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25 Jahre Beraubung

Wir hatten uns hier bereits mehrfach mit der Entwicklung in Rußland in den 1980er und 1990er Jahren beschäftigt – von der Perestrojka bis zur Privatisierung (von lat. privare = berauben) hatten wir die Rolle der Geheimdienste, der Herren Gorbatschow und Jelzman sowie die blutigen Ereignisse der Machtübernahme schon etwas beleuchtet.

Es fehlen noch konkrete Details zur Privatisierung und Entstehung der Oligarchie (= „Herrschaft weniger“ – von lat. oligo = wenige, archie = Herrschaft) in der russischen Wirtschaft; dies wollen wir nachfolgend beginnen aufzuarbeiten, auf daß Verständnis für die heutige Situation in Rußland wachse, denn vieles erkennt man erst in der Dynamik der Vorgänge.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 20. Juni 2017
Kommentare und Hervorhebungen wie immer von uns.
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Die Privatisierung in Rußland hat praktisch die gesamte sowjetische Industrie vernichtet

Die Privatisierung, welche von der Jelzinschen liberalen Bande unter klarer Anleitung der amerikanischen Berater durchgeführt wurde, war nichts anderes als die geplante Zerstörung der riesigen sowjetischen Industrie und eine Beraubung des russischen Volkes…

25 Jahre Privatisierung in Rußland: was ist geblieben vom Land der Werke und Fabriken?

Die Sowjetunion (SU) konnte man berechtigt das Land der Fabriken nennen. (Große – d.Ü.) Industriebetriebe gab es in jeder Stadt. Sie waren die Quelle des Lebens – sie gaben den Menschen Arbeit und Wohnung, gaben ihnen die Möglichkeit, Kinder zu gebären und zu erziehen.
(das sollte vielleicht etwas erläutert werden: die Struktur der SU-Industrie war so, daß es vor allem Großbetriebe gab, die fast immer Kindereinrichtungen, Schulen, Kliniken, Kulturhäuser und Ferienheime, oft auch Wohnungen und manchmal sogar Läden in ihrer Bilanz führten – es waren in vielen Städten tatsächlich „stadtbildende“ Betriebe, die meist mitten in der Stadt lagen und deren Direktor und sein Chefingenieur – die übliche „Doppelspitze“ der sowjetischen Wirtschaftsführung – einflußreicher waren als der Bürgermeister – natürlich wurden beide von „der Partei“ eingesetzt, denn diese lenkte anfangs vor allem über die Personalpolitik das Land – getreu dem stalinschen Motto: „wenn die Linie vorgegeben ist, entscheiden die Kader alles“ – d.Ü.)
Die UdSSR war eines der führenden Ländern in der Industrieproduktion (in vielen Bereichen das führende Land) in der Welt und stellte eigenständig die erforderlichen Ausrüstungen und Werkzeugmaschinen her.
(dies nun nicht immer auf höchstem technischem Niveau und eher bodenständig, aber meist unverwüstlich und mit einer ziemlich weitgehenden Autarkie, die auch zugunsten der Integration der sog. sozialistischen Staatengemeinschaft und deren „Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe“ nicht wesentlich eingeschränkt wurde – d.Ü.)
Was haben wir davon in den vergangenen 25 Jahren seit dem Beginn der Privatisierung der Unternehmen verloren und was ist erhalten geblieben?

Приватизация в России уничтожила практически всю советскую промышленность

Das zerstörte Woronezher Baggerwerk. © / VolnyiStrelok / Szenenbild aus youtube

Die blutige Chronik

Das Verteilen des ehemaligen sozialistischen Eigentums in die privaten Taschen ging nicht ohne Auftragsmorde vor sich, deren Spitze zu Beginn der 1990er Jahre lag.
Am blutigsten war der Erdölbereich – an den nicht versiegenden Hahn vom schwarzen Gold versuchte man um jeden Preis zu gelangen. Allein mit „Samara-Nefth(der Firma „Samara-Erdöl“) waren 50 Auftragsmorde verbunden.
Als zweiter Bereich, was die Länge der Blutspur betraf, kam die Metallurgie. Viele Morde blieben bis heute unaufgeklärt.

Hier sind nur einige davon: D. Senschin, Direktor von „Kuibyschew-Nefte-Orgsintes (ein Erdölproduktehandel in der Stadt Kuibyschew), erstochen 1993; Ju. Schebanow, Stellv. Direktor von „NefSam“ (ebenfalls Erdölverarbeitung – d.Ü.), erschossen 1994; F. Lwow, (Rußland-)Chef der Firma AIOC (Aluminium), erschossen 1995; W. Tokar, Direktor des Buntmetallwerkes (der Stadt Kamensk-Uralskij), ermordet 1996; А. Sosnin, Inhaber mehrere Werke im Ural, ermordet 1996.
Es gab auch noch spätere Morde. Zum Beispiel
О. Belonenko, Generaldirektor der ОАG „Uralmasch, erschossen 2000, und der Abgeordnete der Staatsduma W. Golowljow, nach der einen Version Opfer eines Killers im Jahre 2002, wegen seiner Teilnahme an der ungesetzlichen Privatisierung des Magnitogorsker Metallkombinates.
Im Jahre 2011 wurde der Ural-Killer
W. Pilshhikow zu 24,5 Jahren Kolonie strengen Regimes verurteilt. Im Mai 1995 hatte er den Swerdlowsker Geschäftmann А. Jakuschew umgebracht, der mit der Übernahme des Jekaterinburger Fleischkombinates in den Jahren 1994-95 in Zusammenhang gebracht wurde. Und ein Jahr später hatte er den Auftrag für A. Sosnin erhalten, den Besitzer mehrerer Ural-Werke.

