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Die Wand / 1

(Ludwig der Träumer) Was passiert, wenn wir plötzlich und unerwartet von der Außenwelt abgeschnitten sind – auf einer Alm Wiese auf der es keinerlei Versorgungsnachschub gibt, unser Leben bis zum irdischen Ende als Einzelkämpfer gestalten müssen um nicht voreilig zu verhungern? Eines der besten tief in die Seele gehenden Bücher hat Marlen Haushofer dazu geschrieben.

Gestern im Mühlen Café bei schönstem Frühlingswetter erzählten mir Freunde, das sie die Verfilmung im Fernsehen gesehen haben. Sie waren allesamt besonders berührt. Er soll noch ein paar Tage in der Mediathek online zu sehen sein. Habe dazu aber nichts gefunden – nur das Youtube.

Ich hatte den Film zum Buch vor längerer Zeit mal im Kino gesehen. Er gibt leider nur einen Teil der Dramatik wieder, die im Buch zu finden ist. In Teil 2 werde ich versuchen, die Lücke zwischen der Verfilmung und dem Buch mit weiteren Gedanken zu schließen.

Aber auch ohne das Buch zu kennen müßten zumindest einige von uns aufwachen und die Wohlfühlrundumversorgung in Frage stellen.

Vielleicht helfen mir ein paar Kommentare dazu, das Thema nicht nur als reine trockene Rezension abzuhandeln. Nehmt euch ein bißchen Zeit dazu.


23 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Lieber Ludwig, ich habe den Film auch gesehen und er hat mich zeitweise ziemlich bedrückt.
    Das Ende war offen, soweit ich mich erinnere, liess dem Zuschauer und Mitfühler Raum für eigene Gedankengänge.
    Ich mag die Bettina Gedeck als Schauspielerin sehr und finde sie, gerade in dieser Rolle, einfach hervorragend.
    Einen kompletten Film allein zu beleben ( neben Hund ) und dabei auch noch die Aufmerksamkeit des Zuschauers halten zu können, ist vor allem dem Ausdruck derDarstellerin zu verdanken.
    Natürlich hat auch der Regisseur seinen Anteil dran, aber weitaus mehr die Darstellerin.

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  4. SecurityScout sagt:

    Hm???
    Ehrlich gesagt, kann ich mit dem Film nichts anfangen.

    Ich wäre sofort in den See gesprungen und hätte versucht das Hindernis unter Wasser zu umgehen.

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  5. SecurityScout sagt: „Ehrlich gesagt, kann ich mit dem Film nichts anfangen.“

    Einigen meiner Freunde geht es ebenso. Es ist ein ruhiger Film, der die Tiefe unserer Seele – auch unsere Selbsterkenntnis schwer oder selten erreicht. In Zeiten der Äktschen-Kultur auch verständlich. Oder anders ausgedrückt: Die Äktschen-Kultur – Rundumversorgung durch den Kapitalismus ist willkommener zur Ablenkung dessen was jedem von uns urplötzlich passieren kann. Was aus dem Leben machen, wenn uns plötzlich so eine Wand vor die Nase knallt, wo es keinen Ausweg gibt?

    Auf uns selbst gestellt – das eigene Überleben in die Hand nehmen, wird wohl der letzte Versuch sein um unseren Lebensplan im Hier und Jetzt zu sichern. Nichts anderes hat dieser Film mit der einmalig guten Darstellerin Bettina Gedeck gezeigt. Jeden Tag kann uns eine unüberwindbare Wand treffen. Nicht in den Bergen, auch in unserer Vorstadtvilla oder vor dem Geldautomat. Mal darüber nachdenken. Die Wand ist immer und überall. Was dann? Heulen?

    Den Ausweg, den SecurityScout für sich sieht – ins Wasser gehen, halte ich für bedenklich. Es gibt kein Entrinnen aus unserer Entwicklung. Spätestens in der nächsten Inkarnation knüpfen wir da an, wo wir gekniffen haben.
    Die Wand ist zwar eine Parabel, aber sie trifft jeden Tag viele Menschen, nicht nur in Deutschland, die plötzlich unerwartet das alte Leben aussperrt. Plötzlich ist das alte angenehme wohlbehütete Leben durch Verlust des Arbeitsplatzes futsch. Geld, (falsche) Freunde und Wohnsitz verloren. Was nun? Noch gibt eine Grundsicherung durch das perfide H4-System. Dem sich zu unterwerfen ist nur Sterben auf Raten. Es sei denn, es dient nur kurze Zeit als Überbrückung, den eigenen Arsch zu bewegen.

