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Sandmännchen / das und dass

Eben hatte ich wieder meinen täglichen Aerger. Ich liebe ihn ja, meinen Bossi,  aber in einer Sache ist er einfach unmöglich. Immer dann, wenn er in einem Text ein falsch gesetztes „das“ oder „dass“ findet, knurrt er. Das würde mich nicht beeindrucken, er knurrt auch sonst immer mal. Aber er schmeisst dann die falschen „das“ und „dass“ ärgerlich auf den Fussboden, und ich, ich muss dann diese langweiligen Vokabeln immer zusammenwischen und in den Ofen schmeissen. 

Ups, da kommt er, Bossi, immer kommt er, wenn ich etwas von ihm erzähle. Oh, er nimmt mir das Lapi weg, tschühüüü….

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Ja, dazu will ich etwas sagen.

Klingelingeling. Schulstunde.

Kann es so schwer sein, „das“ und „dass“ zu unterscheiden? Da schreiben Leute gescheite Dinge, und sie merken nicht, dass die beiden Wörter zwar gleich ausgesprochen werden, dass sie aber ganz und gar Verschiedenes bedeuten. Mit Vergnügen starte ich den Versuch, den Unterschied zu zeigen.

„Das“ steht A)  vor einem sächlichen Substantiv, oder es steht B) stellvertretend für ein Substantiv.

Also:

A) Das Projekt gedeiht prächtig. 

B) Das Projekt, das er plant, ist anspruchsvoll.    („das“ vertritt „Projekt“)

 

Im Falle B) kann man das „das“ meistens durch „welches“ ersetzen:

Das Projekt, welches er plant, ist anspruchsvoll.

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„dass“ ist eine Verknüpfung von zwei Inhalten:

Ich hoffe, dass du kommen wirst.

„dass“ verknüpft die Hoffnung mit der Vorstellung des Kommens.

 

Es steht zu befürchten, dass er nicht genügend vorbereitet sein wird.

Die Befürchtung wird mit der mangelnden Vorbereitung verknüpft.

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Wer nicht sattelfest ist, stelle zwei Fragen:

Gehört  „das(s?)“ unmittelbar zu einem sächlichen Substantiv?  Wenn ja —>“das“ ist richtig:

Er setzte sich auf das Rennrad.

Wenn nein, dann folgt die zweite Frage: Lässt es sich durch „welches“ ersetzen?

Wenn ja, es kann durch „welches“ ersetzt werden —> „das“ ist richtig.

Wenn nein, „welches“ passt nicht —> „dass“ ist richtig….meistens, denn:

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Blöd. Es gibt eine Spielform, da zieht die Frage „kann ich durch „welches“ ersetzen“, nicht:

Sein ulkiges Träumchen, das war schnell vergessen.

„das“ steht stellvertretend für „das Träumchen“…kann aber dummerweise nicht durch „welches“ ersetzt werden …

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Na ja. Regeln und Ausnahmen. Lästig. Knurr. Haach, und wenn ihr’s nicht erfühlt, ihr werdet’s nicht erlangen, sagte der grosse Wolfgang.

 

Noch:

 

Als Gymnasiasten mieden wir die Folge von „dass das“ , sie kam uns hässlich vor. Heute finde ich sie lustig und wende sie an:

Ich hoffe, dass das Projekt von Erfolg gekrönt sein wird. 

.

Schluurf

.

Maulend ist er abgezogen, der Bossi. Was der nur immer hat, tztz.

Liebi Grüess vom Sandmännli, 24.05.0006

.

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9 Kommentare

  1. Vollidiot sagt:

    Sandmänchen

    „Da schreiben Leute gescheite Dinge, und sie merken nicht, dass die beiden Wörter zwar gleich ausgesprochen werden,“
    He?
    Gleich?
    Aber nur, wenn Du Anhänger der konsonantenfreien Sprache bist, also Vokalfixiert bist.
    aäe aia o –> Sandmännchen alias Thom.
    Ich finde zu einer Sprache gehört eine korrekte Aussprache und Abschleifen sollte man nicht fördern, denn dann wird daß bald wie das gesprochen, oder das wie daß.
    So geschehen bei Tip und Tipp.
    Später heißt es dann ipp und as (ass) und dann nur noch i u a.
    Wahrscheinlich wird dann auch dabei gesabbert.