In Sankt Petersburg wurden in den 1990er Jahren allein während der Privatisierung der OAG „Staleprokatnyj Zavod(die „Stahl- und Walzwerk“ AG) nacheinander vier Anwärter auf diese Immobilie ermordet.
Im Jahre 1996 wurde in seinem Arbeitszimmer P
. Scharlajew umgebracht – der tatsächliche Chef der Trikotagenfabrik „Krasnoje Snamja“ („Rotes Banner“), der dort als Stellvertreter des Generaldirektors angestellt war. Er war unmittelbar davor gewesen, eine Finanz- und Industrie-Gruppe zu bilden, welche die Baumwoll-Staatsgüter Usbekistans mit den Petersburger Fabriken und Banken-Ressourcen verbunden hätte.
Das war wohl der erste, aber nicht der letzte Mord an Chefs der Fabriken. In den 1990er Jahren wurden die örtlichen Diebeskassen
(bis heute gibt es in jeder größeren russischen Stadt organisierte Verbrecherbanden, die einen bestimmten Teil ihrer Einkünfte in eine solche zentrale Kasse, den sog. „Obshhak“, abführen, welche von einem der „Diebe im Gesetz“ (Gottes), einem der Chefs der örtlichen Diebesbanden, verwaltet wird und aus der – auf gemeinsamen Beschluß der örtlichen Bandenchefs – erforderliche Ausgaben, wie für Rechtsanwälte, Bestechungen oder auch Zuwendungen an Hinterbliebene eines Bandenkrieges, bestritten werden – d.Ü.) in die Privatisierung der leckersten Stücke des Staatseigentums investiert. Die „Diebe im Gesetz“ versuchten, Aktienpakete zu kaufen und sich an der Privatisierung verschiedener Wasserkraftwerke, Zellulose- und Papierfabriken, aber auch an „Woronezh-Energo“, „Samara-Energo“, „Kurgan-Energo(das sind die jeweiligen örtlichen Energieversorgungsunternehmen) zu beteiligen. Unter den für die Mafiosi interessanten Objekten befanden sich auch „Len-Energo(der Energieversorger der Stadt Sankt Petersburg) und der Seehafen Sankt Petersburg.

Gesetzlich sanktionierter Raub“

In der UdSSR war der Hauptteil der Ressourcen – der materiellen wie der menschlichen – in die Entwicklung einer eigenen Schwerindustrie gelenkt worden. Vom Niveau der industriellen Entwicklung her stand das Land an zweiter Stelle in der Welt.

Zum Jahr 1990 gab es in der RSFSR etwa 30.600 funktionierende Groß- und Mittelbetriebe der Industrie“, sagt der Doktor der Ökonomie, Professor Wassili Simtschera. „Darunter waren 4,5 Tausend große und sehr große Betriebe mit jeweils mehr als 5000 Beschäftigten, die mehr als 55% der Gesamtbeschäftigtenzahl und mehr als die Hälfte der Gesamtindustrieproduktion repräsentierten.
Heute gibt es von dieser Art Unternehmen in Rußland nur noch einige Hundert.
Die Schaffung einer solch mächtigen Industrie war eine gesetzmäßige Entwicklung – die UdSSR als
Großmacht mußte Projekte riesigen Ausmaßes realisieren, und dazu war diese Industrieproduktion notwendig, vor allem die Schwerindustrie. (und, ergänzen wir, der Militär-Industrie-Komplex.
Wer nun allerdings mit klugen Sprüchen kommen will, wie „in einer Marktwirtschaft sind nun mal über 90% der Betriebe mit über 80% der Beschäftigten Klein- und Mittelständische Unternehmen“, der „übersieht“ mal eben, daß sich offenbar hier die internationalen Großkonzerne des Westens mit Hilfe der „
100 Konsul-Tanten“ und der neoliberalen Privatisierer und „Schock-Therapeuten“ den größten Teil ihrer potentiellen russischen Konkurrenz vom Halse geschafft haben, BEVOR diese auf dem Weltmarkt eine Chance gehabt hätten – d.Ü.)

Arbeiter wurden nicht unterdrückt

Die RSFSR (die Russische Sozialistische Föderative Sowjet-Republik – d.Ü.) versorgte sich und andere Unionsrepubliken mit allen Hauptarten der Industrieproduktion.
Im Jahre des Dahinscheidens der (Sowjet-)Union 1991 wurden in der RSFSR 4,5mal mehr Lastwagen, 10,2mal mehr Mähdrescher, 11,2mal mehr Schmiedepressen, 19,2mal mehr Metallbearbeitungsmaschinen, 33,3mal mehr Traktoren und Bagger, 58,8mal mehr Motorräder und 30mal mehr Präzisionsgeräte und Flugzeuge gebaut.
(wahrscheinlich ist gemeint „mehr als heute“.
Wobei solch reine Mengenbetrachtung, ohne Würdigung von Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit eine typische Dekadenzerscheinung ist – man berauscht sich an Stückzahlen und Kilotonnen, statt die Dinge genau zu betrachten – d.Ü.)