    Was kann es schöneres geben als das Leben selbst in die Hand zu nehmen, wenn wir gegen eine Wand geknallt sind, die nicht zu überwinden ist?

    Mir war klar, daß der Film nur das Thema unvollständig beäugen kann. Nehmen wir die Textpassagen aus dem Buch, die in einen 1 ½ stündigen Film rübergebracht werden können, während das Lesen des Buches mindestens je nach Lesegeschwindigkeit und Auffassungsgabe 1 – 3 Tage dauert. 80 % der Inhalte guter Bücher können durch Filme nicht rübergebracht werden.

    Also bitte das Buch lesen. Es lohnt sich, besonders um Schnellschüsse zu dieser Parabel aus dem unvollständigen Film zu vermeiden. Bald mehr zum Thema.

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  6. Bettina sagt:

    Danke @Ludwig, für dein Erinnerung an diesen Film.
    Ich habe ihn im Fernseher gesehen, schon vor ein paar Jahren, damals war ich ganz schlimm in einer tiefen, tiefsten Depression.
    Damals empfand ich ich den Film auch nicht als so spektakulär, war ich doch selbst hinter der Wand, jedoch hat er nachgehallt, sehr nachgehallt, sonst würde ich mich nicht schon in den ersten paar Minuten daran erinnern.
    Ich empfand ihn damals nicht als schlimm, eher als Ruhepol, als sicheren Ort, als etwas, das ich mir selbst für mich wünschte zu der Zeit.

    Ich schau ihn mir morgen in aller Ruhe an und schreibe dann was dazu.
    Ich freue mich schon darauf, auf die Entwicklung, die ich selber seither erlebt habe und wie ich den Film heute erlebe/empfinde.

    Viel lieber würde ich nun zuerst das Buch lesen.
    Aber nun ist der Film hier und aus Erfahrung weiß ich, dass man doch niemals den Film nach der Lektüre vom Buch sehen sollte, jedesmal wird man nur enttäuscht.

    Dank nochmal und lieben Gruß
    Bettina

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  7. Sehr gut den tieferen Sinn des Films und des Buches nahegebracht lieber Ludwig.
    Ich weiss noch dass ich damals im fast leeren Kino sass, es war die 18.00h Vorstellung wo eh kaum Menschen reingehen. Ich war mit einer Kollegin im Film gewesen und kann mich entsinnen, dass wir schweigend miteinander nach Hause fuhren. Kurz bevor jede in ihre Wohnung ging ( wir waren auch Nachbarn) fragten wir uns ebenso kurz „REDEN ?“ Wir beide schüttelten den Kopf und wussten, dass wir Stille brauchten um den Film zu reflektieren.
    Diese Wand konnte ich spüren, sie machte wirklich die unsichtbaren unterschiedlichen Wände bei mir sichtbar, als auch die vielen Wände die uns tagtäglich umgeben….

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  8. thom ram sagt:

    Offtopic- Einschub:

    Bettina 03:16
    Ja, meist ist Film nach Buch nackte Enttäuschung. Zwei Ausnahmen für mich: Günther Buchheim: Das Boot. Und Herr der Ringe. Beide Werke hatte ich erst gelesen, und bei beiden war die Verfilmung wie das äussere Wiederbegegnen dessen, was ich innerlich bei der Lektüre gesehen hatte.

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  9. thom ram sagt:

    Um zu umgehen, etwas über den Filminhalt zu sagen, sage ich: Wunderschön gemacht. Danke, Buchautor, danke, Filmemacher.
    Und danke für die Einstreuung von Bachs Soloviolinsonaten – Passagen. Passt. Genial.

    Ich umgehe, etwas über dein Inhalt zu sagen, weil es bla bla wäre.

    Bewegt bin ich und nachdenklich, nein, der Nachdenkliche denkt, ich denke aber gar nichts. Ich bin nachfühlisch, ich fühle nach.

    Ah ja, etwas noch. Das Aussergewöhnliche beim Betrachten des Filmes war, dass ich permanent gespannt war, wie der Autor die Geschichte weiterführen wird. Das Gemisch von Ueberraschungen und von Kontemplation hat mir sehr gefallen.

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  10. thom ram sagt:

    Ah, beim Geschirrspülen ist es mir zugefallen.

    Die Wand ist die Materialisation des Gefühls, welches jeder Mensch mehr oder weniger und mehr oder weniger bewusst kennt: Die Getrenntheit. Das „Ich bin alleine“.