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  2. gabrielbali sagt:

    „Sein ulkiges Träumchen, das war schnell vergessen – ‚das‘ steht stellvertretend für ‚das Träumchen’…kann aber dummerweise nicht durch ‚welches‘ ersetzt werden…“

    He?
    Kann aber dummerweise nicht durch „welches“ ersetzt werden?

    Selbstverstaendlich kann auch dieses „das“ mit „welches“ ersetzt werden! Es ist allerdings nicht ueblich im normalen Sprachgebrauch, aber grammatikalisch vertretbar! Es ist dann halt nur genauso holprig wie „Sein ulkiges Träumchen, das war schnell vergessen“ bereits holprig ist. In einem gepflegten, korrekten Deutsch duerfte das „das“ in diesem Beispielsatz gar nicht vorkommen oder, wenn ueberhaupt, nur in zwei getrennten Saetzen: „Sein ulkiges Träumchen? Das war schnell vergessen.“

    Haha, wenn Schweizer sich darin versuchen Deutsch zu erklaeren, wird es schnell ein Emmentaler mit riesengrossen Loechern – und damit ein „Chäs“, der nicht mehr ganz so leicht verdaulich ist. 😉

    Tja, wer Kaese liebt, wird hier vielleicht ganz gut bedient… 🙂

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  3. thomram sagt:

    Volli

    Wenn ich meinen deutschen Bekannten zuhöre, vermag ich keinen Unterschied in der Schärfe von das und dass auszumachen. Das war schon damals so, als ich noch wie ein Luchs hörte.

    Im übrigen bin ich nicht vokal – sondern magistral fixiert, damit dasss klar ist.

    Für Oesterreicher:
    Im übrigen bin ich nicht vokal – sondern magistral fixiert, damit welches klar ist.

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  4. Vollidiot sagt:

    Ich find, das gepflechtes Deutsch so nicht ist: „Sein ulkiges Träumchen? Das war schnell vergessen.“
    Kling nach Pilcher – oder Courts-Mahler.
    Erinnert mich schmerzhaft daran — das geflechte Deutsch läßt sich in SVO-Sätzen nur schwer vollziehen, welche in Ermangelung von Worten zum Einbleuen (hier neigen Gewaltbereite mehr zu einbläuen) besser geeignet scheinen. Logisch, daß (ss – ist aber in der BRD mit Vorsicht zu gebrauchen, §130 – ß ist politisch korrekter) der heutige Schlaufohnintelligenzler sich eines präziseren Satzbaues befleißigt, welcher dem Kommunikationsverhalten adäquater ist – das ist in der Folge: kurz und bündig.
    Und wer wirklich eine rassige Kommentierung eines EM-Endspieles zwischen der Schweiz und Österreich erleben möchte, dem sei, das meine ich ernst, ein Kommentator des DRS ans Herz gelegt.
    Nur ein Ahnungsloser würde eine/n hören wollen, welche/r im Dienste des ORF steht und etwas vom Stanglpaß fabuliert. Daß dieses so ist, liegt an der spezifischen Halskonfiguration der typischen Schweizerkehle.
    Die Schmäh-Sucht in Randregionen des deutschen Sprachraumes ist, nach noch zu vertiefenden Forschungen, kazharischen Einflüssen geschuldet, das hat mit geflechtem Deutsch aber nichts gemein.
    Die Sonne Balis hat, das drängt sich jetzt in mein Hirn, eine nicht zu gering zu achtende Wirkung auf Wernicke- und Broca-Bereiche. Auch läge eine Verkarstung im Präfrontalbereich im Bereich des Denkbaren, welche einer mehr als latenten Reizunterflutung anhaften könnte.
    Wie sonst wäre zu erklären, daß ae gleich ä und umgekehrt ist.

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  5. gabrielbali sagt:

    „Wie sonst wäre zu erklären, daß ae gleich ä und umgekehrt ist.“

    .
    Vielleicht auf grund eines english-designten keyboards, das/welches keine äs, ös und üs anbietet, sondern bloß wenig befriedigende aes, oes und ues? Und solche „ß“ im Uebrigen auch nicht… 😉

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  6. Vollidiot sagt:

    GaBa

    ……..und damit ein „Chäs“, der nicht mehr……..
    oder: ………und damit ein „Chaes“, der nicht mehr………

    Ich find, daß Chaes befriedigt auch.