Die Klasse der Industriearbeiter umfaßte mehr als 40 Millionen Menschen, die Hälfte davon waren hochqualifizierte Fachleute. Hochqualifizierte Facharbeiter, Dreher, Schlosser, Einrichter erhielten gewichtige Löhne, die aus Grundlohn und Qualifikations-Prämien (nach Leistungsklassen = Lohngruppen) bestanden.
Dabei konnte das Gehalt des Werkdirektors nicht höher sein als der Lohn der höchstbezahlten Facharbeiter dieser Betriebe.
(das ist ein wenig idealisiert, aber die Differenz war wesentlich geringer als heutzutage, sie lag netto beim Doppelten bis Dreifachen der Verdienste der höchsten Lohngruppen, nur ganz selten höher; als Ingenieur und Schichtleiter hatte ich um 1980 netto nach Abzug der Beiträge etwa 20% mehr auf der Hand als meine besten Facharbeiter – d.Ü.)
Zu Beginn der 1980er Jahre betrug der Monatslohn der Top-Fachleute (in der Industrie – d.Ü.) 500 – 1000 Rubel.
Wenn man da noch die unterschiedlichen Vorzugspreise, die Möglichkeit von kostenlosen Kuren und Sanatoriumsaufenthalten, die vorrangige Versorgung mit Wohnraum und andere Boni hinzurechnete, so war das Leben der hochqualifizierten Arbeiter in der UdSSR durchaus annehmbar, und die Löhne waren in der Summe vergleichbar mit den Gehältern der Gelehrten-Nomenklatura – von Universitätsprofessoren und Direktoren wissenschaftlicher Forschungsinstitute.
(hinzu kommt, daß die Kostenstruktur eine völlig andere war: die Mieten waren billig – sie kosteten etwa 10 – 12% vom Bruttolohn; Lebensmittelpreise und die lebenswichtiger Infrastrukturen, wie Telefon, Heizung, Trinkwasser waren staatlich festgelegt, ggf. subventioniert und über Jahrzehnte hinweg stabil; die gesamte Kinderbetreuung, Bildung und Ausbildung bis einschließlich Hochschule waren bis zu relativ hohen Einkommensgrenzen komplett kostenfrei; unbezahlbar waren die enorme soziale Sicherheit und – von vielen schon enervierend als Einschränkung betrachtet – die Zukunftsgewißheit – d.Ü.)
Das Sozialpaket in der UdSSR umfaßte bei Umrechnung in Geld etwa ein Drittel vom Nettolohn, allerdings unterschieden sich Umfang und besonders Qualität der Deinstleistungen in Abhängigkeit von der Kategorie der Werktätigen. Die Mitarbeiter von Großbetrieben mit entwickelter sozialer Infrastruktur erhielten bis zu 50% Aufschlag.
(da fragt man sich doch automatisch, warum diese Menschen denn tatsächlich an einer Veränderung der bestehenden Verhältnisse interessiert gewesen sein sollten, wenn es ihnen so gut ging, nicht wahr? denk denk denk… da muß es doch wohl noch etwas gegeben haben… dazu weiter unten – d.Ü.)

Приватизация в России уничтожила практически всю советскую промышленность

Umsonst hergeschenkt

Heute kommt man in der RF (= Russische Föderation) noch auf etwa 5000 Groß- und Mittelbetriebe, darunter die ehemaligen sowjetischen.
(der aufmerksame Leser bemerkt sogleich, daß hier mit unterschiedlichen Zahlen operiert wird – „wenige Hundert“ weiter oben sind nicht dasselbe wie „etwa 5000“ – das Rätsel löst sich, wenn man die Neubauten abzieht, dann sind wenige Hundert aus sowjetischem Erbe und 5000 heute vorhandene beide „richtig“ – d.Ü.)
Im ersten Jahr der Privatisierung wurden 42.000 Unternehmen (große, mittlere und kleine) an neue Eigentümer übergeben. Und neugegründet wurden lediglich 12.000 neue Wirtschaftssubjekte, von denen der größte Teil wieder aufgelöst wurde.
(sehr beliebt waren damals in Rußland – und sind es bis in die heutige Zeit – sog. „Eintagsfirmen“: kleine GmbHs, die zum Zwecke der Weiterleitung von staatlichen oder munizipalen Aufträgen, zu deren Vergabe „man“ Zugang hatte, gegründet wurden.
Diese Firmen übernahmen die Aufträge, zweigten für die Beteiligten, meist Manager-Komplizen von Seiten der Auftraggeber und Auftragnehmer, ein bis zwei Drittel des Geldes ab, transferierten es auf die privaten Konten der Beteiligten und wurden dann sofort wieder aufgelöst.
Bei den eigentlichen Produzenten oder Dienstleistern kam nur ein Bruchteil der Summe an – dementsprechend fiel dann die Qualität der Produkte und Leistungen aus, vor allem bei Entwicklungen im Staatsauftrag oder Infrastruktur-Bauten… – d.Ü.)

Daher habe ich Grund, der im Internet gängigen Zahl zu glauben: 30.000 Groß- und Mittel-Betriebe, die Unzahl an Kleinunternehmen nicht mitgerechnet, wurden von den Privatisierern und Reformatoren vernichtet und deren Eigentum komplett gestohlen.
Der Industrie-Zensus, auf dessen Durchführung ich damals in meiner Funktion als Direktor des Wissenschaftlichen Forschungsinstitutes für Statistik von Rosstat bestanden hatte (und welcher ein wirklichkeitsnahes Abbild liefern könnte), wird von den interessierten Verbrechern der Privatisierung bis zum heutigen Tage blockiert.
(„wenn das der Putin wüßte…“ – d.Ü.)

