzeit = Verwurschtete Sommerzeit = Normalzeit = Ganzjährig = Sonne am Zenith um 13 Uhr = passt zu eh schon verdrechselten Arbeitsverrückten.

    Ludwisch, wie so oft übersiehst Du den tieferen guten Sinn.
    Beachte den Schluss „passt zu eh schon verdrechselten Arbeitsverrückten“.

    Man muss den Sonnenlauf den Menschen anpassen, den Kühen auch, das ist, mein Gott, ein weiser Entschluss, ist ein Segen. Kuh und Mensch sind per immer wiederkehrender Sommerzeit anders gepolt, Winterzeit kann nicht mehr als Normalzeit gelten, also normalisiert man nun das Ganze, macht einheitlich das Verkirrte.

    Sollte mir jemand nicht folgen können, so liegt das daran, dass man entweder gesund normal oder ganz übergeschnappt ist.

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  3. XYZ sagt:

    Und wie wärs mit ganzjähriger Winterzeit=Normalzeit? Wäre mir um etliches sympathischer.

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  4. Thom Ram sagt:

    XYZ

    Ackpzeptiirt. Sorry, war immer noch im Gnoosch (Gewusel) der EU Schleicher, welche so rumpformuliiren, dass man gut für schlecht, und schlecht für nicht gut, da nicht nicht schlecht, doch besser als bestes gut daherkômmt.
    Willkommen auf bb, xyz.

    Und ich möchte gahanz runterfahren.
    Normalzeit heisst: Drehende Zeiger stehen auf 12, wenn die Sonne am Zenith.

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  5. Vollidiot sagt:

    Mittlerweile sollte doch gaaaaaaaaaaaanz klar sein: was der Juncker von sich gibt ist durchweg fäkalisch.
    Darum war klar was dieserAlkoholschwamm beabsichtigte.
    Darum im Notfall nach Saarbrigge umziehen, da wäre das Problem nur halb so groß (26/60, um präzise zu sein).
    Dass Saarland als Zeitparadies.

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  6. Thom Ram sagt:

    Volli

    Also s Zaubergheimnis vo Saarbrugg, ehm, bitte erläutere mir das, i cha s nid entschlüssle.

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  7. Vollidiot sagt:

    Thom

    MEZ wird in Görlitz (Neiße) verankert und Saarbrigge (Saar) ist dann 26 Minuten später mit Heinuhn dran,liegt also ziemlich mittig zwischen Sommer- und Normalzeit.
    Ich bin für Gleitzeit.
    Das würde die Überwertigkeit der „Zeit“ einschränken mit ihren z Tl. perversen Ausprägungen.
    Dir auf Bali kanns doch scheißegal sein obs 13 oder 14 Uhr ist.
    Oder?
    Dem Schwiizer ist es aber net Wurscht ob es 12 oder 11 Uhr ischt.
    Oder?

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  8. Thom Ram sagt:

    Volli 16:07

    Extremer noch. Häufig weiss ich den aktuellen Wochentag nicht. Als Schulmeister und Orgelist wusste ich ihn immer. Komisch.
    Gleitzeit ist genial. Ist hier die Regel. So eine Stunde rauf oder runter treffen, anfangen, aufhören, bah.
    Für lineares WestDenken dürfte Umzug nach Saarbrügg sinnvoll sein.

    Ich werde in bb dafür werben. Saarbrügg wird sich wundern. Bevölkerungszunahme um 200% innert einem Jahr.

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