    Die Entwicklung der durch die Wand materiell vom „wir“ abgetrennten Frau steht, im Film rabiat beschleunigt und konzentriert, für Entwicklungen, welche durch die menschlich gefühlte Getrenntheit angestossen werden können und sollen.

    Was heisst das.
    Es heisst: Drücke dein Gefühl des Getrennt- und Alleinseins nicht weg, vielmehr begrüsse es als Katalysator. Du kannst an ein- und demselben Tage froh dich aufgehoben fühlen und unbeschwert dein Werk tun, und in stiller Stunde dich von der gefühlten Getrenntheit führen lassen und Stein und Blume, Katze und dich selber von dieser Warte aus erleben.

    Weil ich keine Glaswand habe, bin ich frei, die innere Glaswand in kleinen Happen wahrzunehmen und mich durch die ausgelösten Gefühle weiterleiten zu lassen. Aber tun sollte ich es, wenn ich das, was ich mir für dies Leben vorgenommen habe, erfüllen will.

    Und wunderbar wird gezeigt, wer mir dabei helfen kann und will! Der Hund. Die Kuh. Die Katze. Der Wind. Das Wetter. Die Sonne. Das Grasmähen und das Kartoffelstecken. Der Frohmut, die Gelassenheit, die Verzweiflung und die Trauer auch.

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  11. thom ram sagt:

    LdT

    80% von Buchinhalten können durch einen Film nicht übertragen werden, sagst du.
    Ich meine, der Film kann mehr als 20%.

    Ich habe das während des Betrachtens immer wieder dann bedacht, wenn Bilder ohne Ton gezeigt wurden. Um das, was diese Bilder ausdrücken, in Wort zu giessen, muss ein Autor sehr sehr begabt sein, und er bedarf vieler Worte dafür.
    Beispiel die vogelscheuchenartigen Kleiderfetzen im Baum. Für mich ist das so eindrücklich…wie wollte ich das adqequat in Worte fassen? Oder der Aufzug zur Alm. Oderoderund.

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  12. thom ram sagt:

    Frage ins erlauchte Pubelikumm.

    Für was steht der mordende Mann?
    Für was steht, dass die Frau den Mann dann tötete?

    Muss warten bis zu meinem nächsten Aufwasch oder bis zum Duschen. Wenn ich hier hocke, fällt mir nix ein.

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  13. Vollidiot sagt:

    Das war das Überich, durch den Vater erzeugt.
    Sie hat sich befreit.

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  14. thom ram sagt:

    Volli 20:02

    Du nimmst mich auf den Arm?
    Der Begriff „Überich“ ist in meinem Hirn an einem nebulösen Ort unsicher gelagert. Wenn ich ihn gockle, dann ergibt mir deine Feststellung mittels des Ergockelten keinen Sinn.

    Der Axthacker hat, leidenschaftlich, Leid geschaffen. Wer in mir schafft leidenschaftlich mein Leid?
    Das scheint mir die zentrale Frage zu sein.
    Diese Instanz dann bildlich zu eliminieren, in Wahrheit in die hinterste Ecke von Unbewusstsein zu schicken, das kann nicht das Gelbe vom Ei sein.

    Diese Szene hat es für mich in sich. Entweder zeigt sie einen Irrtum des Autors, oder ich bin noch nicht fähig, ihren Sinn zu erfassen.
    Mit „Ueberich“ kann ich einfach nix anfangen. Für mich ein freudigischer Furz. Obschon ich auch den Freudigen als Menschen ehre.

    Was wäre geschehen, hätte die Frau, statt gegen zu wirken, das Gewehr zu holen und das Scheusal zu erschiessen, stillgestanden und genau hingeschaut, wer das Scheusal wirklich ist?
    Vielleicht wäre es ergangen wie mit meinem Hundi Zabi. Da kam ein zweites Hundi, und am liebsten hätte Zabi dieses zweite Hundi zu Tode gebissen. War aber sie natürliche Hemmung da. Und es entwickelte sich eine Freundschaft.