Die Werke wurden bei den Auktionen „für ’n Appel und ’n Ei“ verschleudert: zum Beispiel das Lichatschow-Werk, das berühmte ZIL (Moskauer Hersteller von Lastwagen, aber auch der sowjetischen Staatskarossen) wurde für 130 Millionen Dollar verkauft, wovon das Budget 13 Mio erhielt. Damals wurde ein ähnlicher brasilianischer Autogigant von der brasilianischen Regierung für 13 Milliarden Dollar an einen privaten Interessenten verkauft.
Sibnefth(eine Erdölfirma), die damals für 100 Mio USD verkauft wurde, kostet heute 26 Milliarden USD.
Die Einnahmen des Staatshaushalts von der Voucher-Privatisierung betrugen 2 Trillionen Rubel oder 60 Mrd. Dollar – das ist zweimal weniger als das Budget aus der Privatisierung im kleinen Ungarn bekommen hatte, wo nur 10 Millionen Menschen leben.
Nach Bewertungen war der Wert des privatisierten Eigentums um das 10fache zu gering angesetzt und betrug 20 Trillionen Rubel oder 600 Mrd. USD.
(nun wird so mancher kommen und sagen: „da haben sich halt nicht genug Investoren gefunden, die in so kurzer Zeit soviel Geld aufbringen konnten oder wollten“ – liebe Freunde, das wäre zu kurz gesprungen, denn schon in den 1990er Jahren war der weltweite Überhang an liquidem Kapital gewaltig und betrug ein Vielfaches der erforderlichen Summe.
Und wer nun meint, daß „das scheue Reh“ internationales Kapital – in Wahrheit ein reißender Wolf – Angst vor Investitionen in das große kalte Land gehabt hätte: es gab genug – meist jüdisch-zionistische – Verbindungen und Netzwerke, welche das „Inlandsrisiko“ relativierten.
So sind die meisten der heutigen sog. russischen Oligarchen nichts weiter als Marionetten der internationalen – jüdisch-zionistischen – Hochfinanz, Belege dafür sind im Weltnetz in Massen zu finden – d.Ü.)

Im Ergebnis der Privatisierung erwies sich Rußland in der Wirtschaftsentwicklung auf das Niveau das Jahres 1975 zurückgeworfen. Zusätzlich verlor das Land 1,5 Trillionen Rubel. Deshalb ist die Revision der Ergebnisse der durchgeführten Betrugsgeschäfte unausweichlich.
Sie ist notwendig, damit die heutigen realen Eigentümer der privatisierten Werke dem Land den Verlust kompensieren und alle fälligen Steuern ausgehend vom realen Marktwert des erhaltenen Eigentums bezahlen. Oder das durch Betrug Erlangte zurückgeben.
(da hofft der Autor aber wohl vergebens: der Deal Putins bei seiner Machtübernahme vom Juden Jelzman beinhaltete ja gerade – und DAS ist bis heute die Lebensversicherung für ihn -, neben der garantierten Straffreiheit für die vorherigen Machthaber und deren Hauptakteure, auch die Vereinbarung mit den Oligarchen, daß diese sich aus der Politik heraushielten, während Putin sich aus der Wirtschaft heraushielt: das Beispiel des Zionisten Chodorkowski, der meinte sich darüber hinwegsetzen zu können, belegt dies eindeutig – d.Ü.)

Unternehmens-
Bezeichnung

Budget-
Einnahmen

Markt-
wert

1. „Norilsker Nickel

170

15 800

2. „Surgutnetftegas (Erdölfirma)

88,9

11 200

3. Erdölfirma „Jukos“

159

29 110

4. Kowrower mechanische Werke

2,7

828

5. Samaraer Metallurgiewerk

2,2

78

6. „Uralmasch“ (Maschinenbau)

3,7

50

7. Tscheljabinsker Metallurgiewerk

13,3

1 600

8. Tscheljabinsker Traktorenwerk

2,2

43

9. Nowolipezker Metallurgiekombinat

31

1 400

10. Erdölfirma „Sidanko“

130

16 900

(Wertangaben wahrscheinlich in Mio USD – d.Ü.)

Anstelle von Werkhallen und Anlagen stehen überall Ruinen – vormals pulsierte in diesen Betrieben das Leben – die von ihnen hergestellten Schiffe, Uhren, Kräne usw. wurden in der UdSSR und in der ganzen Welt eingesetzt.
(einerseits ist es nicht sinnvoll, dem Vergangenen nachzutrauern, vor allem nicht in reinem Stückzahl-Denken; andererseits ist es tatsächlich so, daß hier eine industrielle Großmacht abgeschlachtet, filetiert, ausgenommen und verwurstet wurde – wie Deutschland nach dem sog. 1. und 2. Weltkrieg – d.Ü.)

Wie der „Jantar“ aufgeteilt wurde

Das Orjoler Uhrenwerk war in der UdSSR führend in den Herstellung von großen Interieur-Uhren und Weckern. Im Jahre 1976 erhielt das Werk den Namen „Jantar“ (Bernstein). Zu UdSSR-Zeiten arbeiteten in der Produktionsvereinigung „Jantar“ bis zu 9000 Werktätige, die Produkte gingen in 86 Länder der Welt.
Aber in den 1990er Jahren wurde der Chef des Werkes gezwungen zu gehen. Es gab Verzögerungen in der Auszahlung der Löhne und Gehälter, die Mitarbeiter antworteten mit Protest -Meetings. Der neue Direktor hat das Werk innerhalb eines halben Jahres zerlegt.
In den 90er Jahren
(nur damals?? – d.Ü.) dachten die Geschäftsleute zuerst an sich und dann erst an die Heimat. Daher sind im ganzen Gebiet (Orjol) kaum jene Führer der Industrie erhalten geblieben, die nicht nur die ganze UdSSR versorgten, sondern auch ins Ausland lieferten“, sagt der ehemalige Bürgermeister der Stadt Orjol Jefim Welkowskij.