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  7. Ludwig der Träumer sagt:

    Gute Schulstunde lieber thom. Da wirst du wirklich geholfen. Dank auch an gabrielbali und Vollidiot für das Ergänzende im das, welches das daß mich erklärt. Genderschlampengerecht müßte es heißen: es ErgänzendIn, weil sonst das Ergänzende als welches für die äh es wahre VielfaltIn da+ GeschlechterIn steht, diskriminiert wird. Das Geschlecht hatte ich bisher immer zwischen Mann und Frau ausgemacht, bis mir nach meinem Ischias Anfall klar wurde, da+ es Geh Schlechtin heißen muß – mus?. Seither hinkts nicht nur im Bein, sondern auch im Kopp. Hätte ich statt in da+ BaumschulIn in da+ Kamelia-Unität mein Apretur gemacht, wäre mir meine krude alte Rechtschreibung schon früher aufgefallen. 😀

    http://kamelopedia.net/wiki/Geschlecht

    Aber Volli mach mir trotz aller liebevollen Aufklärungsversuche in Sache Sprache bitte nicht die Rosamunde Pilcher oder Courts-Mahler nieder. Ist dort nicht die wahre wirkliche Sprache, die das kleine Arschloch am Leben erhält? Woran soll es sonst noch festhalten? Fällt ins Bodenlose.

    Egal, wie die Sprache verkrüppelt wird, sie wird es wohl seit langem. Die Botschaft bleibt die Gleiche. Ich frage mich manchmal, folgt die Sprache der menschlichen Entwicklung oder umgekehrt. Da am Anfang das Wort stehen soll, scheinte mir diese Frage geklärt. Ich hatte mal über die Urkräfte sinniert und die Sexualität als fünfte Urkraft bezeichnet. Urkräfte sind etwas Unveränderliches, etwas Gegebenes, wie ich meinete. Ist die Sprache nicht die alles umfassende Urkraft, die jegliche Veränderung im Keim erstickt? Hat Gott seinen Spruch – es werde Licht angepaßt um seinen Pfusch an der Schöpfung zu verschleiern. Damit delegiert er seinen Irrtum an den Menschen – an die Transsexuellen, die bald für den finalen Frieden auf der Erde sorgen, noch vor den Atombomben. Die Tier- und Pflanzenwelt wird’s freuen. Hat sich da gut rausgebrunst.

    Das Herr – Sklave Phänomen kippt. Transe übernehmen zunehmend die Herrschaft. Wer sollte da was Schlechtes denken, in Zeiten der Toleranz? Das Ziel der bekömmlichen 500 Mio. Erdenbewohnern schaffen die allemal, mit ihrer größten Waffe – der Sprache. Willst du mich etwa diskriminieren, weil ich anders denke? Und – schon kommt die Keule der Intoleranz in mein Hirn, die ich gar nicht mag. Also laß denen ihren Weg.

    Der Neusprech bzgl. Geschlechter läßt mich grübeln. Es wird alles auf den Kopp gestellt. Das bisherige Geschwurbel – Krieg ist Frieden und so weiter konnte man noch irgendwie im persönlichen Umfeld verdrängen. Aber, daß zwischen Mann und Frau andere Geschlechter die Welt noch aufrechterhalten könnten, ist zuviel für mich. Die heutige Sprache geht in diese Richtung. Die Sprache der Kriegstreiber und Werbefutzis ist harmlos gegenüber dem Genderneusprech. Dies wird noch allzu verharmlost. Mir sind Schwule, Lesben und alle Geschlechter dazwischen wurscht. Mögen sie ihren Weg gehen. Aber was da inzwischen in den MSM abgeht, macht mich bedenklich für die Fortentwicklung der Menschheit. Da ist der West – Ost Konflikt dagegen nur eine Theaterkomödie.

    Ein einziges schräges Wort kann lähmen und sogar töten und zum Selbstmord treiben. Also jedes Wort gut überlegen, bevor es wirkt.

    Gefällt 1 Person

  8. luckyhans sagt:

    Mönsch, eure Sorjen möcht ick ham. Wat hab ick mein Bengel det mit det det verklickert un verklärt: „Paß uf, det det, dette mit s schreibst, is nich det det, dette mit eszet schreibst, weil det eene det is n andret det wie det det, vaschtehste, un deswejen schreibste det eene det mit s un det andre det mit eszet, det is doch janz eenfach – haste det jetz kapiert, du Dussel?“

    Gefällt 1 Person

  9. Andy sagt:

    Hat dies auf Andreas Große rebloggt.

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