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  15. An Ludwig der Träumer und an Thomram
    (zweiter Einsende-Versuch, bißchen korrigiert und daher bitte ggbf. vorzuziehen)

    „Die Wand ist zwar eine Parabel,…“

    Ich finde, der ganze Film/Buch ist eine Parabel. „Alle“ Motive sind Metaphern. Und die Worte (herausgearbeitet durch das Buch) bringen sie in die Zusammenhänge; der rote Faden ist das Ich und an dem erhängt sie sich, wie an einem Faden, das kann gar nicht schaden.
    Genauer:

    „Auf uns selbst gestellt – das eigene Überleben in die Hand nehmen, wird wohl der letzte Versuch sein um unseren Lebensplan im Hier und Jetzt zu sichern. Nichts anderes hat dieser Film … gezeigt.“

    Nichts anderes?!
    Also mir hat der Film, neben diesem Aspekt, viel anderes gezeigt. Da geht es doch nicht um die Lebensweise von Selbstversorgern und diese Form der angeblichen Autarkie. Daraus dann wieder Kommunen entstehen und alle bilden sich Unabhängigkeit ein. Vom System vielleicht, aber nicht von SICH und Ich und wir-sind Wir-Geschwurbel. Die wahre Autarkie findet auf einer ganz anderen Ebene statt, und ich glaube, in dem Buch geht es eben darum und davon auch nur das Anfangsstadium! (Wo ich nichtmal bin)

    „Plötzlich ist das alte angenehme wohlbehütete Leben durch Verlust des Arbeitsplatzes futsch. Geld, (falsche) Freunde und Wohnsitz verloren. Was nun?“ … „…Mir war klar, daß der Film nur das Thema unvollständig beäugen kann“

    Wie gesagt, ich glaube, dieser Aspekt ist „unvollständig“ ausgearbeitet worden, weil es in dem Buch kaum darum geht.
    Es ist doch keine Robinson Crusoe Geschichte, der nun also lernt, sich autark zu versorgen, um zu überleben, und wie man sich aus den wenigen verfügbaren Elementen eine neue Lebenssicherung aufbaut, was man nicht alles aus Kokosnüssen herstellen kann etc.
    Übrigens: Robinson verwildert aufm Kopf, sie aber schneidet das Gewusel bald ab. Sie ist abgeschnitten, aber sie schneidet auch ab, um zum Ganzen zu werden.

    Dann, Vollidioti wies doch darauf hin, geht es ums Psychologische, das Ich mit all seinen Ängsten (Urängsten) und weiter im Spirituellen ums Wir – mit all seinen esoterisch-irrigen Einbildungen. Sie wird bis aufs Rest-Ich ins Ich zurückgeworfen und hat hierbei eine Angst nach der anderen durchzustehen, gleichzeitig erfährt sie die wahren Werte des Lebens, in Verbindung mit der Natur, was immer auch eine Heraus-Forderdung darstellt. Dieser Forderung gilt es nachzukommen, um überhaupt den ersten Schritt zu machen. Vollkommen unwichtig wird bald die Wand, bzw. es zeigt sich eben der relevante Radius, wo alles Not-wendige und Er-forderliche stattfindet. (Der Himmel ist schließlich frei)

    Auch finde ich es bequem am Drehbuch vorbei gedacht, wenn man einzelne Film-Elemente hinsichtlich einer handlungsrelevanten Logik untersucht. Sicher kann man Überlegungen anstellen, wie die Wand zu überwinden wäre, etc und am Ende feststellen, da habe es sich der Autor/Regisseuer aber zu einfach gemacht.
    Dabei macht es sich der Zuschauer zu einfach; der Autor zeigt damit nur an, daß es um solches überhaupt nicht geht.
    Wer nach solchen Schlampereien sucht, der kann sich besser Filme wie Mission Impossible anschauen; da findet man sogar eine Schlamperei nach der anderen, je fortgeschrittenener und komplexer die Handlung, desto idiotischer die Lösungen. In diesen Filmen ist das meiste an den Haaren herbeigezogen, im Film Die Wand aber nicht. Allenfalls bleiben die Bilder undeutlich, wie eben Metaphern. Der Hund heißt Luchs, die Perle in ihrer Unschuld überlebt nicht, die Alte hockt wie paralysiert aufer Holzbank, der Alte pumpt Wasser bis nach dorthinaus, usw.