Im Jahre 2004 wurde das Werk von den OGmbH „Almas-Holding“ („Almas“ = „Diamant“; OGmbH = Offene GmbH, eine russische Sonderform, die den Eintritt neuer und und den Austritt bisheriger Anteilseigner ausdrücklich und vereinfacht vorsieht – d.Ü.) aufgekauft, welche das Eigentum unter anderen Firmen aufteilte. Zum scheinbaren Zweck der Rettung der Fertigung wurde eine OGmbH „Jantar“ gegründet. Von der ehemaligen Belegschaft hielt man 80 Mitarbeiter, die anderen fanden sich auf der Straße wieder. Das Werk erwartete anstelle einer Entwicklung sein Bankrott. Die Ausrüstungen wurden billigst verschleudert. Die OGmbH „Jantar“ hörte auf zu existieren – sie wurde nicht mehr benötigt.

Etwa dasselbe Schicksal ereilte die GAG „Orlex“ – das ehemalige Orjoler Gerätewerk für Klimaanlagen und Gasanalysatoren. (GAG = Geschlossene Aktiengesellschaft – eine AG, deren Aktien nicht frei gehandelt werden dürfen; aber die genannten Produkte sind doch absolut „marktgängig“, da gibt es doch massenhaft Bedarf… – d.Ü.) Die Geräte aus Orjol wurden in Bergwerken und Erzgruben eingesetzt, in Schiffs- und Eisenbahn-Kühlaggregaten, in U-Booten und Raketen. Ende der 90er Jahre wurde es in die GAG „Orlex“ umgewandelt.
Und es wurde begonnen, diese „umzubringen“. Im Jahre 2011 wurde das Werk für bankrott erklärt. Voll einsatzfähige Fertigungsräumlichkeiten mit einer Gesamtfläche von 10.000 qm wurden zu einem Preis von 10.000 Rubel pro qm (damals etwa 350 Euro pro qm) verkauft!
Die Mitarbeiter protestierten und forderten ihre ausstehenden Löhne ein. Wobei das Werk noch Aufträge hatte, und für einen Teil der Produkte gab es in Rußland keinen Ersatz. Dennoch beendete das Unternehmen im Jahre 2015 seine Tätigkeit.
(es gibt Hunderte solcher Geschichten aus der Zeit der „Grapsch-Privatisierung“, die sich nicht einfach mit der „marktfernen“ Struktur der Unternehmen, den fehlenden Marktmechanismen im Lande oder der Unfähigkeit der jeweiligen Manager erklären lassen – da waren, wie auch in der ehemaligen DDR, ganz gezielt Leute am Werk, die existierende und potentielle Konkurrenten ausschalten ließen.
Und die Kosten wurden, wie üblich, der Allgemeinheit aufgehängt: Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste – ein Grundmerkmal des Kapitalismus – d.Ü.)

Приватизация в России уничтожила практически всю советскую промышленность

Das Werk „Jantar“ 1983. Foto: RIA Novosti/ Walerij Schustow

Wer die „Katjuschas“ ermordete

In den Werkhallen des Woronezher „Komintern“-Werkes wurden einstmals die ersten reaktiven Werfersysteme der Artillerie, die legendären „Katjuschas“, gebaut. Nach dem Kriege stellte das Werk Bagger, Kräne, Gabelstapler und Landmaschinen her.
In den 1990er Jahren geriet es zusammen mit dem gesamten Woronezher Maschinenbau in die Krise. War die sowjetische Stückzahl 1.190 Bagger im Jahr, so wurden im Jahre 2000 nur noch 40 Maschinen gebaut.
Aber das Unternehmen hätte sich halten können, wäre nicht seine Lage gewesen – 24 Hektar Land fast im Stadtzentrum. Welch ein Leckerbissen…

Die Mitarbeiter streikten, nachdem sie mehrere Monate keine Bezahlung erhalten hatten, und führten Hungerstreiks durch, aber die Proteste konnten nicht verhindern, daß das Werk für ein paar Pfennige Stück für Stück verkauft wurde. Allein das Betriebsvermögen im Schrottwert betrug Hunderte Millionen Rubel.
Das Werk hörte endgültig im Jahre 2009 auf zu existieren. Die Werkhallen wurden barbarisch ausgeschlachtet: es wurde alles mit dem Schweißbrenner zerlegt, von den Hallenkränen bis zu den Verkabelungen. Bis heute kann man auf dem (ehemaligen) Betriebsgelände eine klägliche Landschaft betrachten: die Fenster sind zerschlagen, die Dächer der ehemaligen Werkhallen durchlöchert, überall liegt haufenweise Müll herum.
Nach Meinung von Experten für die Wiederherstellung von Industrieimmobilien sind die Chancen, das Werk wiederherzustellen, unwiderbringlich dahin. Außerdem ist ein Teil des Territoriums schon mit Wohnblöcken bebaut. Und die Worohezher sind gezwungen, Importtechnik zu kaufen.
(der Stolz auf Vergangenes darf nicht den Blick verschleiern für sinnvolle Veränderungen – ein Maschinenbau-Großbetrieb muß nicht im Stadtzentrum liegen; allerdings fragt man sich oft, ob die angeblichen „Marktmechanismen“ wirklich alle sinnvoll sind: wer braucht schon Großstädte ohne Großindustrie? niemand… – d.Ü.)

Приватизация в России уничтожила практически всю советскую промышленность

Приватизация в России уничтожила практически всю советскую промышленность

Das Woronezher Werk zu Zeiten der UdSSR und heutzutage. Foto: RIA Novosti / О. Iwanow; Szenenbild aus youtube

Und in Nizhnij Nowgorod wurde im Jahre 2015 (!) am Vorabend ihres 100jährigen Jubiläums die Nizhnij Nowgoroder Textilfabrik „Majak“ geschlossen. Und zu Sowjetzeiten und sogar noch Anfang der 2000er Jahre gehörte sie zu den besten Textilfabriken des Landes. Von hier aus wurde Bekleidung nach Moskau und in den Ural geschickt, es gab Exportverträge ins Ausland.
Ab Ende der 1990er begann die Fabrik zu verlöschen. Die einmaligen Ausrüstungen und Maschinen wurden verkauft, die Flächen vermietet. So wurden die Nizhnij Nowgoroder Mäntel eine weitere Zeile in der Geschichte des Untergangs der sowjetischen Industrie.

Fehler oder Rettung?

Die Privatisierung der 90er war ein seltener Fall in der Geschichte Rußlands, wo ein Staat nicht das Eigentum dem Volk abgenommen hat, sondern ihm gegeben hat, und zwar kostenlos“, meint der Chefexperte des Gajdar-Instituts für Wirtschaftspolitik Sergej Zhaworonkow.
Nach den Worten des Ökonomen Wladimir Mau war der Staat zum Zeitpunkt der Privatisierung nicht in der Lage, sein Eigentum effektiv zu kontrollieren.
Eine Massenerscheinung wurde die Übernahme der Kontrolle über die Unternehmen durch deren Direktoren, die auf einen schnellen Erhalt von Gewinnen gestimmt waren.
(ja, die üblichen Lügen der Neoliberasten:
– „Privatisierung gäbe den Menschen etwas“ – das ist falsch: es bekommen immer nur ganz wenige etwas, und zwar das, was vorher mit dem Schweiß und Blut des ganzen Volkes in Jahrzehnten aufgebaut worden war – siehe Bahn-Privatisierung in der BRvD;
– „der Staat sei nicht in der Lage, Eigentum oder Wirtschaft effizient zu führen“ – auch das ist völlig falsch: in schweren Zeiten, wie in Europa (auch der BRD!) nach dem sog. 2. Weltkrieg, funktionieren AUSSCHLIEßLICH staatliche Planwirtschaften – man sehe sich bitte alte Wahlplakate der CDU vor 1950 an; der Staat wird immer erst dann „ineffizient“, wenn sich Beamte und Verwalter korrumpieren lassen – von wem wohl und in wessen Interesse?;
– „die Menschen seien gierig und geizig, wollten nur den schnellen Gewinn“ – auch hier wieder freche Lügen: die Direktoren der Sowjetbetriebe hatten jahrelang, zum Teil jahrzehntelang, unter der Knute der Partei ihre Unternehmen – fast immer mit hohem persönlichem Einsatz – geführt,
ohne sich selbst daran zu bereichern – nun wollten sie im schnell sichtbar werdenden Raubtier-Kapitalismus nicht alles den organisierten Verbrechern und deren „Obshhak“ – siehe oben – überlassen; von Natur aus waren diese Menschen keine „Profitsüchtigen“; – d.Ü.)

Kaum jemand weiß, daß vor der Privatisierung die russische Erdölindustrie Verluste gemacht hatte: die Erdölförderung wurde subventioniert.
(solche Aussagen ist so lächerlich: ca. 80% der Deviseneinnahmen der UdSSR stammten aus dem Erdöl- und Erdgasverkauf ins Ausland – das soll subventioniert worden sein? wer könnte sich DAS leisten… das kann doch nur an der willkürlichen und falschen Kosten- und Preisstruktur gelegen haben – d.Ü.)
Nach der Privatisierung stieg die Erdölförderung bei uns auf dem Niveau von 7 – 8% im Jahr.
(wieder einseitig gesehen: während vorher planmäßig und nach Bedarf produziert wurde, haben die privaten Eigentümer im Profitinteresse einfach die Natur viel rücksichtsloser ausgebeutet – wie „vorbildlich“… – d.Ü.)
Die Kohleindustrie war zum Ende der Sowjetmacht hin ebenfalls subventioniert worden, und nach der Privatisierung wurde sie gewinnbringend.
(oh je, Äpfel und Birnen: am „Ende der Sowjetmacht“ war eine Stagnation der gesamten Gesellschaft zu verzeichnen gewesen, und das lag nicht am Volkseigentum oder der Unfähigkeit der Direktoren, sondern daran, daß die Partei sich herrisch in ALLES einzumischen begann – so wurde den Genossenschaftsvorsitzenden und Staatsgut-Chefs in der Landwirtschaft vorgeschrieben, wann sie mit der Getreide- oder Kartoffelernte zu beginnen hatten und bis wann diese abzuschließen war – der konkrete Reifezustand der Kulturen auf den Feldern war da ziemlich nebensächlich.
Genauso wurde von oben willkürlich in die Betriebe hineinregiert: von Parteikadern wie Gorbatschow, die nach ihrer Jugendzeit nie im Leben richtig gearbeitet hatten und nur selten von Fachkenntnis geplagt waren – d.Ü.)