    Und noch einmal zu dem Wir, von dem sie angeblich abgetrennt ist, während sie auf sich alleine gestellt ist. Diese Einsiedler-Aspekt wird zwar aufgegriffen, denn nun muß sie selber Heu ernten (mit der Sense mäht sie dann DREI Wochen lang alles nieder!!), aber darum geht es doch wieder nur vordergründig.
    Daher gehe ich neben Vollidiots psychologischem Deutungsansatz noch am ehesten mit Thomram konform:
    „Die Getrenntheit. Das „Ich bin alleine“. Die Entwicklung der durch die Wand materiell vom „wir“ abgetrennten Frau steht, im Film rabiat beschleunigt und konzentriert, für Entwicklungen, welche durch die menschlich gefühlte Getrenntheit angestossen werden können und sollen.“

    Nur daß ich eben meine, sie findet nach etlichen Grenzüberwindungen nicht nur zum individuellen, ursprünglichen Ich, sondern geht über diesen natürlichen Zustand hinaus noch/erstmal (erstmal zu Penny) durch den Ich-Tod – und wird allmählich zum kollektiven Wir (statt davon, wie man hier glaubt, getrennt zu sein) – und das sagt sie an einer Stelle im Film sogar deutlich. Nur scheint dieses Wir etwas anderes zu sein, als wir hier denken, solange wir noch ich sind, womit ich vor allem mich meine; und von mir ausgesehen somit auch euch, mit welcher Spitzigkeit ich von meiner eingebildeten Cantzel herab die traute Gemeinde zu pieksen nun durch Abschickung dieses Kommentars wohl beschlossen habe.

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  16. thom ram sagt:

    Germain

    Wir haben umgestellt auf „Kommentar muss erst freigeschaltet werden“. Ungern, denn viele Kommentatoren schreiben mit gutem persönlichem Engagement. Wegen den wenigen lästig Werdenden machten wir das, denn diese Wenigen klauten mir auf Dauer zuviel Aufmerksamkeit und Kraft.

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  17. thom ram sagt:

    Germain

    „Sie wird allmählich zum kollektiven Wir (statt davon, wie man hier glaubt, getrennt zu sein).“

    Du formulierst damit, so meine ich, die Kernaussage der gesamten Geschichte – was mir zu formulieren nicht gelang.
    Danke, Germain.

    Und es ergeht mir wie dir, so ich dich richtig verstehe. Ich ahne so Vieles, baue davon wohl auch Einiges in mein Denken und Tun mit ein, doch sehe ich mich nach wie vor als, sagen wir mal, Erstklässler in Sachen „So leben, wie es dem Menschen von seiner Anlage her im besten Sinne möglich wäre“.

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  18. Renate Schönig sagt:

    Vielleicht sollte man auch mal Martina Gedeck zu Wort kommen lassen, wie SIE diese Rolle sieht, in die sie ja TIEF „hineintauchen musste“ … (wie sie es im 2. Video gut beschreibt) :

    1. „Martina Gedeck spricht in dem Video über ihre Rolle in dem Drama „Die Wand“ :
    http://www.cinema.de/kino/trailer/video/cinema-interview-martina-gedeck-ueber-die-wand,5081285.html

    und im 2. Video -ab ca. Min: 5:55- erzählen Martina Gedeck und Regisseur J.R. Pölsler über diesen Film:

    2. „Am 14. Oktober 2012 waren Hauptdarstellerin Martina Gedeck und Regisseur Julian Roman Pölsler zu Gast im Stuttgarter Filmtheater „Delphi“, um ihren Film DIE WAND zu promoten.
    Im Anschluss an die Filmvorführung stellten sich die Gäste den Fragen des Publikums .“

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  19. thom ram sagt:

    Renate 21:14

    Habe mir die Präsentation angschaut. Spannend, aber holla. Diese Frau, sie beginnt, und ich meine, nun wird es platt. Nix platt. Da kommt Ueberraschung. Sie ist komplett ehrlich, und sie hat Phacetten viele. Uffa. Beeindruckt ich bin.

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  20. Vollidiot sagt:

    Thom

    Ganz knapp
    Die Frau im reflektierenden Alter begibt sich in die Natur.
    Diese Konfrontation mit der „Schöpfung“ wirkt.
    Wie es Goethe formulierte: die Betrachtung der Natur hat etwas heilsames.
    In dieser Wirkung liegt auch Bewußtwerdung, Bewußtseinsbildung, Erkenntnis.
    Sie erkennt die „Wand“ (Käseglocke), das Einengende.
    Das freudsche, psychische Konzept (mit Mängeln gehaftet) des Überich, in dem eine definierende, einengende Kraft in der Psyche des Individuums lebt, die meintwegen dem Vater, der Kirche, Verwandten oder allem zusammen geschuldet ist, zeigt sich hier im Bild des Mannes der tötet.
    Durch dieses Erkennen im Kontext des Naturerlebens wird ihre Seele/Psyche aktiv (Tiere).
    Sie tötet diesen Mann, dieses freiheitstötende/raubende Element in ihr.

    Eigentlich ein allgemein zu wünschender Vorgang.