Man darf die Ergebnisse der Privatisierung nicht überprüfen, denn das ruft nur eine Welle unnötiger Konflikte hervor. Man muß sehen, wie effektiv das privatisierte Unternehmen tätig ist. Wenn „Norilsk-Nickel“ von einem Empfänger aus dem Staatshauhalt zu einem Einzahler geworden ist, dann ist es doch egal, wem es gehört und wie dessen Privatisierung erfolgt ist, oder?
(ja, die Neolibs mit ihren verlogenen schönen Sprüchen und ihrer Angstmache – Gerechtigkeit rufe „unnötige Konflikte“ hervor… woher weiß man das? hat man ein schlechtes Gewissen gegenüber den Volksmassen? …
Und man darf doch wohl auch danach fragen,
auf welche Weise denn diese neue „Effektivität“ erzielt wurde – auf Kosten der Substanz der „für umsonst“ ergatterten Unternehmen oder der stärkeren Ausbeutung der Mitarbeiter?
Und wem dient „der Staat“? Was wird aus jenem Staatshaushalt finanziert? Nur was für die Allgemeinheit? Oder auch wieder Subventionen für internationale Unternehmen und Banken? – d.Ü.)

Приватизация в России уничтожила практически всю советскую промышленность

Was wurde Neues in Rußland aufgebaut?

In der neueren Zeit wurden weniger Unternehmen aufgebaut als in der Sowjetperiode, das versteht sich von selbst. Aber unter denen sind nicht nur Infrastruktur- und Transportobjekte, Wehrtechnik-Unternehmen und Rohstoff-Energie-Komplexe. Es gibt auch wirkliche Industriegianten, darunter auch in der Schwerindustrie.

Im Jahre 2006 nahm in Sajanogorsk das Chakassische Aluminium-Werk mit einer Jahreskapazität von 300.000 Tonnen seinen Betrieb auf (über 1000 Arbeitsplätze).
Im selben Jahr wurde in Tjumen (Westsibirien) das Antipinsker Erdölverarbeitungswerk in Betrieb genommen, mit 1000 Arbeitsplätzen.
Im Jahre 2010 begann in Sestroretsk (bei Sankt Petersburg, früher ein internationales Touristen- und Erholungszentrum) das „Hyundai Motor Manufacturing Rus“ seine Tätigkeit – das erste ausländische Automobilwerk in Rußland mit vollständigem Produktionszyklus, das 2000 Arbeitsplätze brachte.
Dieses wurde Teil des Petersburger Auto-Clusters – einer Gruppe von Unternehmen zur Fertigung von Automobilen und Fahrzeugkomponenten auf dem Territorium von Sankt Petersburg und des Leningrader Gebietes.
Andere große Autowerke sind das „Scania-Pieter“-Autobuswerk in Sankt Petersburg und das PKW-Werk „Ford-Sollers“ in Wsewolozhsk (beide 2002 in Betrieb genommen).

Im Jahre 2011 begann in Jaroslawl das Produktionswerk für inländische Motoren JAMS-530 seine Fertigung, in dem 500 Leute arbeiten. Dieses Werk hat nichts Vergleichbares in Rußland. (eine Aussage, die sehr beliebt, aber völlig sinnfrei ist – d.Ü.)
2012 wurde das größte Waggonwerk in Europa, das Tichwiner Waggonwerk in Betrieb genommen – dort sind 6500 Menschen beschäftigt.
2013 begann einer der größten Polimer-Produzenten der Welt – das Tobolsker Polimerkombinat seinen Betrieb. Im selben Jahr nahm das Serpuchower Fahrstuhlwerk mit 700 Arbeitsplätzen seine Fertigung auf (inzwischen schon wieder in Zahlungsschwierigkeiten – d.Ü.), und in der inguschetischen Stadt Karabulak die größte Getreide-Mühle in Rußland (1.500 Arbeitsplätze).
2013 eröffnete in Worsino im Gebiet Kaluga das Metallurgiewerk „NLMK-Kaluga“ für 900 Mio Tonnen Stahl im Jahr (über 1200 Arbeitsplätze).
2015 nahm im tschuwaschischen Nowotscheboksarsk das Werk „Hewel“ seinen Betrieb auf – das erste Solarpaneel-Werk im Lande.

Quelle: Источник

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Die „üblichen“ Bonus-Videos für Russisch-Kenner:

Putin über die ungerechte Privatisierung der 90er!

Über die Privatisierung der 90er auf RBK-TV

Wer stoppte die Kriminellen in den 90ern?
Wer ist Putin? Die ganze Wahrheit von Anfang an.

Quelle: http://webnovosti.info/news/5254/

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Ja, was sagt man denn nun zu solch einem Artikel?

Die teilweise etwas weinerliche Rückschau auf ein verspieltes Imperium ist das eine – aber gerade wir Deutschen sollten angesichts unserer eigenen Geschichte in der Lage sein, nicht nur hierfür Verständnis und Respekt vor den Leistungen des Sowjetimperiums aufzubringen, sondern auch die großen Zusammenhänge zu begreifen, in denen all diese Vorgänge stattfinden.

Denn dem Aufschwung der Industrialisierung in der Sowjetunion war der weitgehende Abbau der deutschen Industrie in den 1920er Jahren und die Weltwirtschaftskrise vorausgegangen – oder gar Voraussetzung gewesen?