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  21. Ein kleiner Blick in die Biographie der Schriftstellerin Marlen Haushofer

    http://www.dieterwunderlich.de/Marlen_Haushofer.htm

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  22. „Ich schreibe nicht aus Freude am Schreiben, das hat sich so ergeben, wenn ich nicht den Verstand verlieren will.“ Der Satz von Marlen Haushofer gefällt mir besonders. Ich finde mich darin des öfteren.

    Danke Jermain Foutre le Camp, du nimmst einiges vorweg, das ich im nächsten Teil betrachten wollte aber moderater als Du um die Leser nicht zu erschrecken. Es war aufzuzeigen wie das Thema von Freunden aufgenommen wurde, die das nur im Film sich einhirnten aber das Buch nicht gelesen haben. Da habe ich mich nicht klar ausgedrückt. Für den normalen Filmegucker, der jedoch nicht mehr normal ist, wenn er sich auf diese Ebene begibt, sind die oben beschriebenen Gedanken bereits Meilensteine in der Möglichkeit seiner künftigen Handlungen – zumindest ist er aufgerüttelt.

    Ich wende mich daher nicht an bereits weit fortgeschrittene Zeitgenossen, die diese Botschaft hinter dieser entschlüsseln können. Danach die nächste, bis keiner mehr weiß was Sache war. Ein Grundproblem der Philosophen und Soziologen. Dazu muß ich nichts schreiben. Es wäre nur gegenseitiges akademisches Schulterklopfen. Ein anspruchsvoller Film sollte auch genügend Freiraum für weniger auf diesem Gebiet Begabten mitbringen um aufzurütteln – die eigene Lebensweise zu hinterfragen. Das ist mit diesem Film vollständig gelungen.

    Sicher ist es schwierig sich zurückzunehmen, wenn man weiterentwickelt ist. Erkenntnisse wie – „Nur scheint dieses Wir etwas anderes zu sein, als wir hier denken,…“ helfen da m. E. nicht weiter. Wie soll ich diesen Satz meinen Freunden vermitteln?

    Nebenbei: Ludwig denkt, das „Wir“ kann erst entwickelt werden, wen das „Ich“ sich bedingungslos angenommen hat – in der vollständigen Einsamkeit, verlassen gefühlt von Allem, das Aussichtslose erkennend, nur das Notwendige zum Überleben im Umfeld des natürlichen Überflusses gesehen und erfahren hat. Erst dann wird er ein Wir-Gefühl entwickeln können, das vielleicht einmal da war.

    Mir reicht es vorläufig, wenn die Freunde aus dem Film die Erkenntnis mitnehmen, daß sie jederzeit vor eine undurchdringliche Wand knallen können, die nur das Überleben sichert, wenn sie ihren eigenen Arsch bewegen – die bisherige Wohlfühlzone hinterfragen und ihr eigenes schöpferisches Potential erkennen.

    Sollte der Film nur die akademische Brut erreichen, so ist er voll daneben. Dazu ist er zu wertvoll. Seit dem Hochholen des Films haben sich einige meiner Bekannten diesen angesehen und darüber nachgedacht. Er wirkt im Kleinen – nicht im akademischen oder im esoterischen zerpflücken. Das wurde mir nicht nur mit euren Kommentaren bewußt. Danke dafür. Der Film rüttelt. Das war mein Anliegen.

    Ob ich das Buch jetzt noch in Bezug auf den Film rezensieren kann bezweifle ich gerade. Ich war dabei, mit dieser in eine esoterischen und akademischen Denkfalle zu tappen. Wer diesen Film in seiner Botschaft nicht kapiert, wird auch das Buch nicht kapieren. Somit revidiere ich meine Ansicht, daß 80 % des Buches nicht rüberkommen.

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  23. Thomram & Ludwig der Träumer: Kommentare an mich ~ jeweils „Gefällt mir“; um wenigstens geantwortet zu haben. Knopf geht aber bei mir nicht, wegen erhöhter Sicherheitsstufe, was die Herren vom irdischen Weltenschutz ja auch so machen, wegen die vielen Terristen überall.
    Bin allerdings trotz Anklickung des like-omats in paar Punktn anderer Denksicht, es geht schließlich da und dort um den Verstand; und Haushofer kehrte Haus und Hof, etc.;
    Möcht aber nicht schreiben, da schon wieder abgetaucht. Vorhero nur kurz blubb gesagt, weil mir kurz erschien zu glatt die See. Eigentlich aber sicherlich alles tiefer, daher bitte die Worte nur persönlich nehmen.

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