Ähnliches passierte, als die VSA nach dem sog. 2. Weltkrieg in den Aufschwung kamen – freilich von Anfang an und bis heute dank Bretton Woods und später Petro-Dollar bezahlt von der ganzen Welt: Deutschland wurde erneut ausgesaugt und trotz der Kriegszerstörungen industriell weitgehend demontiert – Patente, Forschungs- und Entwicklungsergebnisse wurden güterzugweise aus Deutschland herausgeschafft, und mit „Operation Paperclip“ zu Tausenden die fähigsten Köpfe von Deutschland nach den VSA transferiert.

Der Aufschwung der „asiatischen Tiger-Staaten“ in den 1980ern war bereits mit dem beginnenden Abbau der VSA-Industrie verbunden, und als diese im Zuge der sog. Globalisierung stückweise fast vollständig nach Asien verlagert wurde, war der Weg frei für das „chinesiche Wunder“…
Seltsam,
wie sich die Bilder gleichen, nicht wahr?

Als ob von Anfang an ein ziemlich geringer Teil der Welt-Industrie-Produktion ausreichen würde, um alle tatsächlichen („echten“) Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen
Heute zum Beispiel haben wir weltweit anerkanntermaßen 40% „freie“ Kapazitäten in der Automobilindustrie – in Wahrheit dürften es noch viel mehr sein – es brauchte also nie wieder irgendwo ein Autowerk gebaut werden, wenn „der Markt“ (oder dessen „unsichtbare Hand“) alles sinnvoll regeln würde…
Ähnlich sieht es bei der Stahlherstellung aus… siehe die neuerbauten russischen Betriebe oben.

Und damit das nicht allzu sehr auffällt, läßt man die Industrialisierungs-Maschinerie einfach um die Welt rollen – immer dorthin, wo gerade die Arbeitskräfte am billigsten sind und die Rohstoffe noch nicht allzusehr ausgeschlachtet…

Momentan ist Asien dran, und dann ist wohl Afrika in Vorbereitung…
Zur Zeit versucht man ja mit Gewalt, massenhaft Schwarzafrikanern in EUropa, vor allem in Deutschland, neueste „Bildung“ in Sinne der Parasiten angedeihen zu lassen (unter dem Deckmantel der sog. Flüchtlingskrise).
Und der bevorstehende Bürgerkrieg wird schon dafür sorgen, daß ein hinreichender Teil davon – bereichert in jeder Hinsicht – dann schnell wieder in seine Heimat zurückkehren wird…

Da verblassen so langsam die ideologischen Märchen der modernen Sklavenhaltergesellschaft, nicht wahr?

LH


8 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Richard d. Ä. sagt:

    Wie sich die Dinge gleichen – in der auszuschlachtenden DDR lief das – natürlich in kleinerem Maßstab – nach dem gleichen Schema ab. Auch bislang unaufgeklärte Morde gab es, man denke an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen und an Treuhand-Chef Detlev Rohwedder. Die Strippenzieher waren vermutlich dieselben.

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  3. Archivar sagt:

    Ich empfehle hier einen Kanal, der deutsche Übersetzungen liefert, die seinesgleichen suchen.

    https://www.youtube.com/channel/UCEoG03QA_gJnQsbWucu-tYA/videos

    Es ist ein noch junger Kanal, ach, ich bin so begeistert über diese Informationen, die mich bereichern und bilden. Gut, daß ich nicht ausgebildet bin 🙂

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  4. Besucherin sagt:

    sehenswerte Doku

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  5. luckyhans sagt:

    zu RdÄ um 07:41
    Herrhausen hatte wohl weniger mit der DDR-Übernahme zu tun – die Grenze war ja erst wenige Wochen vorher aufgemacht worden – als vielmehr mit dem Schuldenerlaß für die sog. Dritte Welt, für den er sich einsetzte, damit diese Länder überhaupt irgendwann mal eine Chance für eine vernünftige nationale Entwicklung bekämen. (http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/warum-musste-alfred-herrhausen-sterben.html)

    Aber die „Handschrift“ der Ausführung beider Attentate weist eindeutig auf Geheimdienst-Profis (Moßßad?) hin – und die Umstände zeigen beide Male ganz klar, daß die entsprechenden „Bundesbehörden“ in beiden Fällen in hohem Maße involviert waren…
    Und die Strippenzieher der Strippenzieher der Strippenzieher waren sowieso dieselben… die Parasiten eben.

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  6. luckyhans sagt:

    zu Ar-ar um 14:56
    Danke – ja, ein sehr guter Kanal – schaun mer mal, wie lange die Zensurtube braucht, um ihn unter irgendeinem Vorwand wieder zu schließen… hoffentlich haben die Jungs ein Backup…
    Von den dort vorgestellten Leuten finde ich Starikow und Fursow am informativsten.

    Auch zunehmend auf der Duröhre in deutsch zu finden: Georgi Sidorov – sehr interessant. Auch der leider kürzlich an Krebs verstorbene Sergej Danilov ist zu empfehlen.

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  7. SecurityScout sagt:

    Archivar
    20/06/2017 um 14:56
    Ich empfehle hier einen Kanal, der deutsche Übersetzungen liefert, die seinesgleichen suchen.
    https://www.youtube.com/channel/UCEoG03QA_gJnQsbWucu-tYA/videos

    Ja, dieser Youtube- Kanal ist „außerordentlich“ gut!!!
    Kann ich auch sehr empfehlen!

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  8. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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